Forum: Kultur
Holocaust-Museum in Washington: Polen verlangt Auschwitz-Baracke 30 zurück
United States Holocaust Memorial

Das Holocaust Memorial Museum in Washington zählt zu den bewegendsten Gedenkstätten der Welt. Doch die einzigartige Dauerausstellung ist in Gefahr: Eine echte Auschwitz-Baracke und viele andere Exponate sind nur befristete Leihgaben - die der polnische Staat nun zurückfordert.

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m.breitkopf 22.03.2012, 13:57
50. Frustrierend...

Zitat von ka117
Nicht schlecht, den Mangel an Anstand demjenigen vorzuwerfen, der etwas AUSGELIEHEN(!) hat und nicht demjenigen, der es nicht zurück geben will. Dass die Verantwortlichen in Polen sich einfach an geltende Vereinbarungen und Vorschriften halten, ist es Ihnen nicht in den Sinn gekommen? Deswegen soll jetzt heißen: ausgeliehen=geschenkt? Die Polen haben aus Dankbarkeit schon die F-16 statt Eurofighter gekauft. Aber da hätten Sie bestimmt auch jede Menge zu bemängeln, oder?
Unfaßbar! Verhältnismäßigkeit scheint Ihnen vollkommen abzugehen.
Jeder amerikanische Soldat, der sein Leben für Polen gegeben hat, ist unendlich mal mehr Wert als eine Barracke. Und erst recht mehr als Ihre lächerlichen Eurofighter!
Und ja, ich pfeiffe auf den Leihvertrag und Sie können weiter über Paragraphen philosophieren.

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Lektorat Berlin 22.03.2012, 13:59
51. Au backe,

Zitat von flaviussilva
.....Polen befreit ? War dass nicht eher die Rote Armee ! Obwohl ich hier nicht das Wort befreit benutzen würde.
das lassen Sie aber mal keinen Polen hören. Auf die Russen sind die Polen genauso schlecht zu sprechen wie auf uns, und beides völlig zu recht (googeln Sie mal polnische Geschichte...).

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ka117 22.03.2012, 13:59
52. Nur weiter so..

Zitat von wolf-wolf
Es ist doch allgemein bekannt dass die vorwiegend Polen s vorwiegend obwohl als auch sehr katholisch sind wie auch antisemitisch und sehr nationalistisch. Verantwortlichen von Holocaust Memorial Museum sollen aber nicht verzweifel weil die Polen haben noch eine „Tugend“ die im den Fall sehr hilfreich wird nämlich Bestechlichkeit!
Die Polen verlangen etwas zurück, was entsprechend der VEREINBARUNGEN an sie zurück gegeben werden soll. Die Zuständigen, handeln nach geltendem Recht.
Wer ist nur der Schuldige, Antisemitische, Nationalistische und (wie denn sonst) "Bestechliche"? Der Pole natürlich.
Jawohl, weiter machen!

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reever_de 22.03.2012, 14:19
53.

Zitat von Moewi
Mit welchem Recht? .... Trotzdem gehört die Nofretete ins ägyptische Nationalmuseum und das Ishtartor in den Irak und sonst nirgendwohin.
Weitergedacht: Gehört der Schatz des Priamos und die restlichen Ausgrabungsstücke aus Troja dann auch wieder nach Berlin (ausgegraben durch H. Schliemann) oder bekommen ihn die Griechen zurück (aus Tradition) oder die Türken weil Troja in ihrem Land liegt oder sind die Russen rechtmäßige Eigentümer die das Beutegut 1945 in die UdSSR schleppten?

Interessante Fragen die sich garantiert bei hunderttausenden Artefakten stellen würde. Viel Spaß dabei.

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Moewi 22.03.2012, 14:33
54.

Zitat von reever_de
Weitergedacht: Gehört der Schatz des Priamos und die restlichen Ausgrabungsstücke aus Troja dann auch wieder nach Berlin (ausgegraben durch H. Schliemann) oder bekommen ihn die Griechen zurück (aus Tradition) oder die Türken weil Troja in ihrem Land liegt oder sind die Russen rechtmäßige Eigentümer die das Beutegut 1945 in die UdSSR schleppten?
Wenn "wir" "Eigentümer" der Nofretete sind, dann sind die Russen wohl auch Eigentümer der Troja-Artefakte und auch der restlichen "Beute". Schönes Wort, denn nichts anderes sind die Kunstwerke und Altertümer in unseren Museen: Beute.

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Ion 22.03.2012, 14:42
55.

Zitat von wolf-wolf
Die im Artikel erwähnte „Rzeczpospolita“ ist eine Ultrakonservative katholische Zeitung bekannt von antisemitischen und überhaupt antihumanistischen ausgerungen. Sowohl der .....
Die Zeitung "Rzeczpospolita" ist eine Mitte-Rechts Zeitung und für antisemitische oder antihumanistiesche Äußerungen überhaupt nicht bekannt

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wll 22.03.2012, 14:54
56. Kein Titel

Zitat von Moewi
Mit welchem Recht? Sie gehört nunmal nicht hierher. Man muss die Funde immer im regionalen Kontext betrachten.
Mit dem Recht, das der legale Erwerber eines Objekts nun einmal hat: dem Eigentumsrecht.

Die Ausgrabungen seinerzeit wurden vom Ausland finanziert und organisiert, Ägypten wäre selbst dazu schwerlich in der Lage gewesen - zumal auch das Interesse weitgehend gefehlt hat. Die Fundstücke wurden in der Regel pari geteilt, was absolut fair ist. Immerhin hat die ägyptische Regierung ja wenig mehr als die Genehmigung zur Ausgrabung in die Vereinbarungen eingebracht.

Mit ihrer Logik könnte Bayern die von BMW ins Ausland exportierten Autos zurückfordern - auch die gehören demzufolge ja in den "regionalen Kontext". Ich halte es in beiden Fällen mehr mit dem guten alten Grundsatz "pacta sunt servanda" - Verträge sind einzuhalten...

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wll 22.03.2012, 15:03
57. Kein Titel

Zitat von Moewi
Wenn "wir" "Eigentümer" der Nofretete sind, dann sind die Russen wohl auch Eigentümer der Troja-Artefakte und auch der restlichen "Beute". Schönes Wort, denn nichts anderes sind die Kunstwerke und Altertümer in unseren Museen: Beute.
Besitzer ja, Eigentümer nein. Ich bezweifle, daß die Russen eine völkerrechtlich valide Eigentumsübertragung vorweisen können - die Plünderung von Museen und anschließende Aneignung der Beute ist schlicht und ergreifend ein Kriegsverbrechen.

Die Büste der Nofretete ist dagegen völlig legal nach Deutschland gekommen, das habe hier bereits mehrfach dargelegt. Die Eigentumsverhältnisse sind in diesem Fall hieb- und stichfest...

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damtschweli 22.03.2012, 15:28
58.

Zitat von Tjoffke
Bin mir nicht sicher, ob Ihre Frage ernstgemeint ist. Falls ja, hier die Antwort: Polen.
So antwortet der Forist auf eine zwischenzeitlich gelöschte (zensierte) Frage des Nutzers ted211, wem die Baracke denn eigentlich gehöre. Ich halte die Frage für berechtigt, kann die Zensur an dieser Stelle nicht verstehen, und denke, daß die Antwort von Tjoffke etwas voreilig ist.

Aus meiner Sicht ist die Frage nicht so einfach zu beantworten:

Zunächst war Auschwitz (Oświęcim ) vor dem Krieg polnisch, es war nicht Teil der preußischen Provinz Schlesien. Somit sind die Deutschen kriegerisch eingefallen, bevor sie die Baracke errichtet haben.
Nun müßte man vielleicht fragen, woher das Baumaterial kam. Wurde es den Polen genommen, müßte man wohl unter völkerrechtlichen Gesichtspunkten davon ausgehen, daß die Baracke nach dem Krieg dem polnischen Volk gehörte.
Wurde das Material hingegen aus Deutschland geliefert, was angesichts der Nähe der Vorkriegs-Grenze nicht gänzlich ausgeschlossen erscheint, wird es kompliziert.
Nach deutschem bürgerlichen Recht wird Baumaterial, das ich fest mit einem Grundstück verbinde, Bestandteil desselben. Das Eigentum am Bauwerk fällt dem Grundstückseigentümer zu.
Dies gilt aber nicht für sog. Scheinbestandteile, also Sachen, die nur zu einem vorübergehenden Zweck mit dem Grundstück verbunden sind. Davon müßte man hier wohl ausgehen. So schrecklich das klingt: Da Auschwitz-Birkenau ein Vernichtungslager war, hatte es einen vorübergehenden Zweck.
Dann wäre die Baracke, sofern aus "deutschem Holz" gebaut, zunächst Eigentum des Deutschen Reiches geblieben.
Nun müßte man fragen, ob hieran das Kriegsende etwas änderte. Davon gehe ich aus, aber zunächst einmal nur intuitiv. Wer kriegerisch auf fremdes Gebiet vordringt und dorthin Materialien verbringt, kann doch nach seiner Zurückwerfung keine Eigentumsrechte an den verlorenen Gegenständen geltendmachen.
Sollte das Deutsche Reich Eigentümer geblieben sein, wäre noch an eine Ersitzung durch Polen zu denken. Da müßte man aber den guten Glauben an Eigenbesitz hinterfragen.
Letztlich könnte die ganze Frage auch nach polnischem Recht zu beantworten sein. Da ich dieses nicht kenne, laß ich mal die Finger davon.
Überhaupt gehe ich aber davon aus, daß die zivilrechtlichen Fragen hier von völkerrechtlichen und kriegsvölkerrechtlichen Gesichtspunkten überlagert werden.
Sehr schwierige Frage, denke ich... Aber es spricht wohl mehr dafür, daß Polen Eigentum hat.

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MünchenerKommentar 22.03.2012, 15:40
59. Geliehen ...

Zitat von sysop
Das Holocaust Memorial Museum in Washington zählt zu den bewegendsten Gedenkstätten der Welt. Doch die einzigartige Dauerausstellung ist in Gefahr: Eine echte Auschwitz-Baracke und viele andere Exponate sind nur befristete Leihgaben - die der polnische Staat nun zurückfordert.
... ist nicht geschenkt. Punkt.

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