Forum: Kultur
Hass im Internet: Der Shitstorm, das sind wir alle
DPA

Wir wüten, wir hassen, wir pöbeln: In Foren, Blogs und Hassvideos fühlen wir uns mächtig. Doch wie wird die millionenfache Häme im Netz sich langfristig auf unsere Gesellschaft auswirken?

Seite 1 von 13
artusdanielhoerfeld 07.06.2014, 14:43
1. Na ja, Frau Berg...

...wer im Glashaus sitzt...
Oder halten Sie ihre Artikel etwa für grundsätzlich objektiv, fair und zurückhaltend?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dg19de 07.06.2014, 14:44
2. Prognose

Was macht der alltägliche Shitstorm mit uns? Ich denke, es gibt, ganz allgemein gesprochen, zwei Kategorien, wie damit umgegangen wird: Die Ängstlichen werden versuchen, den Kopf in den Sand zu stecken, werden versuchen, ganz brav und unauffällig zu sein, um nicht davon getroffen zu werden.
Die anderen werden folgendermaßen reagieren: Da der Shitstorm aufgrund der Beschränktheit der meisten Menschen und der bequemen Möglichkeiten, einen solchen zu veranstalten, zu etwas ganz Alltäglichem werden wird, werden diese Menschen, welche die große Mehrheit stellen, sich einfach daran gewöhnen und dieses Ereignis als so unabänderlich und irrelevant wie Regenwetter einstufen.
Um bei der Metapher zu bleiben: Wenn es regnet, nimmt man einen Regenschirm oder schlägt die Kapuze hoch. Wenn es einen Shitstorm gibt, lässt man das dumme Hassgeschwätz die paar Tage laufen, die es eben dauert, bis der Erregungs - Regenschauer weitergezogen ist, und denkt sich ansonsten seinen Teil. Schließlich ist die große Mehrheit der Menschen dumm, sollen diese Trottel doch ihren Blödsinn daher reden. Irrelevanter Käse ohne echten Konsequenzen, außer man hat ein schwaches Nervenkostüm. Ernst Jüngers "Anarch" - Haltung ist ein guter Umgang damit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kategorien 07.06.2014, 14:45
3. Also Masse

Wütende Journalisten oder Politiker hat es immer gegeben, also geht es um die Anzahl der wütenden öffentlichen Akteure, nicht wahr? Dann könnte es heißen: Dass wir Journalisten benötigen, die damit umgehen können, so wie wir Politiker, Künstler und Wissenschaftler haben, die das können. In einer Massenöffentlichkeit geht es um Macht, nicht um Sachlichkeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein klassischer Kolumnist oder Priester Schwierigkeiten damit hat, dass ihm seine Zuhörer Fragen stellen, ferner, dass sich durch diese aggressive Verbundenheit echte Fans herausschälen, die alles mitmachen, das man macht. So etwas entsteht nur durch die Masse.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
unky 07.06.2014, 14:58
4. Traurig, aber wahr

Ich wünschte mir mehr Respekt füreinander - auch im Internet bei anonymen Kommentaren. Leider geht die gegenseitige Achtung der Menschen immer mehr verloren. Das ist für die Gesellschaft insgesamt eine traurige und gefährliche Entwicklung, denn wenn es an Respekt fehlt, geht auch der Gemeinsinn verloren - jeder ist sich nur noch selbst der nächste. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung sind auch die Medien; vor allem auf Krawall gebürstet, vermitteln sie ein Menschenbild, das einfach nur zum K... ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lufthans 07.06.2014, 15:05
5. Ereignislosikeit

Sehr geehrte Frau Berg, vielen Dank für den Artikel- sehr treffend. Meine Jugend verbrachte ich in einer Kleinstadt. Das Leben war so ereignislos, dass aus lauter Langeweile andere gedemütigt, beleidigt und ins Abseits katapultiert wurden. Aus purer Langeweile wurden Seelen verletzt und mit Sicherheit sind viele davon bis heute nicht verheilt. Und heute? Die Leute, die chronisch im Internet als Wutbürger auftreten, sind aus meiner Sicht von ihrem eigenen Leben gelangweilt. Der Wutbürger schreit andere an, obwohl er sich selbst und sein belangloses Dasein meint. Ich mag kritische Menschen, wenn es aus Überzeugung, Reflexion und Respekt geschieht. Solche Leute braucht die Gesellschaft, sie bringen uns alle weiter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kinngrimm 07.06.2014, 15:30
6. was wenn es das alles nicht mehr gibt?

Eine Welt ohne Gewalt, Haß, Zerstörung und Schmerz. Ich selbst mag diese Dinge ganz bestimmt nicht, was aber wenn wir so eine Welt einmal erreichen würden? Wird uns das dann Glücklich machen und wie würde soetwas aussehen? Diese durchaus negativen Dinge haben aus Sicht nachkommender Generationen auch immer etwas positives geleistet will ich behaupten.

Erneuerung, Abschafung von Mißständen, Aufbau von Wiederständen gegen Mißstände, Umsetzung neuer gesellschaftlicher Konzepte nach der wegrevolutionierung der Altvorderen und ewig gestrigen.

Eine Bewfürchtung die mit unserer besseren medizin daher kommt, sollten wir wirklich unser alter auf über 100 JAhre regelmäßig boosten und utopischer weise sogar unsterblichkiet durch Zellreprogrammierung erlangen, dann würde sich doch irgendwann nichts mehr Ändern, politsch/gesellschaftliche Stagnation. Im vergleich manche würden es als banal dazu shen was würde aus Kunst und Kultur, ohne die Reibungspunkte der Schmerzen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mattutat 07.06.2014, 15:38
7. Doppeltverglastes Glashaus

Zitat von artusdanielhoerfeld
Na ja, Frau Berg, wer im Glashaus sitzt... Oder halten Sie ihre Artikel etwa für grundsätzlich objektiv, fair und zurückhaltend?
Das ist doch schon mal ein Anfang: Man hält der Autorin vor, bestimmte Kriterien nicht einzuhalten, obwohl die Autorin an keiner Stelle solche Kriterien erwähnt, geschweige denn deren Einhaltung gefordert hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Loddarithmus 07.06.2014, 15:41
8. Naja, zu allererst fühle i c h mich ...

... im Alltag von denen, die an den Hebeln sitzen, gewaltig durch den Kakao (um eine andere braune Substanz zu vermeiden) gezogen. Irgendwann platzt dann der Kragen, und ich werfe mit besagter Substanz nach denen. Das ist kein Hass, vielmehr eine kindliche Form der Notwehr. Mit der Zeit werde ich auch da erwachsen, und es wird sinnvoller Widerstand daraus. Kein schlechter Weg, denke ich. Vielleicht sogar ein notwendiger.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kasob 07.06.2014, 15:48
9. Shitstorm der Sesselfurzer

Aufregen tun die sich die alles haben, über Dinge die sie für wichtig halten. Hauptsache die Autobahnen sind frei und die Müllabfuhr kommt pünktlich, wehe wenn nicht . Auf die Straße gehen mit einem Schild in der Hand und protestieren? Geht gerade nicht man muß den neuen DVD Rekorder programmieren. Von zu Hause aus ist auch bequemer. Und ehrlich gesagt vor denen und Ihren Shitstorm braucht man keine Angst haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 13