Forum: Kultur
"Hart aber fair" zu Armut und Reichtum: "Nein, nein, nein. Faktencheck!"
WDR/Oliver Ziebe

Bei "Hart aber fair" ging es um Mieten als soziale Frage - und die Sendung lief ab wie ein Wettrennen. Hubertus Heil warb für einen europäischen Mindestlohn. Und Oskar Lafontaine gab den Märchenexperten des Abends.

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Sonia 07.05.2019, 10:03
50.

Zitat von joke61
viel draus zu entnehmen, aus dem Versuch Wiedergabe der Sendung. Erkenntnisse eigentlich nur: Man sollte die Innenstädte doch den Reichen überlassen. Die Normalos an die Stadtränder. Die Armen weg!
An den Stadträndern von Berlin oder im Umfeld leben nicht nur Normalos, da leben zunehmend Menschen, die der Innenstadt entfliehen, die ihren Kindern das nicht zumuten und da für auch längere Arbeitswege in Kauf nehmen. Die wissen, da gibt es die besseren Kitas, noch die besseren Schulen, das bessere Wohnumfeld. Wer glaubt, da wohnt es sich billig, ein ziemlicher Irrtum. Letztlich muss sich jeder entscheiden, was ist mir das Wohnen wert. Verzichte ich ggf. auf ein Auto u. zahle mehr Miete oder, will ich alles haben. Ob Kanada, USA, Australien, Neuseeland - mal veröffentlichen, welche Arbeitswege dort die Menschen auf sich nehmen. Hier hat alles der Staat auf dem Tablet zu servieren.

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meinungsforscher 07.05.2019, 10:06
51. reale Leben

Statt in Talkshows zu sitzen oder in der Berliner Blase sollten unsere gewählten Volksvertreter mal wieder mehr in ihren Wahlkreisen mit den normalen Bürgern reden, die brav jeden Tag ihrer Arbeit nachgehen, Steuern zahlen und sich über diese Politiker-Floskeln aufregen müssen.

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fuzzilogik 07.05.2019, 10:10
52. Die Städte und Metropolen sind einfach zu attraktiv

Zitat von sans_words
Allenthalben wird festgestellt, dass in den Innenstädten Wohnraum fehlt. Dann muss man entweder massiv in die Höhe bauen oder man muss dafür sorgen, dass die Menschen wieder lieber etwas weiter weg von den Metropolen wohnen. Wer CO2-Entstehung durch eine CO2-Steuer bekämpfen will, muss sich auch um eine Stadtsteuer Gedanken machen. Diese Stadtsteuer für das Bewohnen der Innenstädte hätte eine Lenkungsfunktion. Eigentlich - ach - erfüllen die höheren Mieten in den Städten diese Funktion. Man kann nicht beides wollen, in der Stadt und billig wohnen, während das Ländliche ausblutet.
Genau so sehe ich das auch
Die Städte und Metropolen sind einfach zu attraktiv (Arbeitsplätze, Freizeitangebot, ärtzliche Versorgung usw....)
Deshalb ist doch auch die Nachfrage so groß und die Mieten so teuer.
Die Leute sind offenbar auch bereit für die vielen Vorteile in der Stadt mehr Miete zu bezahlen, sonst würde doch die Nachfrage nach Wohnungen sinken (....und damit auch die einhergehende Spekulation der Finanzthaie...wenn die merken das die Leute in Zukunft lieber aufs Land zeihen sind die ganz schnell weg......)
Wenn jetzt die Mieten in den Städten wieder günstiger werden sollen oder stabil bleiben sollen (Mietpreisbremse, mehr bauen,usw...) bleiben die Städte attraktiv bzw. werden noch attraktiver und die ganze Diskussion beginnt in ein paar Jahren wieder von vorne.

Nein das ist der falsche Weg, die Politik muß jetzt die Chance ergreifen und das Land und das Umland stärken (Arbeitsplätz dorthin, Infrastruktur verbessern, schnelle Bahn/Busanbindungen, ärtzl. Versorgung, Schulem nicht schließen), dann löst sich das Problem und die Mietsituation in den Städten wird sich entspannen.
Aktuell macht die Politik genau das Gegenteil, sie stärkt die Städte und schwächt das Umland (schlechte Verkehrsanbindung, Staus, Schulen und Schwimmbäder werden geschlossen, sogenannte "Landkreisgymnasien" werden direkt an den Stadtrand gebaut,....usw.....)
Man braucht sich bei dieser Attraktivität nicht wundern, das die Leute in die Städte ziehen immer noch gerne viel mehr für die Mieten zahlen und die Mieten weiter steigen.

Das es möglich ist auch Arbeitsplätze in der "Pampa" zu schaffen zeigte sich in den 80ern in Wackersdorf. Ein Atomare Anlage wollte man wohl nicht in einer Metropole haben und investierte massiv in Infrastruktur in der "Pampa". Jetzt ist dort viel Gewerbe (z.B. BMW) angesiedelt, die Region ist gestärkt. Wäre die Politik damals nicht die Infrastruktur dort gestärkt wäre hier wohl immer noch "Pampa".

Heute stehen viele Gemeinden bei der Erschließung von Gewerbegebieten allein da, müssen vieles selbst finanzieren, Kredite aufnehmen, hier muß einfach mehr Unterstützung her.

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GyrosPita 07.05.2019, 10:11
53.

Zitat von schlaubischlumpf
Jeder in Deutschland hat und hatte in den letzten Jahren die Möglichkeit Immobilien zu kaufen. Die Zins lag teilweise unter einem Prozent.
Sie haben aber schon mal davon gehört das diesen Zinssatz wo in der Werbung das schöne Wörtchen "ab" hinzugefügt wird, so gut wie keiner bekommt?

Ich besitze insgesamt vier Immobilien, ich verdiene wirklich nicht schlecht, aber was im Beratungsgespräch von den Banken teilweise für eine Rechenakrobatik angewendet wird um die Bonität runterzurechnen, das ist schon fast bewundernswert. Da können Sie als Millionär reingehen, wenn die Typen mit ihrer Berechnung fertig sind haben Sie Zweifel ob Sie sich im Anschluß an den Termin noch ein Essen im Restaurant leisten können, oder obs nicht doch besser ne Dose Erbseneintopf von "Ja!" wird. Da hat ein Mindestlöhner gar keine Chance. In Amiland bekäm der vielleicht 100.000 Dollar für ne Sperrholzbude hinterhergeschmissen, aber nicht hier.

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three-horses 07.05.2019, 10:16
54. Erst das Eine, dann das Andere.

Zitat von quidquidagis1
..das Geld für die Arbeiter,die sein Schloß bauten?Von den Einwohnern seines Königreiches ,die den Zehnten an ihn abführen mussten,auch wenn sie dadurch Hunger litten!
Zu den 10% kam allerdings noch die kostenlose Arbeit für die Herrschaft. Das Bestellen der Felder und die Ernte hatte Vorrang vor
dem eigenem Hof und Feld. Dadurch ging die eigene Ernte oft vor die Hunde. Und auch nicht vergessen...die Kirche das zweite Herr und Schmarotzer. Der Adel musste zwar in den Hunger Jahren für das Überleben der Bevölkerung sorgen, nur die Vorräte waren meisten von Mäusen und Ungeziefer zerfressen und verunreinigt. Zum Hunger kam dann der Tod. Das hatte Lambsdorff auch angedeutet...der Verdammte Renter stirbt nicht aus. Man kann sagen, geändert hatte sich nichts. Der Herr ist heute die Verwaltung, die Steuer und Abgaben Belastung liegt bei 70% und die Vorräte sind nicht
zerfressen aber genauso futsch. Auch wenn man behaupten kann, die Löhne sind zu niedrig, es gleicht sich aus...um so höher die Abgaben und Steuern. Wenn man der Staat nicht Stecknadel Kopf klein macht,
wird man arm bleiben. Nicht alle Schuld den Unternehmern geben.
Denen kann man die Moral beibringen...den wirklich Herrschenden nicht. Die kommen mit dem Knüppel.

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hugomm 07.05.2019, 10:18
55. "Arm durch Arbeit, reich durch Immobilien....."

Allein dieser polemische Titel der Sendung hat mich wieder mal zum Abschalten der Plasbergsendung bewogen.

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jujo 07.05.2019, 10:20
56. ....

Zitat von MagittaW
Schade, dass keiner die Steilvorlage von Otto Graf Lambsdorff nutzen wollte! Klang ja fast wie "sollen sie halt Kuchen essen". "Wem die Miete zu hoch ist, der soll halt die Wohnung kaufen!" - Das ist so grotesk, man kann es kaum glauben! Rein statistisch gibt es von allem genug für alle: es gibt pro Kopf genug Geld,Nahrung, Bildung, Wohnungen, Arbeit, etc... nur das alles eben sehr ungleich verteilt und konzentriert sich an bestimmten Orten. Die entscheidende Frage wäre, ob die Welt wirklich eine bessere wäre, wenn jetzt, wie im Sozialismus, alle das gleiche hätten - also dann vermutlich nicht gleich viel - sondern gleich wenig...von allem
Die großen Fehler sind gemacht worden als man massenhaft Wohnungen im Block an Investoren quasi verschenkte. Wie ich gelesen habe, vor Jahren in Berlin, für pauschal 8tsd. Euro / Einheit.
Das Geld, behaupte ich mal , hätte jeder Mietrer aufbringen können,
hätte man ihm für dieses Geld die Wohnung angeboten.

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Timbuk3 07.05.2019, 10:24
57. Kaum auszuhalten

JEDER (!) konnte sich in den zurückliegenden Jahren Wohneigentum zulegen. Schön blöd, wer es nicht tat. Und Mindestlöhner sind Menschen, die halt zuwenig in ihre Ausbildung investiert haben. Frei nach dem Motto: Leistung muss sich wieder lohnen, und ich zahle eh schon zuviele Steuern, damit andere sich um 8 Uhr morgens das erste Pils aufreißen können. Wo soviel Arroganz trieft, hilft vielleicht wirklich nur noch Hopfen und Malz (falls diese nicht schon verloren sind). Die gesellschaftliche Realität tendiert Richtung Dichotomie! Und immer wieder der gleiche Hinweis auf real (gescheiterte) sozialistische Gesellschaften zu dem platten Zweck, sich nicht mit Ideen auseinandersetzen zu müssen, die dem grassierenden Kapitalismus die Spitzen nehmen könnten. Mit Volldampf weiter so - wir schaffen das (nicht).

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ex rostocker 07.05.2019, 10:26
58. Europäischer Mindestlohn?

Ein verbindlicher europäischer MIndestlohn braucht die Zustimmung aller 27 Parlamente in der EU. Daher kann er nur auf der durchschnittlichen Höhe festgelegt werden. Da der Mindestlohn in Ländern wie Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Ungarn, Portugal usw. nur bei 2 bis 3 Euro liegt, läge der EU-Mindestlohn bei etwa 6 Euro - deutlich weniger als der deutsche Mindestlohn von über 9 Euro. Meint die SPD etwa, da würden ihre Wähler zustimmen? Die SPD verspielt wieder einmal ihre eigentliche Rolle als Partei der kleinen Leute!

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kreuzschnabel 07.05.2019, 10:28
59. @Schlaubischlumpf

Die "leer stehenden" Wohnungen und Häuser im Osten sind aber nicht mehr da. Die wurden mit staatlichen Fördermitteln dem Markt entzogen (abgerissen). Damit griff der Staat mittels Angebotsverknappung zugunsten der bestehenden Immobilienbesitzer (versteckte Subvention) ein. Und nun stellt man fest, dass Wohnungen fehlen.

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