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Horst Seehofer und der Islam: Warum Glaube und Politik sich nicht vertragen
DPA

Der Islam gehöre nicht zu Deutschland, sagt Horst Seehofer. Das wirft Fragen nach dem generellen Verhältnis zwischen Politik und Religion auf.

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womo88 18.03.2018, 12:58
10. Besserer Titel: "Streit um die katholische Hedwigskathedrale"

denn mehr als die Hälfte des Artikels handelt davon und nicht über Seehofers Aussage, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre.
Wenn man nicht ganz geschichtsvergessen ist, wird man feststellen, dass Kirche und Staat spätestens seit der Konstantinischen Wende (324 n. Chr.) schon immer ein besonderes, wenn auch nicht immer positiv zu wertendes Verhältnis zueinander hatten. Ich kann mich ad hoc an die "Bekennende Kirche" während des 3. Reichs erinnern, aber an islamische Widerstandskämpfer ...? Da fällt mir jetzt nichts ein.
Das Christentum ist seit ca. 2000 Jahren mit den Werten Deutschlands verbunden und hat sich auch verändert. Das Grundgesetz basiert auf den Werten des Christentums und der Aufklärung, auch wenn wir heute im postchristlichen Jahrtausend leben. Ich stimme Seehofer zu, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, wie auch das Christentum nicht zu Deutschland gehört, wie auch Judentum und Buddhismus nicht zu Deutschland gehören. Zu einem Staat gehören Menschen und da ist es egal, welchen Glaubens sie sind. Zu einem säkularen Staat gehören keine Religionen. Soviel sollten wir aus unserer Geschichte, aus der Geschichte des Christentums, die sich auch(!) in Europa abgespielt hat, die auch auf unsere Philosophie eingewirkt hat, die mit Teil hat an der Aufklärung (Siehe Kants "Kritik der praktischen Vernunft") lernen. Wir Menschen sind nicht geschichtslos, unser Wesen kann man versuchen zu verstehen durch unsere Geistesgeschichte, durch unsere Geschichte, und zum Verständnis gehört das Christentum zu uns, aber nicht zu Deutschland als Staat.

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buergerrechte36 18.03.2018, 12:58
11. Und trotzdem ist richtig

daß Glaube und Politik sich nicht vertragen. Angenommen bei uns würden Protestanten oder besonders Katholiken, die hin- und wieder schon mal versuchen, Einfluß auf unsere Politik zunehmen, gleichwertiges Mitschracherecht wie die Regierungsparteien hätten. Dann Gute Nacht Deutschland.

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moistvonlipwik 18.03.2018, 12:59
12.

Das einfachste wäre die Einführung eines harten Laizismus à la Francaise. Haken: das wollen die Konservativen nicht. Umgekehrt ist der staat zur Neutralität in Religionsdingen verpflichtet, und Neutralität bedeutet Äqudistanz: was für eine Religion gilt, muss für alle gelten. Das wollen sie auch nicht. Und daher bleibt es bei hilflosen Schlagworten

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spontanistin 18.03.2018, 13:08
13. Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit

Wenn Meinungsfreiheit ein Grundpfeiler von Demokratie ist, dann gilt das auch für die Glaubensfreiheit. Glaube als Ausdruck einer Meinung, Überzeugung. Das Problem der hier diskutierten Religionen und deren über staatliche (!) Institutionen eng mit dem Staat verbandelten Institutionen der Glaubensrichtungen liegt in deren Haltung und meist Intoleranz sowie scharfen Abgrenzung gegenüber Ungläubigen/Heiden und dem geforderten Umgang mit diesen. Die Forderung der Aufklärung nach strikter Trennung von Kirche (Religion) und Staat ist bis heute nicht umgesetzt und wird auch nie umgesetzt werden. Man müßte ja historische Wurzeln der Identität Kappen und eine neue, attraktivere Identität anbieten.

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K98 18.03.2018, 13:14
14. Religionsfreiheit?

Warum interessiere ich mich nicht dafür, dass mein Nachbar Christ ist und regelmäßig in die Kirche geht? Weil ich mich darauf verlasse, dass das Christentum aufgeklärt ist und sich den Grundrechten, die sie selber n i c h t hervorgebracht hat, unterstellt hat. Entsprechend anders der Islam. Islam ist als Religion und zugleich Politik. Allein das dortige Frauenbild ist unterirdisch und dich frage mich derzeit, wieso die Welt "Metoo" applaudiert, ihr aber 750 die Mulimas egal sind und lieber über Frauenquoten in Vorständen debattiert? Da geht es lang mit dem Islam, als Basis vollkommen unaufgeklärter Sichtweisen, die ganze Landstriche - Syrien, Irak, Jemen - verwüstet. Warum also soll so was zu Deutschland gehören? Nur weil Religionsfreiheit im der Verfassung steht? Wer das meint, hat nichts von dem begriffen, wofür u.a. die Franzosen 1789 gekämpft haben.

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rooonbeau 18.03.2018, 13:14
15. Der Islam weiss ja selbst nicht wo er hin will..

Ich finde es blauäugig den Islam kritiklos und als selbstverständlich dazugehörig zu deklarieren.. gerade wenn dieser politisch instrumentalisiert wird... Von der Türkei Mithilfe der Ditip etc. Gerade wenn hier Ansprüche gestellt werden, die in den Ursprungsländern noch mittelalterlich gehandhabt werden...

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krauter.michael 18.03.2018, 13:15
16. Identifkation

Er hat Recht! Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Was ist "der Islam"? Den einzigen "Islam" gibt gar nicht.
Die Kultur und Religion in Deutschland ist durch den vorchristlichen Götter-Glauben (Freia, Wotan usw.) und durch ca. 1500 Jahre christliche Religionen geprägt. Viele Menschen mit "islamischen Glauben" identifizieren sich, obwohl sie schon lange hier leben, oder sogar hier geboren und aufgewachsen sind, leider nicht mit Deutschland.

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kritischer-spiegelleser 18.03.2018, 13:15
17. Der Islam fällt eben nicht unter die Religionsfreiheit!

Das versucht man uns nur immer wieder einzureden. Das ist eine andere Kultur. Die nicht zum Grundgesetz passt. Und diese Diskussion ist richtig und notwendig, weil die Politik im Gegensatz zum Bürgerinteresse nicht bereit ist, den Zuzug weiterer Islamisten besser zu begleiten und zu steuern.

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MtSchiara 18.03.2018, 13:15
18. Der Islam gehört zu Deutschland wie der Sozialismus zur BRD

Zwischen 1945 und 1989 sind mehrere Millionen Menschen aus der Ostzone bzw. dann der DDR nach Westdeutschland geflohen, da sie das westdeutsche System wesentlich mehr überzeugte als der ostdeutsche Sozialismus.

Seit den 50er Jahren fliehen Millionen von Menschen aus den muslimischen Kulturen in das christliche Abendland, da sie bei sich zu Hause in ihrer muslimischen Kultur wesentlich weniger Lebensperspektive sehen als in der westlich-christlichen Kultur.

Bis zu diesem Punkt sind die beiden Sachverhalte sehr ähnlich und sehr vergleichbar. Aber dann gibt es einen gewaltigen Unterschied: die aus der DDR in den Westen geflohenen Menschen haben nicht im Westen eine West-SED gegründet und versucht, im Westen den Sozialismus einzuführen, wohingegen die Muslime direkt nach ihrer Ankunft damit beginnen, bei uns Moscheen zu bauen.

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Spessartplato 18.03.2018, 13:16
19. Ich kann es nicht mehr hören

Haben wir nicht genügend andere Probleme in diesem Land?
Alle Menschen, die in diesem Land leben, sich ordentlich benehmen, für ihren Lebensunterhalt aufkommen und ihre Steuern bezahlen, damit auch die Kranken und Alten leben können, gehören zu diesem Land, egal ob Christen oder Muslime.
Ob jemand an Allah, Jehova oder eine fliegende Teekanne glaubt ist wurscht.
Wenn es soweit ist, wird er spätestens feststellen, ob er Recht hatte ;)

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