Forum: Kultur
"Hart aber fair" übers Schulsystem: Des Googles Kern
ARD

Schüler zu Effi-Briest-Lektüre zwingen oder sie fit machen für die Börse - was soll Schule leisten? Die Talkrunde bei Frank Plasberg brachte zu diesem Streitthema erstaunlich viele Erkenntnisse. Und am Ende gab's Zensuren.

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Untertan 2.0 05.05.2015, 10:16
30. Diskussionsniveau

Zitat von
"Wie ich eine Versicherung abschließe, erfahre ich auch anderswo", beispielsweise zu Hause.
Das Argument ist schwach, denn man kann es getrost auf alles Anwenden. Goethe kann ich auch zuhause lesen, einen Dreisatz kann mir der Vater beibringen usw.

Und gerade bei Versicherungen blickt bestimmt nicht jeder Erwachsene durch.

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separatist 05.05.2015, 10:18
31. Schreiben nach Gehör

Der allerneueste Schrei ist das nicht. Diesen Blödsinn gibt es seit mindestens 20 Jahren an Grundschulen.

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M. Michaelis 05.05.2015, 10:19
32.

Irgendwie hat man das Gefühl der Bildungsbegriff scheint sich aufzulösen.

Bildung scheint offenbar nur noch darin zu bestehen irgendwelche Hilfsmittel verwenden zu können.

Eigenständiges Allgemeinwissen und die Fähigkeit längere Texte zu lesen oder zu verfassen wird verlernt, die Handschrift ebenfalls. Das führt jedoch zu erheblichen Verlusten bei kognitiven Prozessen.

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Forist2 05.05.2015, 10:19
33. Testament

Als ITler schreibe ich seit Jahrzehnten nur noch mit dem PC. Handschriftlich gab es nur die Unterschrift.
Vor kurzem habe ich mein Testament handschriftlich, wie vorgeschrieben, verfasst.
Da darf man nichts durchstreichen.
Der blanke Horror so was ohne Löschfunktion.

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kenterziege 05.05.2015, 10:20
34. Schule kann das, was sie kann und das ganz gut....

Voerweg: Ich bin kein Lehrer! Ein Fach Wirtschaftskunde einzuführen, wäre nicht schlecht. Man kann es mit Sozialkunde kombinieren. Aber das wird nur mit externen "Lehrern" funktionieren. Nach dem Motto: Schuster bleib bei deinem Leisten, sollten die Lehrer das machen, wofür sie ausgebildet sind. Schüler merken sofort, wenn jemand nur Halbwissen hat und reagieren entsprechend. Es ist auch völliger Quatsch, wenn Schüler lieber mehr Geschichte, als Mathe haben wollen. Ein Gymnasiuim muss die Studierfähigkeit erbringen und da gehört Mathe zwingend dazu. Es ist sowieso schon eine Schande, wie sehr die MINT-Fächer durch die Vermassung des Gymnasiums gelitten haben. Wem das auf dem Gymnasium zu stressig ist, der ist vielleicht auf der falschen Schule oder die tausend von den Eltern getriggerten Ersatz- und Zusatzaktivitäten von Reiten bis Ballett sind zu zeitraubend. Und permanent Party machen kostet auch Zeit. Für weniger Intelligente ist das Gymnasium eigentlich nicht gedacht. Aber wer gibt das schon zu. Eltern prügeln ihre Kinder da hin und nehmen ihnen die Jugend! Sechs Jahre später studieren alle auf eine Bachelor-Arbeitslosigkeit! Der Heizungs-Installateur-Meister fährt inzwischen seinen Daimler! Die Gesellschaft bezahlt eben nur das, was sie braucht. Das kam in der Sendung gestern nicht herüber!

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chris-ba 05.05.2015, 10:21
35. Zu wenig Allgemeinwissen

Ich bin der Meinung, dass die Schule, zumindest in den Klassenstufen bis 10, viel zu wenig Allgemeinbildung unter die Schüler bringt. Es muss ein gesunder "Bildungs-Grundstock" gelegt werden, damit später darauf aufgebaut werden kann. Spezialisierung kann gerne in weiterführen Schulen vermittelt werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Schüler den hier schon öffters zitierten Dreisatz zwar vom Namen her kennen, ihn aber nicht anzuwenden wissen. Dass es Menschen gibt, die damit unterfordert sind, sei dahingestellt, aber die breite Masse sollte auch solche "trivialen" Methoden kennen und anwenden können. Von politischer Bildung oder Kenntnissen in den Naturwissenschaften ganz abgesehen. Aber scheinbar wird immer mehr Wert auf "Kurzzeitwissen" gelegt.

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NoUse4aName 05.05.2015, 10:23
36. Neoliberales Gequake?

"Tipps über das erfolgreiche Spekulieren an der Börse zu bekommen", blabla. Ich habe oft den Eindruck dass solche angeblichen Leute aus dem Publikum eigentlich Leihendarsteller sind.

Der Herr hat schon logischerweise nichts von Börse verstanden, denn wenn ALLE "Tipps über das erfolgreiche Spekulieren an der Börse" bekämen, würden sich diese Tipps selbst eliminieren und wären somit wertlos.

Und mit "Neoliberal", dem wohl am häufigsten von Linken sprachlich vergewaltigten Wort der deutschen Sprache, hat das schon mal gar nichts zu tun.

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kenterziege 05.05.2015, 10:31
37. Und was hätten die Schüler, die vor 10 Jahren etwas ...

Zitat von Dumme Fragen
Also, wie Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren, sollte man schon lernen. Auch, was es an Anlagestrategien gibt, wie man sich absichert u.ä. könnte ruhig an Schulen gelehrt werden. Das hat auch was mit Allgemeinbildung zu tun. Und, auch wichtig: wie eine Gesellschaft darüber entscheidet, wie das knappe Geld verteilt werden kann...
....über Geldanlagen gelernt haben, heute davon, wenn ein Herr Draghi alle Kenntnisse und Ersparnisse entwertet? Besser wäre es in der Schule zu lernen, Politikern mit einem permanenten wachen Misstrauen zu begegnen! Für die Sozialkunde hätte man tausend Beispiele dafür. Nur würde man als Lehrer dann von der Schule verwiesen. Henry Ford I hat schon gesagt: Wenn das Volk das Finanz- und Geldsystem verstehen würde, hätten wir morgen eine Revolution! Als bleibt die Schule im Interesse der Festanstellung von Lehrern lieber bei Effie Briest oder beim Satz des Pythagoras!

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Wamaeno 05.05.2015, 10:32
38.

Zitat von jstawl
Ich hatte nach dem 7. oder 8. Schuljahr kaum noch Erkenntnisgewinne zu verzeichnen, ganz davon zu schweigen, dass man das alles im Alltag nicht braucht oder nur einen geringen Prozentsatz (je nach Beruf).
Oh, da müssen sie wohl nicht aufgepasst haben. Wirklich umfassendes Wissen habe ich erst ab der Oberstufe erfahren. Alle davor sind wirklich einfachste Grundlagen.
Erst jetzt, gerade mein Abitur am machen, habe ich von Sozialwissenschaften (und damit z.B. von unserem Sozialstaat) Ahnung, kann Gotteskritik/Gottesbweise (bzw. die Dummheit der anderen, die ohne Hintergrundwissen irgendwas behaupten) einordnen und mir auch eine eigene Meinung dazu bilden, habe in Erdkunde viel über unser Verhältnis zum Rest der Welt und der Umwelt erfahren, erkenne dank Bio fast jeden Tag aufs neue, wo etwas aus der Evolution hervorgegangen, verstehe, warum die Umwelt so ist, wie sie ist, kann dank Mathe und Physik vieles im alltäglichen Leben vorhersehen, weil man ein dank den Hintergründen eine Sicherheit und Gespür entwickelt hat, und, und, und. Alles vor der Oberstufe war Pillepalle. Wenn bei Ihnen aber nur das hängen geblieben ist.. Hui!

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privado 05.05.2015, 10:32
39. Zwei Dinge...

...sind hierzu anzumerken: 1. Schreiben nach Gehör ist völliger Unsinn. Es erschwert gerade Kindern in bildungsfernen und/oder Dialekt sprechenden Familien das Erlernen des korrekten Hochdeutschen. 2. Das Wissen um Steuern, Versicherungen oder den Börsenhandel kann sich heute jeder so gut wie noch nie zuvor selbst über das Internet aneignen. Zu meiner Schulzeit war das ohne Internet wesentlich aufwendiger. Was soll also das Gejammere.

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