Forum: Kultur
"Hart aber fair" zum "Equal Pay Day": Sie haben's sich verdient
WDR/Dirk Borm

Zum "Equal Pay Day" lud Frank Plasberg zur Gehaltsverhandlung. Aber statt zu diskutieren, wie sich etwas ändern könnte, zerfiel die Runde in zwei Fraktionen rund um die Frage: Wer ist schuld?

Seite 4 von 14
Steve.Joe 19.03.2019, 08:24
30. Änderungsbedarf besteht, Reguliergsbedarf besteht nicht

Man sollte an die Ursachen gehen ... gesellschaftlicher Wandel mit Akzeptanz für stärkere Vaterrolle (Elternzeit bewirkt bereits einen leichten Wandel), bessere Betreuungsangebot für Kinder (damit Eltern besser Beruf und Familie vereinbaren können) und Förderung von Frauen in den MINT Studiengängen (ein höherer Frauenanteil in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen wäre auch für die Unternehmen vorteilhaft); hier vielleicht bereits in der Schule ansetzen. Mein Eindruck ist, dass in Deutschland zudem ein überholte Rollen-Modell immer noch stark gelebt wird. Die Gesellschaft sollte die Rahmenbedingungen schaffen, damit Beruf und Familie besser vereinbar sind. Aber Quoten sind keine gute Lösung, zumindest nicht in Bereichen, in denen bei den Beschäftigten-Zahlen ein großes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern besteht. In vielen Fällen ist es aus meiner Sicht eine Entscheidung innerhalb der Partnerschaft; ich kenne privat zu viele Fälle, in denen sehr gut ausgebildete Frauen zurückstecken und sich um die Kinder kümmern, dagegen nur einen Fall in dem der Vater diese Rolle übernimmt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
polza_mancini 19.03.2019, 08:30
31. Oje,

wo die Autorin recht hat: wie immer nichts Konkretes zum Thema, insbesondere, was man denn nun zu tun gedenkt, um Frauen in Vollzeit und MINT-Berufe zu kriegen, die Kinderbetreuung zu regeln oder wie man bspw. Pflegetätigkeiten finanziell aufwertet. Stattdessen die auch aus einschlägigen Qualitätsmedien bekannten Beispiele vom Planet Fantasia, wo Frau bei gleichen Voraussetzungen weniger Geld verdient. Erstaunlicherweise hat es noch keine Sendung geschafft, auch nur EIN Exemplar dieser Gattung vor die Kamera zu zerren, um mal zu prüfen, wie die Qualifikationen und Werdegänge sind. Da holt man lieber die uralte Rosa/Blau-Geschichte und T-Shirt-Sprüche aus dem Keller, die heutzutage kaum ein Mensch noch ernst nehmen kann. Frauen aus dem arbeitenden Teil der Bevölkerung hätten der Sendung sicher gut getan, stattdessen unsere grandiose Ex-Familienministerin, die mit Sicherheit vom Tagesablauf und den Nöten einer Durchschnittsfamilie so viel Ahnung hat wie ich vom Eierlegen. Und Frau von Platen, mit antrainiertem Rottweiler-Blick, die sich auch für blödeste Beispiele wie den zitierten nicht zu schade ist...verschwendete Lebenszeit...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
silbersee 19.03.2019, 08:35
32. Peinliche Sendung

Die ganze Sendung strotzte von Stereotypen, besonders Männern gegenüber und besonders vertreten von Frau Platen. Keine Ahnung welche Unternehmen sie berät. Ich bin selber Berater und viele Jahre in Recruiting tätig gwesen. Beispiel: "Männern wird es honoriert, wenn sie sich überschätzen und ein Gehalt zu hoch ansetzen". Keine Ahnung in welcher Zeit und bei welchen Unternehmen Frau Platen tätig ist. Aber das ist sowas von verkehrt, dass es wehtut. Tritt mir als Personaler ein Mann derart auf (gilt auch für Frauen) , ist das nicht etwa cool, sondern ein dicker Malus (falsche Eigenwahrnehmung) und wird sofort ausgesiebt.

Übrigens: Das höchste und mächtigste Amt im Staat wird von einer Frau besetzt und das in einer Partei, die einen hihen Männeranteil hat, was bedeutet, dass sie von denen gewählt wurde. Gleiches gilt für die Parteicheffin. Es geht also völlig ohne Probleme , wenn Frau es will und kann. Danit ist jede weitere Diskussion doch eigentlich obsolet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sibylle1969 19.03.2019, 08:36
33.

In allen Forumsdiskussionen zum Thema Gender Paygap und Equal Pay Day waren diejenigen Kommentarschreiber in der Mehrheit, die der Meinung sind, Frauen seien selbst schuld, wenn sie weniger verdienen als Männer, da sie ja völlig freiwillig die falschen, weil schlecht bezahlten Berufe, wählten, grundsätzlich nur nach oben heirateten, häufiger in Teilzeit arbeiteten und sich lieber um die Kinder kümmerten, als Karriere zu machen. Kaum einer, der der Meinung ist, dass sich was ändern müsse. Lösungsansätze werden in diesen Kommentaren nämlich kaum diskutiert, oder sie sind Quatsch. Wenn nämlich alle Frauen auf einmal MINT studieren würden, wäre es schnell vorbei mit der sehr guten Bezahlung, denn die beruht im wesentlichen auf der Knappheit an Jobkandidaten. Dass Frauen weniger verdienen, liegt ja nicht daran, dass sie weniger arbeiten, sondern dass sie häufiger *unbezahlte* Arbeit verrichten (Kinderbetreuung und Hausarbeit). Es gibt keine einfachen Lösungen komplexer Probleme, aber viele scheinen ja entweder kein Problem zu sehen oder sind nicht an einer Lösung interessiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kalmero 19.03.2019, 08:39
34. gar nicht lustig ...

... für alleinerziehende Mütter und auch Väter
untragbar dass es in unserem Wohlstandsland nicht möglich ist so etwas zu realisieren. Ebenso die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Armes Deutschland.

Auch schade dass Leiharbeiter egal ob Frau oder Mann oder Gender oftmals bis zu 60% weniger bezahlt bekommen als Festangestellte !

Wo ist da die Sozialpolitik ???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Aberlour A ' Bunadh 19.03.2019, 08:46
35. Frauen sitzen bei Rewe an der Kasse und Männer bei BMW am Band?

Man könnte ja "Arbeitsleid" als Entlohnungskategorie einführen. Dann müsste ein Sch....taucher/-in im Kanal mehr verdienen, als jemand, der Arbeitsessen als Arbeitszeit betrachtet. Auch der Vergleich von REWE-Kassierer/-in und BMW-Bandarbeiter/-in will mir nicht einleuchten. Heute sitzt ein Arbeiter in der Automobilproduktion auf einem "Büro"-Drehstuhl, hat ein Akkuschrauber in der Hand und wartet bis das Förderband über seinem Kopf das Signal für den ewig gleichen Handgriff signalisiert (bei einer 35-Stunden-Woche oder weniger). Wo ist der Unterschied zur REWE-Kassiererin, außer, dass diese auch noch die ganzen Preise der nicht etikettierten Lebensmittel im Kopf haben muss? Nun könnte man mit Karl Marx argumentieren, dass Value Creating (in der Produktion) eben wichtiger (und einzig "WERT"-schöpfend) ist als Value Distributing. Aber ist das nicht altmodisch?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
robert_müller 19.03.2019, 08:52
36. Eigenverantwortung

Mit dieser ganzen Debatte, warum Frauen nicht die Berufe wählen oder den Karriereweg gehen der lukratives Einkommen verspricht, bestätigen sie selbst die übelsten Klischees der unentschlossenen, schwachen Frau die "zum Jagen getragen werden möchte".
Als alter weißer Mann bin ich verantwortlich wenn von mir Steine in den Weg gelegt, aber wenn der Weg frei ist, dann kann Frau den auch gehen. Wenn der Ihr zu unbequem ist, ist das nicht mein Problem.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberalerfr 19.03.2019, 08:52
37. Selbstbestimmte Frauen, fremdbestimmte Männer!

Frauen werden in dieser Debatte unnötig unter Stress gesetzt. Wenn mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiten wollen und weniger Frauen willig sind, 60 oder mehr Stunden die Woche wegen der Karriere zu arbeiten, muss das auch endlich einmal respektiert werden! In der ganzen Debatte wird so getan, als ob die Frauen zu dumm oder zu leistungsschwach sind, um die höhere Einkommen der Männer zu erreichen. Tatsächlich sind die Frauen intelligenter und selbstbewusster als viele Männer. Diese lassen sich weniger fremdbestimmen als ihre männlichen Kollegen. Das muss nicht nur respektiert werden, sondern sollte den männlichen Kollegen als Beispiel dienen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gibraldo 19.03.2019, 08:54
38. "Spitzenvater" des Jahres

Wie kann man auf die Idee kommen kann, einen so unsäglichen Titel für einen Preis zu wählen?

Bezeichnend für unser, die "neue Elite" preisendes Land, dass hier ein Mann ausgewählt wurde, der vermutlich überhaupt nicht arbeiten müsste, da Fr. Dr. Weltraumfliegerin vermutlich schon allein genug Kohle einheimst. Theoretisch könnte man sich wohl auch ein Kindermädchen leisten. In der Sendung wurde aber auch deutlich, wer von beiden das "Sagen" und somit vermutlich auch die Hosen an hat.

Dabei gäbe es 10.000 Väter, welche Ihre Kinder abends oder morgens versorgen, bespaßen und zu Bett bringen, weil die Lebensgefährtin oder Ehefrau als Krankenschwester Spät- und Nachtdienste schiebt. Die nominiert allerdings niemand.

Vielleicht sollte man den Preis daher in "Spitzen(steuersatz)vater des Jahres" umtaufen.

Und ach wie toll, bereits vor 9 Jahren beim ersten Kind nahm der Vater teilweise die Elternzeit und musste sich dann offensichtlich "Hohn und Spott" der Arbeitskollegen aussetzen und Karrieremöglichkeiten einbüßen.

Was ist daran bitte nun besonders? Ich selbst habe vor 13 Jahren 9 Monate Elternzeit genommen und meine Zwillinge betreut. Ohne irgendwelche Nachteile. Lächerlich so etwas Selbstverständliches im Jahr 2019 noch auszuzeichnen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carlitom 19.03.2019, 08:56
39.

Zitat von Listkaefer
... habe ich überwiegend Frauen erlebt, die ohne Beisshemmungen voll und ganz beruflichen Einsatz zeigten ebenso wie viele Männer, und dabei als Richterinnen, Ingeninieurinnen, Chemikerinnen ... exakt dasselbe verdienten, wie die parallel mit ihnen zusammen arbeitenden Männer.
Sie behaupten also, die Gehälter von all diesen Frauen zu kennen und auch die von deren männlichen Kollegen? Oder ist das mehr so ein Gefühl von Gleichverdienen? Ich glaube Ihnen das nämlich nicht. Die Fakten sehen nunmal anders aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 14