Forum: Kultur
"Hart aber fair" zu Mieten: Mehr Kommunismus wagen
WDR/Oliver Ziebe

Bei Plasberg war die soziale Frage des 21. Jahrhunderts Thema: Das Wohnen. Doch die Lösungsvorschläge fielen wenig grundsätzlich aus. Der Star der Sendung war ein linker Grüner, der in seinem Kiez ganz pragmatisch agiert - und Erfolg hat.

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n.wemhoener 29.05.2018, 09:15
50.

Die Politik hat das Kardinalproblem - die extrem steigenden Baulandpreise - einfach treiben lassen.
Um 1600 Prozent sind diese bundesweit seit 1962 gestiegen.

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sargeantangua 29.05.2018, 09:15
51.

Zitat von lautlos
Die Stadt des politischen Filzes schlechthin? Wohnungsgenossenschaften als von der Gesellschaft subventionierte Lösung???? Aber natürlich vor allem für die, die schon da sind?? Hat schon mal einer versucht in einer anderen Stadt an eine Genossenschaftswohnung zu kommen? Und wer baut denn neue Wohnungen? Unglaublich wie eine Politik für Privilegien der eigenen Wählerschaft als Links verkauft wird. Auf Kosten der anderen. Oder wer bezahlt die Steuerbefreiung der Genossenschaften?
Könnten Sie Ihren Beitrag nicht anders schreiben? Etwa so: "Wien ist nun nicht gerade das Paradebeispiel aus verschiedenen Gründen (Vetterleswirtschaft, Korruption etc pp. Aber in anderen Städten funktionieren Wohnungsbaugenossenschaften. Dort werden auch bezahlbare Wohnungen neu gebaut. Das Internet hilft, man suche z.b. nach Wohnungsbaugenossenschaften in München. "

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Freedom of Seech 29.05.2018, 09:16
52. Kreuzberger Baustadtrat Florian Schmidt

Dieser Mann ist ein Investorenfeindlicher ideologisch aufgeladener und links-extremen Kreisen nahestehender Nostalgiker der Berlin schadet. Die Konservierung des Kreuzberger Kietz - entstanden in West-Berliner Zeiten im Schatten der Mauer - ist Unsinn. Es handelt sich dabei um häufig recht großzügige Wohnungen in Innenstadtlage. Diese Gebäude wären unter normalen Bedingungen nie und nimmer in die Hände von häufig einkommenschwachen Personen gelangt die sich noch in Westberliner Zeiten daran gewöhnt haben vom Staat alimentiert und subventioniert zu werden. Diese "Sozialpolitik" wird unter Florian Schmidt fortgeschrieben. Die Konservierung dieses innerstädtischen Kietz ist weder möglich noch sinnvoll. Die Bevölkerungsstruktur in Kreuzberg wird sich ändern und das kann auch F. Schmidt nicht aufhalten - er verzögert alenfalls den Prozess auf Kosten einer dynamische Stadtentwicklung. Maßnahmen von F. Schmidt Investoren wie das Unternehmen Google aus Kreuzberg rauszuhalten (wegen Millieuschutz) sind hochgradig kontraproduktiv für die Entwicklung der Stadt Berlin - eine Stadt der es bis heute immer noch nicht gelungen ist Industrie in dem erfroderlichen Umfang anzusiedeln.

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fgemein 29.05.2018, 09:20
53. An die Vertreter der reinen Lehre

Es stellt sich die Frage, wie lange der ang. "Trickle Down Effekt" noch dafür herhalten muss, dass die Menschen dermaßen geschröpft werden.
Er gilt bei Experten lange als widerlegt. Ein Beispiel: Das reichste 1% der US Bevölkerung besaß in den 70igern 8% des Vermögens, heute sind es 20%. Gleichzeitig hat sich das Durchschnittseinkommen der US Bevölkerung seit den 70igern inflationsbereinigt nicht geändert.

Der nächste logische Fehler ist das "Angebot und Nachfrage" Argument. Viele Menschen wollen eine Wohnung, also steigen die Preise. Das abstrahiert aber die Ebene: Viele Investment Firmen wollen Immobilien Gold, das hat die Preise für Immobilien, besonders in den Großstädten, explodieren lassen und das wird auf die Mieter abgewälzt. Langsam geht es in den Großstädten auf die "50% des Einkommens fürs Wohnen" Grenzen zu. Wer angesichts dessen noch weitere Deregulierungen und Liberalisierungen fordert, ist entweder naiv oder skrupellos.

Un drittens, ja, in Wien kann man den souzialdemokratischen Filz beobachten, mit allen seinen Problemen auch auf dem Wohnungsmarkt. Wenn man aber gleichzeitig die Wohnpreise und kommunale Versorgung ansieht und vergleicht, ist der bei weitem erfolgreicher darin, die Menschen adäquat zu versorgen, als der liberalisierte Wohnungsmarkt in München, Berlin oder Hamburg,

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im_ernst_56 29.05.2018, 09:21
54. Genossenschaft

Zitat von sargeantangua
In München geht es. Klar, dass nicht jeder gleich eine Wohnung bekommt, die Wartelisten sind lang. Und ein Einlage muss auch gemacht werden. Blos dann kann ich auch für eine verhältnismässig geringe Miete wohnen. Und neue Wohnungen bauen die Genossenschaften auch. Aber "Genossenschaft" hört sich halt schwer nach Kommunismus an.
hat an sich mit Kommunismus nichts zu tun. Allerdings gibt es wohl in jeder Genossenschaft ein paar Mitglieder, die gerne ein bisschen mehr Kommunismus hätten und fordern, dass die Miete der Mieter, die sich selbst eine relativ preiswerte Genossenschaftswohnung nicht mehr leisten können, von den anderen zu Lasten der Genossenschaftsdividende quersubventioniert werden. Insofern haben Sie recht. Manche Genossenschaftsmitglieder glauben tatsächlich, Genossenschaft hätte etwas mit Kommunismus zu tun.

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curiosus_ 29.05.2018, 09:25
55. 2/3 im öffentlichen Dienst?

Zitat von lautlos
Ich bin entsetzt über das Niveau des SPIEGEL! Wien? Luxuswohnungen für den schmalen Taler, aber nur für die, die schon da sind und vornehmlich im öffentlichen Dienst arbeiten?? Wien als Vorbild? Die Stadt des politischen Filzes schlechthin? Wohnungsgenossenschaften als von der Gesellschaft subventionierte Lösung???? Aber natürlich vor allem für die, die schon da sind?? Hat schon mal einer versucht in einer anderen Stadt an eine Genossenschaftswohnung zu kommen? Und wer baut denn neue Wohnungen? Unglaublich wie eine Politik für Privilegien der eigenen Wählerschaft als Links verkauft wird. Auf Kosten der anderen. Oder wer bezahlt die Steuerbefreiung der Genossenschaften?
Das andere Extrem in Europa ist in Wien zu besichtigen. Dort kam es zu keinem Bruch mit dem öffentlichen Wohnungsbau wie in Deutschland. Fast zwei Drittel der Wiener leben in geförderten Wohnungen; sie zahlen oft nicht viel mehr als drei Euro kalt, selbst für Adressen in bester Lage und von gehobener Qualität.

Seit fast hundert Jahren, der Zeit des "Roten Wien", wird diese Tradition gepflegt, der Staat lässt sie sich gut 600 Millionen Euro jährlich kosten. Das ist mehr, als bis vor Kurzem der Bund in ganz Deutschland für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung stellte.

Einen Haken aber hat das Konzept: Wer nicht bereits Teil des "Mietadels" ist, wie die langjährige Bewohnerschaft genannt wird, sondern zuzieht, muss Geduld haben, bis er eine geförderte Wohnung bekommt. Oder er versorgt sich am freien Markt, zu doppelt und dreifachen Preisen.


Spiegel-Titel 09.04.2016

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klausbrause 29.05.2018, 09:25
56.

Zitat von kritischer-spiegelleser
Und die Kommunen haben den Markt genutzt und ihre Wohnungsgesellschaften privatisiert.
Ich erinnere das so, daß man uns jahrzehmtelang die Ohren vollgesülzt hat, daß Privat unbedingt vor Staat gehen müsse und das der Staat sich gefälligst von seinen Aktiva trennen müsse, da ja die Schulden gesenkt werden müssen usw usf.
Und jetzt haben wir den Salat: Die private Gier wird unkontrollierbar und frißt den Nichtsystemrelevanten die Haare vom Kopf.

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JustFunKiro 29.05.2018, 09:26
57.

"Unter Bundespolitikern ist es deutlich beliebter, davor zu warnen, dass die Akzeptanz in Sachen Flüchtlingen sinkt, als davor zu warnen, dass die Akzeptanz von hohen Mieten sinkt"
Naja, streng genommen sinkt die Akzeptanz von hohen Mieten nicht, sie stagniert. Bei Null. Oder gab es eine Zeit, in der hohe Mieten einfach so von der breiten Masse akzeptiert wurden? Wohl eher nicht, schließlich ist die Idee der Mietwohnung im Gegensatz zur Eigentumswohnung von Beginn an, sie eher ärmeren Bürgern zur Verfügung zu stellen.
Was steigt, ist die Höhe der Mieten.

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syracusa 29.05.2018, 09:26
58. Grundrecht auf Wohnen in der Stadt

Zitat von th.diebels
Fakt ist doch wohl, dass es kein Grundrecht auf "wohnen in der Stadt" gibt !
Falsch, denn dieses Grundrecht gibt es für diejenigen, die ihre Heimat in der Stadt haben, sehr wohl. Wohnen ist ein ***Menschenrecht*** (https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Wohnen), und das Recht auf Heimat (https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Heimat) ebenso. Daraus ergibt sich, dass Ihre obige Behauptung völlig faktenwidrig ist.

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HarleyDavidSonOfABitch 29.05.2018, 09:27
59. Wie bitte?

Zitat von spon-facebook-10000140154
........dass die linksgrüne Politik sich in Berlin inzwischen ernsthaft um Lösungen bemüht. Es erfolgte auch ein Hinweis darauf, dass viele Kommunen in den letzten Jahren die Situation noch verschärft, wenn nicht geradezu herbeigeführt haben, indem kommunaler Wohnraum an Investoren und Spekulanten verkauft wurde um die Kassen zu füllen. Das Grundproblem beim Wohnungbau sind allerdings die hohen Kosten, besonders in Deutschland. Die geforderte aufwändige Bauweise - auch beim Renovieren - sorgt dafür, dass der Bau von Wohnraum zur Vermietung kaum rentabel ist. Eine Möglichkeit für Privatpersonen Wohnungseigentum zu erwerben gibt es nur noch für höhere Einkommen. Nicht umsonst ist die Eigentumsquote in Deuschland - verglichen mit der übrigen EU sehr niedrig. Eine Lösung für das Problem sehe ich nur bei massiver finanzieller Unterstützung durch den Staat.
Wohnungsnot und steigende Mietpreise sind zumindest in Berlin gerade das Ergebnis rot-rot-grüner Politik.

Vordergründig verspricht der Senat über die landeseigenen Unternehmen zwar bis 2021 rund 30.000 Wohnungen zu errichten, hinter vorgehaltener Hand beklagen die WBGs aber bürokratische Hürden und unwillige Bezirksverwaltungen, die viel zu häufig eine grundsätzlich ablehnende Haltung zu Neubauprojekten an den Tag legten.

Zugleich stockt die durchaus vorhandene Möglichkeit der Verdichtung von bestehenden innerstädtischen Quartieren, weil linke und grüne Baupolitiker, auch der hier als "Star der Sendung" verkaufte Baustadtrat Schmidt, mit Blick auf die eigene Klientel jeden noch so hanebüchenen Einwand der von Neubauplänen Betroffenen eindeutig stärker gewichtet als das Ziel des Neubaus (genau diese Klientel ist im Übrigen auch alleiniger Nutznießer des mit Ihren und meinen Steuergeldern finanzierten Ankaufs ehedem landeseigener Immobilien, ein Programm, das angesichts eines Netto- Bevölkerungswachstums in der Hauptstadt von 60.000 p.a. nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein ist).

Der Tagesspiegel hat diese Politik jüngst als staatlich geförderten "Klassenkampf: eingeborene Berliner gegen die Zuzügler" bezeichnet.

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