Forum: Kultur
"Hart aber fair" zu Mieten: Mehr Kommunismus wagen
WDR/Oliver Ziebe

Bei Plasberg war die soziale Frage des 21. Jahrhunderts Thema: Das Wohnen. Doch die Lösungsvorschläge fielen wenig grundsätzlich aus. Der Star der Sendung war ein linker Grüner, der in seinem Kiez ganz pragmatisch agiert - und Erfolg hat.

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muunoy 29.05.2018, 10:57
120. Es läuft doch genau anders herum

Zitat von studibaas
Ich kann nur für Hamburg sprechen: Eine Monatskarte für den Gesamtbereich, der fast bis Lübeck geht und Südlich der Elbe weit hinter Stade endet kostet 180 EUR. Die Busse zu den Nicht Stosszeiten sind hoffnungslos unterfüllt: Ein Bus für 4-6 Leute. Häuser in diesem Bereich: Über 150 qm für unter 100.000 EUR, fast immer mit zwei Wohneinheiten, tw. sogar bequem als Doppelhaus. Auch wenn mich die Ultralinken (und ich bin Linke Wähler) nun zerfleischen: Warum siedelt man Langzeitarbeitslose nicht um! Dazu eine günstige Sozialkarte, z.B 30 EUR für den Gesamtbereich für fahrten außerhalb der Hauptverkehrszeit. Tata, es würden massenhaft Wohnungen auch für Geringverdiener frei. Und ja, man braucht ca. 2,5 h in die Stadt, aber Langzeitarbeitslose haben doch Zeit,- und mehr Wohnraum als vorher. Ach ja, DSL 50 MBIT liegt meist auch an, online Bestellungen also weiterhin möglich. Ich spreche hier aus Erfahrung, ich bin Mieter und Vermieter so eines Doppelhauses. Und es war nicht das einzige Haus was zur Auswahl stand.
In meiner Region, dem Münsterland, beobachte ich den gegenteiligen Effekt. Die Gut-Verdiener und Netto-Steuerzahler ziehen in die umliegenden Gemeinden, weil sich keiner mehr die Immobilien in der Stadt leisten kann oder will. Übrige bleiben sehr reiche Menschen, Beamte, Rentner und Transferleistungsempfänger. Das verschärft das Problem. Die Steuereinnahmen der Stadt sinken weiter, weshalb die Städte Steuern und Abgaben insbes. aufs Wohnen weiter erhöhen. Im Umland geht es dafür den Dörfern immer besser. Ich bin kürzlich auch aufs Land gezogen, da ich auch beruflich kaum in die Stadt, sondern zu meinen Kunden muss. Und um etwas anzugeben: Über Ihre 50 MBit kann ich nur lachen. Wir haben auf dem Dorf schon 200 MBit Glasfaser ;-)
Aber wahnsinnig viele Netto-Steuerzahler pendeln dann halt mit dem Auto oder dem Zug. Landzeitarbeitslose wohnen dagegen in der Stadt. Die großen deutschen Städte durchlaufen nun halt eine Entwicklung, die London oder Paris schon hinter sich haben. Die Netto-Steuerzahler leben auch dort im Speckgürtel. Die Reichen verschanzen sich in entsprechenden Vierteln in der Innenstadt und im restlichen Stadtgebiet sinkt die Lebensqualität. Warum sollten deutsche Städte nach der Euro-Katastrophe von dieser Entwicklung verschont werden?

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m.gu 29.05.2018, 10:57
121. Das Problem Wohnungslosigkeit in Deutschland wurde von dem Personen-

kreis in der Sendung nicht wirklich benannt. 1. Die Schuldigen sitzen in der Bundesregierung, in der GroKo.
Sie haben zu verantworten, dass heute nur in die Städten ca. 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen fehlen.
2. Kein Wort in dieser Talkshow zu den Hauptgründen der Wohnungslosigkeit, siehe Quelle: "Wohnungslosigkeit - 860 000 Menschen haben in Deutschland keine Wohnung." Ende 2018 werden es nach Berechnungen von Experten bereits 1,2 Millionen Wohnungslose in Deutschland sein. Heute schon ist jeder 2. Wohnungslose in Europa ein Deutscher. 3. Kein Wort in dieser Runde, dass 100 000de Menschen in den Städten auf Grund der niedrigen Renten und Lohneinkünften, Hauptursache der sehr hohen Wohnungslosigkeit, die Wohnungen nicht mehr bezahlen können. Kein Wort zu, siehe Beweis Quelle: "Deutsche Renten am niedrigsten in ganz Europa." Viele Menschen zahlen bereits jetzt und heute ca. 40 -50% ihres Lohnes für die Miete.

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Guerilla_77 29.05.2018, 10:58
122. ...

Zitat von supergrobi123
Niedrige Zinsen, kaum staatlicher Wohnungsbau, hohe Freibeträge für Vermieter, hohe Einmal-Nebenkosten beim Kauf, die erstmal wieder "reingeholt" werden müssen (besonderer Dank hier für die dreiste und bei Mietwohnung längst abgeschaffte Vergütung der Makler sowie die ständig steigenden Grunderwerbststeuern) und nun auch noch Milliardenbeträge, die per "Baukindergeld" auf die Nachfrageseite gepumpt werden, statt mit dem Geld bezahlbare Wohnungen zu bauen. Dem gegenüber steht eine stumpfe Mietpreisbremse, die nicht mal Sanktionen bei Nichteinhaltung vorsieht. Man darf den Eindruck gewinnen, dass unsere Politiker eher an steigenden Immobilienpreisen und Mieten interessiert sind. Wahrscheinlich weil sie selbst Eigetümer sind?
Weil der Staat kräftig an Grundstücksteuern, Grunderwerbsteuern, Mehrwertsteuern und Gewerbesteuern verdient.

Dem ist auch ein Benzinpreis von 10Euro/Liter schnuppe, also wenn es um die Bevölkerung geh zumindestt, ER bekommt bei steigenden Preisen vorallem mal mehr Mehrwertsteuer und diverses anderes.

ER ist also grundsätzlich nur an steigenden Preisen interessiert damit seine Steuereinnahmen steigen...

In vielen Bereichen schimmert die Absicht des Staates durch die Preise zu treiben um die Steuereinahmen(ohne direkte erhöhung...) zu erhöhen.
Also eine win-win Situation für Investoren, Spekulanten uvm. und dem Staat.
Der eine "darf" Hemmungslos Gewinne machen, der andere nimmt sich die entsprechenden Steuern... nur der Bürger - der kommt darin nicht vor.

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jojack 29.05.2018, 10:58
123. Unterschlagene Fakten

Die größte Ursache für das Problem hoher Mieten ist die im internationalen Vergleich hohe deutsche Mietquote. Und das hat Gründe: Steuern und Quasi-Steuern sind in Deutschland zu hoch, die Baustandards sind kostentreibend zu streng. Viele Normalverdiener sind darauf angewiesen zu mieten, weil das Netto-Einkommen schlicht nicht für den Kauf von Immobilienbesitz reicht.

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ohjeee 29.05.2018, 10:58
124. 1

Zitat von syracusa
Falsch, denn dieses Grundrecht gibt es für diejenigen, die ihre Heimat in der Stadt haben, sehr wohl. Wohnen ist ein ***Menschenrecht*** (https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Wohnen), und das Recht auf Heimat (https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Heimat) ebenso. Daraus ergibt sich, dass Ihre obige Behauptung völlig faktenwidrig ist.
linkes, faktenbefreites Gesülze!
Haben Sie sich überhaupt die von Ihnen geposteten Links durchgelesen?
Linke und Gesetze. Das hat noch nie gut funktioniert. Gelten die Gesetze doch nur so, wie man es gerne hätte. Alles was einem nicht in den Kram passt, wird ignoriert, falsch interretiert und bewusst nicht angewandt.

Es gibt KEIN Menschenrecht, in einem bestimmten Stadtteil zu wohnen! Es gibt KEIN Menschenrecht, zu Billigst-Kaltmieten irgendwo zu wohnen! Es gibt KEIN Menschenrecht, bis zum St. Nimmerleinstag in einer bestimmten Wohnung zu wohnen!

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Marut 29.05.2018, 10:58
125. Wohnraum ist für die Marktwirtschaft schlicht ungeeignet

Einmal dürfte der Grund, warum die werten Parlamentarier hier überwiegend durchs Weggecken glänzen, etwas damit zu tun haben, das diese eben auch zu den Besserverdienern gehören. Ich denke, dass es da keinen gibt, der sein Geld nicht in Immobilien investiert hat, also zumeist selber ein Interesse daran hat, das Immobilien ganz "normale" Wertanlagen bleiben.
Der Bedarf an Wohnraum ist aber ständig gestiegen und wird es auch weiter: generationsübergreifendes Zusammenleben ist out, jeder und jede will sein eigenes Paradies. Der Zug in die Metropolen findet seit langem ungebremst statt und daran ist auch Schuld, das ländliche Gegenden von den Infrastrukturangeboten längst abgekoppelt sind (ÖVNP lohnt nicht, digitale Infrastruktur ist auch nur sehr dünn, Geburtenzahlen steigen wieder trotz 7,5 Mrd Überbevölkerung, die Senioren leben im Schnitt länger und vieles mehr). Gleichzeitig ist zusätzliches Bauland überwiegend nur noch durch Umweltzerstörung zu schaffen.
Alle diese Gründe -und die Liste ist noch viel länger- führt nach der Logik unserer ach so gelobten Marktwirtschaft zu ständig steigenden Preisen. Gleichzeitig führt diese so gepriesene Marktwirtschaft dazu, dass die Vermögensschere in der Gesellschaft immer weiter auseinander geht; die Anzahl der Menschen, die eine Miete zahlen können, die die Profitgelüste der Eigentümer befriedigen können wird also ständig größer.
Die Einstufung, der Wohnungsmarkt sei ein "begehbarer Investmentfonds" trifft das Problem ziemlich frontal und begründet auch, warum die vielleicht provokativ gemeinte Überschrift des Beitrages, die erforderliche Lösung genau beschreibt.
Wohnen muß ein allgemeines Bürgerrecht sein das dem Anspruch des Artikel 14 Abs 2 auch gerecht wird. Wohneigentum sollte dem üblichen Marktwirtschaftlichen entzogen werden.

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misterknowitall2 29.05.2018, 11:00
126. @andere hobbies #103

Sie fragen warum das Thema Flüchtlinge ausgeklammert wird. Einfach gesagt, weil es nichts mit dem Thema zu tun hat. Jetzt staunen sie, gell? Ich versuche mal eine Erklärung. Flüchtlinge werden in Flüchtlingsunterkünften untergebracht. 6 bis 8 Personen pro Raum. Sind sie dann geduldet, streitet sich diese Menschen mit deutschen um Wohnungen. Wer, glauben sie, bekommt den Zuschlag? Dann noch, wissen die wahrscheinlich gar nicht, gehen die meisten Flüchtlinge sehr bald in ihre Heimat zurück. Zusätzlich sterben Menschen in Deutschland, mehr als geboren werden und dann wandert noch ein hoher Anteil aus. Ihre Vermutungen sind falsch. Den Ausländer können die diese Misere nicht in die Schuhe schieben, es gibt auch andere schuldige, Spekulanten, Politiker, deutsche...

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fiegepilz 29.05.2018, 11:01
127.

Krass wie lange man um richtige Lösungen herumreden kann wenn es klar ist: sozialer Wohnungsbausowie Enteignung von Mono und Oligopolen. Aber Dinge die wirklich was bringen dürfen in diesem Land ja nicht gemacht werden

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misterknowitall2 29.05.2018, 11:09
128. @rhinkiekerrees #18

Na gut, in dem Haus hat ja auch eine Familie gewohnt. Da kann es nach drei Jahren zu gebrauchserscheinungen kommen. Normal. Zumal, was sie beschreiben noch harmlos erscheint. Sie haben doch Kaution für solche Fälle und, ach ja, auch noch eine Miete kassiert, genau wegen des Gebrauchs der Wohnung. Junge, junge, was für Ansichten.

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scotty_mueller 29.05.2018, 11:09
129. Einstein

Zitat von cdrb
... ich bin ziemlich intelligent. Mir ist nämlich direkt eine Lösung eingefallen: Die Redakteurin möge doch ganz einfach selbst ein Mietshaus nach modernsten Erkenntnissen in einer beliebigen Großstadtinnenlage errichten und zu Niedrigstsätzen vermieten. Kann doch nicht so schwer sein, wenn man nur ein wenig auf sein soziales Gewissen hört. Wenn Theater, Oper, Lichtspielhaus und alle gängigen Ärzte nebst den notwendigen Schulen fußläufig erreichbar sind (die verkehrsberuhigte Zone kann ich als Mindeststandard wohl voraussetzen), wäre ich sofort bereit, dafür auch die anfallenden 5 bis 6 Euro/qm zu entrichten. Selbstredend gegen eine lebenslange Garantie, die mir unzumutbar erscheinenden Mietwucher ausschließt. Also - ich warte auf das entsprechende Angebot. Gerne auch sehr zeitnah, ich habe auch noch anderes zu tun, als nur darauf zu warten. Also, liebe Redakteurin: auf, auf!
Einstein:"Das Weltall und die Dummheit der Menschen ist unendlich.
Nur beim Weltall bin ich mir nicht sicher."
Trost: die Dummen bemerkn es meist icht.

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