Forum: Kultur
Hartz-IV-Talk bei "Maischberger": Hart aber fair?
WDR/ Peter Rigaud

Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger sind derzeit ein Fall für die Verfassungsrichter. Sandra Maischberger diskutierte deshalb mit ihren Gästen über die Frage: Wie hart darf der Sozialstaat sein?

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a.maniac 17.01.2019, 15:41
90.

Zitat von coyote38
Jeder Mitarbeiter eines Ordnungsamtes stellt Strafzettel für Falschparken ohne gerichtliche Anhörung und Rechtsbeistand für den Fahrzeughalter aus. Denn hier geht es nicht um eine "Straftat", sondern um eine "Ordnungswidrigkeit". Und genau so verhält es sich Fall des Jobcenters auch. Und selbstverständlich ist es zulässig, Grundrechte einzuschränken. Fragen Sie mal Polizisten und Soldaten ... die dürfen beispielsweise ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung nicht uneingeschränkt wahrnehmen ... ebenso dürfen sie sich nicht uneingeschränkt politisch betätigen. Und all diese Menschen sind keineswegs vorher "gerichtlich verurteilt" worden. --- Also, "wenn man keine Ahnung hat ... einfach mal Fr**** halten" ...^^
Auf so ein Mist muss man erst einaml kommen...

Ich gratuliere zum Schwachsinn des Tages!

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r-m 17.01.2019, 16:06
91. Sanktionen für ARGE Mitarbeiter

Ich finde in dem Fall wäre es super wenn die Presse uns die Möglichkeit gibt unsere erlebten Geschichten inkl der Namen der Mitarbeiter in Fernsehen und Zeitung zu nennen. Möglichst so lange bis selbst deren Nachbarn angewidert von deren Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen sind. Das wäre auch das einzige was zu Veränderungen führen würde. All der Rest Gerichtsverhandlungen etc triftt nicht die richtigen Leute und bewirkt in einem Staat in dem Recht und Gerechtigkeit zwei Paar Schuhe sind leider nichts.

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augu1941 17.01.2019, 16:14
92.

Zitat von grouchomax
Und so gab und gibt es Mitmenschen, die in keinem Job glücklich werden, mit denen im Job auch keiner glücklich wird. Früher wurden solche, so es möglich war, von der Familie durchgeschleppt. In unserer gar nicht so ärmlichen Gesellschaft machen viele aber es zu einem Riesenproblem, dass es besagte Unglücksmenschen gibt.
Wenn die dauerhaften Hartz-4 Empfänger nur die besagten Unglücksmenschen sind (die nicht wollen und nicht können), ist es wohl eine akzeptable Lösung, wenn der Staat sich durch die nicht allzu hohe Geldleistung Hartz-4 um ihren Lebensunterhalt kümmert,
( und nicht die Familie, die nicht nur finanziell, sondern auch psychisch stark belastet würde). Es gibt wohl aber auch Clevere, die durchaus arbeiten können (ohne durch Stress kaputt zu gehen) und die Hartz-4 als Grundversorgung betrachten, die durch gelegentliche Schwarzarbeit beträchtlich aufgebessert wird. Das könnte man eigentlich eine gewisse Zeit tolerieren (ohne Abzüge bei Hartz-4), dann wäre aber endgültig Schluss, zumindest für einige Jahre.danach.
Die Schwierigkeit ist aber zu unterscheiden, wen man vor sich hat, einen aus Gruppe 1 oder aus Gruppe 2.
Bei denjenigen aus Gruppe 1 wären aber auch staatlich vermittelte Angebote zu geringer Beschäftigung mit Betreuung erforderlich. Wer psychisch ganz starke Probleme hat, kann in geschützten Werkstätten unterkommen, wessen Probleme (längere Zeit täglich zu arbeiten) medizinisch nicht so signifikant sind, der kann nur Hartz-4 er werden.

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fritz75 17.01.2019, 16:26
93. behandelt wie ein Kleinkind?

Ich bin Arbeitsvermittler. Von 7 Terminen kamen 2 heute garnicht, ohnd Aaasage oder wenigstens eine e-mail, die anderen sämtlich zu spät, teils mehr als 15 Minuten. Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es irgendwann heraus. Täglich muß man sich anlügen lassen, teils fadenscheinigen Blödsinn über sich ergehen lassen, der einem aufgetischt wird. Es gibt eine gesetzliche Grundlage für unsere Arbeit. Und wenn man diese Arbeit ausführt und teils noch mehr als ein Auge zudrückt, alles möglich macht, was nur irgendwie geht, dann kann ich Kollegen verstehen, denen irgendwann die Hutschnur reißt, wenn der ach so arme Kunde erst um eine Qualifizierung bettelt und dann die mehrere tausend Euro teure Maßnahme in den Sand setzt, weil die Freundin schluß gemacht hat oder die Oma gestorben ist. Ich mache meinen Job, möge der Kunde seinen machen, sprich pünktlich kommen, gewaschen wenns geht und sich an Absprachen halten. Nicht mehr und nicht weniger.

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r-m 17.01.2019, 16:52
94. r-m

Und deshalb darf der Hartz 4 Empfänger der seine Eltern früh verloren hat und nur noch seine Oma hat, zu dem Zeitpunkt ihres Todes nicht so trauern wie ein Normaler Mensch sondern soll vollkommen fertig und ohne jegliche Auffassungsgabe den Termin wahrnehmen?? Wenn das die Quintessenz ist okay, dann haben wir als Sozialstaat ein Problem, das Sozialverhalten wird hier ja vollkommen ignoriert. Ich habe noch keine Schulung erlebt die dem Teilnehmer mehr gebracht hätte, als das sein Vermittler daraufhin einen Eintrag vornehmen kann das dieser Zeit X versorgt ist und er nachweisen kann das er seinen Job gut gemacht hat! Sicher haben Sie wie oben beschrieben viele Leute die sich nicht korrekt verhalten. Andersherum behaupte ich es gibt die gleiche Anzahl an Qualifizierten jungen Arbeitssuchenden, diese Sagen umgekehrt genau das gleiche über Sie! Möglicherweise weil Sie Person A so behandeln wie Person B. Wenn ein Arbeitssuchender Hartz 4 Empfänger nach einem 5 Tägigen Aufenthalt in einer anderen Stadt sich danach persönlich mit Personalausweis vor Ort zurück melden muss, er Fahrtkosten und alles erstattet bekommt und 2h durch die Gegend fährt ohne irgendeinen größeren Sinn ausser dem des Geldverbrennens. Dann zweifel ich die Sinnigkeit dieser Tätigkeit an, natürlich. Ich behaupte Verbrecher werden hier besser gestellt. ;) Wenn ein Sachbearbeiter keine Eigenen Entscheidungen mehr treffen darf, sondern nur noch aus Büchern sein zukünftiges Verhalten gegenüber Sozialleistungsempfängern entnimmt, welche dringend mehr benötigen um dort raus zu kommen. Dann hat das System versagt. Wenn alle 6 Monate der Sachbearbeiter gewechselt wird und die neuen Sachbearbeiter wieder bei 0 anfangen sich 0 für das Individium vor einem Interessieren und bei gebildeten Mitmenschen restlos überfordert sind? Dann hat das System restlos versagt. Am Ende denke ich das an beidem, Dem Was Sie erlebt haben und dem was ich erlebe etwas dran ist. Ändern wird sich aber nur etwas wenn beide Parteien unzufrieden sind und aucch etwas ändern möchten den das System wird vom Arbeitsministrium absolut sich selbst überlassen ohne Sinnigen Fortschritt.

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zylinderkopf 17.01.2019, 16:53
95.

Das große Problem bei H4 ist die fehlende Berücksichtigung der geleisteten Lebensarbeitszeit und der bisherigen Berufslaufbahn. Wer 20 30 40 Jahre berufstätig war und dann nach zwei Jahren formell einer Rakete wie diesem Kevin gleichgestellt wird oder einem Sozialschmarotzer wie bei aug1941, der kann nur wütend werden bei solchen Auftritten wie gestern Abend von diesem Kevin (war der wirklich echt...) oder auch diesem Weichei Habeck. Wenn die SPD das wieder zurückdreht, wird sie auch wieder wählbar, davon bin ich fest überzeugt.

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competa1 17.01.2019, 16:55
96. Was waren denn die Anlässe..

Zitat von fritz75
Ich bin Arbeitsvermittler. Von 7 Terminen kamen 2 heute garnicht, ohnd Aaasage oder wenigstens eine e-mail, die anderen sämtlich zu spät, teils mehr als 15 Minuten. Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es irgendwann heraus. Täglich muß man sich anlügen lassen, teils fadenscheinigen Blödsinn über sich ergehen lassen, der einem aufgetischt wird. Es gibt eine gesetzliche Grundlage für unsere Arbeit. Und wenn man diese Arbeit ausführt und teils noch mehr als ein Auge zudrückt, alles möglich macht, was nur irgendwie geht, dann kann ich Kollegen verstehen, denen irgendwann die Hutschnur reißt, wenn der ach so arme Kunde erst um eine Qualifizierung bettelt und dann die mehrere tausend Euro teure Maßnahme in den Sand setzt, weil die Freundin schluß gemacht hat oder die Oma gestorben ist. Ich mache meinen Job, möge der Kunde seinen machen, sprich pünktlich kommen, gewaschen wenns geht und sich an Absprachen halten. Nicht mehr und nicht weniger.
..für diese 7 Termine.Solten 5 darin bestehen,den ALG II Empfänger zur 3. Massnahme"Wie schreibe ich eine Bewerbung" zu verpflichten?Zu solchen Terminen wäre ich auch nicht erschienen.
p.s. sind Sie noch nie 15 Minuten zu spät zur Arbeit erschienen?

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mwrocklage 17.01.2019, 16:58
97. Habe Herrn Lindner bislang für gut informiert gehalten,

Die Zeiten sind jetzt vorbei. Würde krank, dann obdachlos und ERST danach arbeitslos. Ein Jahr Arbeitslosengeld, bei den Gesprächen mit dem Vermittler gab es nur geistigen Dünn.....! Dann nach 30 Jahre Arbeit, 2 erlernte Berufe gab es H4. Dachte es geht nicht schlimmer, oh wie ich mich geirrt habe. Täglich zum Jobcenter um 13,47 Euro Check abzuholen, jeden Tag! Unterstützung absolute Fehlanzeige, jeden Tag Schikanen. Von Vermittlung war garnicht mehr die Rede. So sieht die Realität aus in der "BRD".

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coyote38 17.01.2019, 17:03
98. Was möchten Sie mir sagen ...?

Zitat von Little_Nemo
Bin ich doch jetzt schon. Was ich mit Anfeindungen meinte: Sachlich sind Ihre Einlassungen hier - trotz Ihrer vorgeblichen Qualifikation - sowohl inhaltlich, als auch formal nun wirklich nicht. Sie haben recht, dass es nicht naturgegeben ist, dass der Staat, was ja letztlich wir alle sind, ob arbeitend oder nicht, für die Abgehängten aufkommt. Unser Staat hat sich aber dafür entschieden und davon immer wieder profitiert, wie man sehen kann. Er hätte es freilich besser tun können, denn gerade Hartz IV hat die stille Reserve an Arbeitskräften, die die Leistungsempfänger ja hätten sein können und zum Teil auch sind, sehr geschwächt und, um es mal so kühl ökonomisch zu benennen, teils unbrauchbar gemacht. U.a. deshalb haben wir jetzt einen Fachkräftemangel, denn was Menschen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln nicht leisten können, werden sie auch nicht leisten. Berufsausbildung z.B. Und wenn sie erst gesundheitlich gezeichnet und ausgebrannt sind ist eh Feierabend. Vor allem wenn man dann versuchen muss mit einem derart maroden und chronisch überforderten Verwaltungssystem wie dem der Agentur für Arbeit und der Jobcenter etwas aus ihnen herauszuholen.
Der Staat "profitiert" davon, dass er jedes Jahr knapp 150 Mrd. Euro für Sozialleistungen aufwendet ...? Das, mit allem schuldigen Respekt, halt ich für ein Gerücht. Aber da Sie diese steile These ja selbst nicht weiter begründen, gehe ich einmal davon aus, dass die Aussage unter "eine starke These ist besser als ein schwacher Beweis" abzuheften ist. WENN es denn tatsächlich einen Fachkräftemangel GÄBE, dann würden Löhne und Gehälter seit Jahren steil ansteigen. Denn Angebot und Nachfrage regeln den Preis ... auch den Preis von Arbeit. Und WENN die Leistungsempfänger in den Jobcentern diesen eingebildeten Fachkräftemangel tatsächlich beheben KÖNNTEN, dann hätten wir exorbitante Vermittlungsquoten. Beides ist jedoch nicht der Fall. Also stellen Sie einen Zusammenhang her, der einer Wirklichkeitsüberprüfung nicht standhält. Der "Fachkräftemangel" ist Resultat der Weigerung der Industrie, adäquate Löhne zu zahlen und - wie dies in der Vergangenheit ja getan wurde - die benötigten Fachkräfte selbst auszubilden. Stattdessen erwartet die Industrie, dass die Fachkräfte "fertig qualifiziert mit dreißig Jahren Berufserfahrung aber nicht älter als 25 Jahre" auf den Hof gestellt werden und dann zum Mindestlohn arbeiten. Bei DEM Nachfrageprofil hääte ich auch "Fachkräftemangel". Das beiseite gelassen, gehört ein Leistungsempfänger, der aber schon mit der Berufsausbildung "überfordert" ist, auch ganz bestimmt nicht zu der von Ihnen gezeichneten "stillen Reserve an Arbeitskräften". Also, WAS möchten Sie mir eigentlich sagen ...?

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fritz75 17.01.2019, 17:10
99.

1. denke ich, kann ich sehr wohl berücksichtigen, ob jemand noch seine Eltern hat oder nicht, ob er wirklich in einem seelischen Loch steckt, oder nur nach einer Ausrede sucht. Und ja, daß wird bei einer möglichen Sanktion berücksichtigt.
2. Lernt kein Vermittler oder Sachbearbeiter aus Büchern. Im Gegenteil, es geschieht überwiegend durch Praxis. Und einen Ermessenspielraum hat man immer und der wird auch genutzt.
3. sind Maßnahmen, die dazu dienen sollen, daß jemand mal den Hintern hoch bekommt, natürch Unsinn in den Augen derer, für die sie bestimmt sind
4. eine Vielzahl der Beschäftigten kommen aus anderen Berufen, machen ihren Job gerne und gut und kennen nicht selten auch die andere Seite des Tisches. Wie gesagt, was wäre denn all den Kritikern lieber? Geld, ohne Gegenleistung? Keiner muß mehr kommen, sich bemühen? Alles unverbindlich? Ohne Konsequenzen? Um auf die Oma zurückzukommen: Was macht sojemand in einem Job? Kommt ohne Abmeldung 2 Wochen nicht und erwartet dann vom Chef noch ein Lob? Wohl kaum. Aber bei AlgII ist es ist ja nur das Geld von anderen, da muß man ja keine Verantwortung zeigen. Es ist genau dieses verhalten, daß dazu führt, wenn einer ewig ohne Arbeit ist oder sich von Kündigung zu Kündigung hangelt.

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