Forum: Kultur
"Hart aber fair" zum "Equal Pay Day": Sie haben's sich verdient
WDR/Dirk Borm

Zum "Equal Pay Day" lud Frank Plasberg zur Gehaltsverhandlung. Aber statt zu diskutieren, wie sich etwas ändern könnte, zerfiel die Runde in zwei Fraktionen rund um die Frage: Wer ist schuld?

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Freier.Buerger 19.03.2019, 09:38
60.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Man könnte ja "Arbeitsleid" als Entlohnungskategorie einführen. Dann müsste ein Sch....taucher/-in im Kanal mehr verdienen, als jemand, der Arbeitsessen als Arbeitszeit betrachtet. Auch der Vergleich von REWE-Kassierer/-in und BMW-Bandarbeiter/-in will mir nicht einleuchten. Heute sitzt ein Arbeiter in der Automobilproduktion auf einem "Büro"-Drehstuhl, hat ein Akkuschrauber in der Hand und wartet bis das Förderband über seinem Kopf das Signal für den ewig gleichen Handgriff signalisiert (bei einer 35-Stunden-Woche oder weniger). Wo ist der Unterschied zur REWE-Kassiererin, außer, dass diese auch noch die ganzen Preise der nicht etikettierten Lebensmittel im Kopf haben muss? Nun könnte man mit Karl Marx argumentieren, dass Value Creating (in der Produktion) eben wichtiger (und einzig "WERT"-schöpfend) ist als Value Distributing. Aber ist das nicht altmodisch?
Was haben die gut bezahlten "Männerberufe" gemeinsam?
Es sich Industrieberufe, Metall, Elektro, Bau, Bergbau, Stahl...
In diesen Berufen war im letzten Jahrhundert der gewerkschaftliche Organisationsgrad am höchsten. Die Leute haben sich genau diese Löhne und Arbeitsbedingungen erstritten.
Die Rewe-Kassiererinnen, die Wurstfachverkäuferinnen und auch die Pflegerinnen werden nicht umhinkommen sich zu organisieren.

...sagt ein liberaler Protestwähler

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jojocw 19.03.2019, 09:39
61. Pay Gap bei 1-2%

Wenn man den bereinigten Pay-Gap, der ja bei ca. 6% liegen soll, wobei dann gleiche Arbeit verglichen wird, noch etwas genauer unter die Lupe nimmt, dann stellt man fest, dass die Männer länger im Beruf sind, und auch kontinuierlicher gearbeitet haben. Kann man unter dem Begriff Berufserfahrung/Firmenzugehörigkeit sehen.
Wenn man auch das noch berücksichtigt, dann reduzieren sich die Fake-21% am Ende auf 1-2%.

Darüber gibt es aktuell einen Artikel in der FAZ, der den Pay-GAp genau unter die Lupe nimmt.

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MadamimadaM 19.03.2019, 09:41
62. Da wird doch wohl...

...kein neuer Schauplatz errichtet?
Und wer zeigt dann wem seine Ellenbgen?
Hauen und stechen überall wo man hin schaut.

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jerrinho 19.03.2019, 09:43
63. Irrelevant

Zitat von orca20095
wenn wir über „Gender...“ sprechen, wieso dann nur über Männer und Frauen? Was ist mit den anderen? Wie ist die Lage bei „divers“? Verdient diese Gruppe mehr oder weniger? Es ist schon interessant, zu sehen, dass selbst die Aktivisten der Bewegung das „Equal pay“ immer auf die Relation Mann-Frau beziehen. Wieso?
Weil das Geschlecht "divers" in Deutschland momentan gesellschaftlich nicht relevant ist. Es macht nur etwas mehr als 1% der Bevölkerung aus. Viel spannender wäre die Erfassung der Diskriminierung von größeren Gruppen, wie zum Beispiel Behinderten oder Homosexuellen.

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jhea 19.03.2019, 09:43
64.

Zitat von underdog
Wer etwas verändern will, muss erst einmal die Ursachen analysieren. Der gängige Opferduktus, also, dass Frauen von Männern/der Gesellschaft/usw. diskriminiert werden und allein darauf die Gehaltsdifferenzen beruhen, ist ein ideologisch gefärbter Zirkelschluss ohne solide Grundlage: Zuerst wird in den Raum gestellt, dass Frauen weniger verdienen, weil sie benachteiligt werden - und die Benachteiligung leitet man dann daraus ab, dass sie weniger verdienen.
Ich habe eine Idee wie Frauen ihre Einkommen erhöhen können...

Statt Genderstudies an der Uni zu studieren, studiert man Elektrotechnik oder Informatik.
HUPS! Suddenly verdient man genauso viel (oder im fall von Google) mehr als die Männer (hahaha übrigens habt ihr mitbekommen dass Google Frauen mehr zahlte und als die Frauen dort klagten dass sie zu wenig bekamen hat Google rausgefunden dass sie männern zu wenig zahlen und deren Gehalt angehoben?)

Darüber hinaus wäre ich auch dafür im Rahmen der Gleichberechtigung auch gleiche Pflichten für Frauen anzuschaffen.
Also wenn wir die Wehrpflicht wieder bekommen, werden Frauen auch zu Wehr oder Ersatzdienst herangezogen.
Wenn wir eine Quote für Führungskräfte haben, brauchen wir auch eine Quote für Kanalarbeiter oder so. Und wenn sich nicht nach einem Jahr was verbessert, werden halt die Ersatzdienstpflichtigen Frauen dort hin geschickt.
Wäre doch fair ;)

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Bellagio 19.03.2019, 09:45
65. Kommentieren ist bei diesem Thema doch sinnlos

Die Pressure Group die hier mit wechselnden Protagonisten den Einheitslohn, die 21er Pay Gap und den Care-Arbeits- Irrsinn repetieren sind gegen Kritik immun und wiederholen auf Rückfragen jeder Art nur ihre auswendig gelernten Sätze, das aber besser als jeder Roboter. Wie kommt das? Es ist jedem bewusst, das diese Diskussion bei einer kompletten Versachlichung komplett in sich zusammenfällt. Deshalb geht man dieser Konfrontation wohl wissend weiträumig aus dem Weg. Das führt dann dazu was wir hier haben: Es wird viel geredet aber nichts ändert sich, und das bisschen was man an Änderungen feststellt...hätte sich höchstwahrscheinlich auch von ganz allein ergeben...Ich mein: Es läuft ja nicht irgendwo eine ebenso vehemmend betriebene "Back to Herd Kampagne". Reden ist wie immer billig (oder teuer wenn es im ÖR aufgeführt wird), aber die Realität fördert es gnadenlos zu Tage: Es gibt hier keinen außerordentlichen Handlungsbedarf solange sich die handelnden Personen selbst auch nicht bewegen, im Sinne von Mint- Fach und Gedöns

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jhea 19.03.2019, 09:48
66.

Zitat von Marco.perutti
... bei ansonsten gleichen Parametern (Ausbildung, Erfahrung). - geschenkt! Darüber brauchen wir nicht diskutieren, das sollte auf jeden Fall so sein (und ist aus meiner Wahrnehmung auch fast überall so - ich kann mir die 6 Prozent hier nicht erklären und wenn es sie gibt, ist das nicht in Ordnung!). Aber verschiedene (verschieden qualifizierte) Arbeiten und Arbeitszeiten miteinander zu vergleichen, geht mMn gar nicht - das hat mit Lohngerechtigkeit nichts zu tun, das ist feministische Polterei!
Die 6% ergeben sich aus verschiedenen Gehaltsverhandlungen oder der Tatsache dass man zwar am Band um 24 Uhr das selbe tut wie um 12 Uhr morgens, aber um 24 Uhr besser bezahlt wird... und rate mal welches Geschlecht lieber nachts am Band steht...

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jhea 19.03.2019, 09:50
67.

Zitat von kritischer-spiegelleser
Das ist richtig. Aber es ist auch richtig dass Männer im Job meistens eine andere Leistung bringen als Frauen. Zumindest andere als Frauen mit Familie. Männer können mal schnell Überstunden machen oder auf Dienstreise gehen oder Weiterbildungskurse machen. Das ist mit Kindern wesentlich schwieriger weil Frauen eben nicht so frei über ihre Zeit vefügen können. Also fehlt da ein sozialer Ausgleich des Staates. Und zum Thema Heimarbeitsplatz: eine Frau die zuhause an der PC-Tastatur sitzt mit dem Kind auf dem Schoß wird kaum eine zufriedenstellende Leistung fr ihren Arbeitgeber bringen. Zumindest solange es nicht der Staat ist!
Blödsinn.
Frau kann genauso frei über ihre Zeit verfügen wie der Mann.
Der Mann könnte dann ja auch einfach mal zu hause bleiben, wenn Frau dringend auf Geschäftsreise muss....
aber wie viele Leute müssen wirklich auf Geschäftsreise?

Ich hatte sicher schon 7 bis 10 verschiedene Jobs und musste das nie - und ich spielte mal den Großhandelskaufmann.

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prisma-4d 19.03.2019, 09:50
68. ...häufig gestellt, aber nie beantwortet!

Auch in diesem Forum wird regelmäßig die Frage gestellt: "Wenn Frauen die gleiche Leistung zeigen und 6% (oder 21%) weniger Geld bekommen, warum sind die Personaler so dumm und stellen nicht mehr Frauen ein?" Nach der Mär des GPG sind alle Unternehmen nicht in der Lage unternehmerisch zu denken wenn sie weniger Frauen als Männer einstellen. Ist diese Frage unberechtigt oder absurd oder gar "verboten"? Keiner macht sich die Mühe eine Antwort zu formulieren, weder pro noch contra. Trotzdem steht die Frage im Raum, und die Frage ist legitim. Ich fürchte die Antwort würde nicht gefallen. Die Personalabteilungen wissen genau mit welchem Mitarbeitern erfolgreich gearbeitet werden kann. Und da gibt es Bereiche die gut bezahlt sind und Frauen scheinbar "2. Wahl" sind... sprich sich keine geeignete Bewerberin findet.
Aaaaber... Die Welt dreht sich und ich stelle fest das die jungen Männer durchaus an einer "Work-Live-Balance" interessiert sind. Da wird schon gerne mal auf einen Gehaltssprung verzichtet weil sich die "Mehrarbeit" nicht mehr rentiert. Es wird von den jungen Männern gottseidank von ihren Partnerinnen erwartet das sie den gleichen Anteil am Haushaltseinkommen beisteuern wie sie selbst. Das ist auch gut so. Kinder tauchen, wenn überhaupt, nur noch kurz vor "Schluß" auf. Die Unternehmen werden sich umstellen müßen. Nicht weil die Frauen es so wollen, sondern weil der moderne Mann nicht mehr will! Auch das Konzept der Ehe wird heute ja eher kritisch gesehen. Tatsächlich stelle ich auch im privaten Umfeld fest, dass unverheiratete Paare glücklicher sind. Ich würde keines meiner Kinder raten zu heiraten. Zu groß die Abhängigkeiten, zu groß die Risiken und fürs kinderkrigen muß man bekanntlich nicht verheiratet sein.

Die Verlierer sind aber nicht die Männer. Sie werden als "Sieger" hervorgehen. Die Zweiteilung (Arbeitsteilung), Männermacht im Job, Frauenmacht in der Familie zerlegt sich gerade. Männern wird die Macht (und die Pflicht) im Job madig gemacht, sie sollen mehr Pflichten (und auch Macht) in der Familie übernehmen, und bei den Frauen ist es umgekehrt. Verlierer werden die Frauen sein... mehr als jetzt schon. Aber das ist eben der Preis der "Gleichheit"!

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peter_1974 19.03.2019, 09:50
69.

Seit Jahren werden die 20% Gender Wage Gap wie ein Mantra in die Welt posaunt. Etwas verschüchtert wird manchmal noch nachgereicht, dass die bereinigte Lücke 6% beträgt.

Ich kann mich erinnern, wir haben diese Behauptung schon vor 20 Jahren in einer Ökonometrie-Vorlesung komplett zerlegt und kamen, je nach Methodik und berücksichtigten Einflüssen noch auf 3-6% Lücke.
Und das war mit recht oberflächlichen Merkmalen, wie beispielsweise der Anzahl Jahre universitärer Ausbildung... während aus der Vorlesung zu französischen Literaturwissenschaften ca. 20 Mädels und ein Kerl rauskamen, der Anteil von Frauen in Fächern wie IT oder Maschinenbau aber im unteren, einstelligen Prozentbereich lag.

Zwischenzeitlich kamen weitere Untersuchungen raus, die die verbliebene Lücke auf unterschiedliches Verhalten in Lohnverhandlungen zurückführen.

Anders gesagt: Das Thema Lohnlücke ist in den letzten 20 Jahren dermaßen oft, dermaßen gründlich zerlegt worden, wer soll sich darüber noch aufregen?
Ich persönlich reagiere inzwischen auch eher resigniert auf das Thema. Wenn ein paar Feministinnen meinen, die 20% als Kampfschrei nutzen zu müssen, sollen sie doch. Sie könnten sich zwar auch gleich "unbelehrbare Ignorantin" auf die Stirn tätowieren lassen, aber warum sollte ich meine wertvolle Lebenszeit damit verschwenden, mich über so etwas aufzuregen?

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