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Helmut-Schmidt-Biografie: Schlechtes Benehmen als Privileg
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Helmut Schmidt litt laut einer neuen Biografie unter seinem Machtverlust: Der Altkanzler wurde zwar als politisches Orakel verehrt. Im politischen Betrieb allerdings hörte niemand mehr auf ihn.

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Wolfgang Maier 06.10.2016, 23:35
30. Trotz allem,

er war das beste was Deutschland passieren konnte. Ein Mann mit Weitblick und Klugheit. Das fehlt den heutigen Politikern. Besondern den Ministern in unserem Land. Was Helmut Schmidt in die Hand nahm hatte Hand und Fuß. Was Merkel in die Hände nimmt endet im Chaos. Ich durfte ihn noch erleben. Und bin sehr dankbar dafür. Mit ihm hätten wir diese soziale Ungerechtigkeit nicht in diesem Land. Mit ihm wäre es auch gar nicht zu diesem Flüchtlingschaos gekommen. Denn dieser Mann schaltete erst das Gehirn ein bevor er etwas tat. Er fehlt diesem Land wie kein anderer Politiker.

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Knacker54 06.10.2016, 23:38
31. Genau!

Zitat von Fly
Kritik hätte Karlauf zu Lebzeiten H. Schmidts äussern können. Jetzt, wo der Verstorbene nicht mehr drauf antworten kann ist es nur noch schäbig. Das H. Schmidt auch Schwächen hatte ist doch nur allzu menschlich. Das ändert für mich aber nichts daran, dass er der beste Kanzler seit 1949 war. Der breite Zuspruch für seine Person in der Bevölkerung wird viele Jahrzehnte überdauern.
Das wollte ich auch schreiben: Kritik hätte Karlauf zu Lebzeiten H. Schmidts äussern können. Jetzt, wo der Verstorbene nicht mehr drauf antworten kann ist es nur noch schäbig. Das H. Schmidt auch Schwächen hatte ist doch nur allzu menschlich. Das ändert für mich aber nichts daran, dass er der beste Kanzler seit 1949 war. Der breite Zuspruch für seine Person in der Bevölkerung wird viele Jahrzehnte überdauern.
Und ergänzend: Er ist bis zum heutigen Tag der beste Kanzler, den die BRD jemals hatte! Mit einem H.S. wäre Deutschland niemals in solch einer Art und Weise blamiert worden, wie das heute z.B. durch Merkel/Türkei passiert. Mit einem H.S. würde wahrscheinlich auch Europa heute nicht so merkwürdig durch die Weltgeschichte schwanken. Mit einem H.S. würde der "Krieg Reich gegen Arm" (Warren Buffet) zumindest nicht in Deutschland in dem Umfang stattfinden, wie er dies unter Schäuble/Merkel tut. Diese Liste könnte ich endlos fortsetzen...

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oil-peak-fan 06.10.2016, 23:42
32. Helmut Schmidt...

...war stets ein vollmundiger Politiker und Kanzler, allerdings einer, der zur damaligen Zeit allzu pro-amerikanisch agierte. Seine Besserwisserei grenzte seinerzeit gegenüber ausländischen Staatslenkern gelegentlich an Überheblichkeit. Das ist verbrieft. Als Altkanzler hat es ihn genervt, dass seine Nachfolger es ihm im Grunde nicht recht machen konnten. Er wurde vor allem während seiner Ära als ZEIT-Herausgeber zu einem Liebling von Journos deutscher Leitmedien, Bereich Print. Schmidt war sicherlich ein herausragender Politiker, wie es sie heute kaum noch gibt. Aber er ist nie so recht über die Düne gesprüngen, hinter der die Sozialdemokratie eines Willy Brandt lag. Da hatte er, als alter Atlantiker und Binnensegler, wohl nicht genug Mumm, zumal ihm das Soziale nicht im Vordergrund seiner Politik stand. Schmidt war aus damaliger Perspektive (1970er) gestählte, alte Kaderschule, wie Herbert Wehner, nur in einer anderen Partei und wohl auch geläuterter. Ich bewerte seine Kanzlerschaften nicht als gelungene.

Karlauf liegt sicher nicht ganz falsch in seiner Einschätzung. Niemand kann so leicht aus seiner Haut. Warum sollte Schmidt das gekonnt haben? Mir gefiele es, wenn journalistisch schreibende Zunft doch mal aus ihrer Verbrämung heraushüpfen und nicht gebetsmühlenartig seinem Intellekt huldigte, sondern seine politischen, auch innerparteilichen Handlungen genauer unter die Lupe nähme. So viel war da nicht, was er als Kanzler in acht Jahren bewirkt hatte. Ich habe das als junger Mann 1:1 wahrgenommen. In seinen Kabinetten saßen mit Herbert Ehrenberg, Hans Matthöfer, Anke Fuchs, Gerhart Baum - und manche mehr - häufig fähigere Leute als er selbst es war. Offenbar überstrahlen die vergangenen drei Jahrzehnte seit seinem Ableben den Blick auf seine Kanzlerjahre. Er konnte seit den 1990ern als Altkanzler leuchten, weil in der deutschen Politikkaste ein Überangebot an sich selbst überschätzenden Politikern die Gänge einlegte. Das wird er wohl gewusst haben und vermutlich genoss er die Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung seiner Person und seiner eigenen Einschätzung über sich. Am besten werden das wohl Historiker beurteilen können, wobei sie m.E. Karlaufs Buch berücksichtigen dürften.

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kitty 06.10.2016, 23:59
33. Aus Anstand

sollte man nicht über Verstorbene herziehen. Zu Schmidt`s Lebzeiten hätte sich der Autor sicherlich negative Bewertungen verkniffen, die nicht zur Aufklärung historischer Tatsachen dienen konnten. Nach Schmidt`s Tod dient es nur der Publicity, um das Buch besser verkaufen zu können.

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ludna 06.10.2016, 00:35
34. Ist überall so.

im Grossem wie im Kleinen: wenn das Amt vorbei ist, sind sie so (un) bedeutend wie die anderen. Niemeand will mehr ihre Meinung hören. Das können sie nicht verschmerzen. Dabei wissen sie doch alles besser. Es ist verständlich, aber es ist oft gut , dass sie gehen und Jüngeren Platz machen müssen.

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Fragen&Neugier 06.10.2016, 01:06
35.

Zitat von Pfaffenwinkel
hatte eine helle und eine dunkle Seite. Wei jeder Mensch.
Ja ja, aber ein grosse helle und ein kleine dunkle Seite. Für seine "Fans" zumindest.
Ein Politiker ist immer auch Projektionsfläche.

Mit Brandt und Schmidt war es wie mit den Beatles und den Rolling Stones - auch eine Glaubensfrage und persönliche Bewertung.
Auch viele Experten, die ihn als Europa- und Aussenpolitiker schätzten, waren "wenig beeindruckt" von seiner Wirtschaftspolitik.

Beim Rücktritt von Willy Brandt meinten die einen: Gott sei Dank! Endlich Schluss mit diesen Phantastereien, Posen und Besäufnissen, Spionen, Frauengeschichten und Depressionen bei Europas Spitzenpolitikern! Die anderen beklagten den Verlust von "Utopien" Visionen, Weitblick und "grossen Worten und grossen Gesten". Schmidt, ein "mittelmässiger Lokalpolitiker mit Machtambitionen, den allein die 'intellektuelle Schwäche der europäischen Sozialdemokratie' nach oben gespült hat", ein Antisozialist, der dagegen war, den Leuchtenden Pfad, die Farc und andere Freiheitskämpfer in die sozialistische Internationale aufzunehmen. Ein Revisionist. Ein Reaktionär.
Für seine "Fans" wird Helmut Schmidt immer der fähigste Kanzler der BRD bleiben, der Kanzler, der Europa geführt hat, "ohne dass es es merkt", meinte er - tatsächlich hat er wohl eher überzeugt. Schmidt stand für die Integration Deutschlands in Europa, für ein europäisches Deutschland - alle seine Nachfolger zunehmend für ein deutsches Europa, für Deutschlands Vorherrschaft in Europa und für ein deutsches Europa. Angela Merkel ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange in dieser Entwicklung.

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timofine 06.10.2016, 05:04
36. Loyalität...

nur bis zur "Deadline" - buchstäblich nur bis zum Ableben des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt. Zwar habe ich das Buch noch nicht gelesen, doch zumindest erscheint mir der Artikel soweit verständlich, dass der Buchautor das zu Lebzeiten entstandene Vertrauen Schmidts ihm gegenüber in Brüche schlägt.
Wenn ich mir alleine Kohls Abgang (Schwarzgeld-Koffer), sein Zerren um Einheit mit teilweise hohlen und überzogenen Versprechen, damit Kohl in die Geschichtsbücher gelangt, ansehen, so bleibt mir Helmut Schmidt weiterhin und stets der sympathischere, authentischere Politiker und Mensch!

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motorholer 06.10.2016, 06:37
37. eher subjektive, postmortale meinungsmache

eines nonameautors...bestenfalls...wie bereits einige anmerkten, ist es wohlfeil, nach dem ableben (darauf scheint der autor nur gewartet zu haben) derartige werke zu verfassen...

sicherlich kann man alles so oder so deuten...was aber jemanden, der den lotsen II über lange jahre begleitet hat, dazu bringt, ihn nunmehr ohne not kurz nach seinem tode derart schmähen meinen zu müssen, ist unklar...und das noch mit hilfe "schamlos" an sich gebrachter papiere...??!!

mögen ihm geringste verkaufszahlen beschert sein.

bleibt abzuwarten, was kohl noch zu erwarten hat von autoren derartigen, zweifelhaften kalibers...

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ReinhardZiegler 06.10.2016, 07:46
38. Objektiv ?

1.Hosiana ...Das ist schlechter Stil.
2.Alle grossen Persoenlichkeiten sind auch kontrovers.
3.Eitelkeit und das Gefuehl von Ohnmacht im Alter sind allzu mensclich.
4. Kein Altkanzler hat im Alter einen so grossen Einfluss auf die oeffentliche Meinung ausgeuebt wie Helmut Schmidt.
5. Um sich eine eigene Meinung zu bilden, empfehle ich,seine Buecher- u.a.ueber China - zu lesen.( Es gibt zuviel" second hand" Wissen.)

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toranaga747 06.10.2016, 08:21
39. @ Ludna

Eine Generation, die auf die Erfahrung und das Wissen von den " Alten" verzichtet, ist schlichtweg dumm. Sie muss sich nicht wundern, wenn sie in ihrer grenzenlosen Naivität alle Fehler der Vergangenheit wiederholt. Das ist einer der Gründe, weshalb der Mensch nichts dazu lernt.

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