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Hausfrauen-Glorifizierung: Das goldene Zeitalter der Unterdrückung
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Die "Zeit" erklärt, wie gefährlich es für die Liebe ist, wenn sie mehr verdient als er, die "FAZ" trauert der Hausfrau nach. Das zeigt: Früher war vielleicht alles schlimmer. Aber heute ist längst nicht alles gut.

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bartnelke 11.12.2018, 19:22
60. @dasfred

Ja, meine Tante durfte nicht arbeiten, mehrere Jobs hatte sie im Angebot, aber sie durfte nicht. Sie hatte drum gebeutelt der Langeweile entfliehen zu dürfen, aber der Onkel hatte es verboten,. Nein, nicht verboten, einfach nicht erlaubt und die Tante hat geheult.
Ich fand das erbärmlich, war fassungslos, wusste damals aber erst nach der Abschaffung der Herrschaft der Herrschaften das es so ein Gesetz bis dahin gab. Ich war zum Glück Kind moderner Eltern, d h mein Vater inspirierte den möglichen Arbeitsplatz der Mutter, bevor er ihn mit seiner Unterschrift freigab.

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dasfred 11.12.2018, 19:28
61. Zu Nr.47 vera gehlkiel

Ich folge ihnen in soweit, das auch für mich ein Mann zuerst gut im Bett sein muss. Wenn er dann noch den Müll rausbringt und seine Klamotten nicht überall rumliegen, bin ich schon zufrieden. Ich kann mir auch keine Verbindung vorstellen, nur weil ein Mann mich finanziell gut ausstatten könnte. Dazu bin ich zu eigenständig. Nun war es den Frauen seit Lysistrata gesagt, dass sie sich verweigern können. Seit hundert Jahren, wenn nicht Hof zu Hof kommen musste, werden Ehen auf freiwilliger Basis eingegangen. Wenn eine Frau eine Vorstellung von ihrer Zukunft und Karriere hat, muss sie auch den passenden Mann dazu suchen oder verzichten. Noch heute höre ich dumme junge Frauen darüber schwafeln, sie würden sich den Mann schon zurecht biegen. Klappt nur sehr selten. Wenn sich den Zwei finden, die auch noch gemeinsam Kinder aufziehen wollen, dann ist immer noch offen, wer welchen Anteil in die Familienarbeit einbringt und wer wieviel Geld heranschafft. Nicht zuletzt die Hormone verlangen ein Mitspracherecht. Wenn der erste Säugling an der Brust hängt, sind viele rationale Erwägungen nur noch Makulatur. Dazu kommt natürlich auch noch das regionale und gesellschaftliche Umfeld. Bei mir waren die meisten Männer den größten Teil des Jahres auf See. Damit wurden die Mütter automatisch alleinerziehend, ohne auf die finanzielle Absicherung verzichten zu müssen. Das bedeutet eben auch, sie hatten nicht die Notwendigkeit, einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu müssen und konnten ihren Tag neben der Hausarbeit frei gestalten. Für Kunst und Kultur, sowie die ausgeprägten Sozialkontakte war viel mehr Kapazität frei. Die befreite Frau von heute pendelt doch oft auch nur zwischen Job und Couch und träumt von einer Selbständigkeit, die sie nie erreichen wird.

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dbeck90 11.12.2018, 19:30
62. Also sorry

Aber ich kann nunmal nicht so gezielt sauber machen und Socken zusammen legen wie meine Frau. Meine Werkstatt braucht alle 2 Wochen nen Seuchenräumdienst. Oder eine Frau, die irgendwann die Schnauze voll hat und selbst aufräumt *oh graus*. Dafür bin ich aber belastbarer. Sie meint, es ist ihr Glück eine Frau zu sein, da sie Andere hart arbeiten lassen kann. Ich glaube wir beide passen gut in die 60er, haben aber auch so ein tolles Verhältnis zueinander. Besonders, da die Haushaltskasse in ihre Hände fällt (obwohl sie natürlich keine Ausgaben verheimlichen darf).

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dbeck90 11.12.2018, 19:33
63. @mescalero2

Sie beschreiben genau meine Ehe. Ich finds sehr harmonisch. kA was die Autorin wieder dagegen hat

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parrothh 11.12.2018, 19:51
64. Ja ja, der Hank...

... lässt mich auch oft recht irritiert zurück. Meine Mutter klebte 2 Jahrzehnte in einer beschissenen Ehe, eine Scheidung war erst in Reichweite, als es eben möglich wurde, selbstbestimmt eine Arbeit zu finden und dadurch wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen. Mein Vater hat ihr das bis heute nicht verziehen, der findet Hanks irren Text wahrscheinlich klasse.

Na ja, die Zeit geht über sowas einfach hinweg, da nützt auch die dunkel gefärbte Haarpracht nix. Derweil verdient meine Freundin mehr als ich, und ich finde, sie verdient das auch.

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tormos 11.12.2018, 19:51
65. Seit ich von Feministinnen ...

... der Jusos ein Video gesehen habe wo das Recht auf Abtreibung für die ganze Dauer der Schwangerschaft gefordert wurde, habe ich mit dieser Bewegung abgeschlossen. Da gibt es im Gegensatz zu früher (da wo alles schlimmer war, genau) inzwischen wohl wenig erstzunehmen.
Eine Frau, die sich um den Haushalt kümmert trägt etwas zur Gesellschaft bei. Von o.g. Koryphäen habe ich keine großen Erwartungen.

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Nania 11.12.2018, 20:07
66.

Zitat von dbeck90
Aber ich kann nunmal nicht so gezielt sauber machen und Socken zusammen legen wie meine Frau. Meine Werkstatt braucht alle 2 Wochen nen Seuchenräumdienst. Oder eine Frau, die irgendwann die Schnauze voll hat und selbst aufräumt *oh graus*. Dafür bin ich aber belastbarer. Sie meint, es ist ihr Glück eine Frau zu sein, da sie Andere hart arbeiten lassen kann. Ich glaube wir beide passen gut in die 60er, haben aber auch so ein tolles Verhältnis zueinander. Besonders, da die Haushaltskasse in ihre Hände fällt (obwohl sie natürlich keine Ausgaben verheimlichen darf).
Es sagt ja auch niemand, dass Sie das können müssen. Der Fehlschluss ist, davon auszugehen, das Frauen das "biologisch" besser können. Nö! Mit mir als Frau würden Sie, wenn Sie akkurat zusammengelegte Socken erwarten, bestimmt nicht zusammenleben können.

Und schlussendlich: Übung macht den Meister. Wenn Sie häufig genug die Socken akkurat falten, dann geht das irgendwann auch Ihnen so leicht von der Hand wie Ihrer Frau.
Die hat das nämlich vermutlich auch nicht in die Wiege gelegt bekommen.

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lopinion 11.12.2018, 20:09
67. die arbeitende Frau nun als unterjochtes Opfer des Kapitalismus

Zitat von dasfred
Ständig wird uns erklärt, der Mann musste damals zustimmen, wenn die Frau arbeiten gehen wollte. Ich habe in meinem Verwandten und Bekanntenkreis von keiner Frau gehört, die desswegen nicht berufstätig war. Nun hatten die meisten Frauen in meinem Umfeld mit Haus und Garten und Kindern genug um die Ohren um noch arbeiten zu müssen. Nur in Familien in denen es finanziell knapp war, musste die Gattin mitarbeiten. Dort wurden aber auch die Kinder in die Hausarbeit einbezogen. Ich weiß nicht, wo es heute Frauen besser geht, die in aller Frühe die Kinder versorgen, dann zum Kindergarten und in die Schule bringen, Vollzeit arbeiten, anschließend einkaufen, die Kinder wieder abholen und dann noch alles vor sich haben, was die Hausfrauen schon den Tag über erledigt haben. Statt zu beklagen, dass man mit einem Gehalt keine Familie mehr über die Runden bekommen kann, wird den Frauen klar gemacht, dass sie nicht vollwertig sind, wenn sie nicht noch ihr Leben mit dem ach so erfüllenden Beruf aufwerten. Wenn alles so schlimm war, dann war für die berufstätige Frau in der DDR das Leben um Klassen besser als für die "nur" Hausfrau in der BRD. In Wirklichkeit hat die Emanzipation im Westen nur den Arbeitgebern in die Hände gespielt. Mehr Potential auf dem Arbeitsmarkt, die Löhne konnten dreißig Jahre niedrig gehalten werden, so dass man schon zwei Einkommen braucht, um auskömmlich zu leben. Und zwar ohne dabei gesellschaftlich aufzusteigen. Es tut mir leid Frau Stokowski, aber Sie lassen sich vor den Karren des Kapitals spannen und verkaufen ihren Schwestern die Knechtschaft als Paradies. In Wirklichkeit ist die schöne neue Welt die Hölle für die Frauen, die nach Jahrzehnten Doppelbelastung nur noch ausgebrannt sind.
Vielleicht sollten Sie mal eine Frau fragen, die das von Ihnen beschriebene Leben in Berufstätigkeit und Mutterdasein lebt. Aber bitte nicht all zu enttäuscht sein, wenn diese Frau nicht ab- und überspannt ist, sich nicht überfordert und selbstzweifeifelnd quält, sondern mit allen Höhen und Tiefen eines vie quotidienne doch recht zufrieden lebt...

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lopinion 11.12.2018, 20:14
68.

Zitat von ginorossi
Sehr richtig, volle Zustimmung. Die meisten Foristen haben den Artikel von Hank ganz offensichtlich nicht gelesen. Und Frau St. hat ihn nicht einmal ansatzweise verstanden - oder nicht verstehen wollen. Das kann bei so einem ständig geifernden Dumpf-Feminismus, der die Welt allein in Schwarz und Weiß teilt, schon einmal vorlommen. Es ist eben etwas anderes, eine Polemik aufs Papier zu rotzen oder einen gescheiten Text in seinem Sinn zu verstehen.
... und wer anderer Meinung ist, hat den Artikel dann nicht verstanden, habe ich Sie richtig verstanden? Es ist demnach auch völlig ausgeschlossen, dass Sie wiederum den Artikel von Frau St. nicht verstanden haben, wenn Sie ihn (und Frau St. gleich mit) so verunglimpfen müssen.
Ich frage nur.

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hunk1984 11.12.2018, 20:16
69. Natürlich werden wir nie fertig sein!

Frau Stokowski sagt, wir sind längst noch nicht fertig.

Für mich mutet sie dabei immer wie eine FeuerwehrPERSON an, deren KollegInnen vorne das Haus fast schon gelöscht haben, während sie hinten fleißig Benzin ins selbige schüttet.

Und solange sie damit Geld verdient, beim Spiegel schreiben darf und überhaupt sooo schrecklich unterdrückt wird werden wir auch nicht fertig. Immerhin hängt Frau Stokowskis und anderer Berufsempörten und -feministen's Gehalt an der Sache.

Denn wenn man schon keine offensichtliche Benachteiligung mehr findet (sowas wie fehlende Rechte, zum Beispiel) dann tut's eben auch ein herbeigerechneter Pay Gap oder Manspreading und -splaining.

Entfernte man die heutigen Feministen, dann herrschte Gleichberechtigung. Oder ist das Ziel eben doch die Gleichstellung? Und ja, das sind zwei verschiedene Dinge!

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