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Heimat und Nation: Das große Sicherheitstheater
DPA

Neuerdings versucht auch die Linke, den Begriff der Heimat für sich zu reklamieren. Das kann nicht funktionieren. Es gibt andere Identitätsangebote als das der Nation.

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micnolde 27.05.2018, 14:24
50. Oh ...

Tja, da hatte die Internationale viele Jahrzehnte Zeit, ein Konzept gegen die Heimat und die Nationalstaaten zu entwicklen und nichts kam heraus. Die Produktionsmittel allen Genossen zu "überschreiben", hat u.a. zum Ruin der kommunistischen Staaten geführt, weil sich dann keiner mehr dafür verantwortlich gefühlt hat. Das kann man auf das Nationalstaatsgegenmodell des Weltbürgers übertragen. Da fühlt sich auch keiner zuhause und somit verantwortlich. Und das Einzige, was die heutigen Linken als Zusammenhalt zusammenbekommen, ist das Feindmodell "Nazi", das sie leider so inflationär gebrauchen, das es sich zusehends gravierend abnutzt. Alles was nicht so denkt wie wir linken Linken, sind Nazis. Tja, willkommen am Abgrund ...

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der-junge-scharwenka 27.05.2018, 14:25
51. Diebstahl?

Zitat von komentisto
Migration und die globalisierung können die heimat gefährden.
Wie das? Nimmt Ihnen jemand Ihre Heimat weg?

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karl.kuhne 27.05.2018, 14:34
52. Pol Pot

hat ja schon versucht, das Wesen seiner kambodschanischen Untertanen grundlegend auf den Stand Null zu bringen und diesen alle hergebrachten Eigenschaften durch Terror, Landarbeit, Mord etc. abzugewöhnen. Herr Dietz versucht, unsere Heimatgefühle, Bekennen zu einer Nation (welches erweitert durchaus auch ein Bekenntnis zu Europa bedeuten kann) durch die üblichen Tricks der Einteilung in Gute und Böse, rechts und links zu vergraulen (mit dem einzigen Bedauern, dass Links leider nichts ähnlich Publikumswirksames anzubieten hat). Für mich ist der Begriff Heimat in erster Linie sentimentaler Natur, aber ansonsten vor allem mit Solidarität verbunden, für die Familie, die nähere Umgebung, wo man geboren und aufgewachsen ist, aber diese Solidarität ist eine positive Eigenschaft und Einstellung, die weit über den ursprünglichen Rahmen hinausgehen kann und in ein Engagement für Armut in der Welt, Klima, soziale Gerechtigkeit, Flüchtlinge mündet. Wer versucht, dieses Heimatgefühl auszumerzen, gefährdet damit auch die Fähigkeit zu Solidarität. Ist erst einmal die Solidarität für den engeren Kreis (Familie, Gemeinde etc.), weil das lt. Dietz ja schon ein fastidioide Einstellung ist, ausgemerzt, dann wird es sicherlich auch keine solche für Anliegen ausserhalb dieses engeren Kreises mehr geben. Zuerst einmal total kaputt machen, um wieder neu aufbauen zu können. Der Mensch gehört erneuert und Herr Dietz hat den Bauplan!

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kpkuenkele 27.05.2018, 14:50
53. Worum geht es überhaupt?

Was sind Nation, Religion, Region sind all die anderen Begriffe eigentlich, die hier diskutiert werden? Es sind Willensbekenntnisse, sich in einer Gruppe zu organisieren, im der man füreinander einsteht und sich gegenseitig umterstützt. Die kleinste solche Einheit ist die Familie, also Personen mit denen man genetisch verwandt ist. Auf dieser Ebene ist jedes Investment lohnend, auch dann, wenn es nicht in gleichem Maß erwidert wird. Interessanterweise funktioniert dies prinzipiell auch ohne direkte Verwandtschaft, allerdings nur dann, wenn garantiert ist, dass die in Not gewährte Hilfe irgendwann zurück kommt. Das ist die Grundlage des Sozialstaats. Letzteres ist allerdings anfällig gegen ausbeuterisches Verhalten, bei der die Solidarität anderer in Anspruch genommen aber nichts oder viel weniger zurückgegeben wird. Hier muss die Politik Vertrauen schaffen. Es muss gewährleistet sein, dass jeder der zu uns kommt zu Solidarität mit den hier lebenden Menschen bereit ist. Radikales Ausleben feindlicher Religionen, Loyalität gegenüber uns feindselig gestimmten ausländischen Regierungen, Clandenken mit ausschließlicher Solidarität imnerhalb der Familienstrukturen, all das ist mit unserem modernen Sozialstaat nicht vereinbar. Infolgedessen geht die Heimatdiskussion am Kern des Problems vorbei.

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egoneiermann 27.05.2018, 14:55
54.

Zitat von taglöhner
Der Heimatbegriff ist nach meinem Empfinden gerade nicht mit Nation, sondern mit Region konnotiert. Grüße aus dem Süden.
Region ist zu wenig, das sollten wir aus unserer Geschichte gelernt haben. Es gehört natürlich immer noch die Gesellschaft dazu, denn ein faschistisches Bayern wird trotz aller Schönheit und auch wenn die gleichen Leute dort wohnen, nicht mehr die Heimat von vielen sein können. Der Begriff Nation hört sich heute etwas abschreckend an, war aber mal etwas Progressives. Darum habe ich oben Gesellschaft geschrieben, was doch was ganz ähnliches meint, nämlich die Gemeinschaft von Menschen, die sich eine Verfassung geben, also ein Regelwerk nachdem sie leben wollen.

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kleinbürger 27.05.2018, 15:02
55. heimat und nation

heimat und nation.

eine typische diskussion auf dem planeten germany.

außerhalb der deutschen grenzen haben die menschen kein problem mit dem begriff heimat, niemand wird eine allgemeingültige antwort geben können, aber jeder wird etwas gefühliges antworten.

auch mit dem begriff nation gibt es keine schwierigkeiten, weder bei der "grand nation" noch in den skandinavischen ländern wo man denken könnte die sind sich so ähnlich, die könnten sich auch zusammenschließen (weit gefehlt), von russland, china, iran oder selbst indien will ich garnicht reden.

das deutsche hadern mit heimat und nation ist eben typisch deutsch mit singulären deutschen ursachen.

wir können uns an den begriffen heimat und nation zerfleischen, es bleibt auf dieses land beschränkt und das ergebnis dieser auseinandersetzung interessiert außerhalb der grenzen deutschlands niemanden.

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eckert 27.05.2018, 15:08
56. Wie Deutsch

Wie Deutsch diese Sicht doch ist !
Gegen Heimat sein hat nichts mit links zu tun, nur hier in Deutschland ist das so.

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Emderfriese 27.05.2018, 15:15
57. Abgründe

Zitat von micnolde
Tja, da hatte die Internationale viele Jahrzehnte Zeit, ein Konzept gegen die Heimat und die Nationalstaaten zu entwicklen und nichts kam heraus. Die Produktionsmittel allen Genossen zu "überschreiben", hat u.a. zum Ruin der kommunistischen Staaten geführt, weil sich dann keiner mehr dafür verantwortlich gefühlt hat. Das kann man auf das Nationalstaatsgegenmodell des Weltbürgers übertragen. Da fühlt sich auch keiner zuhause und somit verantwortlich. Und das Einzige, was die heutigen Linken als Zusammenhalt zusammenbekommen, ist das Feindmodell "Nazi", das sie leider so inflationär gebrauchen, das es sich zusehends gravierend abnutzt. Alles was nicht so denkt wie wir linken Linken, sind Nazis. Tja, willkommen am Abgrund ...
"...Und das Einzige, was die heutigen Linken als Zusammenhalt zusammenbekommen, ist das Feindmodell 'Nazi'..."
Das reicht aber auch fürs Erste. Wenn es der Linken gelingt, die Nazis zu überwinden und sie in jenen "Abgrund" zu treiben, an dem sie Ihrer Meinung nach stehen, ist schon viel gewonnen. Die "Internationale" wird sich beim Fehlen eines dominierenden rechten Weltbildes ohnehin durchsetzen, da unsere Erde eben die Heimat aller Menschen ist.

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chattagam 27.05.2018, 15:16
58.

Zitat von Strichnid
Ich behaupte ja nicht mal, dass meine Heimat besser ist als andere. Ich liebe sie nur, aufgrund von Gewöhnung seit Kindheit. So wie ich die Simpsons mag.
Falsch!
Die Simpsons sind halt einfach die Besten, da kommen Family Guy, Southpark, und alle anderen nicht ran.
Also im Gegensatz zu Heimat, sind die Simpsons besser als alles Andere.

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dieter-ploetze 27.05.2018, 15:16
59. zugehoerigkeitsgefuehl macht sozial

die idenditaet an einer nation festzumachen reicht natuerlich nicht, aber das zugehoerigkeitsgefuehl, das dadurch entsteht, macht erst den sozialstaat moeglich. ohne zugehoerigkeitsgefuehl kein soziales miteinander.
globalisierungfanatiker achten nicht auf sozialen frieden. den nehmen sie als gegeben hin, tun aber nicht dafuer, eher das gegenteil. jetzt auch von links an heimat und nation als kleine zelle des sozialen friedens zu denken, ist geradezu ueberlebenswichtig auch fuer linke. denn die linke hatte sich verrannt im globalen
sozialismus, der nie, wirklich nie erreichbar sein wird. es entspricht nicht der menschlichen natur. das ist ein
aehnlicher trugschluss wie der kommunismus.

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