Forum: Kultur
Hundert Mal Plasberg: Hart aber leer

Eigentlich sollte es in der hundertsten Jubiläumsshow von Frank Plasberg ja um Atomenergie gehen. Stattdessen zeigte er eindrucksvoll, wie sein Talk-Konzept funktioniert: Pointen statt Ergebnisse, Fragen, bei denen die Antwort schon vorher klar ist - und bloß keine inhaltlichen Diskussionen.

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Anna-Maria-49 26.08.2010, 10:17
1. ----

Da mit ist er aber im deutschen Fernsehen nicht allein.

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KarlKäfer 26.08.2010, 10:22
2. Le(h)erkörper

Der Herr wurde nach dem Peter Prinzip hochgejubelt.
Das kommt dann dabei heraus.
Ist ja leider zu beobachten, dass das in diesem Land Usus
geworden ist.

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Mannskerl 26.08.2010, 10:26
3. Komische Leute

Warum wurde dort der Berufsquerulant und Privatwirtschafter Wolfgang Clement (Spezialdemokrat) eingeladen? Gilt das als hoffähig?

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GyrosPita 26.08.2010, 10:30
4.

Das ist einer der besten Artikel, die ich jemals zu diesem arroganten, wichtigtuerischen, total überschätzten Möchtegern-Journalisten gelesen habe. Irgendeine Frage in den Raum knallen, dem Antwortenden ins Wort fallen und ihm zur Not auch noch verbal einen reintun. Das war schon immer Plasbergs Masche, nur mit der Zeit ist es wirklich unerträglich geworden. Zeit das Günter Jauch ans Ruder kommt, solche Frechheiten wird man in seinen Sendungen niemals erleben, da bin ich mir sicher.

Nur eine Sache ist Herrn Kuzmany entgangen: Plasberg gehörte zu den Journalisten, die sich 1988 in Köln um die Gladbecker Geiselgangster knubbelten wie um Popstars, und die sich damit selbst zu einer Schande für ihren ganzen Berufsstand machten. Leider weiß das heute kaum jemand, oder es will keiner wissen.

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Michael-Kreuzberg 26.08.2010, 10:32
5. Hundert Mal Plasberg.

Diesse sinnleere gequatsche anzuschauen macht ungefahr sowiel Sin wie gebühren dafür zu zahlen. Aber was solls, man kann nur hoffen das im Land mehr Intelligenz verteilt ist als bei den Programmmachern.

Die Frage ist eben auch warum tun wir uns das noch alles an?
In den Fünfzigern gab es die Heimatfilme, in den Achtzigern die Katastrophenfilme und heute haben wir die Talkshows.
Eines so sinnfrei wie das andere.

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amerlogk 26.08.2010, 10:40
6. ich hasse Titelzwang

Wer Clement eine Plattform gibt...
Hat er was besonderes geleistet? Nein
Hat der Mann Ahnung von irgendwas? Nö
Naja, als schlechtes Beispiel taugt er.
Aber muss man das nochmal zeigen?

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Hubert Rudnick 26.08.2010, 10:40
7. Plasberg

Zitat von sysop
Eigentlich sollte es in der hundertsten Jubiläumsshow von Frank Plasberg ja um Atomenergie gehen. Stattdessen zeigte er eindrucksvoll, wie sein Talk-Konzept funktioniert: Pointen statt Ergebnisse, Fragen, bei denen die Antwort schon vorher klar ist - und bloß keine inhaltlichen Diskussionen.
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Wer sich das anschaut ist doch selbst schuld, man muss sich nicht jede Quasselrunde ansehen.

Ich hatte es auch mal getan, das beste was ich machen konnte war der Griff zur Fernbedienung.
HR

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Sarah_Catherine 26.08.2010, 10:44
8. Merkwürdige Berichterstattung

Ich bin erstaunt über diese Art des Berichtens.
Seit Plasberg seine Sendung im Ersten hat und nicht mehr im Dritten, verfolge ich die Berichterstattung über seine Sendung hier auf spiegel online. Von Anfang an war ich immer wieder erstaunt darüber, wie er hier regelmäßig abgewatscht wird. Nun ist es soweit, dass ich mich hier angemeldet habe, um das endlich mal zum Ausdruck zu bringen. Plasberg wird regelmäßig heruntergeputzt und ihm wird Kuscheltalk vorgeworfen. Gleichzeitig bekommt ein Herr Beckmann ebenso regelmäßig schönste Lobeshymnen und wird als bester investigativer Journalist bezeichnet. Wenn ich beide Sendungen vergleiche, muss ich sagen, dass meiner Meinung nach Beckmann derjenige ist, der mit gespieltem Einfühlungsvermögen und in seine Fragen gehaucht eingebundenen Namensnennungen (das erzeugt Vertrauen beim Interviewpartner) den Kuschelkurs fährt, immer schön verständnisvoll dazu nickt, dem es aber in heiklen Situationen eher an Taktgefühl fehlt. Plasberg hingegen fährt eine subtilere Taktik, indem er so fragt, dass seine Gäste sich selbst durch ihre Antworten bloßstellen oder in positivem Licht darstellen. Ich erinnere da an eine Sendung zum Thema Scientology, in der deren Pressesprecher sich selbst an die Wand geredet hat.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Plasberg einer der wenigen, wenn nicht der Einzige ist, dem es gelingt, im deutschen Fernsehen aus einer politischen Talkshow etwas Angenehmes zu machen. Hier werden nicht nur Phrasen gedroschen und die Gäste können/dürfen nicht einfach nur mit Fachchinesisch um sich werfen. Dass das ab und an auch mal unterhaltsam im positivsten Sinne des Wortes wird, finde ich eher löblich, denn gerade so kann man doch Menschen für etwas begeistern. Warum soll das bei Politik anders sein? Politikverdrossenheit entsteht dadurch, dass uns Normalbürgern alles zu verfachlicht scheint und man eh oft nichts versteht, alles wird dröge formuliert und niemand an der Basis kann verstehen, worum es eigentlich geht. Plasberg nun versucht es andersherum, weg von unverständlichen Politikerphrasen hin zu verständlichen Formulierungen, die, ja, tatsächlich manchmal sogar schmunzeln lassen. Dadurch wirkt alles einfacher, bodenständiger, unterhaltsamer und greifbarer. Nun soll das auf einmal falsch sein?
Ich halte mich für einen politisch gebildeten Menschen, der viele der vermeintlich schwierigen Begriffe einordnen kann, und doch fällt es mir schwer, eineinhalb Stunden lang entsprechende Polittalks zu sehen. Plasberg unterhält mit seiner Sendung. Nicht nur die Zuschauer, sondern oft auch die Gäste. Ihm gelingt das, ohne das Niveau zu verlieren - das ja im deutschen Fernsehprogramm so oft als fehlend moniert wird.
Für mich bleibt Plasberg ein guter (der beste) Moderator genau dieser Sendung und die im Artikel angebrachte Kritik wäre meiner Meinung nach an vielen anderen Stellen angebracht, aber nicht bei Frank Plasberg.

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zephyros 26.08.2010, 10:46
9. plasberg...

...will sich ja längerfristig in der primetime festsetzen. Da passt ja sein Stil: "bloß keine ermüdenden inhaltlichen Diskussionen" - könnte ja manche Zuschauer zum Abschalten animieren...lieber viele Unterbrechungen und "Zoten reißen" ... so wird er es schaffen

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