Forum: Kultur
Heavy-Metal-Fotografie: Die machtvolle Dröhnung
gestalten/ Jörg Brüggemann

Wer Heavy Metal hört, steckt in der Pubertät, ist taub - oder hat einfach keinen Geschmack. Wer so über diese Musik spottet, versteht nichts von ihrer wahren Macht. Denn ein großartiger Bildband eines Berliner Fotografen zeigt: Das Headbanger-Genre ist die einzige Weltmusik der Gegenwart.

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ralfons 17.03.2012, 19:50
120. Tal der Ahnungslosen

Wer mehr von Thorsten Dörting lesen möchte, kann das übrigens hier tun: Amtlich - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

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baboon01 17.03.2012, 19:52
121. Wie wunderbar!!!

Menschen mit überlegenem Musikgeschmack lassen sich über musikalisch wie auch geistig Minderbemittelte aus - und geben sich dabei der Lächerlichkeit preis indem sie den eigenen Egozentrismus offenbaren!

Immer wieder schön zu sehen wie sich dieses unappetitliche Gehabe durch alle "alternativen" und vor allem höherwertigen Musikstile zieht.
Zum ersten Mal bin ich dem bei Metalfans begegnet die sich naserümpfend über die minderwertige Spieltechnik anderer Stilrichtungen ausließen (noch schlimmer sind allerdings intellektuell überlegene Indiefans...).

Kein Wunder, daß der Spiegelschreiber bei dem Tema auf Provinzpostillenniveau absinkt (war das eine Strafarbeit vom Chefredakteur, haben Sie was ausgefressen, Herr Dörting?).

Wer Geschmack hat, mag Metal nicht.
Ich glaub, ich lad mir heut Abend mal was von Manowar...

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snafuprinzip 17.03.2012, 20:06
122. Das stimmt zweifelsohne

Zitat von Berg
Gestatten Sie bitte, dass ich dem Foristen beispringe. Aus meiner Sicht (Piano-Amateur-Jazzer) liegt die große Integrationsfähigkeit des Jazzens darin, dass ein Fundus von Titeln/Themen weltweit verfügbar ist, mit dem sich wildfremde Jazzer zusammensetzen und zusammenspielen können - auf Zuruf, one, two, three, four genügen. Und das rund um den Globus, über alle Altersschichten hinweg, sprachenunabhängig, männlich und weiblich, laut und leise, einfach oder kompliziert, quer durch alle Tonarten, mit allen verfügbaren Instrumenten. Dagegen nehmen sich die Metaler und ihre Musiken ziemlich eng begrenzt aus
Hallo,

in diesem Punkt kann ich Ihnen auch vollkommen zustimmen. Es gibt viele Stücke im Jazz, die so klassisch sind, daß nahezu jeder Musiker diese bereits interpretiert hat und in vielen Fällen dieses auch durchaus bereichert hat. Das ist sehr typisch für den Jazz, den ich auch zweifelsohne sehr liebe, verstehen sie mich da bitte nicht falsch.
Wenn ich meine musikalischen Vorlieben in Schubladen sortieren müsste, so würden diese Jazz, Metal und nebenbei Funk und Klassik heissen.

Aber es gibt auch im Metal, der nun leider ebenso wie ich in die Jahre gekommen ist, Klassiker, die jeder Metalmusiker weltweit kennt und mitjammen kann.

Außerdem wäre ich nicht so vermessen dem Metal oder dem Funk die musikalischen Qualitäten des Jazz abzusprechen. Es gibt Musiker im Metal Bereich, die den Großen des Jazz aber nicht wirklich nachstehen.

Mein liebster Bassist z.B. ist zweifelsohne Marcus Miller, aber wenn man z.B. Steve diGiorgio, der bei der Individual Thought Patterns von Death mitgespielt hat zuhört, kann ich nur sagen, daß es ebenfalls ein Genuß ist diesem Virtuosen zuzuhören. Genau das gleiche gilt, um bei den Bassisten zu bleiben z.B. für Sting, der in erster Linie Pop macht, so daß es mir auch schwerfällt jede Art von Pop über einen Kamm zu scheren.

Ich wollte wirklich wissen, was unser Vorredner meint, als der behauptete, daß der Jazz die einzige Weltmusik darstellt, ohne den Jazz dabei schlecht machen zu wollen.

Was den Metal aber aus meiner Sicht vom Jazz oder der Klassik abhebt ist aber seine Wurzel im Blues/Rock, der eine Fangemeinde zusammenschweisst, die ansonsten in Deutschland höchstens im Fussball bekannt ist. Metaller haben eine solch fanatische Verbindung zu ihrer Musik entwickelt (nicht zu einer einzelnen Band wie im Falle der Beatles) , wie ich sie sonst aus kaum einer Musikrichtung kenne.

Das mag manchen Menschen durchaus befremdlich vorkommen, aber wenn ich z.B. das Konzert der Moskauer Solisten im Dortmunder Opernhaus mit einem Konzert von Neurosis vor ein paar Jahren in der Zeche Bochum vergleiche, als selbst die Leute auf den Toiletten nicht anders konnten als wie in Trance mitzutanzen, muß ich leider sagen daß die Solisten vielleicht musikalisch aber garantiert nicht emotional überlegen waren.

Wenn man Musik auf das Technische reduziert bleibt lediglich Mathematik übrig und da ist es auch egal welche Richtung.

Ich kann es es halt nur nicht leiden, wenn man, ohne sich intensiv mit etwas auseinandersetzt, anmasst darüber zu urteilen, aber das geht mir nicht nur mit der Musik so.

Schönen Gruß,
snafu.

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spon-41l-c8i0 17.03.2012, 20:08
123.

Zitat von abwählen!
Glauben Sie das alles eigentlich selbst??? :-O Ehrlich....gerade Manowar sind doch der Inbegriff des totalen Schwachsinns. Laut, Prekär, musikalisch unterentwickelt und optisch noch peinlicher als Kiss. Kindergartenmucke für Spätpubertierende! Nicht Beten und Arbeiten ist mittelalterlich sondern das Primatentum von den "Fellbespannten".
Updaten Sie Ihre Meinung über Manowar mal. Ich denke, sie tun ihnen besonders was die Expertise angeht sehr Unrecht. Das Erscheinungsbild mag immer noch nicht 100% modern erscheinen, aber sehen Sie sich doch mal die letzte Erscheinung "Gods of War" an. Also sorry, aber wer solche majestätischen Klänge produziert, hat sehr wohl Ahnung von Musik.

Ob sie die Kultur nun Kindergarten nennen oder nicht - Es sagt mir auf jeden Fall etwas über Sie. Und ich glaube nicht, dass das wesentlich weniger peinlich ist als die Klamotten von Manowar.

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spon-41l-c8i0 17.03.2012, 20:15
124.

Zitat von Berg
Auch das ist nur eine Tatsachenfeststellung: es gibt keinen leisen Metal, es gibt kaum weibliche Metals auf der Bühne, die Instrumentenauswahl ist sehr eng, Verzerrer sind ein Muss usw. - Nicht ich hatte den Vergleich zum Jazz angebracht, aber ich bin dem Foristen dankbar für die Gegenüberstellung.
Nicht wahr! Einfach nicht den Fakten entsprechend! Durch die Bank!

Sorry, suchen Sie sich gefällig etwas, das nicht so vielseitig ist! Meine Herren, wenn Sie keine Ahnung haben, überlassen Sie bitte anderen das Reden.

Fluchen Sie über die begrenzte Instrumentenzahl beim Deathmetal! Prangern Sie die geringe Frauenquote (und ich lache Sie hier präventiv aus) bei Blackmetal an! Oder verabscheuen Sie den Einsatz von Dudelsäcken beim Mittelalterrock (Ja, ist auch eine Form von Metal)!

Aber was auch immer Sie tun: Fluchen Sie nicht über das ganze große Bild! Denn irgendjemand hat es bereits anders gemacht! Irgendwie sind sie immer wiederlegbar! Und wenn Sie eine grobe Ahnung hätten, wüssten Sie das auch so schon!

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ryukaze 17.03.2012, 20:26
125.

Hm, ich finde es immer interessant, wie sich vor allem in der "intellektuellen" Presse solche Artikel überhaupt durch die Textprüfung schmuggeln können.

Meines Zeichen Informatiker und Metaler seit langer Zeit muss ich immer wieder schmunzeln, wie solche Artikel aufkommen und bewusst die Klischees bedienen und auch die Fliegen anziehen, die sich für "normale" Musikliebhaber halten.

Mir ist in keiner Musiksrichtung ein solcher Zusammenhalt begegnet wie in eben bei den Metalern. Wir sind eine Gruppe von ca. 18 Leuten, allesamt Abitur, alle studiert, und uns verbindet eins: Metal. Und jeder hat seine eigene Spielart, seine eigenen Lieblingsbands.

Jedes Jahr geht es auf 3-4 Festivals mit eben diesen Leuten und was uns begegnet ist Toleranz, Offenheit und keinerlei Vorurteile. Da verständigt man sich mal eben mit den Zeltnachbarn aus der Ukraine auf extrem gebrochenem Englisch, mit den Brasilianern von gegenüber per Handzeichen und egal was passiert, man hilft sich. Zeltstangen fehlen? Kein Thema, Nachbarn haben noch Ersatz. Auto steckt fest? Alle helfen und schieben. Gaskartusche vergessen? No problem.

Es gibt auch in diesen Bereichen natürlich Menschen, die nicht so wirklich in das Bild passen das ich kenne. Es sind sehr viele jüngere Menschen, meistens unter 20, die sehr viel aufgestaute Wut haben, die dem sogenannten Hatecore oder Metalcore zugetan sind, keinen Moshpit, keine Wall of Death, keinen Circlepit auslassen, die sich viele Verletzungen zuziehen.

DIESE SIND ABER NICHT DIE REGEL! (Entschuldigung, das musste zur Klarstellung eben sein.)

Ich mag alle Spielarten und Stile des Metals, ich geniesse Klänge von Manowar ebenso gerne wie Caliban oder Black Sabbath. Ich höre gerne auch Klassik, bevorzugt Mozart, Wagner und Bach. Ich höre mir gerne eine alte Queen Schallplatte an oder Deep Purple. Niemand verurteilt mich dafür in meinem Freundeskreis, jeder hat so seine Nebenmusik.

Metal hat viele klassische Einflüsse und ist eine der wenigen Musikrichtungen, die noch erfordern, das man ein Instrument spielen kann. Es gibt wunderbare Passagen bei Bands wie Rhapsody (of Fire) die sehr klassisch ausgelegt sind, Bands wie Apocalyptica, die auf Chellos spielen, die Goth Metal Schiene ist voll von klassischen Instrumenten und bei einigen Band fernab jeglicher Wut und Hass und Macht.

Ich lasse jedem seine Meinung, ich bin tolerant und denke jede Musikrichtung hat ihre Daseinsberechtigung. Nur sollte man nicht anfangen mich in eine Ecke zu drängen nach dem Motto: Der hört Metal, das ist ein Loser. Den dasselbe könnte man auch von diesen ganzen Aggro Berlin Kids sagen, oder den Hardcore/Gabber Techno Kids oder oder ...

So, nun leg ich mir noch gemütlich Machine Head auf, wasch mir meine Haare (Die gerade mal 3cm lang sind.), zieh mein Freizeitschirt (Ja, da ist ein Totenkopf drauf.) an und leg mich auf meine Couch.

Und eines sei angemerkt: Wer meint Metal kann man auf ner 50 Euro Stereoanlage gut hören und er wüsste damit wie die Musik so klingt, hat definitiv keine Ahnung wie filigran Metal sein kann. Aber denke jeder Musik Enthusiast mit entsprechendem Audio Equiment weis was ich meine, den das gilt für jede Musikrichtung wo noch richtige Instrumente gespielt werden. ;)

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Gnomenfrau 17.03.2012, 22:09
126. Mann, du sagst es!

Liebster ryukaze!

Ja da hat mal wer die Wahrheit gesagt, ich bin auch Akademikerin, und Metal ist so viel mehr als das was hier geschrieben wurde, wer der Verfasser hat sich denn tatsächlich mal mit Songtexten auseinandergesetzt? Seit wann bitte sind die Texte sinnlehr? Ich frage so dämlich, weil mich die Musik von Tool, Riverside, Dredg, System of a Down und vielen mehr oft sehr zum Nachdenken angeregt haben, und das kann ich von der Popeinheitsmasse die einem aus Radio und Massenmedien entgegenwabert kaum behaupten ^^

Lieber Verfasser, lass mal ein Bierchen trinken gehen!
Auf dein Wohl!

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c_c 18.03.2012, 05:09
127. .

der Unterschied zwischen Jazz und Metal ist vor allem, daß Metal ans Herz geht. Jazz geht höchstens ans Hirn. Oder an die Nerven, je nach dem.

Da mUsik Kunst ist, ist mir Herz zunächst mal lieber.

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Berg 18.03.2012, 08:07
128.

Zitat von spon-41l-c8i0
Nicht wahr! Einfach nicht den Fakten entsprechend! Durch die Bank! Sorry, suchen Sie sich gefällig etwas, das nicht so vielseitig ist! Meine Herren, wenn Sie keine Ahnung haben, überlassen Sie bitte anderen das Reden. Fluchen Sie über die begrenzte Instrumentenzahl beim Deathmetal! Prangern Sie die geringe Frauenquote (und ich lache Sie hier präventiv aus) bei Blackmetal an! Oder verabscheuen Sie den Einsatz von Dudelsäcken beim Mittelalterrock (Ja, ist auch eine Form von Metal)! Aber was auch immer Sie tun: Fluchen Sie nicht über das ganze große Bild! Denn irgendjemand hat es bereits anders gemacht! Irgendwie sind sie immer wiederlegbar! Und wenn Sie eine grobe Ahnung hätten, wüssten Sie das auch so schon!
Na, nun mal nicht so empfindlich sein darüber, dass sich nicht alle zu Metal-Konzerte hingezogen fühlen und keine CD davon im Haus abdröhnen lassen. Ich habe jedenfalls weder geflucht noch etwas verabscheut. Wer aus der Cool-Jazz-Zeit ohne Kopfhörer stammt, ist eben anders geprägt. Es scheint eher, als ob Sie selbst ziemlich intolerant auftreten ("suchen Sie sich gefälligst" - ist längst geschehen).

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Berg 18.03.2012, 09:52
129.

Zitat von c_c
der Unterschied zwischen Jazz und Metal ist vor allem, daß Metal ans Herz geht. Jazz geht höchstens ans Hirn. Oder an die Nerven, je nach dem. Da mUsik Kunst ist, ist mir Herz zunächst mal lieber.
Sehen Sie, und bei anderen ist das genau andersrum: Metal geht ihnen in erster Linie auf die Nerven, auf den Hörnerv und den Sehnerv (Licht-Blitz-Shows). Die großen Jazz-Balladen gehen zu Herzen. Und mir ist Herz auch lieber.

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