Forum: Kultur
"Hart aber fair" zum "Equal Pay Day": Sie haben's sich verdient
WDR/Dirk Borm

Zum "Equal Pay Day" lud Frank Plasberg zur Gehaltsverhandlung. Aber statt zu diskutieren, wie sich etwas ändern könnte, zerfiel die Runde in zwei Fraktionen rund um die Frage: Wer ist schuld?

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hman2 19.03.2019, 13:18
100.

Zitat von justus65
Es ist auch nicht verständlich, warum ein Paar mit der Summe X mehr Steuern bezahlen sollte, als ein anderes Paar mit der gleichen Summe X.
Ganz einfach, weil KEIN Paar eine "Summe X" verdient. Oder kennen Sie Arbeitsverträge mit ZWEI Arbeitnehmern darin? Ich nicht. Steuern werden nun einmal indivduell veranlagt. Ich verstehe auch nicht, warum ich mehr Steuer als ein Kollege auf ein identisches Gehalt zahlen, nur weil der Kollege eine schlecht bezahlte Gatting hat... Ehegattensplittung förder das Schlechtbezahlen von Frauen, sonst nix. Egal wie man das verbrämen will.

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muunoy 19.03.2019, 13:19
101. Bullshit vom Feinsten

Zitat von Phil2302
"Wieso Frauen keine Männerberufe ergreifen? Weil die Vorbilder fehlen." Wer so denkt ist selbst Schuld. Von dieser Meinung kann mich niemand abbringen.
Bei der Talk-Show wurde mal wieder ziemlicher Blödsinn diskutiert. Mal abgesehen von Frau Schröder wurden da offensichtlich die falschen Leute eingeladen.
Kein Wort dazu, warum in vielen anderen Ländern (z. B. in Asien), wo es keine Frauenförderprogramme und Quoten gibt, die Frauen dennoch viel emanzipierter sind. Dort studieren auch Frauen technische Fächer. Das Argument mit den fehlenden Vorbildern ist der größte Blödsinn. Marie Curie entdeckte z. B. schon vor so langer Zeit das Radium (und das von ihr Polonium genannte Element), dass ich vergessen habe, wann das war. Mit dem Argument kann man auch kaum begründen, warum in Deutschland Frauen kaum auf den IT-Zug aufsprangen (selbst die Programmiersprache Ada ist nach einer Frau benannt). Als die sog. MINTler in den 80ern und 90ern keine Jobs bekamen, sattelten viele Männer auf IT um. Die Damen ergriffen diese Chance kaum (selbst die ebenfalls arbeitslosen MINTlerinnen nicht). Und wenn sie die ergriffen, hörten sie nach 2 bis 3 Jahren damit wieder auf, was ich schön in einer Unternehmensberatung mit starkem IT-Schwerpunkt, wo damals auch ich unterkam, beobachten konnte. Da es sich nach meinen Beobachtungen in anderen Ländern nicht um ein geschlechtsspezifisches Problem, sondern um ein spezifisch deutsches Phänomen handelt, hätte man vielleicht mal danach fragen können, warum in Deutschland die Frauen berufliche Chancen so ungern ergreifen, während sie dies in anderen Ländern tun.
Berufe werden nicht gleich bezahlt, weil die Entlohnung einer Arbeit in einer Marktwirtschaft nach der Höhe der Wertschöpfung durch die Arbeit erfolgt. Politiker, Beamte und natürlich auch Journalisten im Staatsfernsehen begreifen das nicht, weil diese Regel in der Tat nicht im ÖD gilt. Die Entlohnung im ÖD ist auch mir schleierhaft. Dummerweise sind Pflegekräfte aber zumeist im ÖD. Um die Entlohnung dort zu verstehen, müsste man mal diejenigen befragen, die sich den Müll ausgedacht haben.
Noch eine Anekdote dazu: Ein Herzchirurg holt sein Auto in der Werkstatt ab. Der Meister sagt ihm, dass sie doch beide nahezu dasselbe machen, der Chirurg aber so viel mehr verdient (was bei vielen selbständigen Automechanikern, die eine eigene Werkstatt aufgebaut haben noch nicht mal stimmt). Der Mechaniker meint: "Auch ich schraube einen Motor auseinander, repariere ihn, und setze alles wieder zusammen." Darauf der Chirurg: "Klar, das mache ich auch. Aber machen Sie das doch bitte mal bei laufendem Motor."

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muunoy 19.03.2019, 13:26
102. Bitte ignorieren Sie die dämlichen Aussagen doch

Zitat von chrisw
Immer diese Diskussion, dass das Ehegattensplitting abgeschafft werden soll. So ein Humbug. Fakt ist, dass dann viele Familien finanziell erheblich schlechter aufgestellt wären, weil die Frauen kennen gleichwertigen Job wie ihr Mann hat. Außerdem müssten dann beide Vollzeit arbeiten, was dann wieder extra Kinderbetreuung kostet.
Normalerweise schreibe ich schon gar nicht mehr, wenn von links-grüner Seite wieder einmal die dämliche Aufforderung zur Abschaffung des Ehegattensplittings kommt. Links-Grüne hassen Logik und Rationalität. Mit solchen Leuten kann man nur über Emotionen reden. Und wenn Emotionen gegen die Logik und Rationalität sprechen, sind Diskussionen mit links-grünen Dogmatikern hoffnungslos. Das Ehegattensplitting ist eine logische und verfassungsmäßig gebotene Folge aus zwei Tatsachen: Unserem progressiven EK-Steuersystem und der Ansicht, dass eine Familie (mit und ohne Kinder) eine Bedarfsgemeinschaft darstellt. Um das Ehegattensplitting abzuschaffen, muss also eine der genannten Tatsachen verschwinden. Wir müssen also entweder die progressive EK-Steuer abschaffen und z. B. eine Flat-Tax einführen oder wir schaffen die Ehe ab. Dann erübrigt sich das Ehegattensplitting automatisch.

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jerrinho 19.03.2019, 13:28
103. Missverständnis

Zitat von frau.v
Und ja, ich mache ziemlich regelmäßig Geschäftsreisen und Überstunden, genau wie mein Mann. Das funktioniert, wenn beide Partner das gleichberechtigt managen. Noch Fragen?
Dann sind Sie doch genau das weibliche Vorbild, was unsere Gesellschaft braucht. Keine Pauschalisierung über 40 Millionen Menschen wird jemals auf jedes einzelne Mitglied dieser Gruppe zutreffen. Aber wer über das Gender Pay Gap spricht und die 21 Cent nennt, der muss sich auch die Erklärung dieser Gründe gefallen lassen.

Dass Sie bereits gleichberechtigt sind, ist doch toll. Aber darum dreht sich die Diskussion nicht.

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interessierter Laie 19.03.2019, 13:29
104. Gegenrede...

Zitat von frau.v
Ich wurde gebeten, zu erläutern, warum ich trotzdem „Feministin“ bin und warum es immer noch zu wenig Frauen in männertypischen Berufen gibt. Auch wenn ich es „geschafft“ habe, gilt das nicht für alle. Da gibt es so viele Gründe. Ein Großteil der Unternehmen ist immer noch traditionell unterwegs und selbst in meinem Umfeld muss ich mir immer wieder Quatsch anhören - Beispiele hätte ich genug. Ich bin so lange Feministin, bis wir es nicht mehr nötig haben, diesen Begriff zu verwenden. Und warum sind so wenig Frauen in MINT-Berufen? Auch hier meine persönliche Erfahrung: in der Grundschule sind Jungs und Mädchen noch relativ gleich. Ich hatte immer eine 1 in Mathe - wie viele andere Mädchen auch. Im Gymnasium habe ich erlebt, wie viele Mädchen von hauptsächlich männlichen Lehrern in den Fächern Mathe, Physik und Chemie gesagt bekamen, sie würden das ja eh nicht verstehen und viele haben das geglaubt. Es mag vielleicht sein, dass manche körperlich anstrengende Berufe hauptsächlich von starken Männern ausgeübt werden, aber für den Rest gilt erstmal, dass wir alle die selben Voraussetzungen mitbringen. Der Rest ist Sozialisierung/Konditionierung und da ist die Wurzel des Problems. Dann wundert es mich auch nicht,wenn sich nur wenige Frauen für MINT-Berufe interessieren. Meine beiden Mädchen sollen wissen, dass sie wirklich alles machen können ...
In Chemie wurde ich von einer Frau unterrichtet. Die war ein Vorbild - eine promovierte Wissenschaftlerin und sehr durchsetzungsstark. Sie war Jurorin bei Jugend Forscht. Das ganze Kollegium war ihr unterlegen und stand bei ihr bei fachlichen Fragen Schlange. Jeder Betrieb und vermutlich auch eine Uni hätte sie mit Kusshand genommen, jede Abteilung hätte sie sofort als Chefin akzeptiert. Was zum Teufel macht eine slche Kapazität im einfachen Schuldienst? Ganz einfach. Sie wollte das so. Das kann jetzt natürlich ein Einzelfall sein. Deshalb zweites Beispiel: Pharmazie ist ein MINT-Fach, in dem der Frauenanteil im Studium bei über 70 Prozent liegt. Der Frauenanteil unter den leitenden Pharmazeuten in der Industrie, unter den selbstständigen Apothekern und den Professoren liegt bei unter 50 Prozent. Die Frauen haben sich also das fachliche zugetraut und waren erfolgreich. Aber sie haben keine Lust auf Karriere und Risiko. Dasselbe gilt übrigens auch in Architektur. Mir fällt aber keine Lösung dafür ein. Man kann die Frauen nicht zwingen. Und man kann auch Unternehmen nicht zwingen, Frauen auf einer einfachen Stelle auf das Gehalt von Abteilungsleitern zu zahlen.

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muunoy 19.03.2019, 13:29
105. Viel schlimmer

Zitat von ebertw
Habe ich den Satz da richtig gelesen? Es ist also ungerecht, wenn ein Beruf, der keine Ausbildung erfordert, schlechter bezahlt wird, als ein Beruf der ein langjähriges Studium als Grundvorraussetzung hat. Sorry, aber das ist schlicht und einfach sozialistischer und kommunistischer Schwachsinn. Und wo der hinführt, konnte man in der DDR, der Sowjetunion, ..., und aktuell in Venezuela sehen. Und (unvermeidlich): Frauen arbeiten im Schnitt 23% weniger, bekommen aber nur 21% weniger Geld. Wo ist da jetzt die Ungrechtigkeit?
Frauen leben durchschnittlich 4 Jahre länger als Männer. Auch diese Ungerechtigkeit wird von unseren links-grünen Gerechtigkeitsaposteln, für die Gerechtigkeit ein Synonym für Gleichheit ist, nicht thematisiert. Ein Skandal! Naja, man erkennt daran eigentlich nur, wie irre der links-grüne Mainstream inzwischen ist.

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polza_mancini 19.03.2019, 13:30
106. Keine Ahnung,

Zitat von frau.v
... und wieviel Mist musste ich mir in den letzten 30 Jahren anhören? Wieviel weniger Gehalt hatte ich vor und nach den Kindern? Dass ich jetzt „privilegiert“ bin, ändert doch nichts an dem Problem bzw. an den Ursachen. Es zeigt doch nur, dass es möglich ist und es ausreichend miese Gründe gibt, die einen wirklich gleichberechtigten Zustand verhindern.
was für Mist Sie sich anhören mussten - muss ich auch ständig, steht man halt drüber. Ihr Beitrag #91 war erst nach meinem zu lesen, trotzdem nochmal die Frage: DAS sollen jetzt die miesen Gründe sein? Der böse Physik- und Mathelehrer, der den armen Mädchen das Selbstvertrauen nimmt? Mal unterstellt, den gibt es wirklich: Was glauben Sie, was meine Tochter so einem Vogel erzählen würde? Und wie lange der Kollege wohl noch seinen Job hat, wenn die Heli-Eltern heute schon gegen Einzelnoten klagen...Und was ist mit reinen Mädchenschulen? Da ist die anschließende Quote für MINT-Berufe nur marginal höher. Vielleicht haben die Frauen einfach in der Mehrzahl keinen Bock drauf, wer weiß. Im übrigen: Derjenige, der die Kindererziehung übernimmt, hat hinterher im Job meist weniger Geld als vorher. Fakt. Trifft aber eben auch Männer. Keine Verschwörung gegen Frauen, nirgends...

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der_anonyme_schreiber 19.03.2019, 13:36
107.

Zitat von hman2
Ganz einfach, weil KEIN Paar eine "Summe X" verdient. Oder kennen Sie Arbeitsverträge mit ZWEI Arbeitnehmern darin? Ich nicht. Steuern werden nun einmal indivduell veranlagt. Ich verstehe auch nicht, warum ich mehr Steuer als ein Kollege auf ein identisches Gehalt zahlen, nur weil der Kollege eine schlecht bezahlte Gatting hat... Ehegattensplittung förder das Schlechtbezahlen von Frauen, sonst nix. Egal wie man das verbrämen will.
M.E. ist das Unsinn.
Man leibt in der ehe in einer Lebensgemeinschaft, in der man auch Verantwortung für den anderen übernimmt. Es ist nur fair, dass den gemeinsamen Verpflichtungen auch ein gemeinsames Einkommen, das halt von 2 Personen erwirtschaftet wird, gegenüber steht.

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justus65 19.03.2019, 13:38
108. @ human 2

"Das ist nicht nur im ÖD so, das ist in ALLEN Berufen so, in denen es Tarifverträge gibt. Ich kenne keinen einzigen Tarifvertrag (und ich kenne ein paar...) der eine ungleiche Bezahlung erlauben würde."
Nicht ganz, sie können auch in einem Betrieb mit Tarifvertrag zu ihrem Chef gehen und nach mehr Lohn nachsuchen. Hat bei mir immer geklappt, wobei ich nicht weiß, ob andere nicht noch mehr bekommen haben. Aber ich war/bin zufrieden, kann damit leben und gut ist. Wäre dem nicht so, sollte ich etwas ändern, käme aber nicht auf die Idee, dass ich mich als Opfer des Systems hinstellen würde und von der Politik Gleichmacherei fordern würde. Ich habe meine Ausbildung gewählt, ich habe mich auf meine Stelle beworben, ich bin also selbst schuld an meiner Situation. Das Ganze ist ein gesellschaftliches Problem. Egal, wer etwas nicht erreicht, sucht die Schuld bei anderen (der Politik, der Gesellschaft), statt bei sich anzufangen. Immer wieder hört man: "Ich habe viel mehr geleistet als der andere, wurde aber nicht befördert". "Frauen müssen das Doppelte leisten, um aufzusteigen". Ich habe noch nie einen Nachweis zu diesen Behauptungen gesehen. Und ja, mancher leistet offensichtlich mehr als ein anderer und trotzdem wird der andere befördert. Ein Unternehmen sollte auch immer darauf achten, dass der Beförderte für den neuen Job geeignet ist und nicht welche Leistung er/sie im alten Job gebracht hat. Habe ich auch schon erlebt, und musste feststellen, dass der Richtige befördert worden war.

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jerrinho 19.03.2019, 13:41
109. Ehegattensplitting

Zitat von hman2
Ehegattensplittung förder das Schlechtbezahlen von Frauen, sonst nix. Egal wie man das verbrämen will.
Es ist gesellschaftlich schon immer gewollt, dass es genügend Paare gibt, die sich reproduzieren und sich gemeinsam um ihre Kinder kümmern. Statistisch gesehen ist diese Gruppe an Kindern nämlich die vielversprechendste für den Staat. Eine Ehe erhöht ganz bewusst die Hemmschwelle zu einer Trennung, indem gegenseitige finanzielle Abhängigkeit geschaffen wird und erhöht aufgrund unserer gesellschaftlichen Werte ebenso den Druck, "endlich mal Kinder zu kriegen" (wer das von seinen Eltern noch nicht gehört hat, der hat entweder keinen Kontakt zu seinen Eltern oder schon Kinder).

Das sind die ursprünglichen Hintergründe. Unsere Gesellschaft hat sich seit 1958 allerdings etwas verändert. Der Anteil an Singles wird immer höher, eheähnliche Partnerschaften üblicher, Patchwork-Familien sind normal geworden. Eine Abschaffung des Ehegattensplittings ist allerdings mit enormen Aufwänden verbunden, weil es dafür wohl eine Grundgesetzänderung brauchen wird, um die grundsätzliche Definition von Familien und Partnerschaften auf die heutigen Umstände anzupassen. Deshalb wird dieses Thema auf absehbare Zeit nicht angefasst, denn zu viele Paare haben ein Interesse an der Erhaltung des Splittings und zu viele konservative Kräfte werden sich mit Zähnen und Klauen gegen eine neue Definition der Familie wehren.

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