Forum: Kultur
"Hart aber fair" zum "Equal Pay Day": Sie haben's sich verdient
WDR/Dirk Borm

Zum "Equal Pay Day" lud Frank Plasberg zur Gehaltsverhandlung. Aber statt zu diskutieren, wie sich etwas ändern könnte, zerfiel die Runde in zwei Fraktionen rund um die Frage: Wer ist schuld?

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hman2 19.03.2019, 15:23
120.

Zitat von justus65
Der Arbeitgeber ihrer Frau bietet einer Frau also einen Arbeitsvertrag mit einer Bezahlung an, die von der Bezahlung ihres Mannes abhängig ist??? Was ist das denn für ein Blödsinn?
Ich habe nichts dergleichen behauptet, das haben Sie geschrieben. Aber weil ich keine geringverdienende Ehefrau habe, zahle ich mehr Steuern....

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hman2 19.03.2019, 15:25
121.

Zitat von Freier.Buerger
Wenn letztere ihren Laden in den Sand setzt, bekommt Sie auch kein H4, weil ihr Mann für sie sorgt. Schließlich sind sie eine Gemeinschaft.
Nope, weil sie als Selbständige nie eingezahlt hat in die Arbeitslosenversicherung...

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hman2 19.03.2019, 15:27
122.

Zitat von lollopa1
Und warum eine Teilzeitangestellte Friseurin das gleiche Gehalt wie ein Vollzeitangestellter Maschinenbauer bekommen soll kann mir auch keiner erklären, es sei denn wir bauen die DDR wieder auf, aber das will ja auch keiner.
Was läßt sie glauben, dass die in der DDR das gleiche verdient hätten?

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g_bec 19.03.2019, 15:29
123. Krach.bummm

Zitat von Kampfgeist
Wenn Sie ehrlich sind, wissen sie das beinahe jeder, der Lesen und Schreiben kann in ein paar Wochen oder Monaten zum Erzieher, Pfleger, Kassierer oder Sprechstundenhilfe ausgebildet werden. Bei der Kita gibt es in wenigen Monaten umgeschulet Frisörinnen, die bereits ein Hochschulgehalt beziehen. Ätzender dagegen sind die MINT Berufe. Da muss man schon mal 3,5 Jahre Elektroniker lernen, 2 Jahre abends Fachabi nachholen und 5 Jahre bis zum Master studieren. Im öffentlichen Dienst z.B. verdient ein Bachelor Ing trotzdem genausoviel wie eine "die auf Kinder aufpasst". Na klar gibts trotzdem zuwenig. Das liegt aber daran, dass viele Frauen lieber GARNICHT arbeiten wollen und es zu viele Menschen gibt. (siehe Wohnungsnot). Man KANN die Kita und die Pflege nicht noch teurer machen, indem man die Gehälter anhebt. Das ist jetzt schon irrwitzig teuer. Und man muss auch die Leistung sehen. Wer soll dass denn bezahlen? Aha. Verstehe...Der Staat. Es wird also um Zuwendungen gebettelt...
Das war Ihre Argumentation, die soeben zusammengebrochen ist. Die Ausbildung zum Erzieher/in dauert auch fünf Jahre, in anderen Ländern, in denen dieses Berufsbild auch pre School teacher heißt, ist es ein richtiges Studium.
Hej, und ein Bachelor lernt deutlich kürzer.


PS: Wenn Sie sich damit zufrieden geben können, dass Amateure auf Ihre Kinder ledoglich "aufpassen", ist das Ihre Sache. Das ist jedoch nicht der Auftrag der Erzieher in Krippen, Kitas und Schulhorten. Gehen Sie mal in die Foren zu Leben und Lernen. Sie wären erstaunt ob der Ansprüche an diesen Berufszweig. Unser Nachwuchs sollte denn doch mehr wert sein als ein Blechhaufen.

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muunoy 19.03.2019, 15:33
124. Gehört eigentlich nicht zum Thema

Zitat von jerrinho
Es ist gesellschaftlich schon immer gewollt, dass es genügend Paare gibt, die sich reproduzieren und sich gemeinsam um ihre Kinder kümmern. Statistisch gesehen ist diese Gruppe an Kindern nämlich die vielversprechendste für den Staat. Eine Ehe erhöht ganz bewusst die Hemmschwelle zu einer Trennung, indem gegenseitige finanzielle Abhängigkeit geschaffen wird und erhöht aufgrund unserer gesellschaftlichen Werte ebenso den Druck, "endlich mal Kinder zu kriegen" (wer das von seinen Eltern noch nicht gehört hat, der hat entweder keinen Kontakt zu seinen Eltern oder schon Kinder). Das sind die ursprünglichen Hintergründe. Unsere Gesellschaft hat sich seit 1958 allerdings etwas verändert. Der Anteil an Singles wird immer höher, eheähnliche Partnerschaften üblicher, Patchwork-Familien sind normal geworden. Eine Abschaffung des Ehegattensplittings ist allerdings mit enormen Aufwänden verbunden, weil es dafür wohl eine Grundgesetzänderung brauchen wird, um die grundsätzliche Definition von Familien und Partnerschaften auf die heutigen Umstände anzupassen. Deshalb wird dieses Thema auf absehbare Zeit nicht angefasst, denn zu viele Paare haben ein Interesse an der Erhaltung des Splittings und zu viele konservative Kräfte werden sich mit Zähnen und Klauen gegen eine neue Definition der Familie wehren.
Eigentlich gehört das Ehegattensplitting nun wirklich nicht zum Thema. Denn wenn Frauen und Männer sich dafür entscheiden, einen riskanteren, dafür zumeist aber finanziell lukrativeren Lebensweg einzuschlagen oder lieber auf Sicherheit zu setzen, sind sie zumeist noch nicht verheiratet und planen auch noch keine Vermählung. Nach meiner Erfahrung ist das Sicherheitsbedürfnis zumindest in Deutschland bei Frauen übrigens deutlich höher als bei Männern und somit ein Hauptgrund, warum Frauen im Schnitt später weniger verdienen. Das ist nicht unbedingt negativ zu sehen, weil Frauen im Gegenzug auch weniger häufig pleite gehen, obdachlos werden und später sterben als Männer. Dieser ach so skandalöse Gender-Pay-Gap, der sich tatsächlich sehr einfach mit unterschiedlicher Risikobereitschaft von Frauen und Männern erklären lässt, hat also nicht nur negative, sondern auch ausgenommen positive Aspekte für die Frauen.
Zu Ihrem Thema: Wenn Sie das Ehegattensplitting so sehr hassen, dann müssen Sie nicht dafür eintreten, die Institution der Ehe abzuschaffen und den Schutz der Familie aus dem GG zu streichen. Das wird in der Tat kaum gelingen. Sie können sich auch für die Abschaffung des Ehegattensplittings einsetzen, wenn Sie sich für die Einführung einer Flat-Tax (z. B. nach Kirchhoff) einsetzen. Die ließe sich leicht ohne Änderungen am GG einführen und würde das Ehegattensplitting obsolet machen. Das ist der Grund, warum ich die Grünen für die unmöglichste Partei Deutschlands halte. Sie sind immer herrlich inkonsequent. Die fordern immer irgendwas aus gefühlten Gerechtigkeitsgründen, scheuen aber wirklich grundsätzlich jegliche Konsequenz ihrer Forderungen.

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Freier.Buerger 19.03.2019, 15:36
125. Blödsinn

Zitat von hman2
Nope, weil sie als Selbständige nie eingezahlt hat in die Arbeitslosenversicherung...
H4 hat mit der Arbeitslosenversicherung nullkommanix zu tun...

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markus_wienken 19.03.2019, 15:36
126.

Zitat von g_bec
Das ist nicht die Bedeutung der Debatte (Ärzt/in vs. Schwester/Bruder). Viel mehr geht es darum, dass die "typischen Frauenberufe" traditionell deutlich schlechter bezahlt sind als die "typischen Männerberufe". Es geht also vielmehr um Autoschlosser vs. Krankenschwester. Oder Techniker vs. Erzieherin. Also darum, dass Berufe mit Maschinen traditionell offensichtlich wertvoller sind als Berufe mit Menschen.
In der Tat ist da was wahres dran:
"Wir" sind halt (mehr oder weniger) gerne bereit für etwas "handfestes" (TV, Smartphone, PKW, PCs....) teils viel Geld auszugeben, was sich dann auch je nach Branche und Qualifikation in höheren Löhnen niederschlägt.
Pflege und Kindergärten hingegen sind ein eher notwendiges "Übel", auch wichtig...zweifellos - aber man hat halt nichts greifbares in der Hand, kein Mehrwert im üblichen Sinn.
Hinzu kommt noch, dass man diese Diensteistung wenn überhaupt (Pflege) nur temporär (Kindergarten) und nicht permanent benötigt, was die Wertschätzung sicherlich erschwert.

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justus65 19.03.2019, 15:38
127. @hman2

"Ich habe nichts dergleichen behauptet, das haben Sie geschrieben. Aber weil ich keine geringverdienende Ehefrau habe, zahle ich mehr Steuern...."
Und das ist gut so!

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von_oz 19.03.2019, 16:00
128.

Zitat von g_bec
... Also darum, dass Berufe mit Maschinen traditionell offensichtlich wertvoller sind als Berufe mit Menschen.
Das finde ich auch. Weshalb macht man dann aus dieser Debatte wieder so ein unglaublich nerviges Geschlechter-Ding? Damit möglichst viele Emotionen hochkochen und eine sachliche Auseinandersetzung unmöglich wird?

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jerrinho 19.03.2019, 16:01
129. @muunoy

Zitat von muunoy
Denn wenn Frauen und Männer sich dafür entscheiden, einen riskanteren, dafür zumeist aber finanziell lukrativeren Lebensweg einzuschlagen oder lieber auf Sicherheit zu setzen, sind sie zumeist noch nicht verheiratet und planen auch noch keine Vermählung. […] Zu Ihrem Thema: Wenn Sie das Ehegattensplitting so sehr hassen, dann müssen Sie nicht dafür eintreten, die Institution der Ehe abzuschaffen und den Schutz der Familie aus dem GG zu streichen. Das wird in der Tat kaum gelingen. Sie können sich auch für die Abschaffung des Ehegattensplittings einsetzen, wenn Sie sich für die Einführung einer Flat-Tax (z. B. nach Kirchhoff) einsetzen. Die ließe sich leicht ohne Änderungen am GG einführen und würde das Ehegattensplitting obsolet machen. Das ist der Grund, warum ich die Grünen für die unmöglichste Partei Deutschlands halte. Sie sind immer herrlich inkonsequent. Die fordern immer irgendwas aus gefühlten Gerechtigkeitsgründen, scheuen aber wirklich grundsätzlich jegliche Konsequenz ihrer Forderungen.
Ihr erster Punkt, und damit auch ihre Überschrift, ist logisch nicht zu Ende gedacht. Es ist zwar richtig, dass der generelle Karriereweg meist vor der Eheschließung gewählt wurde, aber es ist falsch, dass die Arbeitszeitentscheidung danach auf alle Ewigkeit dieser grundsätzlichen Ausrichtung obliegt. Das Ehegattensplitting sorgt für massiv unterschiedliche Opportunitätskosten bei der Entscheidung, wer die Kindererziehung übernimmt: Mann, Frau oder Kita? Frauen leben weniger risikoreich, weil ihnen das von ihren Müttern vorgelebt wird. Deshalb verdienen sie später in den allermeisten Ehen weniger, als ihre Männer. Wenn das Kind kommt, gibt es oft wirtschaftlich keine plausiblen Gründe, warum die Frau nicht zu Hause bleiben sollte. Der zusätzliche Lohn wird größtenteils durch die Kosten der Kita verzehrt. Die Mutter bleibt also zu Hause, ihre Tochter wird dementsprechend sozialisiert, verdient weniger. Das ist ein Kreislauf. In Westdeutschland gibt es nur 22% Menschen, die es gutheißen, wenn die Mutter nicht zu Hause bleibt. In Ostdeutschland sind es (aus dem Kopf) ca. 70%. Diese massiven Präferenzunterschiede sind nur durch solche gesellschaftlichen Umstände erklärbar. Daher ist das Ehegattensplitting durchaus ein essentielles Thema in dieser Diskussion - wenn auch natürlich bei weitem nicht das wichtigste.

Zu Ihrer Anmerkung zum Thema Ehegattensplitting:
Ja, die Flat-Tax ist ein Totschlagargument. Wir saßen vermutlich in einer ähnlichen Vorlesung hierzu. Wie bei der Abschaffung von 1- und 2-Cent-Münzen, gegen die es ebenfalls keine logischen Argumente gibt, sind hier die Widerstände aufgrund der jämmerlichen ökonomischen Bildung der Allgemeinbevölkerung aktuell zu groß. Kaum Menschen können unser Steuersystem nachvollziehen und jeder wird denken, es wäre eine Steuerkürzung für Reiche und eine Steuererhöhung für Arme.

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