Forum: Kultur
"Hart aber fair" zu Armut und Reichtum: "Nein, nein, nein. Faktencheck!"
WDR/Oliver Ziebe

Bei "Hart aber fair" ging es um Mieten als soziale Frage - und die Sendung lief ab wie ein Wettrennen. Hubertus Heil warb für einen europäischen Mindestlohn. Und Oskar Lafontaine gab den Märchenexperten des Abends.

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urbuerger 07.05.2019, 07:38
10. Bei jeder Diskussion lässt sich gut erkennen, wie weit entfernt ...

... Politiker von der Lebenswirklichkeit der Menschen dieses Landes sind!
Alles was ihnen nicht ins Konzept passt, wird dauerhaft ausgeblendet!
Wie man sehr deutlich an Lambsdorffs Aussagen erkennen kann!
Wer heutzutage bereits mehr als die Hälfte von seiner Miete aufbringen muss, der kann nicht den Rest des Geldes für den ÖPNV ausgeben, nur um zu einer Arbeitsstelle zu kommen, bei der er prekär beschäftigt ist, mit einem Mindestlohn, der seiner Bezeichnung sehr gerecht wird, denn es ist der absolute Mindestbetrag, den ein Arbeiter oder Angestellter bekommen sollte, um seine Arbeit gewürdigt zu sehen, Leben kann er davon nicht, nicht Mal auf dem Platten Lande!!!

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nesmo 07.05.2019, 07:52
11. Ein funktionierender Personen-Nahverkehr

bis in in die Vororte würde die Mietprobleme sehr entlasten. Der Zug in die Innenstädte könnte durch attraktive Bahnverbindungen relativiert werden. Darum ist es um so unverständlicher, wenn der Staat und die Kommunen nicht wenigstens den Nahverkehr gut ausbauen, wenn man schon öffentliche Wohnungen zur Unzeit verschleudert hat. Aber nicht einmal das bekommt der Verkehrsminister zusammen mit seinen unfähigen Bahnvorständen hin. Die S-Bahn in Berlin lebt von der modernen Substanz und dem Konzept von 1920. In den letzten 30 Jahre wurde enorme Potenziale, auch für erschwingliche Mietwohnungen mit Innenstadtbezug durch guten ÖPNV vertan.

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niklass 07.05.2019, 07:53
12. Annekdötchen geklaut ...

Heil's "persönliche Erfahrung" mit einem Postboten, der bei ihm angeblich zu Hause einen Benachrichtigungsschein über ein vorliegendes zuzustellendes Paket mit dem handschriftlichen Vermerk "Keine Werbung" ausgefüllt hatte, war nett geklaut. Eine solche Annekdote grassierte in einigen Medien und im Netz schon vor Wochen, passiert in Heidelberg (https://www.focus.de/regional/videos/in-heidelberg-paket-beim-nachbarn-abgegeben-nachricht-des-boten-sorgt-fuer-lacher_id_6656910.html).
Soviel zum Thema Glaubwürdigkeit ...

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ruhepuls 07.05.2019, 07:59
13. Wann ist eine Miete "überhöht"?

Zitat von tomrobert
Es trifft doch zu dass die einfachen Bürger durch überhöhte Mieten regelrecht enteignet werden. Es ist ein Transfer von Arbeitsleistung hin zu Pofiteuren grosser Kapitalgesellschaften.Man hat sie dem Kapitalismus zum Frass vorgeworfen mit Unterstützung der politischen Klasse.
Wenn Sie heute eine Eigentumswohnung kaufen oder bauen, legen Sie - je nach Ort und Lage - ein paar Hunderttausend auf den Tisch. Die legen Sie natürlich auf die Miete um, falls sie die Wohnung vermieten und nicht selbst drin wohnen. Je teurer also bauen oder kaufen ist, desto teurer werden die Mieten. Wer also von "überteuerten" Mieten spricht, der müsste auch von "überteuerten" Immobilien reden. Niemand kann Wohnungen billiger vermieten, als er sie kaufen oder bauen kann. Sonst baut eben einfach keiner mehr. (Es spricht nichts dagegen, dass der Staat baut und vermietet. Der muss davon ja auch nicht leben, sondern kann mit Verlust vermieten. Nur, warum baut der Staat nicht?)

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fatherted98 07.05.2019, 07:59
14. Lesen Sie ihre...

Zitat von sans_words
Allenthalben wird festgestellt, dass in den Innenstädten Wohnraum fehlt. Dann muss man entweder massiv in die Höhe bauen oder man muss dafür sorgen, dass die Menschen wieder lieber etwas weiter weg von den Metropolen wohnen. Wer CO2-Entstehung durch eine CO2-Steuer bekämpfen will, muss sich auch um eine Stadtsteuer Gedanken machen. Diese Stadtsteuer für das Bewohnen der Innenstädte hätte eine Lenkungsfunktion. Eigentlich - ach - erfüllen die höheren Mieten in den Städten diese Funktion. Man kann nicht beides wollen, in der Stadt und billig wohnen, während das Ländliche ausblutet.
....eigenen Kommentare eigentlich?
Co 2 Steuer und gleichzeitig sollen die Leute von der Stadt aufs Land....nur wie sollen die in die Stadt kommen um zu arbeiten...natürlich mit ÖPNV....der ja flächendeckend auf dem Land vorhanden ist (lach).
Dazu noch eine "Stadt-Steuer"....ach ne hohe Mieten....oder doch nicht?

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ruhepuls 07.05.2019, 08:04
15. Dämliche Rechnung....

Zitat von MagittaW
Schade, dass keiner die Steilvorlage von Otto Graf Lambsdorff nutzen wollte! Klang ja fast wie "sollen sie halt Kuchen essen". "Wem die Miete zu hoch ist, der soll halt die Wohnung kaufen!" - Das ist so grotesk, man kann es kaum glauben! Rein statistisch gibt es von allem genug für alle: es gibt pro Kopf genug Geld,Nahrung, Bildung, Wohnungen, Arbeit, etc... nur das alles eben sehr ungleich verteilt und konzentriert sich an bestimmten Orten. Die entscheidende Frage wäre, ob die Welt wirklich eine bessere wäre, wenn jetzt, wie im Sozialismus, alle das gleiche hätten - also dann vermutlich nicht gleich viel - sondern gleich wenig...von allem
Ja, man muss alles nur "gleich verteilen". Und was machen Sie, nachdem Sie verteilt haben? Erwarten Sie, dass dann wieder "irgendjemand" etwas erschafft, nur damit es wieder verteilt wird?
Um in Lafontaines Beispiel zu sprechen: Der König hat das Schloss nicht gebaut. Aber ohne den König gäbe es das Schloss auch nicht. Er hatte nämlich die Idee dazu - und das Geld, die Arbeiter dafür zu bezahlen.
Schauen Sie sich dort um, wo man "verteilt" hat. Dort sind jetzt alle - mit Ausnahme der regierenden Funktionären natürlich - gleich arm. Das ist die einzige Gleichheit, die man durch "verteilen" erreichen kann: gemeinsame Armut.
Wenn Ihnen das lieber ist...

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swissnavy 07.05.2019, 08:05
16. Nutzlose Sendungen in merkwürdigen Zeiten

Ist es nicht auffällig, daß man mittlerweile in einer Kabarett-Sendung mehr Fakten und Hintergrund-Information dargeboten bekommt als in "ernst" gemeinten politischen Formaten? Plasberg macht großes Theater - das bisschen Faktencheck, für den sich eh nur eine Minderheit interessiert, macht aus dieser nutzlosen Talk-Runde auch keine Sternstunde des demokratischen Diskurses mehr.

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n.a.i.s 07.05.2019, 08:12
17. Entgegen aller Sachlichkeit und Lebensrealität

agitierte Lafontaine mit Sprüchen aus dem politischen Abreißkalender des vorletzten Jahrhunderts. Dass sich diese durch mehrere extreme Langzeittests (DDR, UDSSR, Kuba usw.) als völliger Quatsch und Menschen verachtend entpuppt haben, ignorierte Lafontaine. Viel lieber warf er anderen Diskutanten vor, irgendetwas nicht zu kapieren, wahrscheinlich fühlte er sich dann besser.
Traurig, was aus einem ehemaligen Ministerpräsidenten so werden kann.

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MagittaW 07.05.2019, 08:13
18.

Zitat von ruhepuls
Ja, man muss alles nur "gleich verteilen". Und was machen Sie, nachdem Sie verteilt haben? Erwarten Sie, dass dann wieder "irgendjemand" etwas erschafft, nur damit es wieder verteilt wird? Um in Lafontaines Beispiel zu sprechen: Der König hat das Schloss nicht gebaut. Aber ohne den König gäbe es das Schloss auch nicht. Er hatte nämlich die Idee dazu - und das Geld, die Arbeiter dafür zu bezahlen. Schauen Sie sich dort um, wo man "verteilt" hat. Dort sind jetzt alle - mit Ausnahme der regierenden Funktionären natürlich - gleich arm. Das ist die einzige Gleichheit, die man durch "verteilen" erreichen kann: gemeinsame Armut. Wenn Ihnen das lieber ist...
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!
In der Schule wurde doch immer gepredigt: BIS ZUM ENDE LESEN!
OP:"Die entscheidende Frage wäre, ob die Welt wirklich eine bessere wäre, wenn jetzt, wie im Sozialismus, alle das gleiche hätten - also dann vermutlich nicht gleich viel - sondern gleich wenig...von allem"

Aber vermutlich ist die Aufmerksamkeitsspanne heute nach 80% (egal wovon) aufgebraucht.

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hegoat 07.05.2019, 08:16
19.

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Wer mehr als die Hälfte seines Einkommens für Wohnen ausgibt, ist arm. Die Grenze wird in der Regel bei einem Drittel angesetzt. Zu Lambsdorffs Marie-Antoinette-Spruch fällt einem gar nichts mehr ein. Aber wirtschaftspolitisch steuern wir eh ja wieder auf das Mittelalter zu - die Feudalherren besitzen alles, Land, Wohnraum, Arbeitsplätze; die Bevölkerung muss in deren Unternehmen arbeiten um deren Wohnungen zu mieten. Wie krank ist das? Und zur Arbeit geht's mit dem Auto, dass aber eigentlich der VW-Bank gehört.

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