Forum: Kultur
Illner-Talk über Armutsrisiko Familie: "Unglaubliches Anreizsystem, dass die Mütter w
ZDF/ Christian Schoppe

Heute Eltern, morgen arm? Darüber wurde bei Maybrit Illner gestritten, manchmal gar konstruktiv! Eine AfD-Politikerin wurde allerdings zurechtgestutzt - von einer AfD-Politikerin.

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eunegin 22.11.2019, 05:24
1. Ehegattensplitting, arme Familien und fehlgeleitete Lösungsansätze

Ohne Ehegattensplitting hätten wir als Familie -je nach Alternativbesteuerung- eher deutliche Nachteile. Außer natürlich, die Steuerlast wird für alle gleich gering. Unsere 2 Kinder kosten natürlich, aber so ist das nun einmal; wie wir das stemmen, liegt an unserer Prioritätensetzung. Wenn ich mich in Berlin umsehe, komme ich allerdings zum Schluss, dass einkommensschwache Familien oft auffällig viele Kinder haben, nicht aber Familien arm werden, nur weil sie Kinder haben. Auf den Kausalzusammenhang sollte man achten. Gibt man diesen Familien mehr Geld, kommt dies eher nicht den Kindern zugute. Will man die Zukunftschancen für die Kinder erhöhen, schafft man Bildungs- und Betreuungsangebote (davor hat die AfD-Störchin Angst...) und vor allem Wohnraum (Sozialer Wohnungsbau, nicht Bauverhinderung durch ökonomisch unsinnige Eingriffe in den Wohnungsmarkt!). Arme Familien in Berlin gehören in der Regel nicht zu denen mit qualifizierten Berufen. Bildung hilft langfristig. Geldverteilen kurzfristig, vor allem aber bei Wahlen.

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klaus. 22.11.2019, 05:41
2. echte Ganztagsbetreuung fehlt

unsere Kita, unser Kindergarten bietet eine Ganztagsbetreuung von 7 bis 17 Uhr. Das ist eigentlich schon gut, aber ein Elternteil kann trotzdem nicht Vollzeit arbeiten, wenn die meisten Vollzeitstellen von 8 bis 17 Uhr sind. Die Arbeitsstelle ist ja nicht direkt nebenan. Und ab der Grundschule ist die Betreuung kürzer - entsprechend schlecht die Zukunftsperspektive. Dazu kommt der Betreuermangel... Und dann sitzen in dem Raum SPD und FDP Politiker und übernehmen nicht Verantwortung. Wann gab es denn zuletzt eine Regierung an der weder FDP noch SPD beteiligt waren?

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herbert 22.11.2019, 05:52
3. Das Problem: Jedes Bundesland hat seine eigenen Regelungen

Anstatt die Kitagebühren Bundesweit abzuschaffen hat man in den Bundesländern unterschiedlich Gebühren.
Wie dumm und bürokratisch das Thema Kita angepackt wird zeigt sich besonders für Alleinerziehende.
Die wollen arbeiten und Firmen fangen in der Regel um 7 Uhr am Morgen an. Doch die Kitas machen dann erst auf und somit ist nichts mit Job.
Eine völlige Fehlplanung der Politik und an den Bedürfnissen vorbei.
Das gilt dann auch am Abend, wo die Kitas um 17 Uhr dicht machen.

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fördeanwohnerin 22.11.2019, 06:22
4. -

Heutzutage ist alles normal, aber Alleinerziehende haben es nun einmal besonders schwer. Da ja hauptsächlich Frauen betroffen sind, könnte man wohl tatsächlich zu dem Schluss kommen, dass es um Änderungen herbeizuführen auch wirklich mehr Frauen in der Politik bedarf.
Weit davon entfernt Feministin zu sein stelle ich fest, dass Männer in der Politik leider andere Schwerpunkte haben als Soziales. Wie gesagt, Männer in der Politik, nicht Männer im Allgemeinen. Wird Zeit, dass Ministerien anders besetzt werden. Schön wäre ein alleinerziehender Vater im Familienministerium. Aber, okay ...

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schwabenbruddler 22.11.2019, 06:25
5. Was ist die Alternative zur Abschaffung des Ehegattensplittings?

Viele finden das Ehegattensplitting nicht gut. Aber was ist die Alternative?
Eine reine Abschaffung ist eine enorme Steuererhöhung und würde Millionen von Familien & Ehepaare von heute auf morgen deutlich stärker belasten
Mit fehlt in der Diskussion immer der konkrete Vorschlag was stattdessen gemacht werden soll...

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brandy1982 22.11.2019, 07:07
6. An der Realität vorbei

Es gibt immer noch viele Eltern, die sich ihren Kindern zu liebe gegen zwei volle Arbeitsstelle entscheiden. Eltern die die Ganztagsbetreuung in OGS oder Kindergarten nicht für das Gelbe vom Ei halten und denen das Kindeswohl am Herzen liegt. Sie setzen auf eine gute stabile Bindung und Erziehung zu ihren Kindern, vor allem durch sich selbst als Person. Da ist dann auch nur logisch, dass (meistens) der Mann weiter arbeiten geht und die Frau die Zeit dafür kriegt. Beide auf 50 % arbeiten gehen zu lassen ist nun mal (in den meisten Fällen) finanziell einfach eine Katastrophe.
Nicht alle Frauen müssen sich in einer Karriere verwirklichen und nicht alle Männer sind glücklich damit Vollzeit arbeiten zu gehen, sondern wären auch lieber bei den Kindern. Aber möglich ist es nicht außer man möchte in Hartz IV abrutschen.
Ich kenne diese Einstellung von einigen Eltern und finde sie nirgendswo aufgegriffen.

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eichenbrett 22.11.2019, 07:11
7. Frauen an die Macht!

Da sieht man‘s mal wieder: Das Gerede von den „frauentypischen Zickereien“ ist eben genau nur das - Gerede. Wahrscheinlich von Männern in die Welt gesetzt, die ihre Macht erhalten wollen. Dass Testosteronarmut hilfreich in der Politik ist, haben wir an unserer Kanzlerin gesehen. Ihre Ruhe und Gelassenheit werden wir noch sehr vermissen, in allen Krisen konnten wir beruhigt sein, dass sich da kein Gockel auf- und die Muskeln spielen lassen muss. An dieser Frauenrunde sah man, dass man durchaus konstruktiv bleiben kann, auch über Parteigrenzen und Meinungsverschiedenheiten hinweg. Und da will noch jemand ernsthaft den Merz als Kanzler? Um Hinmelswillen! Lasst mal die Frauen machen, die müssen sich nicht aufplustern und ihr Gefieder zeigen. Ist doch beruhigend, vor allem in Krisenzeiten wie heute, wo die „starken Männer“ wie Trump, Putin, Orban und wie sie alle heißen, frei drehen. Ich arbeite gern mit Frauen, ist echt entspannter. In Männerrundem geht es immer auch darum, wer den Hammer länger hängen lassen kann. So sad.

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bloedel123 22.11.2019, 07:20
8. Wer erklärt den Journalisten das Ehegattenspltting und Steuerklasse V?

Es ist einfach nicht mehr zu ertragen. Die Steuerklasse V ändert übers Jahr nicht das geringste am gemeinsamen Einkommen, und das Splitting (gemeint ist immer die gemeinsame Veranlagung) ist eine zwingende Notwendigkeit für Gerechtigkeit für Paare, die gemeinsam wirtschaften. Lange höchstrichterlich bestätigt. Aber was man nicht wahrhaben will, geht in den Kopf nicht rein. Am besten Gütertrennung und getrennte Veranlagung für alle Ehen, dann zahlen auch Frauen, die ihre arbeitslosen Männer mit durchfüttern, den Singlesteuersatz. In Frankreich, sonst immer Vorbild, werden sogar die Kinder mit einbezogen.

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wwissen 22.11.2019, 07:22
9. Da kann...

... die AfD-Dame noch so gemäßigt mitdiskutieren - spätestens bei dem Ausdruck "normale Familien" kommt einem wieder einmal die Galle hoch.
Wer gibt diesen Vertretern der blau-braunen Fraktion das Recht, zu entscheiden, was "normal" ist und was nicht? Der Dame könnte vielleicht mal jemand erklären, dass Kinder in Familien mit zwei Vätern zum Beispiel gewaltfreier aufwachsen als in mancher "normalen" Familie, weil Schwule schlicht zum überwiegenden Teil nicht die Macho-Rolle annehmen, die "normale" Väter (zuweilen auch Mütter...) schnell mal zu Ausfällen gegenüber ihren Kindern verleiten.
Aber derlei Gedanken sind AfDlern ja eher fremd.
Einen Pluspunkt hat die Vertreterin dieser "Partei" jedoch gemacht, in dem sie die Störchin als nicht kompetent anprangerte. Denn jene hat bislang (und mutmaßlich auch in Zukunft) noch nie mit Kompetenz, sondern ausschließlich mit dummer Hetze "geglänzt".

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