Forum: Kultur
Helmut Schmidt wird 95: Der Lotse hat das Wort
ARD

Ex-Kanzler hatte Deutschland schon viele, doch einen solchen Altkanzler gibt es nur einmal. Zu seinem 95. Geburtstag würdigt die ARD Helmut Schmidt mit einem Porträt - jeder Satz des Jubilars ist ein Kondensat seiner Weltsicht.

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betonklotz 20.12.2013, 00:06
60. Format!

mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Er kann nichts dafür, heutzutage zum Giganten hochgejubelt zu werden, weil es nur noch Zwerge gibt. Potentielle Konkurrenten gleich im Vorfeld niederzumachen und weg zu intrigieren, ist ja wohl eher das hervorstechende Merkmal seines Amtsnachfolger gewesen, der ja auch aus einer anderen Partei mit gänzlich verschiedenem "Demokratieverständnis" stammt. Die daraus resultierende Ödnis kann man Herrn Schmidt wohl schwerlich anlasten. Mehr von seiner Sorte, dass könnten wir alle verdammt noch mal gut brauchen! Das heisst nicht, dann gleich alles kommentarlos gutzuheissen! Sondern, ganz im Gegenteil, ernsthafte Debatten! Äusserungen der Art: "Es kann doch überhaupt nicht sein, dass ich mich jemals irgendwie festlege" waren seine Stärke auf jeden fall nicht, und das rechne ich ihm hoch an!

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Olaf 23.12.2013, 19:49
62.

Zitat von sysop
Ex-Kanzler hatte Deutschland schon viele, doch einen solchen Altkanzler gibt es nur einmal. Zu seinem 95. Geburtstag würdigt die ARD Helmut Schmidt mit einem Porträt - jeder Satz des Jubilars ist ein Kondensat seiner Weltsicht.
Er ist eben der einzige Intellektuelle in Deutschland, der mal interessante, neue Gedanken veröffentlicht.

Der Rest unserer geistigen Elite befindet sich seit 68 in der endlos Möbiusschleife von Kapitalismus-, Amerika- und Israelkritik und halten das jedesmal aufs neue für originell.

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+LY 24.12.2013, 23:36
63. Ein Porträt für die Ewigkeit

Zitat von sysop
Ex-Kanzler hatte Deutschland schon viele, doch einen solchen Altkanzler gibt es nur einmal. Zu seinem 95. Geburtstag würdigt die ARD Helmut Schmidt mit einem Porträt - jeder Satz des Jubilars ist ein Kondensat seiner Weltsicht.
sollte es wohl werden, Journalistenstoff für Nachrufe, spätere Bewertungen, Denkmalsfundament, Heldenkult...
stattdessen bietet Schmidt Oberfläche, überhöhte Selbstdarstellung als gefühlloser Macher,
und all dies nur dazu gedacht, sich nicht zu offenbaren,
dem Zuschauer nur ja keine Gefühle darzubringen, Liebesentzug, Angst, Schuld, Selbstzweifel, und....,
die ihn sein Leben lang plagten, was aus den vielen Bildern/Filmen über ihn herauszulesen ist.
Besonders ratlos ließ mich der Teil über den Faschismus zurück,
seine Rolle darin, die Unglaubwürdigkeit seiner Darstellung befremdet mich sehr.
Und dann doch noch die Aussage, je größer ein Volk, desto eher sei es von Diktatoren verführbar...
Jetzt, dachte ich, kommt das alles überstrahlende Wort, der Bezug zur Gegenwart, die Verantwortung Deutschlands,
indes, nichts kam.
Fazit, einfach nur ein Mensch, einer von Millionen, einiges erlebt,
überlebt, zufällig doch Kanzler geworden,
kein Anlaß für Heldengehabe,
merkbar wenigstens seine Kurzablehnung des Wortes Held,
Selbsterkenntnis, daß er keiner ist,
obwohl die Menschen solche brauchen,
vielleicht wird dies bleiben.
Schade, sehr schade, verpaßte Gelegenheit.

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