Forum: Kultur
Horst Seehofer und der Islam: Warum Glaube und Politik sich nicht vertragen
DPA

Der Islam gehöre nicht zu Deutschland, sagt Horst Seehofer. Das wirft Fragen nach dem generellen Verhältnis zwischen Politik und Religion auf.

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knirb 18.03.2018, 18:30
120. und zu Wulff

habe ich vor acht Jahren geschrieben zur damaligen Islam Debatte:
"Eine im siebten Jahrhundert entstandene Nomaden- und Wüstenreligion hat sich bis heute nicht verändert, ist nicht durch die Schule der Aufklärung gegangen, hat kein neues Menschenbild entstehen lassen wie es die europäische Renaissance getan hat und trifft nun in der westlichen Welt auf seine säkular gewandelten Vettern. Der Ausgang ist ungewiss, man muss kein Schwarzmaler sein, könnte dafür aber gute Gründe ins Feld führen. Hätte der ehemalige, an einer Kampagne gescheiterte Bundespräsident Christian Wulff diesen unsäglichen Satz „Der Islam gehört auch zu Deutschland“ nur nie gesagt oder hätte er stattdessen gesagt: Konstitutiv für unser Land ist unsere Verfassung mit ihren Grundrechten. Sie ist aus dem Geist der Aufklärung entstanden. Sie steht über jeder religiösen Ideologie. Sie garantiert die Glaubensfreiheit jedes Menschen, aber keine fundamentalistischen Ansprüche und Deutungshoheiten".
Dann wäre der Seehofer Satz heute besonders überflüssig und schädlich, da nur als politisches Statement als Anbiederung ans rechte Stektrum zu verstehen

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Navygo 18.03.2018, 18:32
121.

Zitat von volker.trimkowski
Zunächst einmal müsste man definieren, was mit "a gehört (nicht) zu b" eigentlich gemeint ist. Will uns Seehofer sagen, er wolle nicht, dass (alle, einige, ... Muslime; Verbände; Islamisten) in Deutschland leben? Oder aber meint er, der Islam habe keinen Teil an unserer Geschichte und Kultur? Im ersteren Fall kann man mit ihm übereinstimmen, falls er Islamisten mit Terroristen gleichsetzt. Für alle anderen gilt die Religionsfreiheit des Grundgesetzes; über die hat er (glücklicherweise) nicht zu befinden. Im letzteren Fall stellt er sich als ignorant dar. Die europäischen und damit auch deutschen Werte beruhen historisch auf drei Säulen: Antike, arabisch-islamische Kultur und Aufklärung; das Christentum resp. die Kirche hat alle drei gehasst.
Tja, dann haben Sie wohl - wie einige andere auch das gesamte Interview nicht gelesen, sondern nur diesen einen Halbsatz aus der Presse aufgegriffen.
er hat sich nämlich explizit zu den in Deutschland lebenden Muslimen geäußert - und zwar derart, dass diese sehr wohl hier hin gehören.

Und genau deswegen ist diese ganze Diskussion, die nur deswegen los getreten wurde, um ihm zu schaden - es ist Wahlkampfzeit in Bayern - vollkommen unnötig.

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wahrsager26 18.03.2018, 18:42
122. Eine verschärfte Betrachtung der Dinge

Etliche Posts inspirierten mich zu dieser Feststellung: Wir alle wissen, das dies und das bei uns verbesserungsbedürftig ist ....ich aber gleichzeitig mit Erstaunen registriere, wie man im Zuge dessen mit Freude über das eigene herfällt. Wieso müssen wir uns zum Beispiel ändern, nur weil jemand zu uns kommt? Quasi ein Bett bereiten? Ich will das mal nicht weiter vertiefen, was unschwer möglich wäre ,gerne hätte ich aber Antworten darauf! Danke

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wahrsager26 18.03.2018, 18:49
123. An knirb. Nr121

Wie wahr,was Sie posten! Nun, zum Dummschwätzertum fühlen sich auch Politiker hingezogen ....wir haben eben keine besseren .Unüberlegt möchte man sich staatsmännisch geben und etwas 'bedeutendes' aussagen ....und man entgleist.Das ist aber nicht nur bei Herrn Wulff zu beobachten gewesen ! Wir schaffen das, war ja auch nicht sehr viel geistreicher,nur um etwas aktuelles zu benennen.Damit könnte man an und für sich leben,wenn da nicht noch die 'Taten' wären......Danke

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geranie.rose 18.03.2018, 18:53
124.

Zitat von volker.trimkowski
Zunächst einmal müsste man definieren, was mit "a gehört (nicht) zu b" eigentlich gemeint ist. Will uns Seehofer sagen, er wolle nicht, dass (alle, einige, ... Muslime; Verbände; Islamisten) in Deutschland leben? Oder aber meint er, der Islam habe keinen Teil an unserer Geschichte und Kultur? Im ersteren Fall kann man mit ihm übereinstimmen, falls er Islamisten mit Terroristen gleichsetzt. Für alle anderen gilt die Religionsfreiheit des Grundgesetzes; über die hat er (glücklicherweise) nicht zu befinden. Im letzteren Fall stellt er sich als ignorant dar. Die europäischen und damit auch deutschen Werte beruhen historisch auf drei Säulen: Antike, arabisch-islamische Kultur und Aufklärung; das Christentum resp. die Kirche hat alle drei gehasst.
Antike, Morgenland und Auflärung haben uns geprägt. Die Kirche hat alle drei gehasst.

Ihre Formulierung ist witzig und hat auch was für sich. Aber so kann man das nicht stehen lassen. Das Christentum war sehr wohl prägend, insbesondere durch das Beispiel der universalen Nächstenliebe, durch die sog. "Sklavenmoral", die Nietzsche so verspottet hat.

Im Prinzip gebe ich Ihnen aber Recht: wer sagt, daß a nicht zu b gehört, müßte klar definieren, was er unter a und b versteht. Aber Debatten in der heutigen Zeit leben davon, plakative Vieldeutigkeiten in den Raum zu stellen, damit sich möglichst viele Leute daran abarbeiten.

Man könnte sogar die Frage stellen, ob es überhaupt klug sei, etwas Klares und Richtiges zu sagen. Wenn alle verstehen und zustimmen, kommt es zu keiner Debatte, keiner Aufregung, keiner Beschimpfung. Vieldeutigkeit und Unlogik sind der Schlüssel zum medialen Erfolg.

Meine These (in diesem Sinne): Der Islam gehört zu Köln, aber nicht zu Schwerin. Bitte diskutieren!

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rkinfo 18.03.2018, 19:12
125. Die Meisten wollen nur ne private Religion

Denke mal, dass 95% aller Menschen ihre Religion einfach privat leben wollen.
Deshalb gehören Spassbremsen, wie Islam oder andere fanatische Religionen nicht zu Deutschland.
Früher haben die Herrscher ihren Untertanen die Religion zwangsverpasst, die der Chef selbst hatte, wie GB Heinrich VIII. Daher, ist eher 'Gott statt Religion' und restriktiv die Fanatiker zu zügeln ... mal Beispiele im Grundgesetz Art. 140 nachlesen.

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radbodserbe 18.03.2018, 19:15
126. @ Wahrsager26

Zitat von wahrsager26
Etliche Posts inspirierten mich zu dieser Feststellung: Wir alle wissen, das dies und das bei uns verbesserungsbedürftig ist ....ich aber gleichzeitig mit Erstaunen registriere, wie man im Zuge dessen mit Freude über das eigene herfällt. Wieso müssen wir uns zum Beispiel ändern, nur weil jemand zu uns kommt? Quasi ein Bett bereiten? Ich will das mal nicht weiter vertiefen, was unschwer möglich wäre ,gerne hätte ich aber Antworten darauf! Danke
Nun, die Bibel gibt viele Antworten, auch im alten Testament, warum man Fremde aufnehmen soll.
Wenn man hinter der christlich abendländische Kultur steht, sollte man wissen, was in diesem Buch steht.
Natürlich kann man auch sagen, Bibel und Nächstenliebe sind nicht mehr zeitgemäß und etwas für "Gutmenschen" - sich also gegen diese Kultur stellen und sich fragen, ob man dann selber noch zu Deutschland gehört, wenn man eine Zugehörigkeit so wie Herr Seehofer interpretiert.

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tommichelin 18.03.2018, 19:21
127. Schön zu sehen...

...all der Hass der linksgrünen....
Der Islam hat noch nie zu Deutschland gehört.
Gläubige Muslime schon. Ihre Religion als Institution aber nicht.
Einfach.

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Al29 18.03.2018, 19:22
128. Keine Logik

Wir haben eine kulturelle Geschichte mit dem Christentum, ein jahrhunderte langer Machtkampf zwischen religiösen und politischen Führern. Am Ende wurde die Religion ins Private verbannt und wir sind zu dem geworden was wir sind. Mit Religionsfreiheit. Welche Einflüsse kamen in den letzten 300 Jahren vom Islam? Richtig: Keine.

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pygmy-twylyte 18.03.2018, 19:32
129. Goldene Regel

Menschen haben ein Bedürfnis nach Religion, wollen an etwas Höheres glauben, an ein Leben nach dem Tod, suchen nach dem Sinn des Lebens, können sich diese Welt mit einer Natur voller Wunder ohne einen Schöpfer nicht vorstellen. Das ist in nahezu allen Gesellschaften so und an sich nicht verwerflich, sondern verständlich. Unkommod wird das Ganze jedoch durch Institutionen und ihre Würdenträger, die Glaubensgrundsätze und Verhaltensregeln in Form von Geboten und Verboten für alle Gläubigen verbindlich aufstellen, ihre Religion zur einzig wahren erklären und sich mit missionarischem Eifer an die Verbreitung ihrer Religion machen, sie Andersdenkenden aufzwingen wollen. (Das betrifft so ziemlich alle Weltreligionen.) Bei diesem Vorhaben bleiben Toleranz und Menschlichkeit nicht selten auf der Strecke, und Menschen bekriegen sich und schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein. Nur wenige fragen danach, ob das im Sinne Gottes oder Allahs bzw. des allmächtigen, allwissenden, allgütigen Schöpfers sein könnte. Neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse zum Beispiel in den Bereichen Astro- und Quantenphysik werden nicht wirklich verinnerlicht, ja abgewehrt, weil man fürchtet, sie könnten das Menschen- und Weltbild, den Glauben und all die Werte und Moralvorstellungen erschüttern oder gar zum Einsturz bringen. - Wie sähe die Welt und das Zusammenleben der Menschen wohl aus ohne Religionen, aber mit einem Grundgesetz nach Art des deutschen und der Beherzigung der Goldenen Regel, des ethischen Grundsatzes: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu?

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