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Homophobie-Vorwürfe gegen Kevin Hart: Selbst schuld?
REUTERS

Vor Jahren riss Kevin Hart homophobe Witze, jetzt kosten sie ihn die Oscar-Moderation. Der Fall zeigt: Der Shitstorm kennt kein differenziertes Menschenbild - sondern nur Opfer. Willkommen im totalitären Netz!

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albatross507 08.12.2018, 17:03
10. Freiwillig

Keiner ist gezwungen, seine Meinung auf Twitter zu posten. Erst recht nicht Beleidigungen. Im Fall Kevin Hart geht es auch nicht um Satire oder Kontext. Shitstorm gerechtfertig!

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flosse66 08.12.2018, 17:04
11. Übertriebene political correctness führt zu Fahrenheit 451

In Fahrenheit 451 beginnt die Zensur aus eigentlich guten Gründen, man will niemandem weh tun und zensiert sich selbst. Komiker machen schlechte Witze und Zeiten ändern sich. Damit nuss man leben

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ichliebeeuchdochalle 08.12.2018, 17:07
12.

Zitat von ekel
Was hier betrieben wird ist kein Journalismus. Der Artikel ist schlecht, nicht lesenswert und einige Sachen sind schlichtweg falsch. Dass sich (seriöse) Zeitungen in Deutschland gegen den Vorwurf der Fake-News wehren müssen liegt auch an solchen Texten, in welchem SPON mal wieder Halbwahrheiten verbreitet. ... Allgemein mal wieder ein sehr schlechter Artikel.
Möglicherweise kommen Sie zu den irrigen Aussagen, weil Sie in der Schule im Deutsch-Unterricht keine Gelegenheit hatten, das Wesen eines "Kommentars" zu erlernen. Einzelheiten entnehmen Sie einfach hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kommentar_(Journalismus)

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MatthiasPetersbach 08.12.2018, 17:08
13.

Zitat von ekel
5. Es ging bei Kevin Hart nicht nur um Witze, sondern auch um Aussagen welche deutlich machen, dass er Homosexualität abneigend gegenüber stand. Das war kein Scherz, sondern eine Einstellung, das ist ein großer Unterschied.
At first: Der Homosexualität abneigend gegenüberzustehen ist zwar doof - aber das Recht jedes Menschen. So wie viele andere Einstellungen.

Ich kenne den Menschen nicht und den Fall auch nicht - es gibt aber tatsächlich den Unterschied zwischen einer BESCHULDIGUNG und einfach "Daumen runter". Einer Beschuldigung kann man begegnen, dagegenargumentieren, sich verteidigen - oder einen Sinneswandel bekunden.

Gegen "Daumen runter" kann man sich genausowenig wehren wie gegen eine heimliche schwarze Liste. Und das ist die "Waffe" von totalitären Systemen und deren Anhängern- da hat der Artikel schon recht.

Und die Ausführenden und Mitmacher bei solchen Shitstorm-Mechaniken schätze ich genauso ein wie die, die gewisse unselige Dinge in der deutschen Vergangenheit ermöglicht haben.

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derschwolf 08.12.2018, 17:09
14. Danke, es tat gut

das zu lesen! Welch erbärmliche und kleingeistige Welt in der wir leben, das wir auch durch einige Kommentare überdeutlich. Was ist so schlimm an einem gepflegten Herrenwitz??

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Malakhov 08.12.2018, 17:21
15.

Kevin Hart hat in den letzten Jahren klar Position gegen Rassismus bezogen. Denken wir uns nun, dass an seiner Stelle jemand in der gleichen Art und Weise über Dunkelhäutige gesprochen/getweetet/"gewitzelt" hätte, bin ich mir ziemlich sicher, dass er diese Person ganz klar als "racist" hingestellt hätte und damit auch recht gehabt hätte. Würde dieses riesen (zum Großteil dunkelhäutige) Publikum in dem Stand-Up Ausschnitt, um den es unter anderem geht, genauso schallend lachen, wenn der sogenannte "Witz" gewesen wäre, dass für einen Vater das allerschlimmste wäre, wenn sein Sohn schwarz wäre? Oder wenn man jedes abfällige, als beleidigend gemeintes "fag" seinerseits gegen ein Wort austauschen würde von dem er sich, zu recht (!) angegriffen fühlen würde, wie z.B. "bimbo"? Er misst mit zweierlei Maß.

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matty-b 08.12.2018, 17:27
16. Opferkult

Die Phrase "Du fette Schwuchtel" steht mitnichten für eine "Haltung zur Homosexualität", von der der Spiegel gestern schrieb.

Der Beitrag von Arno Frank liegt voll neben der Spur. Es mag ihm stinken, dass Minderheiten und ihre Freunde heute nicht mehr den Mund halten, wenn sie beleidigt werden, oder vorsichtig an politischen Türen anklopfen, um um Toleranz und mehr Rücksicht zu bitten, sondern dass sie ihrer Wut auch Ausdruck verleihen.

Grenzverletzungen erzeugen Wut, das ist natürlich, das ist gesund. Deal with it!

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vera gehlkiel 08.12.2018, 17:37
17.

Als ich Twitter zuerst kennenlernte, offen gesagt keine Ahnung mehr, wann und wo, so unendlich lange vertraut wirkt dies alles mittlerweile, war es ein "Open Space" von der Art einer Feuertonne, um die herum sich ein paar Rapper treffen, um möglichst orginelles protoanarchisches Gedankengut rauszuhauen. In meiner Filterblase, von der ich damals aber nicht ahnte, dass sie bereits eine ist, war Twitter cool und Facebook uncool, weil zu spiessig. Sprich, sogenannter guter Geschmack war schlechter Geschmack, und umgekehrt. Alles eben so, wie es einer "gesund kranken" Subkultur entspricht. Und richtig geil daran war, wie viele Künstlerinnen ganz verschiedener Originalitätsniveaus sich dort drinnen verlinkten, längst noch nicht alle mit offenkundig kommerziellen Absichten. Dann, mein Eindruck, kamen zunehmend mehr Politiker und ähnliche Dienstleister dazu, die den Spass in absurd anmutender Weise zu ernst nahmen, aber weitgehend selbst ohne produktives Output. Talkshows hängten sich an etc. und von Böhmermann bis Maybrit Illner griff eine hanebüchene Kommerzialisierung. Die mich eigentlich schon längst wieder vertrieben hatte, als dann solche Dinge wie #MeeToo losgingen. Tatsächlich neue Formen, welche systemimmanente Konformitäten und Unkonformitäten durch einen dritten, wieder radikal offenen Weg ersetzten. Dass sich daran jetzt auf ein Neues diverse "Sittenpolizeien" mit stets rein kommerziellem Hintergrund anzuhängen scheinen, ist allerdings gar nicht "Schuld" dieser Kommunikationsmaschine (was ja auch komplett absurd wäre). Sondern es fällt auf diejenigen zurück, die total verquaste Sittlichkeitskriterien aus kommerziellen Gründen verlogen ad eins stellen. Was in der Konklusion schlicht und einfach bedeutet: Kevin Hart ist entweder raus wegen der Feiglinge, die das Oscar-Programm gestalten, oder der bräsigen Spiessigkeit derjenigen, die sich solche Sendungen im Fernsehen ansehen. Und sicherlich mal nicht wegen Twitter. Ich, als Frau, zum Beispiel, will bei #MeToo über die Situation der Frauen mitreden oder mitlesen. Und nicht beeinflussen wer, ach Gottchen, im ersten zweiten dritten Deutschen Fernsehen die Wettervorsage machen darf. Wer Wedels Filme sowieso schon immer belanglos fand, wird den Dieter jetzt nicht vermissen. Aber ich persönlich würde Roman Polanski enorm vermissen. Und so herum wird doch da erst ein Schuh daraus! Und ganz egal, ob Damen- oder Herrenschuh.

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ichliebeeuchdochalle 08.12.2018, 17:37
18.

1. Arno Frank: "Weil er zwischen 2009 und 2011 homophobe Witze riss, musste der Komiker und Schauspieler als Oscar-Moderator zurücktreten." Das ist falsch. Richtig ist: ..., weil er bis heute daran festhält. Auch nach 2011 hat er dies getan und noch bis vor einem Tag verteidigt.

2. Arno Frank: "Wer heute etwas werden will, egal wo, der lösche schleunigst ... " Das ist falsch. Richtig ist: ..., der möge darlegen, ob und wenn ja ab wann er seine verwerfliche Einstellung öffentlich erkennbar geändert hat.

3. Arno Frank: "Bei Kevin Hart war es die linksliberale LGBTQ-Community, die den Mann für untauglich erklärte ..." Das ist falsch. Richtig ist: ..., daß die Community die entsprechenden Zitate nach vorne geholt hat. Über die Tauglichkeit befindet zum einen der Ausrichter, der ihn buchen wollte, zum anderen die gesamte Öffentlichkeit, also auch die, die nicht zur Community gehören.

4. Arno Frank: "Ironie funktioniert in der Netzöffentlichkeit nicht." Das ist falsch. Richtig ist: ..., daß sie wie bei jeder Printöffentlichkeit funktioniert.

5. Arno Frank: "Twitter bewahrt alles Gesagte für alle Zeiten - und kassiert den Zusammenhang, in dem es gesagt wurde." Das ist falsch. Richtig ist: ..., daß der Zusammenhang von Nutzern oder von Medien innerhalb von Minuten oder Stunden aufgezeichnet wird, sobald der erste die Frage nach dem Kontext anspricht.

6. Arno Frank: "... eigene Statements konnten Kevin Hart deshalb auch nicht mehr helfen." Das ist falsch. Richtig ist: ..., daß sein Auftraggeber ihm Gelegenheit gegeben hat zu reagieren.

7. Arno Frank: "Kassiert wird neben dem Kontext auch der kuriose Gedanke, dass Menschen sich ändern können im Lauf einer Zeit, die sich ganz gewiss ändert." Das ist falsch. Richtig ist: ..., daß er von seinem Auftraggeber dazu Gelegenheit bekommen hat. Die hat er nicht genutzt. Sein angebliches "Habe mich geändert" kam erst als zweite Reaktion nach dem "Ich entschuldige mich nicht". Und damit war Reaktion 2 als unehrlich identifiziert.

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Theophanus 08.12.2018, 17:40
19. Und...

Zitat von m82arcel
Aber seine Aussage "Eine meiner größten Ängste ist, dass mein Sohn erwachsen wird und schwul ist." hätte ich auch 2010 schon für kritikwürdig befunden.
...warum? Es sind seine Ängste und die bedeuten noch lange nicht, dass er etwas gege Schwule hat. Vielleicht hat er nur Angst, dass er nicht Opa wird. Wie auch immer, es ist seine Angst, seine Meinung und die darf er haben.

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