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Holocaust-Gedenkstätten: Der Tiefpunkt
DPA

Man wird doch wohl noch Witze im KZ machen dürfen. In der Hoffnung, auch noch den letzten Nazi als Wähler zu gewinnen, verweigern rechte Politiker jeden Respekt vor KZ-Opfern.

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funkstörung 19.01.2019, 15:23
10. strecke

zitat :

Der Schritt von der Grenzverschiebung des Sagbaren bis zum duldenden oder aktiven Massenmord ist klein.

falsch, es ist ein grosser schritt den nur wenige zu gehen bereit sind.

klein dagegen scheint der eigene widerstand der versuchung zu widerstehen den politischen gegner durch legen eines unfairen fangeisens zur strecke bringen zu wollen.

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charlybird 19.01.2019, 15:25
11. Ihr Kommentar klingt in etwa so,

Zitat von lonestar670
aber welcher rechte Politiker war es denn jetzt? Laut den verlinkten Artikeln war es eine Besuchergruppe aus dem Wahlkreis von Frau Weidel und von denen war es laut Tagesspiegel auch "nur" einer. Frau Weidel war gar nicht anwesend und auch scheinbar nur ein Programmpunkt dieser Tour. So unangenehm und abstoßend die AfD Ideologie auch ist, wenn Sie über "rechte Politiker" schreiben, sollten diese im Bezug zur Behauptung stehen. Ansonsten könnten Sie auch "Manche Leute so, ey" schreiben.
wie Kamerad Gauland die Nazizeit beschreibt: Ein Vogelschiss in der doch so großartigen deutschen Geschichte .
Aber lesen Sie den Artikel noch mal, es war nicht nur einer von den 17 AfD Besuchern, der diesen Besuch zum Possenmachen genutzt hat, und......der Referent hat seinen Vortrag abgebrochen.
Heisst im Umkehrschluss, der oder die ''Witzbolde'' werden vielleicht auch ihr Publikum gehabt haben.
Die Tatsache, dass es genug Material, Aufklärung und Infos über den Holocaust gibt, muss an dieser ''Besuchergruppe'' leider abgeperlt sein und man kann nur hoffen, dass sich der Nachwuchs solcher Dummbatze in Grenzen hält.
Ich habe aber immer mehr Zweifel.
Wir haben schon zu viele Weidels, Gaulands, Höckes und andere Konsorten, die die fatale Existenz des 1000jährigen Reiches mit seinen kleinen ''Unannehmlichkeiten'' ins Relative gehievt haben und dankbare stolze Deutsche gefunden, die ihnen dafür sogar applaudieren.
Vor allem dann, wenn keine offiziellen Kameras und Mikros, diese Ausfertigungen stören.

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dsid 19.01.2019, 15:26
12. Im Westen

Waren vor etwa 40 Jahren Witze über das Vergasen und Einäschern von Juden en Vogue. Danach wurde man längere Zeit nicht mehr mit diesem vulgären HaHa - Zeugs belangt. Vermutlich wegen Filmen wie Holocaust. Jetzt ist der Antisemitismus wieder in vollem Anmarsch. Auch von Migranten. Auch von Linken. Von langweiligen Spiessern mit ihren blöden Witzen. Von linksliberalen Kräften die Juden absprechen, eine Meinung rechts von der Mitte zu haben. Ja sie meine ich, Hr Augstein Jun. Es ist alles viel komplexer geworden. Deutschland hatte sich eines grossen Teils einer echten Elite entledigt. Ich glaube es ist ein karmischer Fluch. Die Deutschen spüren das innerlich. Die Toten kommen zurück. Als Untote. Es sind keine Richter, Professoren, Anwälte, Musiker, Nobelpreisträger. Auch keine potentiellen Steven Jobs. Die Eltern waren syrische Christen. Eine weitere bedrohte Spezies. Gleich nach den Juden.
Ich fürchte um die Deutschen. Ein Volk, das ich für vieles bewundere.

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telos 19.01.2019, 15:26
13. Die menschliche Seele gleicht einem .....

Räuberhaushalt, dessen Inventar selbst den Bewohnern dieses Haushaltes nicht immer vollständig geläufig ist. Da gibt es dunkle Ecken, einige Dinge landen in der Rumpelkammer usw. Die Frage, wann ist ein Mensch erst Mensch oder darf sich als solcher bezeichnen ist durchweg angebracht und hat hier ihre Berechtigung. Allein menschliche Gestalt zu haben genügt scheinbar nicht, darüber sollte es keine Zweitmeinung geben. Die Frage stellt sich für mich, ob diese Täter der Shoa überhaupt gelebt haben im seelischen Sinne verstanden, gewissermaßen lebende Tote. Nichts fühlen, nur nach Befehl und Anweisung handeln, Eigenverantwortlichkeit strikt ablehnen usw. Kinder, Frauen, alte Menschen ohne mit der Wimper zu zucken in Viehwaggons hetzen, derweil aber fürsorgliche Väter und Ehemänner im zivilen Leben sein. Wie ist das zu verstehen oder kann das jemals rational begriffen werden? Was ist zuvor in diesen Tätern vorab gestorben - Mitgefühl, Betroffenheit? Frage mich, ob sich die Menschen seither geändert haben, habe aber die Befürchtung, dass dem nicht so ist. Wenn bestimmte äußere Rahmenbedingungen vorliegen - gibt es eine Garantie, dass so etwas niemals wieder passiert?

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Hirndummy 19.01.2019, 15:28
14. Raus. Ende.

Wer sein Biotop schon mal verlassen hatte und als Fremder in der Heimat der Fremden war, dem mag, sollte ihn zumindest eine minimale kulturelle Neugier leiten, bemerkt haben, dass es in vielen kulturellen und religiösen Hotspots auf dieser Welt eine Kleiderordnung gibt und auch Erwartungen an ein respektvolles Verhalten.
Es sollte nun an den Orten des Grauens der faschistischen Diktatur unter zivilisierten Menschen, unabhängig von ihrer politischen Verortung, selbstverständlich sein, diese Orte mit Demut, Würde und Respekt zu betreten. Wer das nicht will, der hat diese Orte entweder gar nicht zu betreten und zu entwürdigen oder ist zu deren unmittelbarem Verlassen aufzufordern. Ich sehe da keinen Diskussionsbedarf, sondern allenfalls Handlungsbedarf.

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ford_mustang 19.01.2019, 15:34
15. Kein deutsches, sondern Menschheitsproblem

Fähig sind alle Menschen zu solchen Gräueltaten. Es gibt keine Differenzierung der Methoden. Den jeweiligen Opfern ist es egal, ob Gas, Pistolenkugeln, Foltermethoden, usw. sind, die sie quälen oder töten. Jeder leidet und stirbt für sch allein. Ja, auch das Beklatschen von massakrierten SS-Leuten ist falsch. Es gibt kein "Der/Die hat das verdient!".

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browserhead 19.01.2019, 15:36
16. Ein Herz für Nazis

Da hat Frau Berg und die ganze linksideologische Mischpoke aber etwas grundfalsch verstanden: Wenn sich die AfD und Konsorten auch abseits der üblichen Opfer-Typen auch Gedanken über das Gedenken anderer Menschen an den Rändern der Gesellschaft machen, so entspricht das doch einem zutiefst christlichen Ethos und gleichermaßen dem Gedanken der völkischen Solidarität. Von wegen zynischer Leistungsgesellschaft. Nein, die Barmherzigkeit gilt ja grade den Außenseitern der Nation und den Verdammten! Schließlich gehörten doch führende Nazis zu diesen Gruppen:
- Hitler: arbeitsscheuer Schulversager und Ausländer mit dubioser familiärer Herkunft
- Göring: drogensüchtiger Kriegsinvalide mit Hang zur Adipositas
- Goebbels: Behinderter mit rassisch-unzulänglicher Erscheinung und krankhafter Libido
Die Liste dieser Opfer der eigenen Ideologie ließe sich beliebig fortsetzen bis zu Homosexuellen und Transgender-Personen. Nein, das weiß sicher auch Herr Gauleiter (uuups: Gauland), diese Personen gehören in die deutsche Nation inkludiert. Sie sind das Sahnehäubchen, das unsere glorreiche Geschichte wie ein Fliegenschiss ziert!

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lanzarot 19.01.2019, 15:38
17.

"schlummert irgendwo im Gully irgendetwas, was jede schon mal gedacht hat`"
So ist es. Wenn ich lese, wie Rettungswagen bewusst blokiert werden, wenn Sanitäter und Polizisten angegriffen werden, wenn diese Nazis ihre Stimmen erheben, wenn es keinen Respekt vor Nichts und Niemandem mehr gibt, dann kommen auch bei mir die tollsten Fantasien hoch, was ich am liebsten mit diesem Pack machen möchte.

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vera gehlkiel 19.01.2019, 15:39
18. @neptun680

Zitat von neptun680
Was wird im letzten Zweifel, in unserer Gesellschaft, immer im Vordergrund stehen: Es sind eben nicht Mitgefühl, Einfühlungsvermögen und Nächstenliebe. Der Motor unserer Gesellschaft sind Leistung, Wettbewerb und Wachstum und steht als primärer Inhalt über allem. Mit dieser Ausrichtung sind dann eben auch keine Wunder, in Sachen Feinfühligkeit zu erwarten. Denn sie beziehen sich fast ausschließlich auf äußere - materielle Dinge.
Nee, es ist unrichtig, "Leistung" und "Ausgrenzung" als natürliche Geschwister zu verkoppeln. Darin haben wir Menschentöchter und -Söhne zwar eine schier endlose "Top-Down-Tradition", diese wurde und wird aber in erster Linie durch solche Menschen weitervermittelt, die sich selbst dem intellektuellen Dünkel hingaben, dass die Elite immer auf natürliche Weise das Beste ist, was zur Verfügung steht. Lesen sie Karl Poppers "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" (empfehle den Popper immer, weil er halt nicht in Verdacht steht, irgendwie ein "Linker" zu sein) und sie werden mit Staunen erfahren, dass sogar klassische "Ein-Mann-Mega-Thinktanks", wie Platon, im Grunde genommen so stark von der Abgrenzungs- und Tabukultur statischer Stammesrituale geprägt waren, dass sie einer elitären Machtkaste insbesonders geistig fest verhaftet angehörten. Und einen Gutteil an unstreitig wahrhaftig gigantulistischer Denkleistung insgesamt einfach dafür verschleuderten, ein in sich geschlossenes System von erbarmungslosem Untermenschentum plus "natürlicher" Herrschaftsberechtigung weniger Auserlesener zu etablieren. Eine sektenartige Machtverherrlichung, der immer wieder durch Kämpfe um die Freiheit aller "die Leviten" gelesen wurde, die aber leider nicht und nie ausstarb. So ist reiner Herrschaftsdünkel die Geburtsstunde allen Untermenschentums, Ausgangspunkt jeden Todeslagers. Bis heute. Und er wurde/wird von bestimmten Interessengruppen immer wiederbelebt. Nicht der Effizienz wegen (diese Behauptung wird stets benutzt, erweist sich aber immer wieder als unrichtig), sondern des Eigennutzes wegen. Die wesentlich bessere Effizienz wird indessen durch Vernetzung, "Smartness", permanente Interaktion (sprich "permanente Revolution", für mich wortbedeutungsgleich mit "Evolution als Mensch", wenn man so will) frei, und dazu noch nachhaltig. Soviel ist, nach meinem Kenntnisstand jedenfalls, wissenschaftlich längst hinreichend fundiert nachgewiesen.

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les2005 19.01.2019, 15:48
19. Spielt das eine Rolle?

Zitat von lonestar670
aber welcher rechte Politiker war es denn jetzt? Laut den verlinkten Artikeln war es eine Besuchergruppe aus dem Wahlkreis von Frau Weidel und von denen war es laut Tagesspiegel auch "nur" einer. Frau Weidel war gar nicht anwesend und auch scheinbar nur ein Programmpunkt dieser Tour. So unangenehm und abstoßend die AfD Ideologie auch ist, wenn Sie über "rechte Politiker" schreiben, sollten diese im Bezug zur Behauptung stehen. Ansonsten könnten Sie auch "Manche Leute so, ey" schreiben.
Grenzüberschreitungen und unsägliche Äußerungen sind von so vielen AfD-Politikern dokumentiert, einschließlich deren Topleuten wie Gauland und Höcke, und die Partei weigert sich, sich davon zu distanzieren. Da ist es nicht erforderlich, daß Frau Weidel persönlich dabei ist - die AfD als Ganzes, samt ihrem Führungspersonal, hat hinlänglich deutlich gemacht daß es bei ihr keine Grenzen am rechten Rand und keinerlei Distanz zur unmenschlichen nationalsozialistischen Ideologie und Vergangenheit gibt. Wenn dann doch mal Distanzierungen erfolgen, sind die so halbherzig, daß klar, ist - hier geht es darum, im justiziablen Sinne auf der sicheren Seite zu bleiben, während die Mitglieder und Unterstützer (und jeder der denken kann auch) sehr wohl verstehen, wie's gemeint ist.

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