Forum: Kultur
Hausbesetzung in Berlin: Schöner wohnen aktuell
Bjoern Kietzmann

Nicht die Hausbesetzungen in Berlin sind skandalös - ein Skandal ist es vielmehr, Wohnungen als Spekulationsobjekte leer stehen zu lassen. Panik vor steigenden Mieten ist für viele seit Jahren das prägende Hauptstadt-Gefühl.

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Proggy 22.05.2018, 18:28
70.

Zitat von Dokoqueen
... Solche Häuser zu besetzen empfinde ich als Notwehr.
Solche besetzten Häuser schnellstens zu räumen, empfindet jeder anständige Bürger als Notwehr.

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maximovie 22.05.2018, 18:37
71. Bitte alle mal nachdenken

Leute, die berufsmäßig nicht arbeiten gehen, weil das nur die "bösen Spießer" tun, erwirtschaften doch gar kein Geld für die Miete. Was soll denn das für eine merkwürdige Polemik sein, wenn diese "bezahlbare" Mieten fordern, auch gratiswohnen, was sie ja eh schon tun usw. Die Wohnungsmisere in Berlin wäre auch nur über die Politik zu lösen (andere Bauvorschriften, massenhaft sozialer Wohnungsbau, Kontrolle von häufiger Geldwäsche in Berlin über Immobilien, was nämlich die Preise hochtreibt) - das wird aber von den Leuten nicht gefordert. Drei einzelne leerstehende Objekte treiben nämlich keine Preise hoch. Man kann diese Aktionen so gar nicht ernst nehmen. Es gab aber Demonstrationen für bezahlbares Wohnen und auch andere "Armutsdemonstrationen" in Berlin, u. a. von Alleinerziehenden, die hier finanziell auch immer schlechter zurechtkommen. - Merkel hatte kürzlich vor erneutem Regierungsantritt erklärt, dass man die Mietpreisexplosion auch in den nächsten Jahren nur "beobachten" wolle. Halleluhja.

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im_ernst_56 22.05.2018, 18:38
72. Einwanderung und Landflucht

Zitat von MartinH
Die Autorin sollte sich besser fragen, ob nicht die "Bereicherungskultur" der letzten drei Jahre mit Millionen Einwanderern zur Wohnungsnot geführt hat.
Das Hauptproblem besteht darin, dass alle in hippe Großstädte wie Berlin, München, Hamburg, Köln,Frankfurt oder Freiburg wollen und dort auch nicht am Stadtrand, sondern möglichst zentral wohnen wollen. Bis vor wenigen Jahren wurden in dem Schaukasten unserer Wohnungsbaugenossenschft in Berlin immer noch freie Wohnungen angeboten. Das gibt's nicht mehr. Dagegen bekommen die Leute auf dem Lande selbst schöne Häuser nur schwer verkauft oder vermietet, selbst bei guter Verkehrsanbindung nach Berlin und hoher Lebensqualität. In andern Ländern ist es nicht anders. Fragen Sie mal nach den Mieten in Stettin. Die Lösung kann aber nicht darin liegen, dass europaweit in großstädtischen Bereichen eine staatliche Bewirtschaftung des Wohnraums stattfindet.

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eunegin 22.05.2018, 18:41
73. Wer Berlin kennt, kennt Frust

Nicht nur der Wohnmarkt in Berlin frustet. Suchen Sie mal einen Kita-platz oder eine Schule (nicht mal die Stadtteilschule klappt so einfach), von vielen (nicht allen) Behördengängen und der Sicherheitslage mal ganz abgesehen. Nach 10 Jahren Berlin mein Fazit: es geht den Bach runter. Selbstverschuldet.

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dieter-ploetze 22.05.2018, 18:48
74. @ phil 2302 hier gehts nicht um links oder rechts

Zitat von Phil2302
"Gibt es ein Recht dazu? Eine Pflicht sogar, wenn man die Zeit hat und die sonstigen Ressourcen." Anders ist das nicht zu verstehen. Aber hey, wir haben es ja verstanden: Wenn für linke Belange zu Straftaten aufgerufen wird, dann ist das in Ordnung.
in muenchen, ich wohne da, ist kuerzlich ein kleines haus welches unter denkmalschutz stand, in einer nacht und nebel aktion abgerissen worden. vom besitzter, der darauf ein grosses, fuer sich rentableres haus bauen will. eine straftat von rechts, wenn man so will. hier gibt sich rechts und links nichts, es sollte die vernunft entscheiden und das grundgesetz: eigentum verpflichtet!

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Newspeak 22.05.2018, 18:50
75. ...

Zitat von Chris_7
Wenn die Autorin wissen will was das Problem in Deutschland ist, [...] Wenn man das deutsche Mietrecht endlich wieder vom Kopf auf die Füße stellen würde, so dass ein Vermieter auch wieder eine realistische Möglichkeit hat schnell über sein Eigentum verfügen zu können, dann steigt auch die Bereitschaft wieder zu vermieten. Solange zwischen der ersten nicht bezahlten Miete und der Räumung aber teilweise Jahre liegen und mehrere zehntausend Euro an Verlusten/ Kosten, so lange kann man jeden Eigentümer verstehen, der nicht vermietet....
Schon richtig. Der Staat sollte durchaus den Ausgleich sehen. Das heisst dann aber auch, nicht nur gegen Hausbesetzer vorzugehen, sondern auch gegen Eigentuemer, die ihr Eigentum zweckentfremden (Nichtnutzung ist das auch), oder zu Wuchermieten anbieten. Solche Leute gehoeren ENTEIGNET. Aber radikal. Weil sie einen gehoerigen gesellschaftlichen Schaden durch ihre Gier oder ihr Nichtstun verursachen. Die sind ebenso kriminell, wie Hausbesetzer es dem Gesetz nach sind, werden aber verschont.

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im_ernst_56 22.05.2018, 18:50
76. Die Situation in West-Berlin

Zitat von Bondurant
muss man noch etwas wissen: Leute aus den von Stokowski beschriebenen Kreisen träumen noch immer von den riesigen Altbauwohnungen, die man (wenn auch gelegentlich mit Kohleheizung) dort mal für'n Appel und 'nen Ei mieten konnte. Das war aber der besonderen Situation (West-)Berlins geschuldet und keineswegs der Normalfall in der "guten alten Zeit". Aber die Hausbesetzer träumen immer noch davon, eigentlich sind sie konservativer als die CDU.
Lt. Wikipedia ist Frau Stokowski 1988 mit ihren Eltern nach Berlin-Neukölln gezogen. Da konnte man noch sehr günstig wohnen. Das dürfte ihre Vorstellung von dem, was eine Wohnung kosten darf, geprägt haben. Die Wohnungssituation in Berlin war bis vor ca. 4 Jahren, jedenfalls im Vergleich zu München und Hamburg, immer noch relativ entspannt, wenn auch nicht mehr so wie Ende der 1980er Jahre.

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alex77lubu 22.05.2018, 19:02
77. Denn wo Recht zu Unrecht wird

Wird Widerstand zur Pflicht! Danke Frau Stokowski. Kann mit dem extremen Neo-Feminismus ja wenig anfangen, aber dieser Kommentar trifft den Nagel auf den Kopf. Und zu allen, die der Meinung sind, dass der Rechtsweg die richtige Alternative ist: Das wurde lange versucht. Nur wenn die Politik eben auf der Seite der gierigen Bonzen steht und nicht auf der Seite des Volkes, dann hilft der Rechtsweg nichts. Wenn Recht geschaffen wird, das die Allgemeinheit zugunsten einiger weniger Gierhälse ausbeutet, dann ist der zivile Ungehorsam vorprogrammiert und auch völlig richtig!

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johannes87 22.05.2018, 19:02
78. ...

Ich habe dafür kein Verständnis. Im Gegenteil. Ist es jetzt ok sich zu nehmen was man möchte? Der Mangel berechtigt zur Nahme? Ich hoffe diese Sicht der Welt macht keine Schule. Das könnte ziemlich ins Auge gehen.

Nun wundert mich diese Ansicht bei Ihnen nicht. Linksextrem. Und wie immer wenn "extrem" dabei steht hat man es mit Idioten zu tun. Mit Leuten deren Emotionen stärker als das Hirn das Handeln bestimmen und die sich dabei als "die guten" und "im Recht" sehen. Das ganze hat eine lange Tradition. Zwischenetappen waren die Nazis, die Führung der DDR, die RAF...

Natürlich sollten Wohnungen vermietet werden. Die Preissteigerung in Deutschland bzw. Berlin ist allerdings kein Grund durchzudrehen. Nach Jahrzehnten mit zu billigen Mieten steigen die Mieten in Berlin jetzt auf ein normales Maß. Vielleicht muss man einfach die Ansprüche herunterschrauben und in der Realität ankommen. Würde auch Ihnen helfen!

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charlybird 22.05.2018, 19:03
79. Was ist das denn

Zitat von Bondurant
Der Staat, das sind die Steuerzahler. Wenn Sie eine "Sozialwohnung", die eine - echte - "Kostenmiete" von 11€/m² hat, für 5,50€ vermieten, dann müssen Sie, ja Sie, dem Mieter jeden Monat 5,50€/m² drauflegen. Vielleicht haben Sie selbst sogar eine schlechtere Wohnung in einer schlechteren Gegend, sagen wir in Remscheid, und zahlen einem hoffnungsvollen Jungkünstler die neue (Sozial-)Wohnung in Berlin-Mitte? Ist das die Lösung?
für eine sinnlose Argumentation ?
Warum heißt denn wohl eine Sozialwohnung, Sozialwohnung ?
Aber wir reden hier von Spekulation, künstlich aufgebauschten Preisen durch Leerstand, Gentrifizierung, Luxuskomplexen u.ä., von staatlich alimentierter Finanzierung durch mehrfache Vermietung, bzw. Finanzierung durch Steuergelder bei Flüchtlingsklientel, klassischen Hedgefonds, die hier in den Wohngegenden einfallen, im Prinzip davon, dass wir hier nicht mehr über ''Wer zahlt wann pro qm2'' reden, sondern über ''Wer zahlt was pro Jahr pro qm2'' ?
Und das wird noch ein interessantes Thema, gerade angesichts unserer schnellen Kanzlerin, die Problemthemen nicht gerne über längere Zeiträume um sich hat.

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