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Helmut Schmidt bei Maischberger: "Trost im Jenseits? Nee, brauche ich nicht"
DPA

Schmidt-Audienz bei Maischberger: Wieder einmal ließ sich der Deutschen Lieblingskanzler von seiner Lieblingsmoderatorin befragen - und gab sich dabei besonders entspannt.

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Kurt2.1 29.04.2015, 14:16
60. #52

Zitat von adal_
Er legt ja Wert auf die Feststellung, kein Nazi gewesen zu sein. Also hätte er wohl eher sagen müssen, ich habe es gewusst - und keine Konsequenzen daraus gezogen, weil ich kein Widerstandskämpfer war. Den zweiten Teil der Antwort hat er immerhin gegeben, für den ersten Teil ist er immer noch zu feige und so ein typischer Vertreter jener deutscher Zeitgenossen, die nach 75 Jahren immer noch nicht fähig sind, völlig offen mit ihrer Vergangenheit umzugehen.
Für meine Generation (ich vermute, auch für Ihre), ist es relativ einfach mit der Vergangenheit, auch mit der eigenen, umzugehen.
33/45 wurde ein ganzes Volk und eine Millionenzahl von Soldaten traumatisiert. Es standen keine Ärzte zur Verfügung, sich dieser Menschen anzunehmen. Viele sind mit der Vergangenheit nicht zurechtgekommen und schweigen aus persönlicher Scham.
Keiner unserer Väter ist in der Lage völlig offen mit der Vergangenheit umzugehen.

Den Alliierten lagen Beweise für Massenmorde schon ziemlich früh vor. Sie wollten es nicht glauben. Sicher sind sie keine Täter, aber warum war es ihnen wichtiger, z.B. Köln plattzumachen, aber nicht die Bahngleise nach Auschwitz?

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a_priori 29.04.2015, 14:23
61. Si tacuisses, philosophus mansisses...

"Hättest du geschwiegen, wärest du Philosoph geblieben."
Was anderes fällt mir nach dieser peinlichen Sendung nicht ein, wirklich schade für die vertane Zeit.
Nun ist Maischberger ja nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte im Talk-Geschäft, aber was diese belanglose Befragung und die noch belangloseren und substanzloseren Antworten von Schmidt für einen Zweck haben sollten, will sich mir beim besten Willen nicht erschliessen. Vielleicht sollte man sich solche Peinlichkeiten im Interesse aller Beteiligten für die Zukunft eher ersparen.

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Kurt2.1 29.04.2015, 14:26
62. #55

Zitat von Oskar ist der Beste
also ich bin nun wirklich, was politische Ausrichtung angeht, ein Anhänger von Helmut Schmidt...aber es ist echt lächerlich, ausgerechnet bei einem 96jährigen zu fordern, hart befragt zu werden. Im übrigen hat H. Schmidt immerhin eine Meinung zu den aktuellen Themen, die sich wohltuend von dem Mainstream abheben und die er auch begründet. Ob Mutti Merkel in 40 Jahren dann endlich in der Lage sein wird, eine eigene Meinung zu artikulieren, glaube ich dagegen eher nicht.
Es erstaunt und erfreut mich, Ihre politische Ausrichtung zu erfahren. Sie deckt sich mit meiner. Sie waren auch ein Befürworter des NATO-Doppelbeschlusses?

In Ihren normalen Beiträgen wissen Sie diese Ausrichtung sehr gut zu verbergen, oder sehen Sie die Deckungsgleichheit erst, seit Schmidt seine Liebe zu Putin entdeckt hat?

Ansonsten gebe ich Ihnen recht. Man muss einen 96jährigen nicht ins Kreuzverhör nehmen. Ihm einfach zuzuhören reicht, um dazuzulernen.

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bachanwohner 29.04.2015, 14:42
63. Man tut Schmidt keinen Gefallen

wenn man ihn immer noch in Fernsehstudios schleppt, und den Fernsehzuschauern auch nicht.
Auf mich wirkte Schmidt während der gestrigen Sendung teilweise desorientiert.
Vor 5 Jahren noch fand ich Interviews mit ihm beeindruckend, gestern tat er mir fast schon leid.
Nööö, seine Kommentare zur Weltlage sind nicht sehr erhellend und auch nicht wirklich hilfreich, um es mal mit dem Vokabular unserer Bundesangie auszudrücken.

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themistokles 29.04.2015, 15:19
64.

Zitat von Vergil
Ob er die FDP vermisse? "Nicht sonderlich." Die AfD? "Unangenehm", aber schließlich gebe es überall rechts- wie auch linksextreme Parteien. Der künftige SPD-Kanzlerkandidat? "Nicht aktuell." Obama ein großer...... ...
Ganz ehrlich: Ich sehe nicht, wo Schmitt hier falsch liegen sollte oder seine Antworten auf die eine oder anderr Weise nicht unterhaltsam wären (wenn man natürlich die geschichtlichen und politischen Hintergründe von Schmitt kennt).

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eulenspiegel1979 29.04.2015, 15:19
65. Ihr Kommentar ist eine Schande

Zitat von Tiananmen
Die Selbstgefälligkeit des Exkanzlers ist unerträglich. Nur ein Herr Schmidt kann sich erlauben für sich zu beanspruchen, dass er über den gesundheitlichen Bedenken seiner Mitbürger steht und sie deshalb zuqualmen darf. Gesetzliche Regelungen hin oder her. Da steht der Herr drüber. Arroganz und die Unfähigkeit sich einzuschränken. Wat habet Ihr für ne miese Character.
Der Mann buhlt nicht um Aufmerksamkeit. Wenn er interviewt werden soll, dann will er rauchen dürfen. Er ist Kettenraucher, jeder weiß das. Entweder lässt man ihn dieses Laster gewähren oder verzichtet auf ein fruchtbares Interview. Als sie früher in der Kneipe oder Disco geraucht haben, hat es Sie auch nicht gekratzt ob Nichtraucher anwesend waren. Und ich erlaube mir die Vermutung, dass ein Interview mit Ihnen nichtrauchend nicht im Ansatz so erhellend und inhaltlich hochwertig sein würde. Der Mann ist 96 und hat nicht mehr allzu viel vom Leben. Aber wenn es darum geht, unsere Alten und Weisen mit Füßen zu treten, statt diese zu ehren und gewähren zu lassen, sind wir Deutschen ganz vorn dabei - siehe miserable Pflegepolitik. Schmidt hat bewusst geantwortet, dass er es ablehnt in ein Heim zu gehen. das sagt einer, der sich sogar eine Seniorenresidenz leisten könnte. Nicht auszumalen was er geantwortet hätte, wenn er in ein staatliches Heim unter Harzt IV Niveau eingewiesen werden müsste.

Von daher ist Ihr Kommentar, Ihre Respektlosigkeit vor den Alten und Ihre Häme gegenüber dieser Persönlichkeit einfach nur schwach, Charakterschwach - im Grunde genau das, was Sie Herrn Schmidt unterstellen. Bitte kreuzen Sie nie meinen Weg oder warnen Sie mich vor, dass ich einen großen Bogen um Sie machen kann. PS: wohne in Mannheim.

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eulenspiegel1979 29.04.2015, 15:21
66. Das hat er weder ...

Zitat von rbn
Schmidt wird es auch getan haben. Wenn ich annehme, dass seine Intelligenz zumindest genau so hoch ist wie die meinige, hat er zumindest in Bezug auf das Jenseits gestern abend nicht die Wahrheit gesagt. Ich für meine Person würde mich darauf freuen, meine verstorbene Frau wiederzusehen.
bestritten noch bejaht. Viel wichtiger ist, dass er an dieser Stelle seine Frau zitiert hat und lieber an ihrem Glauben festhält, als an dem was uns die Kirche seit Jahrtausenden weiß machen will.

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fuffel 29.04.2015, 15:22
67. ich bin ja noch nicht 96

aber, kürzere Antworten erscheinen mir mittlerweile auch als ein Zeichen von Weisheit.
Es wird soviel gequasselt.
Sind doch keine Wahrheiten, sondern Meinungen. Ist doch keine Macht, sondern Vorschläge. Keine Ideologie, sondern ein Angebot, das eigene Hirn einzuschalten.

Seits doch nicht immer so hart im Urteil. Ich empfinde es als legitimes Zeitzeugnis und freue mich über jeden (+70) Mitmenschen, der den Mund aufmacht

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tom-rheker 29.04.2015, 15:31
68. Der hat mir gefallen.

Schöner Artikel. Wie auch die Sendung. Danke.

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themistokles 29.04.2015, 15:34
69.

Zitat von peeka(neu)
ist Protagonist des 20. Jahrhunderts. Er hängt geistig insgesamt darin fest aber weiß, dass sich etwas grundlegend verändert hat.
Der "Witz" an der Sache ist aber, dass man die jetzigen Entwicklungen nicht verstehen kann, wenn man die Geschichte des 20. Jahrhunderts nicht verinnerlicht hat. Die gesamte weltpolitische Lage, Europa, der Zusammenprall der Religionen (nicht der Kulturen!) sind die Folgen der Entscheidungen und Entwicklungen im 20. Jahrhundert. Insofern sollte man Personen, die diese "Epoche" miterlebt und mitgeprägt haben, wesentlich mehr zuhören und ihre Ratschläge beherzigen. Denn gerade auch von diesen Leuten sind auch wesentlich moderatere Töne zu hören, wie von unseren heutigen Politikern. Und vor allem auch: wesentlich mehr Tiefgang.

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