Forum: Kultur
Hausbesetzer-Comic: Darauf einen Molotow-Cocktail!
Berlin Story Verlag/Jörg Ulbert/Jörg Mailliet

Sommer 1981: Berlin ist geteilt, und Hausbesetzer diskutieren unter Mao-Postern den Umsturz. "Gleisdreieck" erzählt von Terroristen, die den Staat zersetzen, und von V-Männern, die das verhindern wollen - in Bildern voll wilder Nostalgie.

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Anti Michel 20.08.2014, 18:56
1. Solidarnosc in Polen

Die Hausbesetzerei begann im großen Stil 1980. Im Sommer streikten die Werftarbeiter in Polen, in Kreuzberg kein Thema. 1981 besetzte Solidarnosc den öffentlichen Raum in Polen, in Kreuzberg kein Thema. Eine osteuropäische Bürgerbewegung gegen die Parteidiktatur, dass passt nicht ins Berliner Straßenkampf-Schema; keiner meiner Besetzer-Freunde besuchte die Ostberliner Szene am Prenzlauer Berg. Und so ist es bis heute geblieben: Das linke Unverständnis für die ukrainische Revolution ist manifest. Es sollte einen nicht verwundern, es hat eine Geschichte.

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Leo von Ritterstern 20.08.2014, 19:03
2. Okay, warum nicht?!

Wird eigentlich auch Zeit, dass mal jemand so eine Story zum Besten gibt... - als alter Comic-Freund einerseits, und einer, der zeitweilig selber mal "in die Berliner 'Sümpfe' abgerutscht war" andererseits, bin ich durchaus gespannt, wie das Werk denn wohl so geworden ist, alles in allem. PS: Richtig gut war ja seinerzeit auch Seyfrieds "Flucht aus Berlin". War mehr so die satirische Schiene, aber sehr treffend! :-)

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kraichgau12 20.08.2014, 20:47
3. ein Trauerspiel...

wer damals dabei war,wer später noch diese subkultur live erlebt hat....der weiss,das 90% davon fake war
der linke wahn der weltverbesserer,er ist seit 68 immer mehr ins herz der republik gekrochen und hat sich gütlich mit beamtenpensionen und einfluss arrangiert zum nachteil der demokratie
wer damals dachte,er könnte "das system" aendern,hat es nur "rosarot bzw hellgrün" gefärbt von ehemaligen hauptberuflichen "revoluzzern" wieder eingeschenkt bekommen....
es gibt nur eine lehre daraus, geld und macht korrumpiert,trotz roter revoluzzerdauerdiskussionen sind sie ebenso wenig dagegen gefeiht wie ihre braunen brüder

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"Armenhaus" 20.08.2014, 22:43
4. Verklärung die 1000te -

- Nun ja schön die "linke" Berlin Nostalgie der 80er ..-
Gäähnn.--

Interessant wurde es erst ab Mitte 90 - da kam Gerhard Seyfrieds "Flucht aus Berlin" ...- der Mann
wusste über Berlin Bescheid! -

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arrache-coeur 21.08.2014, 00:57
5.

"Punk ist Lebenseinstellung statt Attitüde." - Punk war auch damals in weiten Bereichen Attitüde. Auch lustig: Plötzlich mussten sehr viele Ratten als Haustiere herhalten. Und am gefragtesten waren die hässlichsten x-fach gekreuzten Hunde. Die 80er waren ein tolles Jahrzehnt, aber nicht wegen der Popper oder Punker:-)

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Benko 21.08.2014, 01:01
6. So ist es

Zitat von Leo von Ritterstern
Wird eigentlich auch Zeit, dass mal jemand so eine Story zum Besten gibt... - als alter Comic-Freund einerseits, und einer, der zeitweilig selber mal "in die Berliner 'Sümpfe' abgerutscht war" andererseits, bin ich durchaus gespannt, wie das Werk denn wohl so geworden ist, alles in allem. PS: Richtig gut war ja seinerzeit auch Seyfrieds "Flucht aus Berlin". War mehr so die satirische Schiene, aber sehr treffend! :-)
Seyfrieds 'Flucht aus Berlin' ist die Referenz an der sich dieser Band messen lassen muss: ein Volk, ein Reich, ein Aschenbecher!^^

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Manitou-01@gmx.de 21.08.2014, 01:28
7.

Zitat von Anti Michel
Die Hausbesetzerei begann im großen Stil 1980. Im Sommer streikten die Werftarbeiter in Polen, in Kreuzberg kein Thema. 1981 besetzte Solidarnosc den öffentlichen Raum in Polen, in Kreuzberg kein Thema. Eine osteuropäische Bürgerbewegung gegen die Parteidiktatur, dass passt nicht ins Berliner Straßenkampf-Schema; keiner meiner Besetzer-Freunde besuchte die Ostberliner Szene am Prenzlauer Berg. Und so ist es bis heute geblieben: Das linke Unverständnis für die ukrainische Revolution ist manifest. Es sollte einen nicht verwundern, es hat eine Geschichte.
Warum sollen linke Revoluzzer gegen den Kapitalismus sich mit den politisch schwer einzuordnenden, aber von den System-Medien des Westens gelobten (Konter)Revoluzzern im Osten solidarisieren?

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cwernecke 21.08.2014, 07:37
8. Tassen komplett?

Gewalt gegen Polizeibeamte als "liebevoll gestalteter Ausflug", was "ein bisschen Sehnsucht weckt nach wilderen Zeiten". Ihr habt doch nicht mehr alle Tassen im Schrank.

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k70-ingo 21.08.2014, 08:43
9.

Mit der NDW hatte die Hausbesetzerszene wenig bis gar nichts zu tun, das war Musik für frühe Teenies, aber nicht für durchpolitisierte Aktivisten.

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