Forum: Kultur
"Hart aber fair" zu GroKo und Pflege: "Da passt kein Blatt zwischen uns"
WDR/Oliver Ziebe

Am "Beispiel Pflege" diskutierte Frank Plasberg die Frage: "Was schafft die GroKo noch?" Die drei Bundesminister Franziska Giffey, Jens Spahn und Hubertus Heil präsentierten sich demonstrativ einig.

Seite 3 von 4
archi47 04.06.2019, 10:41
20. Pflegeeinrichtungen streng gemeinnützig führen

Da es sich um Steuer- und Beitragsgelder handelt sind Gewinnmaximierung zu untersagen. Auch private Einrichungen dürften nur streng gemeinnützig gebaut, veräußert und betrieben werden. Wenn der Anreiz sich zu bereichern entfällt, dann werden nur werthaltige Kosten zu bezahlen sein.
Den Kassen, den zuschießenden Staat, den Patienten und den Zuzahlern müßte volle Transparenz nach dem Gemeinnützigkeitsregeln eingeräumt werden. Verstöße müßten streng bestraft werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gorgon 04.06.2019, 11:00
21. finanzieller Kraftakt ,Klappe die Xte ...

Zitat Text:"Auf zwischen 1,4 und 5,2 Milliarden Euro pro Jahr schätzt eine vom Gesundheitsministerium beauftragte Studie das Finanzvolumen. Wie diese Mehrkosten zwischen Eigenanteil der Versicherten, Pflegeversicherungen, Unternehmern und Steuerzahlern aufgeteilt werden soll, habe man "noch nicht abschließend aufgedröselt", räumte Jens Spahn ein.Hubertus Heil merkte aber auch zur Finanzierung schon mal vorsorglich an: "Da passt wirklich kein Blatt zwischen uns." Denn: "Wenn wir diesen finanziellen Kraftakt nicht stemmen, wird diese Gesellschaft zerrissen."

Über die anderen finanziellen Kraftakte spricht schon gar Niemand mehr. Da wären die Migrantenversorgung allein derer seit 2015 ca. 50 Milliarden im Jahr, Energiewende mit MilliardenKosten uferlos, Kohleausstieg 40 Milliarden, allein vergammelte Schulen haben einen Investitionsbedarf von 35 Milliarden, Milliardenstau bei Klinikinvestitionen (an der Uniklinik Magdeburg muuste wegen baulicher und Hygienemängel die Krebsstation geschlossen werden) usw., die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzten.

Dagegen sind die angemahnten 1,4 - 5,2 Milliarden ein Trinkgeld.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kub.os 04.06.2019, 11:04
22. Betroffenheits-TV

Mittlerweile langweilt es ein wenig. Drei Minister, die ihre Maßnahmen beredt verkaufen. Ein BPA Vorsitzender und Pflegeheimbetreiber, der gebetsmühlenhaft in jeder Sendung die gleichen Argumente bringt. Ein Vertreter des überlasteten Pflegepersonals; eine Auszubildende, die unterbezahlt eine für sie nicht angemessene Arbeit ausführt. Nix Neues. Hinzu kommt die kurze Diskussion über Pflegekammern, die vom hohen Selbstzweck nicht hinaus kommen. Aha. Solange die Pflege nach wie vor stark gewinnorientiert ist (fragen wir mal Hr. Meurer), solange nur beklagt wird, dass keine Bewerbungen den Pflegeheimbetreibern vorliegen (alleinige Schuldzuweisungen an die Politik sind ein bisschen dünn); solange sich das Berufsbild der Pflege auf untersten Niveau in den Köpfen der Bevölkerung befindet, solange wird sich wenig ändern. Befreien wir die Pflegenden von der Besteuerung der Nacht- und Wochenenddienste; starten wir eine Ausbildungsoffensive (Politik und Heimbetreiber!) und schaffen wir endlich einen bundesweiten Tarifvertrag für private Pflegeheime. Dann werden sich die Probleme im Laufe der Jahre von allein auflösen. Kaum vorstellbar: es gibt Pflegeheime in Deutschland in den noch gelacht wird. Orientieren wir uns daran...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thomas_rettenmund 04.06.2019, 11:22
23. Heil ist mal wenigstens kein Verwaltungsjurist...

und ich nehme ihm seine ehrlichen Bemühungen sogar ab. Sein Beitrag war wenigstens konkret und mit Leidenschaft vorgetragen. In meinen Augen scheint er tatsächlich der Einzige zu sein, dem es um etwas zu bewegen geht. - Man mag seine Vorschläge gut oder schlecht finden, sie sind aber immerhin geerdet. Frau Givey ist, wie Spahn halt eben Politiker-(in) und somit generell unverbindlich und mutlos.
Heil würde ich wünschen, dass er noch etwas Zeit bekommt. Er scheint mir derzeit einer der wenigen in der SPD zu sein, die noch am Strick zu ziehen wagen.
Sonst war die Sendung typisch. Ein paar Themen anreissen, ein paar Thesen in den Raum schmeissen und dann eine vertiefte Diskussion schnell wieder abbrechen. Schade, es wäre mehr drinn gelegen.

Aber offensichtlich ist auch Plasberg ein Getriebener der Einschaltquoten.
Man lese im Übrigen mal das Buch von Wolf von Lojewski über den Umgang von Politiker, Journalisten mit den Medien. Er beschreibt ein Spiegelbild der Aktualtiät auf eindrückliche Weise.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
erlenstein 04.06.2019, 11:26
24. Erwartungen und Frau Giffey & Co.

Zitat von mrwatson
Zum Schluss der Sendung kam eine entscheidende Frage an die Politiker, muss die Pflege Gewinn machen ? Frau Giffey wich der Frage komplett aus und die beiden anderen wollten auch nichts sagen. Da Pflegeheime nicht unbegrenzt Umsatz machen können, kann nur am Personal und Material gespart werden um den Gewinn zu steigern! Die Pflegeeinrichtungen sollten staatlich geführt werden und nur soviel Gewinn machen, wie es für Investitionen nötig ist.Dadurch könnte das Personal leistungsgerecht bezahlt werden und Menschen wären gut versorgt. Aber dies wird wohl nicht passieren!
Die fälschlicherweise so hochgelobte Frau Giffey steht nur noch auf Abruf, bis auch "amtlicherseits" ihre Dissertationsbetrügerei bestätigt ist. Und was will man von Spahn erwarten, dem Pharmalobbyisten und Marktverteidiger?
Es ist überärgerlich, dass das seit Jahrzehnten bekannte Thema Pflegenotstand immer noch so folgenlos debattiert werden kann. Ja so, dass die eine Debattenteilnehmerin ohne Widerspruch den Satz sagen konnte, dass die im Einspielfilm gezeigten alten Frauen eine positive Änderung wohl nicht mehr erleben werden. Das war einerseits sehr sehr taktlos, zeigte auf der anderen Seite aber die Erwartungen an die Politik, nämlich keine mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
biercing 04.06.2019, 11:26
25.

Sechs Monate nach meinem Pflegeexamen im Jahr 1980 habe ich mich entschieden, mich beruflich umzuorientieren. Hauptgründe waren das geringe Gehalt, schlechte Arbeitsbedingungen (hohe Betreuungsschlüssel, Schichtdienste, Überstunden) mit hoher physischer und psychischer Belastung sowie die fehlende Anerkennung und Wertschätzung des Pflegeberufs an sich.
Zehn Jahre später war von meinem Ausbildungsjahrgang noch ca. ein Viertel in ihrem erlernten Pflegeberuf tätig. Die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten in der Pflege haben sich im Lauf der Jahre immer weiter verschlechtert, der Pflegenotstand wurde größer. Die Hauptschuld daran trägt die Politik, welche die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens zugelassen und gefördert hat. Kleinere Kliniken in der Fläche wurden nach der Übernahme durch Gesundheitskonzerne oftmals geschlossen (da angeblich unrentabel), die Wege für Patienten und Pflegepersonal zu den nächstgelegenen Kliniken weiter. Private, gewinnorientierte Klinikbetreiber zahlen den Pflegekräften oftmals keine Tariflöhne, die Beschäftigen werden nach Haustarifen entlohnt, die zumeist untertariflich sind. Arbeitnehmervertretungen und Betriebsräte sind bei privaten Klinikkonzernen nicht selbstverständlich. Die Kommerzialisierung der Kliniken verlangt von den Beschäftigten eine Fließbandmentalität: Krankenhäuser versuchen im Wettbewerb, immer mehr Behandlungsfälle pro Jahr „durchzuschleusen“. Verlierer ist letztlich der Patient und das Pflegepersonal. Fluktuation aus den Pflegeberufen ist eine Konsequenz dieser negativen Entwicklung. Meiner Meinung nach sollte eine zukunftsfähige Krankenhausversorgung öffentlich organisiert und bedarfsgerecht finanziert sein. Es ist eine Rekommunalisierung privatisierter Einrichtungen anzustreben. Das Vordringen von Kapitalgesellschaften in den Gesundheitsmarkt gilt es deshalb zu verhindern und umzukehren. Zur Sicherung einer bedarfsgerechten, flächendeckenden und wohnortnahen gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung bedarf es einer zielgerichteten Nachwuchsgewinnung für alle Gesundheitsberufe. Diese Berufe müssen an Attraktivität gewinnen, humane Aufgaben sollten grundlegend aufgewertet werden. Die in der Pflege Beschäftigten sollten sich (unabhängig von VERDI) eigenständig solidarisieren und gewerkschaftlich organisieren, um mit eigener Mächtigkeit ihre Interessen gegenüber Arbeitgebern und Politik wahrnehmen zu können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sj_comment 04.06.2019, 11:29
26. Schwester oder Nonne

Einige Kommentare hier sind schon filmreif. Historisch gesehen waren Krankenschwestern früher Ordensschwestern und kirchlich versorgt. Heute - freie Marktwirtschaft - sind das gewinnorierntierte Unternehmen. Der Staat hat, wie viele Bereiche privatisiert und Herr Linder sagt immer der Markt regelt alles selbst! Der Pflegedienst, das Pflegeheim, das Krankenhaus, die Arztpraxis - alles Wirtschaftsunternehmen. Die müssen Gewinne, Renditen, Gehälter und Kredite usw. erwirtschaften. Die bezahlen auch Steuern und den Bruttoanteil vom Netto! Wir haben hier ein Anspruchsdenken und ein Luxusproblem. Wenn wir diesen hohen Versorgungsstandard haben möchten müssen wir dafür bezahlen! Punkt! Nur wir bezahlen bereits viel und das Geld versackt in typisch deutschen Verwaltungskremien. Es verdampft in der Bürokratie und in dusseligen Regularien und in sinnfreien Gesetzten. Unsere Kranken- und Pflegekassen verpulvern die Kohle in Forderungen- und Wiederspruchsverfahren. Ein Gutachter jagt den nächsten. Es wird mehr Geld für Prüfungen und zur Betrugsprävention und für Vermeidung von Ansprüchen ausgegeben als sinnvoll. Die Abwanderung von Fachpersonal vom ambulaten Dienst, vom Pflegeheim ins Krankenhaus, kann nicht die Lösung sein. Ich würde gerne Tariflohn zahlen, wenn alle Kosten gedeckt sind und noch Rücklagen gebildet sind, denn sonst sind die Arbeitzplätze eben nicht sicher. Dafür brauchen wir eine ordentliche Vergütung der Leistungen. Wenn mein WC verstopft ist und der Klempner kommt, kostet das locker 50-150 Euro! Wenn die Krankenschwester zum Waschen kommt oder ne Insulinspritze verabreicht gibt es 18,70 Euro oder 8,35 Euro! Davon spricht hier kein Mensch, nur von mehr Lohn oder Tariflohn, keiner spricht davon wie dieser bezahlt werden soll! Freie private Gesundheitswirtschaft, aber völlig staatlich reguliert, immer nach dem wie der Wind steht! Es steht nicht zur Diskussion, die Pflege braucht Geld und die Mitarbeiter bessere Arbeitsbedingungen und gute Löhne. Aber nicht immer pauschal auf die Arbeitgeber hacken. Die kommen nämlich inzwischen auch nur noch aus dem Ausland! Und die haben keine soziale Verantwortung, die machen ohne gute Renditen einfach dicht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
From7000islands 04.06.2019, 11:29
27. Ungleichgewichte

Die Bundesregierung gibt viele Male mehr Geld für die Asylanten aus als die Pflege älterer Menschen in Deutschland. Wenn für die Abschiebung eines Asylanten bis 300 000 Euro ausgegeben werden, kann eine Ausgaben Balance im Bund nicht erfolgen. Es stehen bekanntlich einige Zehntausend auf der Abschiebeliste.
Bei den schlimmen Fällen von Mord, Vergewaltigung und schwerem wiederholten Diebstahl von Asylanten muss man fragen , ob Kanzlerin Merkel völlig untätig die schockierende Rechtssprechung des EUGH sieht. Solche Schwerverbrecher sind z.T. in Deutschland schon rechtskräftig verurteilt und sollen abgeschoben werden. Und es finden sich clever Anwälte, die diese verbrecher vor dem europäischen Gerichtshof vetreten, um das deutsche rechtskräftige Gerichtsurteil zu kassieren. Spruch des EUGH : Europäisches Asylrecht steht über deutschem Strafrecht. ...Da gehen auch die Milliarden. Solche Rechtssprüche sind politische Entscheidungen und gehen finanziell an die Substanz eines Volkes.-

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m.gu 04.06.2019, 11:42
28. Eine Schande für Deutschland, eine sozial ungerechte Politik seitens

der GroKo Parteien gegenüber den Menschen der unteren und mittleren Bevölkerungsschichten in unserem Land. Geschätzte maximal 5,2 Millionen Euro soll der Spaß wieder für das gebeutelte Volk kosten, bedeutet eine Erhöhung der Pflegepflichtversicherung. Kein westliches Nachbarland hat ein solches unsoziales Konstrukt entwickelt und auf den Weg gebracht. Siehe Beispiel Österreich Quelle: "Pflege in Österreich gesetzlich geregelt." Wer in ein Heim aus gesundheitlichen Gründen kommt, zahlt laut Gesetz 80% seiner Rente, den großen Rest übernimmt der Staat, wie auch in allen anderen westlichen Nachbarländern. Nur im reichen Deutschland bezahlt jeder heute minimal bis zu 2 500 Euro im Monat, woher das Geld kommen soll, fragt niemand. Es gibt kein zweites westliches Nachbarland wo eine Pflegepflichtversicherung den Bürger aufgebürdet wird. Denn in diesen wahren demokratischen Ländern muss jeder Bürger, auch die Besserverdienenden, Beamten und Politiker in die gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungen einzahlen. Nur Deutschland entzieht sich diesem Solidarsystem, im Gegenteil bestimmte Personengruppen genießen Privilegien. Wie z. B. die Beamten, sie kosten laut Berechnung im Jahr 2017 nur die Pensionäre und Beihilfen 647 Milliarden Euro. Unvorstellbar siehe Fakt Quelle: "Pensionen und Beihilfen: So viel kosten die Beamten den Steuerzahler." Dazu kommen die Beamten die heute ihren Dienst verrichten, ca. 2 Millionen sie kosten wiederum weit über 600 Milliarden Euro den Steuerzahler. Hier wird gestritten um nur ca. 5 Milliarden Euro, wahrlich eine Schande. Doch die Schuldigen zu diesem Gelämmer sind die Regierenden in Berlin, auch die Wähler dieser Parteien. Sozial Gerechtigkeit und Menschlichkeit Fehlanzeige von diesem Personenkreis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pfleger Azubi 04.06.2019, 13:10
29. Macht die Augen auf Pfleger und Azubis!

Die Pflegekammer ist der einzige Weg auf Länderebene und später möglich durch einen Zusammenschluss auf Bundesebene, unsere Rechte, Pflichten und Gesetze selbst zu verwalten. Es wäre der Schritt in eine Politik die geleitet wird, von Menschen die wissen welche Probleme im Detail vorliegen und sogar mögliche Lösungen sehen. Eigenbestimmung durch alle Pflegekräfte in der Politik. Doch nun schreien alle auf: "Pflichtbeiträge?", "Alle müssen registriert werden?", "Wir haben doch Gewerkschaften!". Doch was wenige Begreifen sind Gewerkschaft für die Arbeitsversicherung und Tarifverhandlungen zuständig, nicht für grundsätzlich rechtliche Bestimmungen aus dem Gesetz. Und ganz ehrlich wer ist denn aus der Pflege Mitglied in einer Gewerkschaft? Definitiv zu wenige. Oft vertreten Gewerkschaftler nur ca. 5% (geschätzt nach Erfahrung) der Mitarbeiter/in im Bereich der Pflege. Und welche Geschäftsführer gibt irgendwelchen Forderungen einer/eines Frau/Mannes der/die gerade für einen kleinen Bruchteil spricht? Richtig keiner. Um einer Reform zu erwirken brauchen wir nicht nur landesweit sondern auch bundesweit eine Pflegekammer. Die junge Generation muss aktiver werden um die Alteingesessenen endlich abzulösen. Denn der Leitspruch der schlechten Pflege: "Das haben wir schon immer so gemacht und daran wird sich nicht ändern!". Wenn es so weiter geht stirbt die Pflege.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 4