Forum: Kultur
Horst Seehofer und der Islam: Warum Glaube und Politik sich nicht vertragen
DPA

Der Islam gehöre nicht zu Deutschland, sagt Horst Seehofer. Das wirft Fragen nach dem generellen Verhältnis zwischen Politik und Religion auf.

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underdog 18.03.2018, 19:37
130.

"Denn im Grundgesetz steht ja klipp und klar und selbst für einen Innenminister zu lesen, dass in Deutschland, bis auf Weiteres und falls Horst Seehofer das nicht abschaffen will, die Religionsfreiheit herrscht.
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Der Staat hat sich aus diesem Bereich, der allein den Einzelnen und sein Gewissen angeht, herauszuhalten."

Das funktioniert nur, wenn der Grundsatz auch umgekehrt gilt: die Religion hat sich aus der Politik (und den Politikern) in jeder Hinsicht herauszuhalten. Eigentlich hat sie außerhalb des Privatlebens gar nichts verloren. Religionsfreiheit bedeutet auch, dass diejenigen, die generell nichts mit Religion zu tun haben wollen, davon unbehelligt bleiben - dieses ebenso schützenswerte Recht kommt leider oft zu kurz.

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meinerseiner 18.03.2018, 19:46
131. Religiöse Gefühlswelten

"Es ist sehr schwer, das Strenggläubigen klarzumachen". Diese Worte sagen viel über die Weltreligionen aus. Sachliche Argument oder Beweise werden ignoriert und dem eigenen beleglosen Glauben unterworfen. Die Bereitschaft zur Gewalt steht sinnbildlich für die systematische Hilflosigkeit der Religionsvertreter, eine Fantasie als Wahrheit erzwingen zu wollen. Das ist das Verhalten intoleranter Menschen die sich keine Fehler zugestehen lassen wollen. Das sie damit im krassen Widerspruch zu den Lehren ihrer Religion stehen, ist einer der vielen Absurditäten, die alle Religionen gemeinsam haben. Eine Gesellschaft kann nur Freiheit und Gerechtigkeit leben, wenn sie sich von den Einflüssen der Religionen befreit.

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radbodserbe 18.03.2018, 19:50
132. @ tommichelin

Zitat von tommichelin
...all der Hass der linksgrünen.... Der Islam hat noch nie zu Deutschland gehört. Gläubige Muslime schon. Ihre Religion als Institution aber nicht. Einfach.
Nun, wenn das ganze so einfach ist, dann erklären sie doch bitte einfach in 2-3 Sätzen, warum ihre Behauptungen stimmen.

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Heiner Hannappel 18.03.2018, 19:57
133. Herr Diez, Sie haben etwas nicht bedacht.

Sehr geehrter Herr Diez.
Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht. Ja , der Staat soll sich aus dem Religiösen heraushalten. Ja, bei uns in Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Ja, keine Religion darf diskrimitiert werden. Punkt!Aber unseren Verstand dürfen wir bei der Betrachtung der Zuwanderung in M illionen doch nicht ausschalten! Millionen wandern in das Land ein, in dem Mana für sie quasie vom Himmel regnet, und Sozialsysteme kostenlos von den arbeitenden Bürgern finanziert bereitstehen! Sie wandern in ein Land ein, welches von vielen anderen, in denen sie schon in Sicherheit waren, umgeben ist, also nach dem Schengenabkommen illegal. Alle die also jenseits von Verträgen und Gesetzen einwandern, dürften eigentlich gar nicht hier in Deutschland sein! Überwiegend sind es islamisch Gläubige, Flüchtlinge und Wirtschaftsflüchtlinge, deren Religion eine Gesellschaftsordnung repräsentiert, die sich mit unseren Gesetzen und unserer christlich gepägten Kultur eben nicht verträgt.Diese Islamischen Kultur wandert unablässig ein und vermehrt sich logisch ebenfalls unablässig und es ist abzusehen, wann bei der Fertilitätsrate von 1,5 Kinder pro deutschem Ehepaar, bei einer Geburtenrate von 3-4-5-6 Kinder pro Flüchtlingspaar die christlich geeprägte deutsche Gesellschaft verändert wird. Diese Veränderung wird sich irgendwann auch im Bundesparlament mit einer intertessengerichteten Partei, die islamische Interessen durchsetzen will, erkennbar werden. Wir, die hier schon längstens wohnen stellen berechtigt besorgte Fragen, nämlich die nach unserer künftigen Identität! Kann man das verurteilen?
Ich sage als tolleranter Bürger deutlich NEIN!
Heiner Hannappel

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redwed11 18.03.2018, 20:52
134.

Zitat von zweifelturm
Das ist die rassistische, fremden- und religionsfeindliche Hetze des braunen Bodensatzes, der sich in schlichtester Einfalt und kultureller eigener Primitivität eine Art von „Deutschsein“ einzuführen versucht, nach hauseigener Definition und alles bekämpft, was nicht diesem Bild entspricht. Das allerdings können sich die Braunen sonstwohin schieben, auf den Müllhaufen der Geschichte. Ganz im Gegensatz zu Muslimen fügen der braune Bodensatz und jene, die sich damit populistisch handgemein machen, Deutschland schweren Schaden zu. Sie schänden Kultur und dulden nichts ausser ihrer eigenen billigen jeder Kultur baren braunen Welt. Parteien, die eine solche Welt propagieren, demokratie- und kulturfeindlich, haben in Deutschland nichts zu suchen. Diez bringt die Braunen, wie man sieht, wieder mal zum hopsen, danke dafür.
Es ist schon putzig mit welchen Argumenten Leute den Islam gegen den Rechtsradikalismus verteidigen. Dabei bestehen zwischen der rechten Ideologie und der Islam Ideologie bemerkenswerte Parallelen. So wird bei beiden Bewegungen der Absolutheitsanspruch gefordert, gegen Kritikern wird Gewalt angewendet, die Überlegenheit der Anhänger gegenüber allen anderen Menschen wird propagiert. Um nur einige Ähnlichkeiten zu nennen. Wie Sie hier die eine diktatorische gegen die andere diktatorische Ideologie verteidigen hat schon etwas Skurriles.
Übrigens sollten Sie mal genau ausführen in wie weit der Ausspruch von Seehofer gegen das GG verstößt. Wer Radikalität gegen Radikalität verteidigt scheint recht negativ einer freien und offenen Gesellschaft gegenüber zu stehen. Denn auch die Religionsfreiheit hat Beschränkungen, besonders wenn es gegen höherwertige Grundrechte steht.

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dulcineadeltoboso 18.03.2018, 22:39
135.

Wir haben sogar einen Religionsbezug in der Verfassung. Damit wollten unsere Verfassungsväter und -mütter kundtun, dass ihr ethisches Verständnis aus ihrem (christlichen) Glauben abgeleitet ist. Zurecht; ich glaube nicht, dass man irgendzwei Aussagen in unserer Verfassung und im Neuen Testament finden wird, die sich fundamental widersprechen.

1500 Jahre christliche Tradition haben sich tief in die Denkweise und die ethischen Vorstellungen einer Gesellschaft eingegraben, ob man das nun akzeptiert oder nicht. Ich weiß, es klingt viel cooler zu behaupten, die ethischen Prinzipien kämen aus eigenem Denken. Letztendlich ist das für mich aber nur ein Zeichen dafür, dass man nicht in der Lage ist, das eigene Denken zu hinterfragen und einzuordnen.

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im_ernst_56 18.03.2018, 23:25
136. Wo leben Sie denn?

Zitat von buergerrechte36
daß Glaube und Politik sich nicht vertragen. Angenommen bei uns würden Protestanten oder besonders Katholiken, die hin- und wieder schon mal versuchen, Einfluß auf unsere Politik zunehmen, gleichwertiges Mitschracherecht wie die Regierungsparteien hätten. Dann Gute Nacht Deutschland.
Die Kirchen versuchen selbstverständlich Einfluss auf die Politik. Bei der evangelischen Kirche hat man bisweilen den Eindruck, dass die Politik wichtiger ist als die Theologie. Herr Bedford-Strohm macht doch aus seinen rot-grünen Sympathien kein Hehl. Dass der politische Einflusse der Armtskirche auf das Ergebnis der letzten BW eher marginal war, steht auf einem anderen Blatt.

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im_ernst_56 18.03.2018, 23:42
137. Islam und Grundgesetz

Zitat von ghdh
In unserem Grundgesetz ist die Religionsfreiheit garantiert. Zu dieser garantierten Religionsfreiheit gehört auch das Recht, nicht zu glauben, etwas anderes zu glauben, aus der Religionsgemeinschaft auszutreten oder einer anderen Religionsgemeinschaft beizutreten. Muslimen ist es nach dem Koran jedoch unter Androhung der Todesstrafe verboten, einer anderen Religionsgemeinschaft beizutreten und beispielsweise Christ zu werden. Der Islam ist deshalb mit dem Grundgesetz nicht zu vereinbaren.
Nicht der Islam, aber große Teile des islamischen Rechts - Sie weisen zu Recht darauf hin, dass der Wechsel der Religion und der Abfall vom Islam bei Todesstrafe verboten ist - sind mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Auch die Benachteiligung von Frauen im islamischen Familien- und Erbrecht der Scharia verstößt gegen das Grundgesetz (Art. 3 Abs. 2 und 3 GG). Viele Muslime vertreten auch die Meinung, dass das Grundrecht der Meinungsfreiheit (Art. 5 GG) nicht das Recht beinhaltet, den Islam zu kritisieren. Dass die Islamverbände sich überraschenderweise zum Grundgesetz bekennen, ist m.E. darauf zurückzuführen, dass dort die Vorstellung herrscht, das Grundgesetz sei eine Art Pralinenschachtel. Man sucht sich das raus, was einem besonders gut gefällt. Vielleicht ist es auch nur ein Lippenbekenntnis aus politisch-taktischen Gründen.

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erdmann.rs 19.03.2018, 08:17
138. Auf den Punkt gebracht

@vera gehlkiel (18.03.18 um 16:16)
Sehr wortreich und sehr interessant sind Ihre Beiträge eigentlichfast immer, ganz gleich zu welchem Thema Sie hier schreiben.
Das habe ich Ihnen auch schon mehrmals "bescheinigt".
Warum Sie zu diesem Thema aber die griechische Mythologie- Laokoon und seine beiden Söhne, die von der Schlange erwürgt
werden - bemühen, erschließt sich mir nicht.
Hier geht es doch aber nicht um Mythologie, sondern um dieFrage: "gehört der Islam zu Deutschland"(oder eher doch nicht)
Es ist - bestenfalls - wohlfeil, dem Jens Spahn abzusprechendarüber zu sprechen, ob Hartz4 allemal ausreicht oder ob Ärzte
über Abtreibung aufklären/informieren dürfen sollen, oder nicht.
Spahn kann ja eine eigene Meinung haben und er darf dieseauch kundtun. Er - der ein Einkommen in 5-stelliger Höhe hat
und der in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt - kann sich aber weder in einen Hartz4-Empfänger, noch in eine
Frau hineinversetzen, die ein Kind n i c h t austragen möchte.
Ebenso wohlfeil und falsch ist es, Horst Seehofer zu unterstellen,er denke nur in "bayerischen Kategorien", an Dirndl und Lederhosen.
Wenn Seehofer sagt: der Islam gehört nicht zu Deutschland, aberdie Muslime (die schon mal da sind) schon, hat er doch Recht.
Man muss doch gar nicht alles mögliche aufzählen, das beweist,dass der Islam n i c h t zu Deutschland gehört.
Es reicht eigentlich schon, sich die Frage zu stellen, wie viele derüberwiegend (über 50) Staaten man als Demokratie bezeichnen
kann.

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berthold.oesterle 19.03.2018, 08:26
139. Warum diese Aufregung?

Ja, eigentlich war es unnötig, den Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ auszusprechen. Warum nun aber Horst Seehofer hierfür so vehement angeprangert wird, kann ich nicht verstehen. Eigentlich ist doch der ehemalige Bundespräsident Wulff der Urheber dieser Debatte. Warum wurde die Gegenthese von Herrn Wulf nicht schon damals als reine Provokation angemahnt?
Was gehört eigentlich zu Deutschland und was nicht? Und wenn etwas nicht zu Deutschland gehört, ist es dann gleich schlecht? Nelson Mandela, Mutter Theresa oder Martin Luther King gehören auch nicht zu Deutschland, und dennoch genießen sie sowohl in Deutschland als auch weltweit unzweifelhaft hohe Anerkennung.
Wenn Horst Seehofer feststellt, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, heißt das doch noch lange nicht, dass er den Islam nicht anerkennen würde oder Rassist sei. Wir sollten endlich damit aufhören, derart populistische Anklagen durch Überinterpretation zu erzeugen. Den Mantel, den Sie Herrn Seehofer überstülpen wollen, muss er sich gewiss nicht verpassen lassen.
Wir sollten indes froh sein, wenn es noch Politiker gibt, die sich nicht den Maulkorb der Kanzlerin umhängen lassen. Auch Herr Seehofer hat das Recht, von seiner Meinungsfreiheit Gebrauch zu machen. Das sollte eigentlich in jeder demokratischen Grundordnung selbstverständlich sein.

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