Forum: Kultur
Hass im Internet: Der Shitstorm, das sind wir alle
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Wir wüten, wir hassen, wir pöbeln: In Foren, Blogs und Hassvideos fühlen wir uns mächtig. Doch wie wird die millionenfache Häme im Netz sich langfristig auf unsere Gesellschaft auswirken?

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DJ Doena 07.06.2014, 16:12
10.

Zitat von unky
Ich wünschte mir mehr Respekt füreinander - auch im Internet bei anonymen Kommentaren. Leider geht die gegenseitige Achtung der Menschen immer mehr verloren. Das ist für die Gesellschaft insgesamt eine traurige und gefährliche Entwicklung, denn wenn es an Respekt fehlt, geht auch der Gemeinsinn verloren - jeder ist sich nur noch selbst der nächste. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung sind auch die Medien; vor allem auf Krawall gebürstet, vermitteln sie ein Menschenbild, das einfach nur zum K... ist.
Blödsinn. Die "Gemeinen" haben auch schon vor 800 Jahren liebend gerne ihr faules Gemüse gegen den am Pranger stehenden geworfen, obwohl sie größtenteils nicht mal wussten, was dieser angestellt haben soll.

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herr_neudeck 07.06.2014, 16:13
11. Hach, Frau Berg Sie haben es auch schon schwer mit den modernen Medien.

Moin Frau Berg,
moin an alle anderen,

tscha, wenn ich mir diesen Artikel so anschaue gebe ich Ihnen natürlich schon mal grundsätzlich recht (von wegen Weltherrschaft und so).

Ich bin jetzt mittlerweile schon 47 und bekomme in letzter Zeit immer öfter "den Ahlers".

Zur Erklärung: Herr Ahlers ist eine fiktive Person aus der täglichen Kurz-Comedy "Frühstück bei Stefanie" auf NDR2 am morgen.

Ein Ehemaliger Postbeamter
(oder Bahnbeamter, was auf das Gleiche hinausläuft, ein Deutscher Spießbürger der Güteklasse A)
der völlig ausflippt wenn Udo
(auch fiktiv und Besucher von Stefanie´s Frühstücks-Bistro und ein absoluter Schlamperich und Nassauer also das genaue Gegnteil von Herrn Ahlers)
in das Panini-Sammel-Buch nicht die Originale von Panini einklebt sondern die von Hanuta oder irgendeiner anderen Fussball-WM Edition von irgendeinen anderen Hersteller.

Der fiktive Herr Ahlers regt sich dann ziemlich stark auf und bezeichnet diese Handlung als "Urkundenfälschung".

Irgendwann hab ich festgestellt das ich manchmal auch so denke und dann "drehe ich hoch" wie einer meiner besten Freunde feststellte (übrigens kein Postbeamter und kein Nassauer und selber ein kleiner Herr Ahlers).

Was will ich damit sagen?
"Keine Ahnung, schönen guten Abend", lag mir auf der Zunge...hab ich dann aber doch lieber nur als Zitat geschrieben.

In Wirklichkeit bekomme ich von diesen "Shit-Storms" überhaupt nichts mit.

Klar, in dem Alter kann der froh sein überhaupt noch etwas mit zu kriegen, denken jetzt vermutlich die jüngeren unter den Lesern und die haben recht.

Ich bekomme davon "überhauptreingarnüscht" mit da ich kein Twitter, Facebook und was da sonst noch "kreucht und fleucht" im "Neuland" (also im "Internetz") nutze.
Wozu auch?
Wenn etwas wirlich wichtig ist taucht es in den Nachrichten auf oder die gute alte Bundesrepublickanische Staatsanwaltschaft tritt auf den Plan und kündigt den Beginn der Ermittlungen an (oder auch nicht)

ACHTUNG FAZIT: ........und das ist auch gut so.

Dieses ganzen sogenannten "Shitstorm´s" sind Auswüchse der Menschen die Ihre "Social-Networks" ohne Verstand oder mit zu Viel Zeit nutzen.

Wenn mich etwas richtig nervt schreib ich meinem Bundestagsabgeordneten oder vieleicht Ihnen hier in diesem Forum oder ich mache beim "Herrengedeck" mit meinen Freunden "den Ahlers".

Wie Sie schon vortrefflich am Schluss feststellten, das Wetter ist schön, das Essen war gut....was will man mehr?

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denkmal! 07.06.2014, 16:17
12. Etwas hysterisch

".......Denken Künstler die Rezeption des Wütenden bereits mit? Hat jeder Angst vor der Überwachung, der Anzeige, den Kommentaren, und wie wird unsere Welt aussehen, wenn ...."
Na ja. Mann gewoehnt sich an sie. Alle andre Male lesen, why not. Etwas hysterisch, etwas chaotisch, Aussage gleich null. Passt gut zu anderen Medien. Und Kuenstler heutzutage denken NUR an die Rezeption der Wuetenden, Insofern ist die Berg ja schon fast eine Kuenstlerin.

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Whitejack 07.06.2014, 16:17
13.

Zitat von artusdanielhoerfeld
...wer im Glashaus sitzt... Oder halten Sie ihre Artikel etwa für grundsätzlich objektiv, fair und zurückhaltend?
Sie hat sich da ja durchaus auch mit eingeschlossen.

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Spiegelkritikus 07.06.2014, 16:33
14. Wichtig sind offene Diskussion und begründeter Protest

Zitat von sysop
Wir wüten, wir hassen, wir pöbeln: In Foren, Blogs und Hassvideos fühlen wir uns mächtig. Doch wie wird die millionenfache Häme im Netz sich langfristig auf unsere Gesellschaft auswirken?
Natürlich gibt es viel Häme im Netz und es schreiben auch massenhaft Frustrierte. Dabei stellt sich aber immer die Frage, ob jemand seinen persönlichen Frust (woher auch immer) im Netz abreagiert oder ob das jeweilige Thema (Nachricht, Kolumne etc.) kaum eine andere Reaktion zulässt, als sich zu empören und dagegen zu wettern. Hass, Wut und Pöbelei sind freilich unangebracht, führen nicht weiter und verhärten unnötig die "Fronten". Kritik sollte allemal auf die Macht des besseren Arguments vertrauen und fair bleiben.

Ein "millionenfaches" Publikum haben übrigens allenfalls jene, die sich an exponierter Stelle im Netz äussern und Slash oder einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, so beispielsweise Politiker, Redakteure, Kolumnisten, Künstler, Wissenschaftler, bekannte Blogbetreiber usw..
Zudem ist das Verfallsdatum von Äusserungen im extrem schnelllebigen Internet sehr kurz. Kurt Tucholsky müsste sein Diktum: Nichts ist älter als eine Zeitung von gestern, heutzutage revidieren und von Netz-Mitteilungen aller Art sprechen.

Dieser Umstand betrifft auch wesentlich die langfristigen Auswirkungen
auf die Gesellschaft: Wenn eine breite Aufregung oder ein sog. Shitstorm so rasch kommt und vergeht wie ein Gewitter, dann werden die meisten Betroffenen ziemlich gelassen damit umgehen oder das Ganze soweit möglich schlicht ignorieren. Sie werden also unsere Regierungspolitiker nachahmen, obwohl gerade denen eine intensive Auseinandersetzung mit der Kritik im Netz zur Erweiterung des geistigen Horizonts besonders gut täte.

Wer im Netz oder sonstwo publiziert, der muss bereit sein, mit Kritik zu leben und jeder kann schliesslich dazulernen und Ansichten ändern. Natürlich gehört ein gewisser Mut dazu, sich zu exponieren und so wie Stephane Hessels auch politisch "Inkorrektes" zu äussern, sprich: sich nicht dem Mainstream anzupassen. Für die Gesellschaft sind genau solche Menschen sehr wichtig, sie lösen politische Diskussionen aus und regen zum Nachdenken an und damit hapert es bezogen auf die breite Masse auch in Deutschland gewaltig.

Da die Kontrollfunktion der Leitmedien bekanntlich rückläufig ist, ist zunehmend die informierte, kritische Bürgerschaft gefordert und dabei spielt das Netz eine wichtige Rolle. Legitimer Protest darf sich freilich nicht im Netz erschöpfen, sondern muss nach wie vor aktiv in die Öffentlichkeit getragen werden.

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katzekaterkarlo 07.06.2014, 16:34
15. Einfach zu lösen.

Keine Pseudonyme sondern Klarnamen und echte Personen. Solche die für ihre Meinung persönlich haften.
Und schon ist das Thema gegessen.

Fangt mit euren Lesern doch einfach mal an. Oder hilft der unqualifizierte Mist, für den Niemand steht, irgend jemandem weiter?

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hirzer68 07.06.2014, 16:40
16. es ist

heutzutage modern und zum Hobby geworden, gegen irgendetwas anzustaenkern. Nur so wird die Sucht, irgendwie aufzufallen, befriedigt.

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Newspeak 07.06.2014, 16:44
17. ...

Wir wüten, wir hassen, wir pöbeln: In Foren, Blogs und Hassvideos fühlen wir uns mächtig. Doch wie wird die millionenfache Häme im Netz sich langfristig auf unsere Gesellschaft auswirken?

Positiv. Und das ist ganz unironisch gemeint.

Nehmen wir mal an, der Shitstorm sei was originär Neues in der Weltgeschichte. War es früher besser?

Die ach-so-kontrollierten Bürger der Vergangenheit haben jedenfalls zwei Weltkriege verursacht bzw. unterstützt. Ganz ohne Internet, Computerspiele und Online-Foren. Hmm, das gibt schonmal zu denken.

Und wie war das mit der Französischen Revolution? Wenn das mal keine Wutbürger waren, die ihren Frust abgebaut haben. Der damalige "Shitstorm" hat aber reale Leute ihren realen Kopf gekostet. Das ist wohl was Anderes als ein ignorierbarer Online-Kommentar, der schneller vergessen wird, als er geschrieben ist.

Oder denken wir an den früher überall verbreiteten Lynchmob. Spontane, kollektive Erregung. Aber ebenfalls mit anderen Folgen für das Opfer.

Demgegenüber stehen dann Zeiten des "Friedens", in denen jeder, so gut er konnte, öffentliche Fassaden aufbaute...grundsätzlich verlogen bis ins Mark, aber dafür shitstormfrei. Bis zu einer der üblichen Revolutionen oder Kriege im 30-jährigen Generationenwechsel.

Fazit: Der Shitstorm ist positiv. Einerseits ermöglicht er das Ablassen und Öffentlichmachen von Frustrationen, heilsam entzaubernd für alle Verlogenheiten der Welt, andererseits tut er dies aber ohne körperliche Aggression, beleidigend oft, aber ehrlich gesagt eben auch oft zu Recht. Fehlentwicklungen sind früher zu sehen und können mit weniger Kollateralschaden abgewickelt werden.

Und das ist vielleicht gleichzeitig der große Nachteil. Manches wird eben doch nur durch Revolutionen entschieden.

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Newspeak 07.06.2014, 16:49
18. ...

Zitat von katzekaterkarlo
Keine Pseudonyme sondern Klarnamen und echte Personen. Solche die für ihre Meinung persönlich haften. Und schon ist das Thema gegessen. Fangt mit euren Lesern doch einfach mal an. Oder hilft der unqualifizierte Mist, für den Niemand steht, irgend jemandem weiter?
Dieser qualifizierte Beitrag zum Thema "Klarnamen im Internet" wurde ihnen präsentiert von "katzekaterkarlo".

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anamarie 07.06.2014, 16:56
19. ha

Zitat von katzekaterkarlo
Keine Pseudonyme sondern Klarnamen und echte Personen. Solche die für ihre Meinung persönlich haften. Und schon ist das Thema gegessen. Fangt mit euren Lesern doch einfach mal an. Oder hilft der unqualifizierte Mist, für den Niemand steht, irgend jemandem weiter?
aber selber versteckt, katzekaterkarlo. aber, es ist doch egal, ob nahme oder nicht, diese meinung gibt es gerade, und sie versucht mitzuerklären. als: teil einer lebendigen masse die sich bewegt, und durch ihre bewegung neue formen formt. ist doch spannend! gruß an kater karlo von der kleinen schwarzen katze...

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