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Hausfrauen-Glorifizierung: Das goldene Zeitalter der Unterdrückung
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Die "Zeit" erklärt, wie gefährlich es für die Liebe ist, wenn sie mehr verdient als er, die "FAZ" trauert der Hausfrau nach. Das zeigt: Früher war vielleicht alles schlimmer. Aber heute ist längst nicht alles gut.

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Bishob 11.12.2018, 20:17
70. Und hier,

Zitat von Margaretefan
Hier ist einer :-) Seit 20 Jahren bei der Hausarbeit und nun des Erwachsenwerdens des Nachwuchs wegen nicht mehr mit der Kinderbelustigung beschäftigt. Meine Frau verdient nicht nur mehr, sondern verdient allein. Parasitär fühle ich mich keineswegs und dem Liebesleben hat es auch nicht geschadet. Das Modell des Familienbilds der 50er taugt durchaus! Es darf nur nicht einem Elternteil des Geschlechts wegen zugewiesen werden. Einer Frau beruflich den Rücken frei zu halten, damit sie ungehindert und nicht doppelt belastet Karriere machen kann, taugt durchaus um die Lücke im GPG zu verkleinern.
ich hab meine drei mehr oder weniger allein großgezogen. Kohle von den Müttern? Fehlanzeige.
Hilfe von irgendwelchen Ämtern? Ebenso.
Allerdings hatte ich nicht den Luxus einen Verdiener zur Seite zu haben. Das "durfte" ich nebenher auch noch. Aber geschenkt.
Ganz ehrlich: die Zeit von damals wünsche ich mir ganz gewiss nicht. Zu DDR-Zeiten hat meine Mutter auch mehr verdient als mein Vater. Hausarbeit wurde von allen erledigt. Wäre auch irgendwie seltsam gewesen sonst.
Befremdlich finde ich lediglich das es Frau Stokowski mal wieder schafft jede andere Meinung abzubügeln. Ich würde ihr gerne mal vorbehaltlos zustimmen. Aber an der Differenzierung sollte sie noch etwas arbeiten. Wieso sollte man nicht jedem seinen eigenen Lebensentwurf zugestehen? Wenn der zitierte FAZ-Redakteur ne Frau findet die sich auf sowas einlässt....bitteschön. Mir wäre es zwar nix, aber wenn ihn sowas glücklich macht ist es doch sein Bier.

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peaceonearth 11.12.2018, 20:24
71.

Zitat von dasfred
Ich folge ihnen in soweit, das auch für mich ein Mann zuerst gut im Bett sein muss. Wenn er dann noch den Müll rausbringt und seine Klamotten nicht überall rumliegen, bin ich schon zufrieden. Ich kann mir auch keine Verbindung vorstellen, nur weil ein Mann mich finanziell gut ausstatten könnte. Dazu bin ich zu eigenständig. Nun war es den Frauen seit Lysistrata gesagt, dass sie sich verweigern können. Seit hundert Jahren, wenn nicht Hof zu Hof kommen musste, werden Ehen auf freiwilliger Basis eingegangen. Wenn eine Frau eine Vorstellung von ihrer Zukunft und Karriere hat, muss sie auch den passenden Mann dazu suchen oder verzichten. Noch heute höre ich dumme junge Frauen darüber schwafeln, sie würden sich den Mann schon zurecht biegen. Klappt nur sehr selten. Wenn sich den Zwei finden, die auch noch gemeinsam Kinder aufziehen wollen, dann ist immer noch offen, wer welchen Anteil in die Familienarbeit einbringt und wer wieviel Geld heranschafft. Nicht zuletzt die Hormone verlangen ein Mitspracherecht. Wenn der erste Säugling an der Brust hängt, sind viele rationale Erwägungen nur noch Makulatur. Dazu kommt natürlich auch noch das regionale und gesellschaftliche Umfeld. Bei mir waren die meisten Männer den größten Teil des Jahres auf See. Damit wurden die Mütter automatisch alleinerziehend, ohne auf die finanzielle Absicherung verzichten zu müssen. Das bedeutet eben auch, sie hatten nicht die Notwendigkeit, einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu müssen und konnten ihren Tag neben der Hausarbeit frei gestalten. Für Kunst und Kultur, sowie die ausgeprägten Sozialkontakte war viel mehr Kapazität frei. Die befreite Frau von heute pendelt doch oft auch nur zwischen Job und Couch und träumt von einer Selbständigkeit, die sie nie erreichen wird.
Auch wenn eine Frau heutzutage gestresst zwischen Job und Couch pendelt, so hat sie doch wesentlich mehr Sicherheit als die finanziell abhängige Hausfrau, die angeblich so reichlich Freizeit hat, dass sie sich mit Kunst und Kultur beschäftigen kann. Solange Hausfrauenarbeit nicht bezahlt wird und nicht sozialversichert wird, wird sie immer zu Altersarmut führen, sollte die Frau sich von ihrem Mann trennen.

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dbeck90 11.12.2018, 20:29
72. @Nania

Ich übe das Socken Zusammen pfrimeln (knoten machen?) wenn ich mal nicht arbeiten muss (bin so bei 13-14 Stunden am Tag). Natürlich funktioniert dieses „ältere“ Prinzip der Teilung von Haushalt und Arbeit als 2 Jobs, bei dem vorgegeben ist, wer welche Rolle hat, nicht bei jedem. Es gibt garantiert auch Frauen mit größeren Träumen als Abhängigkeit. Es funktioniert halt bei uns und stärkt die Abhängigkeit wie Zusammenhalt zueinander... Man sollte es nicht grundlegend verteufeln.

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vera gehlkiel 11.12.2018, 20:37
73. @dasfred

Ich kenne auch Hausfrauen, die sich voll in der Gemeinde und weit darüber hinaus engagieren. Deren Tag sogar überausgefüllt ist, und nicht etwa nur durch reine Transportdienste, sondern durch geistig anspruchsvolle Leistungen. Die aber immer auch Männer haben, die aus der Tatsache, dass ihr Teil der gemeinsamen Arbeit derjenige ist, aus dem dann die Kohle für den gemeinsamen Hausstand samt den Kindern resultiert, kein Instrument der Macht machen. Sicher hat es sowas auch immer schon mal gegeben, und auch in wechselweisem Bezug betreffend der Geschlechter. Der Witz ist aber die Freiwilligkeit. Allgemein verbleibt das Monopol der industriellen Erwerbsarbeit als bezahlte Lebensgrundlage definitiv solange ein Kernproblem der Ungleichheit, solange Frauen eben für "ihr" Muttersein nur soviel kriegen, wie der allein "gültig" im Sinne der Hierarchie erwerbstätige Mann zulässt. Im übrigen, da möchte ich lieber auch noch mal drauf hingewiesen haben, nehme ich hier als eine Feministin keineswegs natürlicher Weise alle Frauen in Schutz. Ich persönlich bin eher durch Probleme mit ganz bestimmten Frauen zum Feminismus gekommen, als durch Probleme mit Männern. Und habe Feminismus immer ganz klar als eine Denkrichtung wahrgenommen, die sich ebenso kritisch mit "weiblich" generierten Stereotypen auseinandersetzt, wie mit "männlichen". Beide kreisen, wie ich es sehe, fest aufeinander bezogen umeinander, wie das Helfersyndrom um die Sucht,

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hunk1984 11.12.2018, 20:38
74. Ähh, ja.

Zitat von jule83
...dass es heute wie in den 1950ern gar keine Wahlmöglichkeit gibt - in alten zeiten blieb Frau keine Wahl, als "nur Hausfrau" zu sein - heute sind es monetäre und berufliche Gründe - warum man nicht erwägen kann, Hausfrau zu sein. Als Akademiker-Mutter einer zweijährigen Tochter kenne ich etliche top ausgebildete Mütter, die gerne eine längere Auszeit für ihr Kind genommen hätte oder einige Jahre "nur" Hausfrau sein würden. Allein: es ist nicht möglich, mit einem Gehalt in einer deutschen Großstadt eine Familie zu versorgen...
Warum wundern Sie sich, dass heutzutage nicht mehr mit nur einem Gehalt eine Familie versorgt werden kann, wenn Arbeitgeber bis "vor kurzem" nur knapp 55% der heutigen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen hatte?

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Margaretefan 11.12.2018, 21:02
75. @ #47 von vera gehlkiel

So, so, die Herren mussten nur "ziemlich gut im Bett sein". Und der Koch lässt vermuten, dass Essen nun auch bei Ihnen der Sex des Alters, oder wie? Müssen Sie nicht selbst ein wenig schmunzeln?

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hunk1984 11.12.2018, 21:13
76. Sicher doch!

Zitat von Nania
...DAS ist nämlich der Gedanke des Feminismus: es geht nicht nur um die Frau, sondern um Themen der Gerechtigkeit. Die meisten modernen Feministinnen würden sich ebenso für die Gleichbehandlung des Erziehers einsetzten wie für die Gleichbehandlung der Frau bei der Jobsuche. ...
Das glauben Sie doch selber nicht. DAS WAR vielleicht einmal der Grundgedanke des Feminismus, aber heutzutage nicht mehr. Heutzutage, mit Frauen wie Stokowski an der Spitze arbeitet der Feminismus nur noch daran, die Privilegien von Frauen auszubauen, zu erweitern und zu erhöhen, während Verantwortung übernehmen bei jeglicher Gelegenheit als Unterdrückung der armen Frauen verkauft wird.

Feminismus ist spätestens seit den 90er Jahren obsolet. Wer anderes behauptet lebt nicht in der Realität.

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Nania 11.12.2018, 21:13
77.

Zitat von dbeck90
Ich übe das Socken Zusammen pfrimeln (knoten machen?) wenn ich mal nicht arbeiten muss (bin so bei 13-14 Stunden am Tag). Natürlich funktioniert dieses „ältere“ Prinzip der Teilung von Haushalt und Arbeit als 2 Jobs, bei dem vorgegeben ist, wer welche Rolle hat, nicht bei jedem. Es gibt garantiert auch Frauen mit größeren Träumen als Abhängigkeit. Es funktioniert halt bei uns und stärkt die Abhängigkeit wie Zusammenhalt zueinander... Man sollte es nicht grundlegend verteufeln.
Das ist ja das, was ich in anderen Beiträgen schon gesagt habe: moderne Feministinnen verteufeln keine Frauen und Männer dafür, wenn diese sich bewusst dafür entscheiden, Hausfrau oder Hausmann zu sein. Das Ganze wird dann problematisch, wenn Männer von Frauen erwarten, dass diese sich um den Haushalt kümmern, weil sie Frauen sind.

Sicherlich gibt es auch Frauen, die das von ihren Männern erwarten, aber mal ganz ehrlich? Die dürften in einer insignifikanten Minderheit sein.

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Nania 11.12.2018, 21:22
78.

Zitat von hunk1984
Das glauben Sie doch selber nicht. DAS WAR vielleicht einmal der Grundgedanke des Feminismus, aber heutzutage nicht mehr. Heutzutage, mit Frauen wie Stokowski an der Spitze arbeitet der Feminismus nur noch daran, die Privilegien von Frauen auszubauen, zu erweitern und zu erhöhen, während Verantwortung übernehmen bei jeglicher Gelegenheit als Unterdrückung der armen Frauen verkauft wird. Feminismus ist spätestens seit den 90er Jahren obsolet. Wer anderes behauptet lebt nicht in der Realität.
Unsinn! Und das sage ich ganz deutlich.

Wenn man als Frau zwischen 20 und 40 Probleme hat einen Job zu bekommen, weil man ja biologisch betrachtet im besten Alter für eine Schwangerschaft ist, dann haben wir Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht.
Wenn Frauen immer noch trotz besserer oder gleicher Qualifizierung zugunsten von Männern abgelehnt werden, dann haben wir keine Gleichberechtigung.
Wenn Frauen von der einen Seite vorgeworfen bekommen, eine Rabenmutter zu sein, weil das Kind schon mit ein paar Monaten in die KiTa geht oder auf der anderen Seite, dass sie nicht für "das Volk" tun wollen, weil sie keine Kinder wollen, dann haben wir Gleichberechtigung noch nicht erreicht.
Auch die Tatsache, dass typische Frauenberufe immer noch schlechter bezahlt werden als typische Männeberufe bei gleicher bildungstechnischen Qualifikation ist so ein Zeichen dafür.

Ja, es hat sich viel getan. Aber wir sind noch lange nicht am Ende! Das sage ich Ihnen ganz klar aus der Position einer jungen Frau heraus, die schon mehrfach, wenn auch im persönlichen Gespräch, mitbekommen hat, dass Menschen mit Personalverantwortung mich nicht einstellen würden, wenn sie nicht dadurch, dass sie mich privat schon sehr lange kennen, wüssten, dass ich keine Kinder bekommen möchte! Kurz gesagt: weil meine Altersgenossinnen potentiell schwanger werden könnten (!) werden Männer vorgezogen. Oder eben ältere Frauen.

Überlegen Sie sich mal ganz genau, wer aktuell wirklich in unserer Gesellschaft über Privilegien verfügt, dann reden wir noch einmal.

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hunk1984 11.12.2018, 21:23
79. Ja, ich verstehe.

Zitat von Nania
...Verstehen Sie? Ich habe etwas gegen Ungerechtigkeit und gegen Unfreiheit. ...
Sie sind also egalitär und nicht feministisch. Warum sagen Sie das nicht gleich? Und warum bezeichnen Sie sich als Feministin wenn Sie doch egalitär sind? Sie sollten sich noch einmal eingehend mit den Begrifflichkeiten und vor allem dem kontemporären Feminismus auseinandersetzen. Verstehen Sie?

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