Forum: Kultur
Hartz-IV-Talk bei "Maischberger": Hart aber fair?
WDR/ Peter Rigaud

Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger sind derzeit ein Fall für die Verfassungsrichter. Sandra Maischberger diskutierte deshalb mit ihren Gästen über die Frage: Wie hart darf der Sozialstaat sein?

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dasfred 17.01.2019, 03:56
1. Super. Eine Stunde Maischberger in fünf Minuten

Arno Frank hat es wieder geschafft, eine dieser mittlerweile öden Talkshows in eine kurzweilige Geschichte zu verwandeln. Der Kaffeeduft von Koalitionsverhandlungen hat mich ebenso amüsiert, wie der Dialog des Abends. Ein weiteres Highlight im Kulturressort während der Rützel Festspiele.

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Horst Scharrn 17.01.2019, 04:19
2.

Hartz IV nimmt den Menschen systematisch auf bürokratischem Wege die Würde und ermöglicht keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Der wirkliche Geldbedarf ist wesentlich höher, wurde aber von der Politik (danke CDU) reduziert weils günstiger ist.
Die Politik hat in Zusammenarbeit mit den Jobcentern ein Überwachungs-, Verfolgungs- und Sanktionierungssystem geschaffen, darauf wäre die Stasi stolz gewesen.
Es gibt Leute dort, die kommen bei den Harz IV Empfängern vorbei um die Wohnung zu inspizieren ob nicht vielleicht noch jemand dort wohnt der den Harz IV Empfänger durchfüttern könnte. Und wehe die finden irgendwo ne Herren/Damen Unterhose. Sofort wird unterstellt dass man einen Partner/in hat von dem man finanziert wird. Und dann wird das Geld gestrichen.
Oder die die Firmen anschreiben und nachfragen wie sich der Harz IVer denn so beim Bewerben gemacht hat. Und je nachdem wie gut die Zusammenarbeit zwischen Jobcenter und Zeitarbeitsfirma ist bekommt die Zeitarbeitsfirma dann mehr Leute vom Jobcenter geschickt oder das Jobcenter kann mehr Leute sanktionieren weil die Zeitarbeitsfirma irgendwas behauptet.
Leute die sich weigern den Schnüffler vom Amt in die Wohnung zu lassen (siehe Grundgesetz), dreht der Staat einfach ohne Rechtsgrundlage erstmal den Geldhahn zu und dann gibts viele die Einknicken statt vors Sozialgericht zu ziehen.
Das ganze Überwachungs und Sanktionssystem kostet natürlich wesentlich mehr als wenn man einfach nicht überwachen und sankionieren würde, aber irgendwie muss man die ganzen Verwaltungsangestellten ja beschäftigen, sonst würden die ja auf die Idee kommen den Leuten tatsächlich zu helfen.

Lustigerweise soll der Harz IVer dann auchnoch den Leuten vom Jobcenter vertrauen, die einen bespitzeln, überwachen und sanktionieren, dass die schon wissen was gut für einen ist, z.b. bei Arbeitsvorschlägen oder der Zuweisung zu irgendwelchen Maßnahmen.
Jeder falsche pups wird sanktioniert, die leute werden vom Amt gegängelt, bevormundet und zu völlig unpassenden oder unzumutbaren Arbeitgebern/Maßnahmeträgern geschickt und dann soll der Harz IVer noch konstruktiv mit dem Sachbearbeiter der das alles veranlasst zusammenarbeiten. Wie schizophren ist das denn?

Dann gibts noch die ganzen sog. "Maßnahmen" die den Harz IVern etwas bringen sollen. Z.b. mit Lamas Gassi gehen und lernen wie man zu allem was die Maßnahmedozenten von sich geben ja und Amen sagt. Das ist alles Bödsinn. Das einzige was diese Maßnahmen bewirken ist, dass Maßnahmeträger sich eine goldene Nase verdienen und dass die Harz IV Empfänger aus der Statistik raus sind während die Maßnahme läuft. Denn wer mit Lamas Gassi geht ist ja nicht mehr Arbeitslos/Harz IV sondern hat was zu tun! Und ist die Maßnahme vorbei gibt es ein selbst ausgedrucktes Zertifikat vom Maßnahmeträger dass man sich erfolgreich weiterqualifiziert hat. Blöderweise wird man mit sowas in der freien Wirtschaft ausgelacht weil jeder Personaler weiss dass das Ding das Papier nicht wert ist auf dem es Gedruckt wurde.
Die einzig sinnvollen Maßnahmen wären vom Amt finanzierte und von IHK/Handwerkskammer anerkannte Weiterbildungen.

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herbert 17.01.2019, 05:44
3. wie waere es wenn diese ART Talkshows mit dem bestellten Klatschen

mal abgeschafft werden.
Vor allem die Maischberger laesst kaum jemand ausreden und haut voll dazwischen.
Ihr gleitet das Thema jedesmals aus der Hand.

Wenn dann noch wie im letzten Jahr ueberwiegemd die Gruenen eingeladen werden, dann riecht es nach Wahlhilfe.

Fazit

Talksshows ja aber dann auf hohem Niveau und kein Maischberger Klamauk.

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hexenbesen.65 17.01.2019, 05:59
4.

Ich kenne viele, die wegen ein Euro fuffzich den ganzen Tag im Amt stehen... und auch einige, die meinen, die hätten es nicht nötig.. Was ich nicht verstehe, ist die Faulheit EINIGER (nicht alle), die einfach zu bequem sind, sich den Wecker um neun Uhr früh zu stellen, damit die um halb elf beim Amt vorstellig werden können. Und dann ist das Geschrei groß, wenn gekürzt wird---was in meinen Augen rechtens ist. Auch als Hartz4-ler hat man Pflichten..nicht nur "Rechte". Warum setzt man Leute, die 2-3 mal einen Job abgelehnt haben (weil sie sich zu fein dafür sind..dazu zähl ich den berühmten Akademiker, der Laberfach studiert hat- der Taxifahrer machen soll), in einen Job ein, wie zb Wald säubern,an Kinderspielplätze nach dem rechten sehen... Das kann auch einer, der "Rücken" hat. In Ausreden erfinden sind MANCHE (nicht alle) sehr erfinderisch....da ist einmal der Wellensittich gestorben, das Fahrrad war platt, oder man hat morgens um neun den Wecker nicht gehört...oder oder oder...

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bauigel 17.01.2019, 06:05
5. Natürlich

Natürlich gibt es einige die die Briefe des Jobcenters nicht verstehen und diese müssten einfacher geschrieben sein. Und natürlich sollte das Jobcenter die Arbeitslosen mit Respekt behandeln.
Aber wer nicht arbeiten will oder überzogene Vorstellungen ohne je etwas geleistet zu haben, muss sanktioniert werden. Bestes Beispiel ist der Diskussionsteilnehmer. Wenn er eine Arbeit haben möchte die ihm Spaß macht, muss er erst einmal etwas leisten.
Aber das typische Anspruchsdenken der faulen Leute....

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joke61 17.01.2019, 06:33
6. Bedingunsloses Grundeinkommen,

ist wohl die einzige Möglichkeit, mit der man den Arbeitsmarkt wieder arbeitswürdig macht. Die Löhne würden steigen und arbeiten würde sich wieder lohnen. Ebenfalls würde der zweite Arbeitsmarkt (Zeitarbeitsfirmen) nach und nach verschwinden. Ein Bodensatz der 'Faulen' wird es wohl immer geben. Aber man sollte nicht davon ausgehen, das es die Mehrheit der Harz 4 Empfänger ist. Nur, was nutzt Arbeit, wenn man anschließend trotzdem aufs Amt angewiesen ist?

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konstrukteur 17.01.2019, 06:36
7. also da gibts faule Säcke und Sozialschmarotzer

unter den Hartz 4 Empfänger. Sind das prozentual gleichviele, mehr oder weniger als die Steuerhinterzieher-Freunde und FDP Spender von Herr Lindner? Und was sind die Kosten für den Staat in absolut? Bezüglich "CumEx" Dimensionen kosten die "Leistungstragenden Asozialen" nicht das zigfache der "Leistungsbezieher"?

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Gerdd 17.01.2019, 06:40
8. Es kann nur eine Lösung geben:

Solange Hartz IV das Existenzminimum definiert, kann man es nicht kürzen. Man kann also nur so vorgehen: Um Sanktionen zu ermöglichen, muß man jedem Berechtigten einen Zusatzbetrag auszahlen, der über das Existenzminimum hinausgeht, damit man an diesem Betrag dann gegebenenfalls Kürzungen vornemen kann.

Das wäre dann gewissermaßen ein Einstieg in ein "nicht ganz bedingungsfreies" Grundeinkommen. Aber eigentlich gibt es ja einen ganz zentralen Grund, warum das durch Hartz IV definierte Existenzminimum auf den absolut nicht mehr unterbietbaren Satz gedrückt wird: Arrbeitgeber (einschließlich Bund, Länder und Kommunen) wollen ja ihren Arbeitnehmern so wenig wie möglich zahlen. Wenn man dabei unter die Hartz IV-Sätze gerät, fehlt der Anreiz zur Arbeitsaufnahme. Also muß Hartz IV immer noch niedriger liegen. Diese Überlegungen sind zum Teil nun überholt - es gibt jetzt einen Mindestlohtn und einen Arbeitskräftemangel. Aber es kommern auch wieder andere Zeiten.

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karljosef 17.01.2019, 06:42
9. Es kann nicht wahr sein, aber sogar die neoliberale 'ELITE' hat es

gemerkt, dass das Schonvermögen für Hartzer einer Überprüfung bedarf!

Ich habe schon häufig beschrieben, dass man als 65-jähriger nicht mehr als 10.500 Euro Sparvermögen haben darf.
Ansonsten ist derzeit nischts mit HartzIV als Langzeitarbeitsloser.

Meine auch schon hier gestellte, resultierende Frage:
Ob die Grundkenntnisse der politischen Elite in Mathematik wohl ausreichen würden, um auch nur eine Azubi-Stelle in der Wirtschaft zu bekommen.

Zweifel sind da wohl angebracht!

Polemisch lachende Grüße

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