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Heimat und Nation: Das große Sicherheitstheater
DPA

Neuerdings versucht auch die Linke, den Begriff der Heimat für sich zu reklamieren. Das kann nicht funktionieren. Es gibt andere Identitätsangebote als das der Nation.

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freddygrant 27.05.2018, 11:22
1. Wir müssen den ...

... subjektiven Begriff Heimat, aus wahltaktischen Gründen
nicht adminstrativ einrichten und verwalten. Wir haben in
Deutschland wichtigere Baustellen, wie z.B. die konsequente
Migration von Neubürgern und die Verminderung von
Sonderrechten von Institutionen und Vereinigungen in der
Durchsetzung und Gleichbehandlung bei und in unserem
Grundgesetz!

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M. Michaelis 27.05.2018, 11:36
2.

Wer nicht die Religion als Idenditäts und Gemeinschaftsstiftend fördern will dem bleibt nur Heimat und Nationalität. Alles andere funktioniert nicht weil es aufgesetzt und verkopft daherkommt. Die Lösung ist daher eine domestizierte Religösität oder ein domestiziertes Nationalbewusstsein. Wer das ignoriert läuft in ein Desaster. Denn ebenso übel wie fanatisierte Religösität oder Natonalismus ist der Versuch ohne Religion oder Nationalgefühl auszukommen

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beat126 27.05.2018, 11:37
3. Es ist einfach erstaunlich, ...

... wieviele Menschen es gibt, die Heimat, Nation, Ursprung, Zugehörigkeit, etc. versuchen zu definieren. Aber alle tun es nicht für sich, sondern schon fast missionarisch für Andere. Meine Damen und Herren, es ist schlicht nicht möglich, Zugehörigkeit in welcher Form auch immer zu verordnen. Es ist und bleibt immer das Gefühl des Einzelnen.

Es ist dieselbe Logik wie z.B. "Ich entschuldige mich." - Man kann sich nicht selbst entschuldigen. Das bedeutet ja, man entledigt sich gleich selbst einer Schuld. Es ist eben nur möglich jemanden um Entschuldigung zu bitten.

Ich unterstelle mal schlicht, dass dieses Denken "wie andere zu Denken und fühlen haben", von Kaisers Zeiten herkommt, was ja sein Selbstverständnis war, und selbst heute noch nicht vollständig abgelegt worden ist.

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Igelnatz 27.05.2018, 11:37
4. Solidari5ät

Im Aufsatz fehlt die Solidarität - auch die finanzielle und die Reziprokität. Das heißt ein solidarisches Gemeinwesen benötigt Beitragszahler und eine gewisse Kontinuität und Loyalität, damit diese auch in schlechten Zeiten an Bord sind und bleiben. Ganz realistisch, sonst implodiert das irgendwann. Ansonsten ist das alles nichts Neues und Nationen und damit Staatsbürger einer Nation wird es wahrscheinlich noch sehr lange geben. Es soll ja auch Leute geben, die als Hobby das Sammeln von Staatsangehörigkeitsende haben und da stolz drauf sind.

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zweifelturm 27.05.2018, 11:44
5. Die Rechten und die Linken und die Nation

Die Kolumne ist etwas blutleer geschrieben.
Das ewige Geschrei der Rechtsaussen ist reichlichst trivial und auf unterstem Niveau angesiedelt:
Es wird versucht,eine Besessenheit von der Nation und deren drohenden Untergangs und der nationalen Sicherheit zu generieren und die daraus erhofft erzeugte Angst wird als Mittel einer Motivation für das ´Volk´ eingesetzt um es ´denen da oben´ die das ´Volk verraten´ zu zeigen. Substanzielle gesellschaftliche, kulturelle, geistige und freiheitliche Ansprüche wie sie seit der Zeit der Aufklärung etabliert sind, werden als Unterdrückungsmethoden der etabliert Herrschenden denunziert, die nur dazu dienen, ´das Volk in gefügiger Verdummung´ zu halten.
Und an so etwas beteiligen sich die Linken sicherlich nicht. Das Verständnis von „Nation“ ist da gänzlich anders. Rinks und lechts sollte man nicht verwechseln.

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hasselblad 27.05.2018, 11:46
6.

Die Nation ist der einfachste, billigste, kleinste gemeinsame Nenner, hinter dem sich unabhängig vom politischen Lager auch die allerkleinsten Geister versammeln können. Und je kleiner der Geist, desto größer die fatale Liebe zur Nation, daraus kann man immer etwas Großes für sich ableiten, selbst wenn man sonst nichts kann und nichts hat. Dabei ist es doch nichts als ein großer kosmischer Zufall, wo man geboren wird und welche Nationalität im Pass steht, daraus so etwas wie Stolz oder Verbundenheit abzuleiten war mir immer fremd. Ich habe bisher in 5 verschiedenen Ländern gelebt, Grenzen und Nationalitäten sind für mich etwas abstraktes, künstliches, das einen Status konserviert der beliebiger nicht sein könnte.

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taglöhner 27.05.2018, 11:47
7. Phantome schaffen

Der Heimatbegriff ist nach meinem Empfinden gerade nicht mit Nation, sondern mit Region konnotiert.
Grüße aus dem Süden.

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GungaDin 27.05.2018, 11:49
8. Whow!

Kann ich den Artikel verstehen, auch ohne Studium? Und wenn ja, kann ich meinem Nachbarn erklären was gemeint ist? Also back to basics: Seit langen Jahren ärgere ich mich darüber, das Begriffe wie Heimat, Nation, Pariotismus etc. von den Rechten gekapert wurden, ohne nennenswerten Widerstand der Linken. Ja, diese Begriffe sind durch totalitäre Systeme mißbraucht und verseucht worden, aber sollte eben das nicht einer der Gründe sein diese Begriffe wieder positiv und durchaus links zu besetzen? Ich sehe da keine Ansätze, und solange Intellektuelle und Linke um diese Begriffe herumschwurbeln wird sich auch nichts ändern. Den einfachen Begriff durch höhere Komplexität ersetzen? Ganz falsch. Die ganzen rechten Rattenfänger haben ja gerade durch die Simplifizierung der Begriffe Erfolg. Auf genau dieser Ebene muss der Widerstand erfolgen, soll er Erfolg haben. Meine Heimat, meine Nation ist Deutschland, und mein Deutschland ist bestimmt nicht das Deutschland der AfD, der Neonazis, der bayrischen Heimatmonster, sondern ein Deutschland der Freiheit, der Offenheit, der sozialen Gerechtigkeit, und nicht zuletzt ein Deutschland eingebettet in einem vereinigten Europa und in seiner Rolle in der Welt.

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Emderfriese 27.05.2018, 11:57
9. International

"...Die Diskussion darüber, ob man den Heimatbegriff den Rechten überlassen sollte, wie sie zum Beispiel in der SPD geführt wird..."

SPD, die Linke? Seit langem schon ist die SPD nicht mehr links zu verorten, sondern angepasst im rechten Spektrum verankert. Jedenfalls, was die Spitze der Partei und ihre Ideologie angeht. Ist es da verwunderlich, wenn sie nun auch die "Heimat" als Mittel zum Zweck entdeckt?
Die Heimat eines jeden aufrechten Linken ist der Internationalismus, und der steht konträr zum "Heimatbild" der Rechten. Auch zu denen in der SPD.

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