Forum: Kultur
Holocaust-Gedenkstätten: Der Tiefpunkt
DPA

Man wird doch wohl noch Witze im KZ machen dürfen. In der Hoffnung, auch noch den letzten Nazi als Wähler zu gewinnen, verweigern rechte Politiker jeden Respekt vor KZ-Opfern.

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gorlois7 20.01.2019, 20:23
120.

Zitat von linksrechtsmitte
Es waren zu 99 % Täter, damals wie heute! ....Thema der Täter(innen) ist eher ein Thema der Täter als eines der Täterinnen, auch wenn es Täterinnen durchaus gab - aber eben wesentlich mehr Täter. Danke an die Kommentatoren, denen das auffiel. Sprache und die bewusste Verwendung der Sprache sind eben durchaus schwierige "Sachinnen". Am Kernthema ändert das allerdings nichts, es ist Aufzählung von schwerwiegenden moralischen Verfehlungen und der Frage zum Umgang der Gesellschaft mit diesen gezielten Provokationen.
Hä?
Die NSDAP wurde 1933 mit etwa 44% gewählt!
Während also alle Männer Hitler wählten, sassen die Frauen brav daheim und weinten bitterlich ob der moralischen Verirrung ihrer
Männer?
Und: wer die braune Partei gewählt hat, ist Täter: Damals wie heute!

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fortelkas 20.01.2019, 20:35
121. Jetzt wird es

....überdeutlich: Die NS-Zeit ist im Nachkriegsdeutschland nie konsequent und ehrlich aufgearbeitet worden. Mir fällt wieder Bertolt Brecht ein, der schon früh hellsichtig formulierte: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch."
Erwin Fortelka

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nobody_incognito 20.01.2019, 20:57
122.

Zitat von fortelkas
....überdeutlich: Die NS-Zeit ist im Nachkriegsdeutschland nie konsequent und ehrlich aufgearbeitet worden. Mir fällt wieder Bertolt Brecht ein, der schon früh hellsichtig formulierte: "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch." Erwin Fortelka
Was sollte der Schoß sein? Es ist wohl ein Paradigma, dass nur faschistoide Gewalt zu etwas führt bzw. dass das was hier gelebt wird auch nichts anderes als das Rechtssystem/die Macht der SIEGer ist, die ihr HEIL über die Welt bringen wollen?
"Kein antiker Autor stellt die Sklaverei an sich in Frage – einzelne kritisieren nur, dass bestimmte Menschen zu Unrecht versklavt wurden. Bei Homer und den anderen vorklassischen Autoren ist die Sklaverei die unvermeidliche Folge des Krieges. So hält Heraklit fest: „Der Krieg ist der Vater von allem, der König über alles … er versklavt die einen und setzt die anderen frei.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_im_antiken_Griechenland
Offenbar ist da auch kein Lernprozess möglich, bzw. irgendein realer Paradigmenwechsel wird ohne (apokalyptischen?) Gewaltakt auch nicht zu bewerkstelligen sein.

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Wmeinberg 20.01.2019, 21:03
123. Sie bezeichnen...

Zitat von gruffelo
Ganz nebenbei: bei Frau Berg sind das typischerweise ihre eigenen Kommentare, die da im Gully schlummern. Was bitte schön ist der Anlass, liebe Frau Berg, der uns jetzt wieder diesen denkwürdigen Kommentar beschert? Das ganze war im August letzten Jahres... Selbstredend gebietet es die Pietät, dass niemand beim Besuch von KZ Gedenkstätten etwas anderes tut, als zu versuchen, die Dimension des unfassbaren Grauens zu begreifen. Wenn nötig gehören Witze, dumme Sprüche und unangemessenes Verhalten in KZ Gedenkstätten bei Strafe verboten. Aber brauchen wir wirklich einen einseitigen Auswurf aus dem Gully von Sibille Berg, um uns das zu sagen? Der Verdacht liegt nahe, liebe Frau Berg, dass Sie an der Reihe waren, einen Kommentar zu schreiben, Ihnen aber wieder mal nichts relevantes eingefallen ist, und Sie mit AfD Bashing ein wenig Click Baiting betreiben wollten. Dabei gibt es weiss Gott genug andere Themen, über die es sich lohnen würde zu schreiben...
...also den Kommentar von Frau Berg als (Zitat:) Auswurf, und mokieren sich darüber, dass Ihnen ein aktueller Anlaß zu dieser Kolumne nicht vermittelt wird?
Nun, dann lassen Sie mich Ihnen meine Meinung dazu verkünden:
Wegen mir kann Frau Berg diese Art der Meinungsäußerung wöchentlich niederschreiben. Das Thema ist aktueller denn je und Reaktionen, wie die Ihrige, zeigen das deutlichst.
Meine Güte...

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vera gehlkiel 20.01.2019, 21:16
124. @medium07

Meine Interpretation von Angst als Freiheit stützt sich auf Sartre, der menschliches Bewusstsein als etwas ansieht, was über Nichtungen von Augenblick zu Augenblick forthüpft wie ein Känguru, und dabei "sich selbst" als geschichtliche Notwendigkeit des "So seins, wie man nunmal ist" fest auf den Rücken geschnallt hat. Die "Furcht" wäre dabei immer rückwärts gewandt, somit auf das schon endgültig Vergegenständlichte hin, wie Bestrafungsfurcht, Gottesfurcht oder Ehrfurcht vor dem Heldentum. Letztendlich immer nur eine dürftige Rationalisierung, eine mässig nachgespielte Wirklichkeit, ein Aufguss von Eitelkeiten. Meine ganz persönliche Angst ist hingegen das total radikale Gefühl von Freiheit im konkreten Angesicht eines Abgrunds, welchen die vergehende Zeit in Permanenz, wenn ich aus der Gnade von Verhüllung (Gnade des Deutschseins, Gnade der späten Geburt, Gnade Gottes etc.pp.) heraustrete, immer wieder vor mir aufreisst. Kontrolle der Angst wird also dazu führen, dass ich in Anbetracht des Erschiessungskommandos klar erkenne, dass es keine Möglichkeit gibt, meine durch die Mitwirkung anstehende Untat irgendwelchen anderen Umständen in die Schuhe zu schieben. Kontrolle der Furcht ist hingegen schlechterdings gar nicht möglich, ohne mich anderen ganz und gar auszuliefern, den Anspruch, dass meine Rolle nur mir allein gehören kann, will ich ihre freie Interpretin trotz äusserlicher Zwänge bleiben, zu verleugnen. Erst wenn ich "meine" Geschichte annehme, indem ich sie nach vorne hin in Richtung meiner Freiheit respektive Angst überschreite, wird man mir keine mich komplett lähmende Furcht mehr aus niedrigen Beweggründen als etwas, was zu mir gehören soll, unterschieben können. Das leere Haus, als das ich den Mann beschreibe, der "Björn Höcke" heisst, ist ein solches Spukschloss der entmenschten Furcht. Und da es nicht von einem realen Menschen gleichen Namens bewohnt wird, denn es ist ein unbewohnbarer Ort, geht es hier auch nicht um "Untermenschen". Der Mensch Björn Höcke, wo immer er sich verbirgt, gehört ganz unverbrüchlich zu uns, wie ich es ja schon geschrieben habe. Und den Gefallen, den Unmenschen "Björn Höcke" für bare Münze zu nehmen, zuungunsten des "Zeitgenossen" Björn Höcke, werde ich ihm, eingedenk des Vorangestellten, ganz bestimmt nicht erweisen.

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