Forum: Kultur
Hass und Toleranz: Menschen mit Angst und solche ohne
DPA

Die einen reden berechtigt von Heimat und Werten, die anderen von Toleranz. Dazwischen ist ein Graben mit Vorurteilen gefüllt. Wir brauchen aber keinen Hass - sondern sorgfältige politische Überlegungen, an denen alle teilhaben können.

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lupenrein 07.12.2013, 12:40
60. .............

Frau Berg hat Recht, wenn sie mehr Mitmenschlichkeit
bei der Bevölkerung der EU und besonders der BRD anmahnt.
Sie sollte aber auch einmal über des Thema 'Ursache und Wirkung' nachdenken.
Warum flüchten Menschen aus ihrer Heimat, die ihne sicher genau so wichtig ist, wie uns in Europa ?
Woher kommt in den letzten Jahren die Masse der Flüchtlinhe uind Asylanten ?
Kurz: Es sind fast ohne Ausnahme Länder, in denen
Krieg geführt wurde, von aussen gesteuerte Revolutionen und Bürgerkriege stattfanden und immer noch stattfinden , Boykotts und Handelssperren verhängt wurden und werden.
Eigentlich sollten die Verursacher all dieses Elends die Flüchtlinge aufnehmen, aber das überlassen sie
der Verantwortung Anderer.......

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zynik 07.12.2013, 12:46
61.

Zitat von ratio_legis
Den lieben gutmeindenden, jedoch ohne ökonomischen Plan ausgestatteten Mitmenschen ist's egal, die Bürden haben allerdings alle zu tragen. Da ist etwas mehr Realismus, nämlich jener, der erkennt, wieviel Solidarität gegenüber anderen Völkern dieser Erde wir uns auf Dauer leisten können, allemal nachhaltiger.
Genau da liegt doch die Wurzel des Übels: In den letzten Jahrzehnten hat sich eine vermeintlich ökonomische "Expertokratie" an die Macht geputscht. Da werden dann Zahlen gedreht und Statistiken mit gewünschten Ergebnissen erhoben um zu verschleiern, dass hinter diesem vermeintlichem Realismus genauso eine Ideologie steht. Und natürlich Profiteure.

Den "ökonomischen Sachverstand" nimmt man dabei dreist für sich alleine in Anspruch und unterstellt somit den Gegnern automatisch wirtschaftlichen Dilettantismus. Genug Bürger nehmen dann auch artig die unterwürfige Haltung an und akzeptieren die Verhältnisse. Da mag die große Umverteilung noch so offensichtlich sein.

Ein Blick nach Griechenland zeigt wie Schulden als Mechanismus dienen ganze Demokratien auszuhebeln. Auch hier wird dann gerne die ökomischen Unkenntnis der handelnden Personen bemüht und man verschweigt gerne, dass die vermeintlichen "Experten" fleissig mitgeholfen haben. Eben weil sie davon profitieren:

Haushaltskrise: Goldman Sachs half Griechenland bei Schuldenkosmetik - SPIEGEL ONLINE

Nichts gegen ökomischen Realismus, aber eine echte Demokratie MUSS auch nach anderen Regeln handeln. Wenn wir alleine nach den Regeln des "Marktes" handeln, bewegen wir uns geradewegs auf die Diktatur zu.

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ratio_legis 07.12.2013, 12:55
62. ohne

Zitat von zynik
Genau da liegt doch die Wurzel des Übels: In den letzten Jahrzehnten hat sich eine vermeintlich ökonomische "Expertokratie" an die Macht geputscht. Da werden dann Zahlen gedreht und Statistiken mit gewünschten Ergebnissen erhoben um zu verschleiern, dass hinter diesem vermeintlichem Realismus genauso eine Ideologie steht. Und natürlich Profiteure. Den "ökonomischen Sachverstand" nimmt man dabei dreist für sich alleine in Anspruch und unterstellt somit den Gegnern automatisch wirtschaftlichen Dilettantismus. Genug Bürger nehmen dann auch artig die unterwürfige Haltung an und akzeptieren die Verhältnisse. Da mag die große Umverteilung noch so offensichtlich sein. Ein Blick nach Griechenland zeigt wie Schulden als Mechanismus dienen ganze Demokratien auszuhebeln. Auch hier wird dann gerne die ökomischen Unkenntnis der handelnden Personen bemüht und man verschweigt gerne, dass die vermeintlichen "Experten" fleissig mitgeholfen haben. Eben weil sie davon profitieren: Nichts gegen ökomischen Realismus, aber eine echte Demokratie MUSS auch nach anderen Regeln handeln. Wenn wir alleine nach den Regeln des "Marktes" handeln, bewegen wir uns geradewegs auf die Diktatur zu.
Da müssen Sie etwas falsch verstanden haben. Ich meinte hier zunächst nur die zunehmende Armutszuwanderung und die Ausplünderung unserer Sozialkassen. Wir können wohl etwas Not lindern - und das tun wir seit Jahrzehnten - aber wir können und wollen in Deutschland nicht die Probleme der ganzen Welt lösen. Hinzu kommen Überfremdung und gesellschaftliche Verwerfungen, die ein ganz eigenes hochkomplexes Thema darstellen.

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lupenrein 07.12.2013, 13:03
63. .......

Speziell der Bevölkerung der BRD wird ständig und nachdrucksvoll nahe gelegt, doch viel mehr Flüchtlinge,
Asylanten , generell mehr Einwanderer aufzunehmen.
Auch aus ihrer besonderen 'Verantwortung' heraus seien sie dazu verpflichtet.
Als Beispiel werden dann immer genau jene Länder genannt, die einen beslknders großen Anteil an ausländischen Mitbürgern aufgenommen haben.
Dazu muss man sagen, dass es sich hier um die Folgen des Kolonialismus dieser Länder handelt.
So waren z.B. in Indien oder Algerien, oder Mali
sehr viele Einheimische aus diversen Gründen zu Staatsbürgern von GB oder FR erklärt worden.
Diese hatten damit ein Recht, als Staatsbürger dort einzuwandern. Sie wurden also nicht aus
Humanität etc aufgenommen, sondern sie hatten
als Staatsbürger das Recht dazu.

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ratio_legis 07.12.2013, 13:08
64. Irrtum

Zitat von lydisch
Keine Sorge, lieber ratio_legis, auch wir Gutmenschen sind Realisten. Deshalb wissen wir ja auch, das Geld satt vorhanden ist. Es ist in großen Mengen nur in den falschen wenigen Händen. Nichts in unserem Land müsste an zu wenig Geld scheitern.
Sie haben es nicht verstanden: Wir (alle) zahlen TÄGLICH 220.000.000 €, in Zahlen: Zweihundertzwanzig Millionen Euro nur an Zinsen für die Schulden, die der deutsche Staat angehäuft hat. Und Sie schreiben hier "Nichts in unserem Land müsste an zu wenig Geld scheitern" ?? Abgesehen davon, dass diese Aussage falsch ist, weil unfundiert, ist sie zudem sehr pauschal: Was bitte ist denn ALLES? Genau das sind die "Argumente" die aus dem Bauch, oder eben aus einer ideologischen Überzeugung heraus entstehen. So ernst sind sie denn auch zu nehmen. Leute wie Sie versuchen die Ökonomie Wunschvorstellungen und Moral unterzuordnen. Diese Art von Idealismus führt aber auf Dauer in den Abgrund.

Übrigens: Selbst wenn Sie alle Reichen schröpfen würden, wäre das Geld, schon wegen der Schulden aber auch wegen der viiiielen sozialen Projekte guter Menschen wie Ihnen, im Nu wieder ausgeben. Und was dann?

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4qfghei3pers 07.12.2013, 13:13
65. Sie wird nervös, wenn sie

an Asylbewerberheimen Demonstranten sieht. Kann ich gut verstehen. Wie überall wäre es wohl anders, wenn man selber Betroffene ist, gleich in der Nachbarschaft wohnt. Plötzlich sind die wenigsten noch tolerant, fordern gar eine Verlegung des Heimes. Es kommt wohl immer auf die geografische Nähe zu dem jeweiligen Brennpunkt an, die die eigene Stellung bestimmt. Sie verachtet Homophobie, kann sich womöglich nicht mal vorstellen, was homosexuelle Handlungen sind, bei denen jeder normale Mensch nur noch den Kopf schütteln kann ob dieser Verhaltensstörung. Sie teilt Menschen in Rechts und Links ein, geht nicht mal auf die durchaus berechtigten Argumente beider Seiten eingehend ein.
Diese Frau ist ein typischer Gutmensch, durch den alles verniedlicht, kleingeredet und Probleme abgewiesen werden. Solches Verhalten macht alles nur noch schlimmer, man will es allen recht machen und selber ist man ja soo gut und soo tolerant. Vielleicht wäre ein Besuch bei einem Ingenieur wertvoll. Der könnte ihr erklären, wohin unbegrenzte Toleranzen führen, nämlich zum Nichtfunktionieren von allem und jedem.

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painpainter 07.12.2013, 13:24
66. Aus dem Exil?

Ja, ich be/urteile auch gerne. Jederzeit. Da ich zeitweilig sowohl in der Schweiz als auch in Monaco weile, kann ich die ganze Debatte nicht nachvollziehen. Mein Mann pflegt immer zu sagen: "Wer mich in meinem Haus od. Staat besuchen möchte, muss es sich leisten können, od. etwas anderes anzubieten haben." Ich denke, dass Sie und ich, Frau Berg, mehr finanziellen Aufwand für unsere Körperpflege betreiben, als die sozial schwache Unterklasse Deutschlands zur Bewältigung ihrer Mietkosten aufbringt. Schon allein aus diesem Grund erübrigt sich die Teilnahme an irgendeiner der "deutschen Themendiskussionen".
Finden Sie nicht, Frau Berg?

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Spiegelkritikus 07.12.2013, 13:27
67. Plädocer für kritischen Diskurs und ebensolche Toleranz

Zitat von sysop
Die einen reden berechtigt von Heimat und Werten, die anderen von Toleranz. Dazwischen ist ein Graben mit Vorurteilen gefüllt. Wir brauchen aber keinen Hass - sondern sorgfältige politische Überlegungen, an denen alle teilhaben können.
Frau Berg hat offenbar das Bedürfnis verspürt, aufgrund der Kritik ihres letztwöchigen pauschalen Toleranzplädoyers etwas zurückzurudern und die sozialen wie politischen Realitäten differnzierter zu betrachten. Bei einigen Abschnitten fühlte ich mich an meinen Kommentar "Toleranz" zu ihrer letzten Kolumne erinnert (http://forum.spiegel.de/f22/s-p-o-n-...-107372-4.html).

Darin fordere ich u.a. eine kritische Toleranz bzw. das Vermeiden von falscher Toleranz. welche geeignet ist, die Grundfesten eines Gemeinwesens zu untergraben. Die Veränderung einer Gesellschaft, also der soziale Wandel, kommt nicht wie eine Höhere Macht über sie, sondern ist in vielerlei Hinsicht politisch steuerbar, Menschen machen und gestalten die Geschichte. Dem trägt nun auch Frau Berg Rechnung, wenn sie von notwendigen "sorgfältigen politischen Überlegungen" bzw. Entscheidungen spricht.

Für unsere Gesellschaft sind weder ein rigides Bewahren und Abschotten, noch ungesteuerte Veränderung und grenzenlose, absolute Toleranz machbar und erstrebenswert. Hass ist erst recht keine Lösung, dafür aber ein offener, breiter politischer Diskurs über die Gestaltung der Zukunft. Keine der beiden grundsätzlichen Gruppierungen darf ihre Positionen einem solchen kritischen Diskurs entziehen und über die der anderen stellen. Das ist eine entscheidende Voraussetzung für das Gelingen der von mit favorisierten kritischen Toleranz.

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aristoteles456 07.12.2013, 13:33
68. Schweiz

Liebe Frau Berg

Sie haben sehr Recht mit Ihrer heutigen Kolumne. Wie wäre es denn, wenn Sie ihr Kolumne auch in einem Schweizer Presseorgan veröffentlichen würden. Sie leben ja in der Schweiz, einem Land, in dem seit Jahren die Angst vor allem Fremden von der SVP und anderen Parteien geschürt wird, wo Ausländer an der Wohnungsnot, an verstopften Strassen und überfüllten Zügen Schuld sind und Asylbewerber "zu ihrem eigenen Schutz" das öffentliche Schwimmbad nicht besuchen dürfen. Sie müssen jan nicht in der "Weltwoche" veröffentlichen.

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dimmuborgir 07.12.2013, 13:39
69. Links.....

Zitat von painpainter
Ja, ich be/urteile auch gerne. Jederzeit. Da ich zeitweilig sowohl in der Schweiz als auch in Monaco weile, kann ich die ganze Debatte nicht nachvollziehen. Mein Mann pflegt immer zu sagen: "Wer mich in meinem Haus od. Staat besuchen möchte, muss es sich leisten können, od. etwas anderes anzubieten haben." Ich denke, dass Sie und ich, Frau Berg, mehr finanziellen Aufwand für unsere Körperpflege betreiben, als die sozial schwache Unterklasse Deutschlands zur Bewältigung ihrer Mietkosten aufbringt. Schon allein aus diesem Grund erübrigt sich die Teilnahme an irgendeiner der "deutschen Themendiskussionen". Finden Sie nicht, Frau Berg?
Ich habe mal vor einigen Jahren ein Experiment gemacht.
Ich habe einen Account in einem linksextremen Forum eröffnet und dort
Politikerzitate ohne Quellenangabe eingestellt und die Reaktion abgewartet.
Die Zitate trieften vor Patriotismus. Worte wie "deutsche Kultur",
"deutsche Nation" und "Großdeutschland" kamen dadrin vor.
Die Reaktion war äußerst heftig. Von Beschimpfungen bis hin zur Androhung physischer Gewalt war da alles enthalten.
Nach ein paar Stunden setzte ich den gleichen Beitrag wieder ein.
Diesesmal mit Quellenangaben.
Da blieb dann jegliche Foristenreaktion, trotz vieler Lesezugriffe aus.
Nur der Moderator des Forum reagierte. Und zwar radikal. Sowohl meine Beiträge als auch mein Account wurden gelöscht.

Wen ich da zitiert hatte?
Rosa Luxemburg, Ernst Thälmann und andere linke Politiker.

Man kann über diese Kommunisten denken was man will, aber sie waren zumindest keine "vaterlandslosen Gesellen" wie die heutige von der Frankfurter Schule beeinflussten 68er und ihre Nachfolger.
Wenn Ernst Thälmann und sein "roter Frontkämpferbund" heute aus ihren Gräbern steigen würden, bräche morgen schon der schwärzeste Tag der heutigen Linken an. Aber garantiert. Ich glaube die Herren wären über die Verhältnisse in unserem Lande "not amused" und würden auch dementsprechen rustikal reagieren.
Auch wenn sie wüßten was in der Zwischenzeit geschehen war.
Das waren zwar Kommunisten, aber sie waren auch stolz auf ihr Land und ihre Kultur und würden es wohl kaum hinnehmen das da eine merkwürdige Kamarilla die deutsche Geschichte auf 12 unseelige Jahre eindampft und Auschwitz zu Höhepunkt und Quintessenz deutschen "Kulturschaffens" erklärt und mit diesem Rüstzeug in tiefstem Autorassismus das eigene Land und die eigene Kultur als abschaffenswert deklariert und zugleich, auch das ist im Höchstmaße rassistisch, den Migranten zum "edlen Wilden" aber auch zum Werkzeug zur Abschaffung des verhassten eigenen Volkes degradiert.

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