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Hass im Internet: Der Shitstorm, das sind wir alle
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Wir wüten, wir hassen, wir pöbeln: In Foren, Blogs und Hassvideos fühlen wir uns mächtig. Doch wie wird die millionenfache Häme im Netz sich langfristig auf unsere Gesellschaft auswirken?

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Julian Estragon 14.06.2014, 18:13
120. Sibylle im Glashaus...

Wie war das im letzten Jahr, als Herr Brüderle wegen einer harmlosen Bemerkung in den Shitstorm kam und Frau Berg ordentlich mitgepöbelt hat? Hat sie da auch nur ihre Langeweile und ihren Lebensfrust rausgelassen? Oder sind Feministinnen die einzigen Geschöpfe, die sich aus rein moralischen Gründen echauffieren?

Man sollte sich folgendes hinter die Ohren schreiben: Die Richtigkeit einer Kritik ist unabhängig von den Motiven des Kritikers. Eine wahre Aussage wird nicht falsch, wenn derjenige, der sie vorträgt von Ressentiments oder Langeweile angetrieben wird. Schon deshalb ist es mieser Stil, auf eine Kritik mit Spekulationen über die mutmaßlichen Motive des Kritikers zu reagieren. Man sollte immer "ad rem", also in der Sache, argumentieren, und nicht "ad hominem". Das gilt sowohl für die Kritik an Feministinnen, denen man früher gerne Hysterie und weibliche Minderwertigkeitsgefühle unterstellt hat, als auch für - beispielsweise - für die Beschneidungsdebatte, die für Frau Berg nur "Weiden an Männerleiden" gewesen ist. Unnötig zu sagen, dass Frau Bergs Reaktion etwas anders ausgefallen wäre, wenn der Bundestag damals die Klitorisvorhautbeschneidung legalisiert hätte.

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