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Homophobie-Vorwürfe gegen Kevin Hart: Selbst schuld?
REUTERS

Vor Jahren riss Kevin Hart homophobe Witze, jetzt kosten sie ihn die Oscar-Moderation. Der Fall zeigt: Der Shitstorm kennt kein differenziertes Menschenbild - sondern nur Opfer. Willkommen im totalitären Netz!

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pablocremer 08.12.2018, 16:30
1. Danke

für diesen Beitrag. Der beste Kommrntar zu diesem Thema, insbesondere der Schlußsatz.

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m82arcel 08.12.2018, 16:38
2.

Diejenigen, die darauf hinweisen, was jemand vor längerer Zeit ja unbedingt in die Öffentlichkeit tragen musste, als "Regime der Überwachung" hinzustellen, finde ich ein bisschen bedenklich. Es ist ja niemand gezwungen, einen Dienst wie Twitter zu nutzen, der eine Aussage, nicht zuletzt durch die Zeichenbegrenzung, jeglichen Kontextes beraubt.
Und ja, das was man sagen kann, ohne Widerspruch zu erhalten, ändert sich im Laufe der Zeit. Aber seine Aussage "Eine meiner größten Ängste ist, dass mein Sohn erwachsen wird und schwul ist." hätte ich auch 2010 schon für kritikwürdig befunden. Wenn man dann noch, kurz nach dem die Aussage ausgegraben wurde, twittert, man werde sich eben nicht für die früher getätigten Aussagen entschuldigen, nutzt es auch nichts, zurück zu rudern, wenn man feststellt, dass dies die eigene Karriere negativ beeinflusst. Denn dann hat man bereits bewiesen, dass man sich eben nicht entwickelt hat. Und daran ist dann auch kein "Regime der Überwachung" schuld.

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ekel 08.12.2018, 16:45
3. Kein Journalismus

Was hier betrieben wird ist kein Journalismus. Der Artikel ist schlecht, nicht lesenswert und einige Sachen sind schlichtweg falsch. Dass sich (seriöse) Zeitungen in Deutschland gegen den Vorwurf der Fake-News wehren müssen liegt auch an solchen Texten, in welchem SPON mal wieder Halbwahrheiten verbreitet.

1. Disney wusste schon vor Gunns Einstellung von seinem kruden Humor und seinen Tweets. Er wurde jedoch erst entlassen, als der Shitstorm kam.

2. Wenn nicht James Gunn bei Guardians of the Galaxy Regie geführt hat, warum steht dann sein Name auf dem Filmplakat? Es geht um GotG 3.

3. Ich kenne ihren Fall nicht, aber hemand, der als „Expertin für Cybercrime und Trollwesen“ über alte rassistisch-sexistische Tweets „stürzt“ ist für den Job wohl ungeeignet. Ich nehme auch keine Flugstunden bei jemandem, dessen drei letzten Landungen in Crashs endeten.

4. Dass das „linksliberale Hollywood“ niemanden einstellt um seine „größte Party“ zu moderieren, der nicht nach den eigenen Regeln spielt ist weder etwas neues noch verwundert es. Natürlich will man unter sich bleiben, ich lade meine rechten Freunde ja auch nicht zum Toten Hosen-Konzert ein.

5. Es ging bei Kevin Hart nicht nur um Witze, sondern auch um Aussagen welche deutlich machen, dass er Homosexualität abneigend gegenüber stand. Das war kein Scherz, sondern eine Einstellung, das ist ein großer Unterschied.

6. Von Hart wurde verlangt, sich zu entschuldigen, was er ablehnte. Erst im selben Tweet, in welchem er seinen Rücktritt bekannt gab tat er es doch. Das hätten Sie erwähnen müssen.

Allgemein mal wieder ein sehr schlechter Artikel.

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dailymelody 08.12.2018, 16:49
4.

Niemand ist verpflichtet seine Meinung im Netz kundzutun.
Wenn man etwas in die ganze Welt hinausposaunt, muss man sich nicht wundern wenn mal was zurückkommt.
Und als Person des öffentlichen Lebens, würde ich da noch viel mehr drauf achten.
Überwachung würde bedeuten, dass etwas das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist, beobachtet wird. Twitter ist aber die Öffentlichkeit.

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ty coon 08.12.2018, 16:50
5.

Das ist die digitale Justiz der asozialen Medien: heutzutage kann jeder öffentlich fertiggemacht werden, ganz ohne Gerichtsverfahren. Das Urteil steht von vornherein fest: Zerstörung der Reputation, außerdem lebenslanges Berufsverbot.

Twitter ist das, was im Mittelalter einmal der Pranger war.

Stell dir vor, es ist Twitter, und keiner geht hin.

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mr_bond 08.12.2018, 16:50
6. Tja und Hä!?

Was wollen Sie uns denn nun mit diesem Artikel in Sachen Hart genau sagen? Dass es eigentlich ok ist, Schwulenwitze zu machen und trotzdem die Oscars moderieren zu dürfen. Ganz ehrlich, ich finde es ziemlich OK, dass Leute für Ihre diskriminierenden Fehltritte eine Art Demütigung erfahren. LGBTQ Menschen erleben diese dauernd. Und es ist ja nicht so, dass Hart deshalb nun überall zu einer persona non grata wurde.

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dasfred 08.12.2018, 16:56
7. Das Netz vergisst nichts

Wie oft habe ich diesen Satz gehört. Und er wird ständig wiederholt, weil ständig Leute Fotos uns Sätze Posten, die sie eines Tages bereuen werden. Nun muss dieser arme Mann die Moderation absagen, weil die böse gay Community uralte Tweets von ihm ausgegraben haben. Nun muss man aber bedenken, dass die Community in den USA noch viel zorniger ist als hierzulande. Ständig werden sie von klerikalen Kräften landesweit angegriffen. Trump und seine Anhänger machen Homophobie Gesellschaftsfähig. Wäre der Comedian nicht wegen seiner Tweets angegriffen, hätte es sein können, dass die Gegenseite diese Tweets nutzt, zu erklären, dass endlich auch ein Homophober die Oscars moderieren darf. Er hat seinen Erfolg damals auf billigen Schwulenwitzen begründet, der Öffentlichkeit erklärt, er würde einen schwulen Sohn nicht akzeptieren. Ob er sich irgendwann geändert hat, ist mit scheißegal. 1945 gab es keine Nazis mehr, 1989 wollte nie einer bei der Stasi gewesen sein und 2018 ist man plötzlich nicht mehr homophob, weil es der Karriere im Weg steht. Wo sind denn seine Tweets der vergangenen Jahre, in denen er seine Schwulenwitze bereut? Ach, die gibt's gar nicht? Nein Herr Frank, so einfach darf man hier nicht über die Vergangenheit hinweggehen. Nur was faseln von sich verändert haben macht nichts ungeschehen. Wer sich tätowiert macht das für die Ewigkeit und wer twittert ebenso. Und wer das nicht begreift ist nicht reif genug um die Oscars zu präsentieren.

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samo74 08.12.2018, 16:58
8. Überwachung?

Überwachung setzt für mich irgendwie voraus, dass etwas Privates öffentlich oder zumindest Dritten zugänglich gemacht wird, für die eine ursprüngliche Information nicht gedacht war. Twitter und andere soziale Netzwerke sind aber öffentliche Äußerungen, die man natürlich heranziehen kann, wenn es um die Eignung einer Person für eine Rolle oder Aufgabe geht. Das man den Leuten nach 10 Jahren durchaus Gelegenheit geben sollte sich noch mal dazu zu äußern scheint mir allerdings auch sinnvoll. Im Fall von Kevin Hart hat man das getan und die Reaktion war zunächst nur ein Hinweis darauf, dass die Leute heutzutage leider so empfindlich sein. Hätte er diese Gelegenheit ergriffen und sich glaubhaft erklärt/entschuldigt wäre der soziale Mob eventuell außer bereit gewesen darüber hinwegzusehen. Die Entschuldigung kam aber erst als der shitstorm zu doll wurde.

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arr68 08.12.2018, 17:00
9. Witze

Vorausgeschickt, jede Gruppe von Mensch oder Tier kann witzig sein, und eine Betroffenheitskampagne von Menschen, die sich direkt von diesen Witzen betroffen fühlen zeugt von ihrer Unfähigkeit über sich selbst zu lachen. Solange die Witze nicht durch Verletzung oder Schäden geschehen ist alles gut. Auch der aus heutiger Sicht vielleicht härtere Humor von Kevin Hart kann kein Grund sein, dass er nicht eine Veranstaltung moderiert, die sich in ihrer Zeit vieler Dinge schuldig gemacht hat, wie Meetoo, Whitewashing oder Geschichtsverklärung. Also,erstmal an die eigene Nase fassen..

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