Forum: Kultur
Hassbücher: Gebrauchsanleitung der Gewalt

Bücher töten nicht, und Autoren sehr selten - doch ihre Gedanken haben Konsequenzen: Sie formen die Wut und die Menschenverachtung, die andere in Taten umsetzen.

Seite 4 von 19
Christian Wernecke 18.04.2014, 14:02
30. Belege!

Zitat von otto1939
Keine Frage, das Sarrazin ein Rassist ist und bei Pirincci die Bremsen versagt haben. Übrigens: Was Sarrazin als Wissenschaft ausgibt, sind reine Vermutungen, Zahlen ohne Kausalität. Von Biologen längst wiederlegt. [...]
Buch von Sarrazin gelesen oder nur die Kritik daran nachgeplappert? Belegen Sie Ihre Behauptungen, das "Biologen" sein Buch "längst wiederlegt" haben. Es wird Ihnen nicht gelingen. :-)

Beitrag melden
ehf 18.04.2014, 14:03
31.

Ah, ich dachte mir bei der Überschrift schon, dass Herr Dietz das Buch von Akif Pirincci meinen wird. Gemein aber auch von dem, einfach so wahre Dinge mal auszusprechen. Mit Hass hat das aber nicht wirklich etwas zu tun, sondern mit der dringend benötigten Ventilfunktion, die dafür sorgt, dass es in diesem sonst so faden journalistischen Einheitsbrei auch etwas Farbe und Ehrlichkeit gibt. Offenbar hat auch Pirincci einen Nerv getroffen bei Menschen, die sich ihre eigene Urteilsbildung erlauben und sich selbst immer wieder Erlebtes, also die Realität, nicht ausreden lassen wollen. Es gibt Themen, die gehören endlich auf den Tisch, Herr Dietz.

Beitrag melden
mxdoc 18.04.2014, 14:03
32. Es lebe die Vielfalt meiner Meinung!

Wer mit Begriffen herumwirft, wie: "Man sei reich genug, um die Klappe zu halten", wer die Meinung eines anderen als "rechts-randalierendes Sabbern kulturell Unterlegener" bezeichnet, und die Empfehlung gibt, sich passiv dem zu fügen, "was einfach der Lauf der Dinge sei", der hat weder die Begriffe "Meinungsvielfalt" noch die Demokratie verstanden, in der die Mitarbeit des Bürgers an der Gestaltung der Gesellschaft ein Recht aber auch eine moralische Verpflichtung ist. Die mit einem Kübel Jauche übergossenen Autoren sind nicht "kulturell unterlegen", sie sind Teil der Kultur. Nicht sie werden an einer Kultur gemessen, deren abstraktes Niveau ihre Unter- oder Überlegenheit bestimmt, sondern sie nehmen aktiv daran teil und bestimmen das Niveau dieser Kultur selbst mit. Sie nicht auszugrenzen ist gelebte Vielfalt Was will man mehr?

Beitrag melden
mcvitus 18.04.2014, 14:05
33. Onkelhaft

ist Ihr Artikel, welcher mit erhobenem Zeigefinger verabreicht wird. Hier die Menschen zu kritisieren, welche nicht in Ihr Weltbild passen ist doch das gleiche was Sie den von Ihnen genannten Autoren vorwerfen. Aber in Ihrer Selbstverliebtheit können Sie das nicht wahrnehmen.

Beitrag melden
Spiegelkritikus 18.04.2014, 14:06
34. Herr Diez liegt diesmal daneben

Oha, da ist aber einer wütend. Zunächst einmal ist festzustellen, dass Sarrazin und Pirincci Bestsellerautoren sind, weil ihre Bücher reissenden Absatz finden. Auch Herr Diez kann eigentlich nicht unterstellen, dass alle diese vielen Leser zu "rechtem Populismus" bzw. Rassismus neigen. Ist es nicht vielmehr so, dass diese Autoren offenkundige gesellschaftliche Phänomene und Probleme thematisieren und kritisieren, die ansonsten von der selbsternannten "Meinungselite", den hehren Hütern der politisch-medialen Korrektheit, gern ignoriert oder verharmlost werden?

Nicht nur der Stammtisch nimmt erfreut und dankbar zur Kenntnis, dass da welche maulkorblos, frech und direkt offenkundige Widersprüche und Probleme dieser Gesellschaft ansprechen. Dabei geht Pirincci in Verve und Sprache deutlich über Sarrazin hinaus, der bei seiner Kritik immer noch die Anerkennung des Mainstreams sucht und seine Thesen penibel mit Fakten abzusichern sucht.

Wenn Pirincci sich über die deutsche "Migrationsindustrie" fassungslos zeigt, weil nicht die Migranten, insbesondere die islamischen, sich dieser Gesellschaft anpassen müssen, sondern umgekehrt diese den Migranten und dafür zahlreiche Beispiele liefert, dann findet er zumindest Zuspruch bei denjenigen, die das aus eigener Erfahrung kennen und ebenso sehen. Oder wenn er sagt, dass die politisch so Korrekten zwar gerne lautstark für Toleranz eintreten, ein Asylantenheim neben ihrer Haus aber ebenso vehement ablehnen, wie den Besuch ihrer Kinder einer Schule mit hohem Migrantenanteil.

Kurzum: Es geht beiden Autoren nicht zuletzt darum, eine grassierende Heuchelei und Scheinheiligkeit zu demontieren. Besonders Pirincci schiesst bei seinen provokanten Aussagen gelegentlich übers Ziel hinaus, aber warum auch nicht. Besonders amüsant finden viele Leute, dass ausgerechnet ein zugewanderter Türke sich dergestalt auslässt.

Eine Gesellschaft mit Meinungsfreiheit muss das nicht nur aushalten, sondern sollte sich ernsthaft und sachlich mit den vorgetragenen Argumenten auseinandersetzen, auch wenn das manchen schwer fällt.
Herr Diez sollte Pirincci nicht verächtlich und herablassend einen "sabbernden Vorbilddeutschen" und Sarrazin einen "biologistischen Kaltblüter" nennen, das widerspricht seinen eigenen Grundsätzen, weil es diskriminierend und diffamierend ist. Überhaupt tut man Sarrazin unrecht, wenn man ihn auf seine in der Tat missglückten biologistischen Auslassungen reduziert. Man sollte die Aussagen dieser Autoren einfach als Bereicherung unseres öffentlichen Diskurses betrachten. Jedem ist es dann selbst überlassen, ob er bestimmte Thesen richtig findet oder ablehnt. Das gehört nun mal zu einer offenen demokratischen Streitkultur.

Dass diese Autoren indirekt Gewalt motivieren würden, ist m. E. eine haltlose Behauptung, es ist vielmehr so, dass ein Unterdrücken der Diskussion offenkundiger Probleme früher oder später ein Unbehagen in Aggression umschlagen lässt.

Beitrag melden
zett007 18.04.2014, 14:11
35. Demokratie nach Wetterlage

"Rechtsrandalierende Mehrheit" - Mehrheit bleibt Mehrheit. Oder reden sie einer linksgelenkten Demokratie das Wort?

Beitrag melden
mcvitus 18.04.2014, 14:11
36. Hassbücher??

Herr Diez, dachten Sie beim Verfassen Ihres Pamphlets etwa einen winzigen Moment lang an die guten alten Zeiten der Bücherverbrennung??? Auseinandersetzung statt Diffamierung lautet doch andererseits Ihre Devise. Ich mus mich täglich mit mir nicht genehmen Meinungen und Entscheidungen Anderer auseinandersetzen, dies empfehle ich Ihnen (in angemessener Art und Weise) ebenfalls. Dann werden sie auch wieder ruhiger!!

Beitrag melden
NiederreiterB 18.04.2014, 14:12
37. Da jault aber eine Katze ganz heftig, ...

... obwohl's nur Mäusebisse sind, davon aber wohl zu viele. Es steht unserem modernen Klerus natürlich frei, auf seine Dogmen zu pochen und von der Kanzel zu wettern, doch sollte man ob der heftigen Reaktion des Pöbels die Aussage überprüfen, ob Feminismusreligion und Christopher-Street-Feiertage tatsächlich dem Empfinden der Mehrheit entsprechen. Nun, ein Herr Diez wird daran nicht zu zweifeln wagen, scheint er doch die Verbannung in den crowd-finanzierten Wühlmausjournalismus so sehr zu fürchten wie die Tiefen der Wahrheit. Für ihn muss so ein Buch natürlich bedrohlich wirken, kann man doch nur dagegen anschreiben, indem man sich vollständig als Lakai outet. Macht bloß die Tür zu, damit's warm bleibt in euerem Priesterseminar. Und wettert weiter vom Teufel des freien Pöbelworts, dass euch umzubringen droht. Ihr seid die Priester der Moderne und kämpft gegen die Ungläubigen, in nomini christopher, kain und abel, amen.

Beitrag melden
ambulans 18.04.2014, 14:17
38. nee,

herr diez - das stimmt so nicht: (das letzte buch von) pirinci "begleit-musik (etwa) für den NSU-prozess"? was pirinci hier von sich gibt, ist - wenn man seinen werdegang heranzieht - nicht nachvollziehbar, krude oder selten dämlich (halt schlimmstenfalls eben künstlerische freiheit). rechts-konservatives rassistisches geraune (kompliment für ihren stilistischen mut) a la - ihre beispiele stimmen ja meist - ist schon etwas anderes als die "erfindung" eines abgrundtief-perversen brettspiels namens "pogromly", wie es der NSU entwickelte. übrigens literatur: kennen sie z.b. von edward limonow "le poete russe prefere les grand negres" (paris 1980)? e.l.'s vater war KGB-offizier, und sein "ungeratenes" söhnchen ist ein wahrlich talentierter schriftsteller - und inzwischen bekennender neo-nazi ...

Beitrag melden
brut_dargent 18.04.2014, 14:20
39. Am Anfang war das Wort

Zitat von homerjay81
Dass die aufrechten Erzkonservativen ganz ganz schlechte Verlierer sind.

Wenig verwunderlich, stehen sie doch im ständigen Widerspruch zu den von ihnen proglamierten Werten. Besonders schlimm muss es für Mitglieder der 'Christlich-Sozialen' Union (CSU) sein. Für wen gilt es denn? Nur für sie, aber im Gottes Namen bitte nicht für Ausländer oder anders Gläubige wie einem Moslem? Welche Logik steckt dahinter? Ich bin offenbar viel zu blöd dazu, dass zu verstehen.

"Im Anfang (ἀρχή) war das Wort (λόγος)
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden
und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist."

Soweit zur christlich-religiösen Definition des Wortes. Worte haben Macht, auch oder gerade über andere. Ich bin ein großer Freund der Meinungsvielfalt, aber diese Hetzerei über den 'bösen' Islam oder 'fehlgeleitete' Homosexuelle eines Herrn Sarrazin ist un-er-träg-lich.

Ist er sich seiner Verantwortung bewusst, wen er damit alles anstecken kann? Noch dazu seine biologisch-wissenschaftlichen Interpretationen völlig entgleist sind.

Und um nochmal zu den 'aufrechten' Erzkonservativen zurück zu kommen: Frau Merkel hat einmal dazu aufgerufen, mehr auf christliche Werte einzugehen. Interessant ist dabei die mehr als verhaltenden Reaktionen, die das bei den Anwesenden auslöst ...

http://www.youtube.com/watch?v=3xCgfE03f2Y

Beitrag melden
Seite 4 von 19
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!