Forum: Kultur
Hausbesetzung in Berlin: Schöner wohnen aktuell
Bjoern Kietzmann

Nicht die Hausbesetzungen in Berlin sind skandalös - ein Skandal ist es vielmehr, Wohnungen als Spekulationsobjekte leer stehen zu lassen. Panik vor steigenden Mieten ist für viele seit Jahren das prägende Hauptstadt-Gefühl.

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Rassek 22.05.2018, 16:48
20. Sie..

haben doch ein Gewissen ! Erst gezaudert, dann die Frau sogar angerufen ). Die Frage, wie sich solche Hausbesitzer fühlen ist leider überflüssig:
Wenn jemand Dinge tut, für die ein Gewissen von vornherein hindert, wird er auch später, keinen Grund geben ein solches zu entwickeln. Oder mit Hesse: Die Augen öffnen gelingt nur bei denen, die eh nicht geschlafen haben. Danke für den guten Artikel und viel Erfolg für das Buch.

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Bondurant 22.05.2018, 16:49
21. Berlin ist nicht die Welt

nicht einmal ist es die Bundesrepublik.

Berechtigte Panik vor steigenden Mieten und Kaufpreisen in der Innenstadt ist für viele Leute seit Jahren das prägende Gefühl zu dieser Stadt.

das betrifft gerade mal sieben "Trendstädte" in der BuRep. Und man hat kein Recht auf Wohnen in Berlin-Mitte oder Schwabing oder Oberkassel. Mein Tip für urbanes und gleichzeitig preiswertes Leben: das Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen, Herne, aber auch Bochum oder Essen finden Sie guten Wohnraum für kleines Geld und Sie leben im größten Ballungsraum Deutschlands mit einer vielfältigen Kulturlandschaft. Wo ist das Problem?

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Dromedar 22.05.2018, 16:52
22. Wenn der Rechtsstaat

Zitat von wasnu23
Mit dieser Argumrntation lässt sich am Ende sogar Selbstjustiz rechtfertigen. Der Grad ist immer sehr schmal. Ein Rechtsstaat funtkioniert eigentlich anders. Ich muss in solchen Situationen immer an Sokrates denken.
vergißt den Grundgesetz-Artikel 14.3 anzuwenden, hier also die Eigentümer nicht per Gesetz enteignet, muß man ihn in irgend einer Weise dazu bringen. Deswegen hat die Autorin hier völlig recht, der Skandal liegt darin, dass dies noch nicht geschehen ist vom Gesetzgeber/Land Berlin.

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Max Super-Powers 22.05.2018, 16:55
23.

Wie immer eine reichlich linke Ansicht der Dinge. Wer in Deutschland etwas besitzt, kann damit tun, was er möchte - punkt. Alles andere, ob nun Besetzung oder Zwangsverstaatlichung, hat für mich das sehr unangenehme Gschmäckle von DDR und Co.

Und entschuldigung: Es ist die Aufgabe eines Staates, für ausreichenden Sozialwohnraum zu sorgen. Diesen in erpresserischer Weise von Privatleuten abtrotzen zu wollen, hat in einem Land mit unseren Steuersätzen den Charakter einer staatlichen Bankrotterklärung

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Proggy 22.05.2018, 16:55
24.

Wenn Häuser 'privat' besetzt werden können, sollte man sich so langsam überlegen, ob sie auch 'privat' geräumt werden könnnen. Es wird Zeit, dass das private Eigentum aktiv verteidigt werden darf.
Wenn der Mut zum "Besetzen" staatlicher Substanz fehlt - vergreift euch nicht am Eigentum vermeintlich Schwächerer.
Die Vermummung auf dem Bild zeigt sehr deutlich, wie verlogen "legal" solche Aktionen von den Akteuren selbst gesehen werden.

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jim_beam 22.05.2018, 16:58
25.

Zitat von Bondurant
das betrifft gerade mal sieben "Trendstädte" in der BuRep. Und man hat kein Recht auf Wohnen in Berlin-Mitte oder Schwabing oder Oberkassel. Mein Tip für urbanes und gleichzeitig preiswertes Leben: das Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen, Herne, aber auch Bochum oder Essen finden Sie guten Wohnraum für kleines Geld und Sie leben im größten Ballungsraum Deutschlands mit einer vielfältigen Kulturlandschaft. Wo ist das Problem?
Lassen Sie mich mal einen Versuch wagen: Die Arbeitslosenquote in den Ruhrgebietsstädten liegt deutlich über dem Bundesschnitt und auch über dem NRW-Schnitt. Vielleicht gehen die Leute - den jahrelangen Flexibilitätsforderungen entsprechend - einfach dahin, wo es Jobs gibt.

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ottolilienthal 22.05.2018, 16:59
26. Wohnungsnot

Diese bekämpft man erfolgreich nur mit zügigem Wohnungsneubau.
Erst wenn hier alles an Beschleunigungspotential tatsächlich ausgeschöpft sein sollte macht es Sinn über andere Kampfformen nachzudenken.
Solange sogar die
‚Wo. Bau Genossenschaften‘ Brandbriefe an den Senat schreiben müssen,um
Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, sind wir von solchen Überlegungen noch sehr entfernt.
Macht erst mal dem Senat Druck !

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Margaretefan 22.05.2018, 17:01
27. Bei einigen...

...Kommentaren hier, muss ich spontan anfangen zu gähnen. Selbst Spekulanten, ahnungslose Dorfbewohner, oder einfach nur nen konservativen Stock im Allerwertesten Habende? Wurscht. Langweilig, diese Gezeter.

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whitewisent 22.05.2018, 17:05
28.

Man sollte hier mal ein wenig in die Vergangenheit zurückblicken. Noch vor 10 Jahren wollte keiner nach Berlin. Unternehmen wie die Stadt und Land litten teilweise unter 10% Leerstand. Nun ist es temporär anders, und mancher meint, sich selbst als besten Vertreter der Allgemeinheit zu sehen?

Es gibt Gerichte, es gibt Verwaltungen, welche diese Leerstand verhindern sollen. Die vertreten die Allgemeinheit. Man sollte immer die Argumente im Blick haben, und die Gegenrechnung aufmachen. Wie würde man reagieren, wenn ein rechtes Wohnprojekt auf diese Art und Weise ein Haus von Atze Brauner besetzen? Oder wie wäre es, wenn mehrere Tscheschenen in die leerstehenden Zweitwohnungen einziehen, die über den Sommer/Winter leer stehen, weil die Besitzer, Mieter im Süden leben?

Verpflichtet wirklich nur Eigentum? Oder nicht auch die Verfügung über Wohnraum per Mietvertrag? Alle reden von Wohnungen immer als Stückware, Größe ist egal, denn die Mieten sollen ja künstlich niedrig gehalte werden. Es wird in der Stadt richtig ungemütlich werden, wenn wirklich soziale Maßstäbe angelegt werden, und die 50% Singlehaushalte in kleinere Wohnungen umziehen müssen, weil sie allein zuviel ungenutzten Wohnraum besetzen. Klingt ungerecht, ist es vieleicht. Aber nicht für eine sechsköpfige Familie, die in 70 Quadratmetern leben muß, während das Pärchen im Ersten Stock 130qm bewohnt.

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botellus_maximus 22.05.2018, 17:10
29. Pflicht zur Steuervermeidung?

Wenn ich der Argumentation der Autorin folge, dann ergibt sich aus der alljährlichen Verschwendung von Steuergeldern in Milliardenhöhe, die exemplarisch z.B im Schwarzbuch des Bunds der Steuerzahler veröffentlicht wird, nicht nur das Recht zur Steuervermeidung, sondern sogar die Pflicht zur Steuerhinterziehung. Denn, so argumentiert die Autorin, geltendes Recht darf gebrochen werden, wenn wertvolle Ressourcen verschwendet werden, und ich darf mir nehmen, was andere nicht so nutzen, wie es sich eine Mehrheit wünscht.

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