Forum: Kultur
Heimat-Talk bei "Hart aber fair": "Bemerkenswert, wie schnell das hier eskaliert"
WDR/Dirk Borm

Frank Plasberg wollte wissen, ob Deutschland eine Heimat "nur für Deutsche oder offen für alle" sei. Eine extrem ärgerliche Frage.

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sekr 26.02.2019, 01:31
1. Vielleicht sollte...

...man sich aussuchen können, ob man Bock auf den Begriff Heimat hat oder nicht.
Ich glaube das ist das zwanghafteste an der Diskussion: lehnt man Heimat als etwas ab, dem man etwas abgewinnen kann, ist man raus.
Für mich ist der Begriff jedenfalls viel zu belegt, um ihn auf Krampf positiv füllen zu können.
Dann halt keine Heimat mehr für mich?
Love it or leave it?
Anscheinend braucht es tatsächlich einen neuen Begriff!

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Oskars 26.02.2019, 01:32
2. Wie erkennt man Wahnsinn?

Auch Empörung kann eine Sucht sein und ein Machtinstrument sowieso. Wenn aus der Empörung über den Begriff "Heimat" in wenigen Pressestunden die über den Untertitel geworden ist, ist das immerhin ein Zeichen einer zunehmend rationalen Kontrolle der im Wahnsinn in sich selbst isolierten Narrative. Aber auch komplett, also als "Heimat Deutschland - nur für Deutsche oder offen für alle?", ist der Titel nichts anderes als selbstverständlich, schließlich ist es allein ein Akt simpler Kausalität, dass wenn Deutschland mit Demokratie und Pluralismus gleichgesetzt wird, was der Begriff „Heimat“ für jeden Demokraten zwingend einfordert, dann Faschisten und Islamisten in Deutschland selbstverständlich keine Heimat finden können. Wer etwas anderes fordert ist kein Demokrat und damit kein Deutscher, was den Aufschrei vieler bereits schlüssig erklärt.

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redfish 26.02.2019, 01:48
3. "Extrem ärgerliche Frage"?

Nein - es ist ganz einfach: jeder, der hier aus welchem Teil der Welt auch immer nach Deutschland kommt, auch als Flüchtling oder Asylbewerber, ist mir willkommen - unter einer einzigen Bedingung: er/sie hat sich hier zwingend nach unseren Gesetzen, Spielregeln und gesellschaftlichen Normen zu benehmen und zu verhalten. Sonst: raus. Ist das zuviel verlangt? Ist das gar "rechts" oder noch schlimmer? Ich meine: nein. Es ist nur eine legitime Forderung an Gäste unseres Landes, die leicht erfüllbar ist.

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ingo.adlung 26.02.2019, 02:00
4. Ich erinnere mich ...

... dass ich einst baff erstaunt war, dass in Kassel der Unterschied zwischen Kasselern, Kasselanern und Kasselänern gemacht wurde, je nachdem in welcher Generation sie in Kassel lebten. Und in manch einer Gemeinde Süddeutschlands konnte man nur Mitglied in einer Narrenzunft werden, wenn man in mindestens zweiter Generation im Ort lebte. Oder anders ausgedrückt: die Frage der Dazugehörigkeit gab es schon immer, selbst wenn es nur um inländische „Migration“ ging. Man sollte die Frage der Heimat und der Inklusion also bitte nicht auf die Frage verkürzen, ob jemand nicht-deutsche familiäre Wurzeln hat. Auch als Schwabe ist man wie wir wissen mitunter nicht so sehr beliebt in Berlin, wenn man seine Pedanterie und Kehrwochenmentalität dort auszuleben gedenkt. Es gibt also einen ganz normalen Assimilierungsdruck, egal von wo man herkommt. Aber je mehr sich die eigenen Werte von der neuen Heimat unterscheiden umso brutaler wird dieser empfunden und umso vehementer wird dieser eingefordert. Ich habe selbst als Jugendlicher einige Jahre in Südamerika gelebt und war bei meiner Ankunft zunächst der Alemán quadrado, dem nahegelegt wurde doch wieder abzureisen, wenn es ihm denn so schwer fällt sich einzugewöhnen (anzupassen). Und als ich ein paar Jahre später wieder nach Deutschland zurückkehrte (anderes Bundesland) gab es dasselbe Spiel, nur andersrum. Selbstverständlich gibt es also einen Anpassungsdruck und eine Bringschuld und das Thema auf die Frage der „völkischen“ Herkunft zu verkürzen wird der Herausforderung nicht gerecht. Und diesen zu verneinen oder Mitbürger weil sie diesen einfordern automatisch in eine rechte Ecke schieben zu wollen ist einfach nur dumm.

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sgvs 26.02.2019, 02:13
5. Heimat ist .immer nostalgisch

Und somit rückwertsgewant. Eines der gefährlichtens Wörter auf der Welt.

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solosola 26.02.2019, 02:14
6. Stolpersteine...

Herr Frank, ihre Rezension der Sendung ging Ihnen nicht so leicht von der Hand, kann das sein?

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amarildo 26.02.2019, 03:21
7. meinung

Heimat ist dort wo ich lebe.

Deutschland 23 Jahre.

Australien 51 Jahre.

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creative1708 26.02.2019, 03:38
8. Schaut....

.....euch doch das Flaggenmeer an, wenn Erdogan in Deutschland zu Besuch ist...dann wisst ihr, wo die sich heimisch fühlen.....

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kj.az 26.02.2019, 04:15
9. Heimat ist fuer jeden anders

Die Frage ist, wie man Heimat definiert !
Ich habe in meinem Leben mehrere Jahre in Italien, in Kanada und den USA gewohnt, gearbeitet, gelebt. Ich fuehlte mich ueberall angenommen, hatte Freunde und Familie und fuehlte mich auch heimisch. Das heisst aber nur, dass es mir dort jeweils gut ging und ich gerne da war. Wenn mich aber nun jemand fraegt, mit was ich den Begriff Heimat umschreibe, dann ist es da, wo ich aufgewachsen bin, die (sogen.) Muttersprache gelernt habe und die lokalen Sitten und Gebraeuche mich gepraegt haben.
Und wenn mir dann auch noch die Frage gestellt wird, als was ich mich fuehle, dann antworte ich ohne Zoegern: deutsch, obwohl es seit langem nicht mehr mein Wohnort ist.
Deshalb muesste es eigentlich heissen: was sind heimatliche Gefuehle - und nicht, was ist Heimat .

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