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"Ich"-Roman über Hirnblutung: "Es hatte mich erwischt"
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Wenn die eigene Existenz plötzlich am berühmten seidenen Faden hängt: Martin Simons großartiger Roman-Bericht "Jetzt noch nicht, aber irgendwann schon" erzählt von den Folgen einer Hirnblutung. Schonungslos.

gomarkus74 14.08.2019, 22:38
1. Des Autors private Psychiater-Couch

In den Buch hat man als Leser viel zu häufig den Eindruck, der Autor würde das Erlebte in therapeutischen Einzelsitzungen auf der Couch eines Psychologen heruntererzählen. Es fehlt oft an Tiefgang und die Bilder des erlebten werden fast schon lieblos heruntergeschrieben. Denke ich an meine plötzliche und schwere Erkrankung, die mich zusehends in den Rollstuhl verfrachtet hat, die Ängste und Sorgen, die einen herumtreiben, rastlos und tief existenziell sind, wundert es mich nicht, dass das Ganze dann auch gerade mal 184 Seiten umfasst.

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fidelius.morgenroth 14.08.2019, 23:13
2. 185 seitige krankenakte

für 20 eur. kann man machen ...

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kratzdistel 15.08.2019, 11:06
3. im intermediärem zustand gehen schon viele gedanken durch den kopf

zwischen leben und sterben darf die Hoffnung nicht aufgegeben werden. es gehen schon viele Gedanken durch den kopf, was wird sein, wenn du nach dem neurochirurgischen eingriff nicht mehr aufwachst. man ist ja noch mitten im im leben und jetzt soll schluss sein. mit der interventionellen Radiologie und endovaskulärer behandlung hat die Neurochirurgie riesen fortschritten gemacht. mit minimalinvasiven kathetereingriffen über die leiste lassen sich blutungen stillen oder Thromben herausziehen. es gibt zwar grenzen aber viele profitieren wenn sie zeitnah in einer dafür spezialisierte Abteilung behandelt werden. auch die Behinderungen können sich unter umständen schneller zurückbilden.

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isar56 15.08.2019, 11:26
4.

Zitat von gomarkus74
In den Buch hat man als Leser viel zu häufig den Eindruck, der Autor würde das Erlebte in therapeutischen Einzelsitzungen auf der Couch eines Psychologen heruntererzählen. Es fehlt oft an Tiefgang und die Bilder des erlebten werden fast schon lieblos heruntergeschrieben. Denke ich an meine plötzliche und schwere Erkrankung, die mich zusehends in den Rollstuhl verfrachtet hat, die Ängste und Sorgen, die einen herumtreiben, rastlos und tief existenziell sind, wundert es mich nicht, dass das Ganze dann auch gerade mal 184 Seiten umfasst.
Sie haben das Buch gelesen? Geht Herr Simons auf seine Angehörigen ein? Natürlich ist der Betroffene der Leidende, Verängstigte, der Kämpfer zurück in ein möglichst beschwerdefreies Leben. Ich erlebe das als Angehörige zum vierten Mal. Nachtwachen am Bett in der Intensivstation, Einkaufen, die hinterlassene Wohnung aufräumen und putzen, Wäsche waschen, Arztgespräche, dazwischen ein anstrengender Fulltime-Job, täglich und spontan mal.... schnell schnell in die 35 km entfernte Klinik, den Patienten eincremen, massieren, stützen beim Gehtraining bis der Rücken streikt........ „was möchtest Du Essen, kannst Du das trinken. Ja klar bring ich Dich zum Klo. ...diese Tabletten musst Du auch nehmen, wenn es Dir wieder besser gehen soll...... „ das ist einer der Nebenschauplätze.

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RocketDogs 15.08.2019, 12:24
5. Ich hatte auch im April ein Hirnbluten...

Freitags Abends um 20:00 diagnostiziert, Samstag Morgen um 8:00 war die Not-OP, ausgerechnet an meinem Geburtstag. Ja, es ist heftig, aber soll ich jetzt auch ein Buch darüber schreiben?

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