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Hausfrauen-Glorifizierung: Das goldene Zeitalter der Unterdrückung
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Die "Zeit" erklärt, wie gefährlich es für die Liebe ist, wenn sie mehr verdient als er, die "FAZ" trauert der Hausfrau nach. Das zeigt: Früher war vielleicht alles schlimmer. Aber heute ist längst nicht alles gut.

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jamsrhb 11.12.2018, 15:57
1. Und jetzt?

Seit gut 20 Jahren werden Frauen die zu Hause bleiben und Mütter von Feministinnen in der Luft zerrissen und schlecht gemacht. Sie seien rückständige Heimchen, ja Mitschuld an der Unterdrückung der Frau.
Der Lebensweg der kinderlosen Karrierefrau wird dem Volk als einzig richtiger Lebensentwurf aufgedrückt.
Jetzt spricht mal jemand von der Würde der Hausfrauen und Müttern und es wir ein Fass aufgemacht als ob er die Rechtlosigkeit der Frau wieder herbeiwünscht.

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andreasclevert 11.12.2018, 16:01
2. und last but not least

lässt es sich über die hausmännlichen Tätigkeiten extrem gut intellektuell lästern, so ohne ist der Job dann auch nicht. Meine Versuche mit der Wäsche habe ich hier aufgeschrieben (https://wp.me/p4WCtx-9D), wiewohl ich es verstünde wenn dies als Werbung wahrgenommen werden würde und nicht ins Forum käme :-)

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pizzerino 11.12.2018, 16:08
3.

Wenn ich alles was mit Kochen, Einkaufen, Urlaubsplanung, Steuer, Versicherung, Kinderbetreuung, Sozialkontakte,.... in einem Haushalt manage, so dass mein/e Partner/in in Vollzeit das nötige Spielgeld beschaffen kann (was nicht zwingerndermassen eine intelektuelle Herausforderung sein muss...)
UND mich das auch noch voll ausfüllt und befriedigt, dann sollte ich mir wohl langsam Gedanken machen was mit mir nicht stimmt.
Die Aufzählung im Text, was früher alles falsch und fürchterlich war verstehe ich auch nicht. Das war früher und jetzt ist es gottseidank anders.

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goethestrasse 11.12.2018, 16:08
4.

Sind Frauen heute glücklicher und zufriedener. Ich lehne es ab, dass die Allgemeinheit den Selbstfindungs- und -bestimmungstick von vielen beziehungsunfähigen und -willigen finanzieren muss. Jedes Kind hat Vater/Erzeuger. Jede Mutter hat Verantwortung. Nicht nur das Amt und der Unterhaltsvorschuss. Und. Nicht jede Hausfrau ist frustriert.

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MatthiasPetersbach 11.12.2018, 16:09
5. "Wir sind längst, längst nicht fertig"

Nun, mein Eindruck ist: "wir" waren schon fertig.

In den 70ern hätte man die Männer mit den weißen Westen gerufen, wenn jemand ernsthaft behauptet hätte, daß Leute nicht gleichviel Wert hätten, jenachdem was für einen Glauben, Haut- oder Haarfarbe oder Geschlecht sie haben.

Zu dem Letzteren hätten meine Ur-Großmutter, Großmutter und Mutter durchaus auch etwas zu sagen gehabt. Nur weil das "Gesetz" noch nicht soweit war, haben die trotzdem im Leben ihren -anerkannten - "Mann" gestanden und kein Mann mit Grips hätte geleugnet, daß seine Frau gleichviel zum Gelingen des Lebens beigetragen hat.

Warum "wir" das im Moment verlieren, kann ich nicht sagen. Entweder es ist tatsächlich sowieso nicht so - oder die Tatsache, daß man über diese Selbstverständlichkeit überhaupt "diskutiert", lässt erst Gegenpositionen wachsen.

Vorstellbar ist beides.

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Olaf Köhler 11.12.2018, 16:10
6. Es höret nimmer auf

Da hoffe ich immer, der Ungeist der 50er Jahre wäre nun endlich überwunden. Aber nein. Es gibt ihn noch und seine Jünger schreiben immer noch den gleichen Mist: Die Frau verdient mehr als der Mann? Und ist im Beruf erfolgreicher? Sie hat keine Lust, Zuhause "zu herrschen" (haha!) und sich nur um den Nachwuchs zu kümmern?
Um Himmels Willen!
Jede Frau sollte die Wahl haben, wie sie ihr Leben gestalten möchte: Hausfrau, Mutter, Vorstandschefin eines Konzerns - was auch immer.
Nur schwache Männer haben Angst vor starken Frauen. Und wer sich das Heimchen am Herd zurück wünscht, ist sehr schwach.

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karlo1952 11.12.2018, 16:12
7. Ich behaupte man, dass die Frauen

in den 50er Jahren emanzipierter waren als in ihrer pseudoemanzipierten Welt von heute. Meine Mutter war auch zuhause und hat den Haushalt geführt. Sie hat auch die Haushaltskasse geführt und bestimmt, welche Wachmaschine etc. gekauft wird und wo man mit dem vorhandenen Geld in Urlaub fährt.
Die Frauen von heute werden mit ihrer Rolle nie zufrieden sein, egal was noch alles kommen wird. Letztendlich wird sie schon die Rolle als einzige gebährfähige Person unzufrieden lassen.

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cobaea 11.12.2018, 16:14
8. wie dumm darf man(n) sein?

Rainer Hank scheint unwesentlich jünger zu sein als ich, aber offensichtlich von einem ganz anderen Stern. 1. gab es in dieser Zeit durchaus viele Alleinerziehende. Nannte man damals Kriegerwitwen. Soooo lange war das Kriegsende noch nicht her. Ganz zu schweigen davon, dass die letzten Kriegsgefangenen erst 1956 nach Hause kamen - bis dahin erzogen deren Ehefrauen die Kinder auch alleine bzw. mit Hilfe der weiblichen Verwandtschaft. (Kamen noch die ganzen Kinder und Frauen dazu, die als Flüchtlinge oder Heimatvertrieben alleine im Westen ankamen - und nicht gerade freudig empfangen wurden.) 2. Meine Mutter hatte aus dem Krieg, der bis weit nach Kriegsende dauernden Gefangenschaft meines Vaters und dessen durch den Krieg verhinderten Berufsausbildung ein Credo (das der Vater kräftig unterstützte) : "Mädchen, lern was Richtiges und schau, dass du dich immer selbst ernähren könntest bzw. kannst". 3. Mein Vater konnte seine Berufsbildung nur nachholen und gleichzeitig eine Familie haben, weil meine Mutter verdiente. Nannte man damals "dazu verdienen", obwohl sie mehr verdiente als er. Später - mit zeitweise 2 kleinen Kindern - war sie ein paar Jahre Hausfrau, danach arbeitete sie erst Teil- dann Vollzeit, weil sein Verdienst nicht gereicht hätte. 4. Hausarbeit war damals - vor Waschmaschine, versiegelten Böden, Zentralheizung samt Warmwasserversorgung etc. - harte Arbeit. Die wollte auch Herr Hank heute nicht mehr machen. Wollte auch damals niemand - misste aber sein. Ich kann dieses Geseiere über die angebliche so goldene Zeit der Nur-Hausfrau nicht mehr hören. Wenn Hausfrau sein so toll ist: Wieso reissen sich dann Herr Hank und Konsorten nicht darum, diesen Job zu übernehmen?

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vzk74677 11.12.2018, 16:15
9. Vergessen wir das doch einfach

Wenn es diesen Artikel wirklich so gibt, wie Frau Stokowski das beschreibt, und einen Grund zu Zweifeln sehe ich nicht, so stellt sich doch die Frage, muss man auf so ewig Gestrige heute noch antworten.
Okay, warum soll jemand nicht glücklich sein beim Kochen, Putzen und Waschen? Kann auch sein. Aber das die Hälfte der Menscheit damit glücklich wird, ist dann wohl sehr verwegen als Theorie. Lächerlich. Vergesst den Typen, der so was behauptet einfach.

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