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Horrorfilm "Midsommar": In dieser Hölle scheint die Sonne
Weltkino

Was kann schon unter diesen freundlichen Blumenkindern passieren? Ari Asters "Midsommar" lässt Alpträume im strahlenden Licht des schwedischen Hochsommers wahr werden.

Newspeak 25.09.2019, 18:49
1. ...

Die Filmkritik an sich ist gut. Endlich mal jemand, der versteht, eine solche zu schreiben, ohne zu spoilern. Der Verweis auf Ungarn stoert etwas, ich denke nicht, dem Regisseur ging es primaer darum, Protofaschismus zu illustrieren, und wenn, dann waere es sehr seltsam fuer seine Konsequenz, den Film in Ungarn gedreht zu haben. Und was heisst schon totalitaer? Wir leben hierzulande vielleicht in keinem protofaschistischen Staat, dafuer ist bei uns der Neoliberalismus/Turbokapitalismus totalitaer. Aber das mal aussen vor, Ich denke, die Filme von Aster entziehen sich einer oberflaechlichen, einfachen Interpretation. Das ist ja das Gute an echten Kunstwerken, dass jeder andere Assoziationen dazu hat, und alle gleichzeitig "richtig" sein koennen. Zieht man Hereditary als Vergleich heran, dann verliert Midsommar etwas, aber andererseits sind beide Filme fuer sich betrachtet so verschieden, dass man sie vielleicht gar nicht erst vergleichen sollte. Intensiv sind beide. Verstoerend auch. Und intelligente Horrorfilme sind rar. Da sollte man jedes Beispiel erst mal loben, und sich darueber freuen, selbst wenn Midsommar auch seine Schwaechen hat.

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