Forum: Kultur
Idealisierung von Peter Handke: Perfide Mülltrennung
Julien de Rosa/ EPA-EFE/ REX

Nobelpreisträger Peter Handke hat eine Ex-Partnerin misshandelt und die Trauerfeier eines Diktators besucht. Kann man die Kunst nicht aber vom Künstler trennen? Na klar. Es ist jedoch ein Luxus, den man sich leisten können muss.

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vormaerz 17.10.2019, 21:32
270. Netz-Gesetz #1888

Jedes halbwegs geeignete Thema wird mit am Thema völlig vorbeigehender Propaganda für die AfD geflutet.

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mother_sky 17.10.2019, 21:55
271. @vera gehlkiel (Nr. 264) - Das Absolute

Zitat von vera gehlkiel
Frage: was wollen wir überhaupt, wenn wir uns "das Absolute" denken?! Also ich persönlich will, dass es, und zwar besser als nur irgendwie, weitergeht nach meinem Tod. Dass ich sogar wieder jung und unendlich begehrenswert sein soll an Körper und Geist, unendlich bereit für alles, zugleich eingebettet ins Wohlige geliebter Gesichter und vertraulicher Neckereien. Also will ich nichts Absolutes, sondern sondern das ganze Gegenteil davon. Denn 'absolut' ist nurmehr der Tod, das Aufhören von Zeit, Raum und vor allem all jener Nichtungen, deren beständiges Transzendieren die Bewegung erzeugt, die wir "das menschliche Bewusstsein" nennen. Das Absolute ist also "Fixierung", das in Stein Gemeisselte, die totale Dichte jener Wand, vor welcher wir stehen, wenn wir die eigene Endlichkeit ins Auge fassen. "Don Giovanni" ist unser verzweifelter Lebensinstinkt, die Dissonanz der in das Fest hereinbrechenden Statue des Komtur der unerbittliche Ruf des Absoluten, der "Todesappell". Es liegt für mich auf der Hand, dass Peter Handke in dieser Oper "Don Giovanni" ist, bei aller Ruchlosigkeit ein Gigant der Häutungen und Visionen. Denis Scheck mag der Diener oder sowas sein, die restliche Besetzung ist abhängig von Vielerlei... - aber ganz sicher nicht von Slobodan Milosevic, wie es Sasa Stanisic anscheinend vermutet. Das ist/wäre die Rezension von Don Giovanni durch einen Abstinenzlerinnenzirkel, so sorry. Sasa wird es überleben, er ist schließlich ja auch noch blutjung... Hingegen: Dynamit Nobel + Sprengmeister Peter: sie leben hoch, hoch, hoch... Hier wuchs mal zusammen, was zusammen gehört...
Äußerst interessant finde ich das freundschaftliche Verhältnis zwischen dem "Kaufmann des Todes" und der Friedensaktivistin Bertha von Suttner, die er bewunderte und ihn stark beeinflusste und zur Stiftung des nach ihm benannten Preises anregte. - Im Übrigen will auch ich, und das ist nicht verwerflich, sondern nur allzu menschlich, "dass es, und zwar besser als nur irgendwie, weitergeht nach meinem Tod. Dass ich sogar wieder jung und unendlich begehrenswert sein soll an Körper und Geist, unendlich bereit für alles, zugleich eingebettet ins Wohlige geliebter Gesichter und vertraulicher Neckereien." Auch wenn das Leben kein Wunschkonzert ist, wie wir wie der in Ungnade gefallene "Kaiser" nur zu gut wissen, und das Danach womöglich auch nicht, klammern wir uns doch verzweifelt und so voller Hoffnung an die Vorstellung nach einem Weiterleben nach dem Tode. Und welch ruchlose Nihilist uns das Absolute, in Stein Gemeißelte einreden will, möge in der Hölle schmoren!

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vera gehlkiel 17.10.2019, 22:03
272. @kakophoniephobie

Als ich noch eine ganz kleine und oft einsame Vera gewesen war, denn meine Mama war mir abhanden gekommen, fiel mir mal Max Frischens "Stiller" aus dem reichhaltig zerlesenen Paperbackfundus meines Vaters, denn wir waren ganz arme Leute, in die Hände. Ich blieb an jenem Absatz früh im Buch hängen, bei dem es um Freiheit geht. So ungefähr "alles in mir ist Flucht, unbedingte Flucht" so ungefähr "dabei weiß ich, dass es mir nur gelingen kann, frei + ich selbst zu werden, sofern es mir gelingt, die Wiederholung, notfalls unter Zwang und vorbehaltlos, anzunehmen..." Damals war ich viel zu jung dafür und mein Vater kaufte mir etwas Kindgerechtes. Aber der Absatz, an dem ich beim langweiligen Durchblättern hängen geblieben war, hing jetzt selbst in mir drin. Und als wir späterhin "so Zeug wie Frisch" in der Schule drannahmen fand ich jedes Wort von meinen Lehrern darüber obszön. Bis ich als erwachsene Frau "Stiller" einmal ganz bewusst, und darauf hin immer wieder, gelesen habe... Solche bleischweren mit Wasser Jahre vollgesogenen Hölzer aus dem Sumpf zu holen, rackern, dies erlauben dir nur wenige Künstler. Die meisten schmeißen ihre Sachen irgendwo hin, niemals weit & tief genug weg, aus zuviel chronischer Selbstliebe. Inwieweit Dylans Robbie wo hin gehört? Weiß ich noch nichtmal! Aber er bemüht sich redlich. Ganz bestimmt gilt es auch, und dies ist ALLER EHREN WERT, für Handke...

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berndbriele 17.10.2019, 22:10
273. Nun ja , liebe Foristengemeinde...

..auch auf die Gefahr, dass ich mir jetzt einen Shitstorm als alternder Reaktionär ein handele... man mag Peter Handke ob seiner politischen Einstellungen und seines Charakters wegen nicht mögen, was nicht zu kritisieren ist. Trotzdem ist sein Beitrag zur deutschsprachigen Literatur nicht klein zu reden. Gäbe es heute - in Zeiten eines gendergerechten "Speech-Wahnsinns" einen Goethe? Sehr wahrscheinlich nicht. Wer sich einer Kultur politisch korrekter und gender-angepasster Langeweiler-Sprache verpfichtet, der hat den Inhalt alles "Kulturellen" nicht verstanden: Den Menschen als unvollkommenenes Individuum, welches nach Höherem strebt...

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bzstr.simdornsvend 18.10.2019, 23:38
274. Kunst steht für sich

Wollte man alle Kunst an ihren Erschaffern messen, was wäre dies für eine Freiheit? Im übrigen mag ich Handke gerade wegen seiner Ecken und Kanten, das die Moralmedien über den Künstler herfallen bestätigt mich in meinem Urteil.

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snof 18.10.2019, 00:24
275. Milosevic

war unabhängig davon, wie man zu seiner Politik aus heutiger Sicht steht, ähnlich wie Tudjman und Izetbegovic gewählt, und damit kein Diktator. Zum Begriff "Mülltrennung" in Zusammenhang mit Literatur haben andere Foristen bereits Stellung bezogen. Zusammenfassend: Fake "olds" neben kryptofaschistischem Gedankengut zeichnen ihren Text aus, Frau Stokowski. Woran das liegen mag? Keine Ahnung, aber vielleicht erklärt sich die Kolumnistin in einer ihrer Folgekolumnen dazu...

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henrykiss 18.10.2019, 00:57
276. Erfahrungen mit sogenannter Literatur

Als Schüler am Gymnasium in den 70ern mußte ich Handke lesen, weil unsere Deutschlehrerin im Leistungskurs sich der modernen Literatur verschrieben hatte.
Für mich war das ein Schund und ich mußte auch noch irgendeinen Schmus dazu schreiben, um eine gute Note zu bekommen.
Einer der Gründe, warum ich später sagte, die Schule hat viel an mir kaputt gemacht.
Die Lehrerin müßte man heute noch belangen für diese Belästigung.
Literatur die die persönliche moralische Welt oder personelle Wirklichkeit eines Individuums angreift, hat im Schulunterricht nichts zu suchen.
Was ich hier nun lese bestätigt mir: Der Mann ist kein bißchen anders, als ich es mir schon damals vorgestellt hatte.

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nobody_incognito 18.10.2019, 09:37
277.

Zitat von snof
war unabhängig davon, wie man zu seiner Politik aus heutiger Sicht steht, ähnlich wie Tudjman und Izetbegovic gewählt, und damit kein Diktator. Zum Begriff "Mülltrennung" in Zusammenhang mit Literatur haben andere Foristen bereits Stellung bezogen. Zusammenfassend: Fake "olds" neben kryptofaschistischem Gedankengut zeichnen ihren Text aus, Frau Stokowski. Woran das liegen mag? Keine Ahnung, aber vielleicht erklärt sich die Kolumnistin in einer ihrer Folgekolumnen dazu...
Sind hal alles Demokraten, die sich da Gegenseitig die Köpfe einschlagen, wie auch in der Ukraine. Manchmal ist eine Diktatur eben doch "gutgemeinter". Und im globalen Wettbewerb sind es doch auch "Demokratien", wo bleibt da die internationale Demokraten-Verständigung" bzw. -Solidarität?
Eine Demokratie kann nur demokratisch oder faschistisch sein wie die Demokraten selbst. Genau wie ein Land nur so gelobt sein kann, wie die "gelobten" Bewohner. Demokratie ist nicht besser oder schlechter in argumentativem Sinne, sie ist besser weil sie zur Erkenntnis des "authentischen" Ist-Zustands verhilft, die es dem Individuum ermöglichen realistische Perspektiven zu eruieren und die kann nur in der Feststellung münden - "die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst".

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eva.60 18.10.2019, 10:16
278. Michael Jackson

Sehr gehrte Frau Stokowski.
Bitte erwähnen Sie in Ihren Berichten NIE WIEDER Michael Jackson als einen Künstler bei dem „man“ davon ausgehen kann, dass er Kinder missbraucht hat!
FBI hat den Michael Jackson über 10 Jahre beobachtet und es gibt zu seine Person lupenreine Akten
wenn es um seine angebliche sexuelle Neigung zu Kinder geht.
Und – wenn Sie noch nicht bis jetzt mitbekommen haben sollten - dann informiere ich Sie dass das USA Gericht 2005 Michael Jackson von allen 14 Anklagepunkten frei gesprochen hat.
Wenn es um Missbrauch geht – egal in welcher Form – bitte achten Sie immer da drauf welche Personen Sie in Ihren „Storys“ reinschreiben.
Ich gehe davon aus,dass Sie als 100% Unschuldige, ihren eigenen Namen auch nicht gerne in der Liste unter vermutlichen Missbrauchstäter sehen würden.
Bitte also keine fake news!

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oloh 18.10.2019, 10:48
279. ganz schwach

Hier fehlt es mal an Grundwissen: Einfach mal alle Literaturnobelpreisträger durchgehen und daraufhin scannen, wie viele waren A...löcher, wie viele waren Kaputtniks, wie viele drogensüchtig etc. pp.
Dann Kunstgeschichte und Musikgeschichte unter die Lupe nehmen.

Ohne historischen Kontext ist die Kolumne substanzlos. Aber weil die Autorin eine schwache Persönlichkeit voller Komplexe ist, geht diese konstruktive Kritik mal wieder nicht durch.

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