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Hochsensibilität: Es gibt keine normalen Menschen
DPA

Wir mögen uns weniger denn je. Das liegt auch daran, dass Außergewöhnlichkeit heute zur Kampfansage geworden ist.

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sgk43 17.02.2018, 18:08
1. ganz andere Töne

Sowas hat man hier ja noch selten gehört, und eigentlich keine ganz unsachliche Analyse. Mir fehlt allerdings hier wieder ein bisschen das Gegengewicht: wie viele Menschen wären wohl Vegetarier geworden, wenn es keine Menschen in ihrer Umgebung gegeben hätte, die davon erzählten und das manchmal vielleicht an oder über der grenze zum aggressiven. Ich glaube nicht, dass es mit "Lasst doch einfach jeden machen, wie er will" getan ist. Klar, bei homosexualität, Glauben etc. wäre das wünschenswert, aber bei politischen Ausrichtungen oder eben Feminismus-Bewegungen reicht es nicht, zu sagen "ja, wir lassen den einfach weiter Frauen unterdrücken oder Ausländer verteufeln". Es muss auch mal auf den Putz gehauen werden dürfen. Siehe 68er. Dass sich dieses auf den Putz hauen durch soziale Medien in einen Dauerzustand verwandelt hat, könnte die Gesellschaft natürlich belasten, aber sie ist ja auch 1968 nicht zerbrochen. Eine gewisse Spannung muß schon herrschen, wenn man in Meinungsfreiheit lebt.

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YvonneFlückiger 17.02.2018, 18:10
2. Normalos

Sehr guter Artikel. Genau so ist es. Alle wollen normal sein, aber eben doch ein bisschen anders als alle andern. Besser! Und wenn schon nicht besser, dann eben speziell. Speziell mit einer Diagnose, welche nur Psychologen und allenfalls noch die Pharmafirmen reich macht. Aber dafür ist man speziell. Ohhh! Und weil jeder so speziell ist, braucht er auch mehr Aufmerksamkeit und spezielle Behandlung. Die ganze Gesellschaft ist narzisstisch-plemplem geworden.

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YvonneFlückiger 17.02.2018, 18:12
3. Normalos

Sehr guter Artikel. Genau so ist es. Alle wollen normal sein, aber eben doch ein bisschen anders als alle andern. Besser! Und wenn schon nicht besser, dann eben speziell. Speziell mit einer Diagnose, welche nur Psychologen und allenfalls noch die Pharmafirmen reich macht. Aber dafür ist man speziell. Ohhh! Und weil jeder so speziell ist, braucht er auch mehr Aufmerksamkeit und spezielle Behandlung. Die ganze Gesellschaft ist narzisstisch-plemplem geworden.

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GinaBe 17.02.2018, 18:30
4. Schönes siebte Wochenende 2018!

Als eine kontaktfreudig komminizierende und verbindliche Aufforderung kann Ihre Wochenkolumne ja heute nicht gedeutet werden, Frau Sibylle!
Mit Fremden redet doch niemand auf der Straße, auf dem Wochenmarkt oder in der Kneipe sogleich über intimste Wehwehchen, (vermeindlicher) Hochsensiblilität o.ä. und fordert dafür Anerkennung ein,....oder? Oder bin ich schon so weltfremd egozentrisch, daß ich nichts mehr mitkriege?
Im Weltwirtschaftssystem, wo ich-ich-ich die meiste Aufmerksamkeit erhält und lediglich scharfe Ellenbogen kombiniert mit vielen Vitaminen eine Zukunft in wohlstand und Sicherheit möglicherweise wenigestens vorläufig zu garantieren vermögen, bleiben natürlich vorgesehenerweise alle schwächeren und ärmeren, die ohne Vitamin B und Vitamit G (Geld) auf der Strecke und finden sich als persona non grata und in irgendwelchen beliebig austauschbaren no name Jobs und in der Niedriglohnschleife wieder- wobei das Ende der fahnenstange keineswegs absehbar ist. Wen wundert es wirklich, wenn Leute sich auf ihr Persönlichstes der achsokleinen Existenz zurückziehen, weil sie dies doch auch quasi müssen....
Ohne Moos nix los und daheim vorm TV und PC tanzt auch kein Bär. die einzige quelle, sich abzureagieren ist der Straßenkampf und Internetschlachten links gegen rechts oder #metoo oder wasderböse Fleischi oder Augstein wieder schreibet oder Sie, Frau Sibylle.;-)
Wäre was anders, gäbe es Aussicht auf bessere Zeiten für Millionen, gäbe es sicherlich auch weniger psychisch auffällige Personen, die mit sich und ihrem Leben, den abgelegten Träumen und vertrödelten Talenten einfach nicht mehr klarkommen.
Eine ganz klitzekleine Erleichterung könnte hingegen sein, auf der Straße wieder ganz belanglos und freundlich einen kleinen Austausch über das Wetter etwa zu beginnen und gemeinsam zu beklagen, wie dunkel doch der Winter war und zu hoffen, daß bald der Frühling endlich kommt und wieder die Wärme einziehen kann in uns.

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hildesheimer2 17.02.2018, 18:40
5. Menschen

Ja es gibt eigentlich nur Menschen. Schade, dass soviele Ideologie behaftete von ganz rechts und links den Menschen wie er ist ,nicht mehr sehen. Vor lauter Selbsgerechtigkeit wird hier bekämpft, niedergeschrien und "missioniert". Oft fallen die Vorurteile, wenn wir mit Respekt aufeinander zugehn und ein Paar Schritte gemeinsam gehen ..... wenn jeder wieder seines Weges geht, bleibt der Respekt.

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santoku03 17.02.2018, 18:42
6.

Ok, also einerseits:
"Du bist total in Ordnung, wie alle Menschen, solange sie nicht bewusst anderen schaden wollen. Du bist in Ordnung, so wie du aussiehst. Ob du schweigst oder zwanghaft Schimpfworte ausstößt, ob du das Gefühl hast, alle starren dich an, ob du extrem schüchtern, schweigsam, unkonzentriert bist."

Und andererseits:
"Der normale, also nicht existierende Mensch, der versucht, einem Bild zu entsprechen, Anforderungen aller zu erfüllen, um gemocht und akzeptiert zu werden, ist eher einer der unsympathischen Gesellen. Er spricht nicht in Originaltönen, er zieht an, was unauffällig ist und gut zu reinigen, er poliert seinen Gartenzaun und beißt sich die Knöchel passiv-aggressiv wund."

Der sich unauffällig anzieht und seinen Gartenzaun poliert, wem schadet der denn, Frau Berg, so dass Sie ihn nicht tolerieren mögen? Muss man also doch irgendwie besonders sein, um von Ihnen akzeptiert zu werden? Und lege ich dann überhaupt Wert darauf?

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uhrentoaster 17.02.2018, 18:51
7. Evolution

"Das Elend beginnt, wenn sich Einzelne über andere erheben, wenn sie besonderen Respekt einfordern, wenn sie sich für wichtiger erachten und einzigartig."
Ist das nicht evolutionsbedingt? Aus einer Gruppe werden sich immer irgendwann Leute herausheben, um z.B. etwas zu bewegen. Zur Unterstützung braucht man dann auch die Kriecher.

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cj89 17.02.2018, 18:52
8. Unsensibel

Ich kann vor allem eine gehörige Unsensibilität aus diesem Text herauslesen. Scheinbar lässt es Sie unbehaglich erschaudern, wenn manche sich damit wohl fühlen, die Schwierigkeiten des Lebens miteinander zu teilen und daran zu wachsen. Es zeugt von Egoismus sich davon abschirmen zu wollen. Denn genau das zeigt doch, dass man der Meinung ist, es besser zu wissen: "lasst mich doch alle mit euren eingebildeten und realen Wehwehchen in Ruhe! Ich schaffe es auch ohne zu jammern!"

Ich bin anderer Auffassung: es hat etwas mit Empathie, mit sozialer Intelligenz und Weiterentwicklung zu tun, sich die Probleme anderer anzuhören, ohne gleich zu urteilen und demjenigen ein schlechtes Gefühl zu geben. Ein "normaler" Mensch hat halt seine Probleme, und jeder hat ein anderes Rezept, damit umzugehen. Da ist nichts dran zu kritisieren. Es ist schön, wenn Menschen einen Weg finden sich weiterzuentwickeln, statt so zu tun als wäre alles super. Und dabei ist jedes Mittel recht. Wer sich als hochsensibel einstuft (selbst wenn es nicht stimmt), wird auf immer weitere Lösungen für seine Empfindlichkeiten stoßen und allein durch die Einordnung, mehr Selbstbewusstsein finden.

Wenn jemand mich versucht zu irgendwas zu bekehren, sage ich ganz einfach, dass es mich freut, dass derjenige einen Weg gefunden hat, wie er sich besser fühlt, dass dies jedoch nicht der richtige Weg für mich ist. Sollte dies nicht ziehen, muss ich halt den sozialen Kontakt in Frage stellen und gegebenenfalls abbrechen. Ich gewähre demjenigen seine Ansicht, dann muss er das gleiche mir gewähren!

Vielleicht liegt ja darin Ihr Problem, dass Sie diesen Menschen nicht entschieden genug entgegentreten ohne zu Beleidigen. Dazu gehört allerdings auch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Kann man erlernen... Z.B. mit der Hilfe Gleichgesinnter.

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karniggel33 17.02.2018, 19:01
9. Tja

Bei vielen Menschen stellt sich Verständnis leider erst ein wenn sie selbst betroffen sind.

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