Forum: Kultur
"Illner"-Talk über Europa: "Das können Sie doch Ihrem Friseur erzählen"
ZDF/ Jule Roehr

Maybrit Illner diskutierte mit ihren Gästen über Ursula von der Leyen als EU-Kommissionschefin und über das Drama um die "Sea-Watch 3". Besonders in Fahrt geriet dabei Martin Schulz.

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archi47 05.07.2019, 12:10
120. Natürlich wird die Zahl steigen, ohne Ursachenbekämpfung

Zitat von Deify
immer und immer wieder Schwarz gegen Weiß, die Frage, wer gewinnt... das könnte klar sein, es ist leider nicht die Vernunft, nicht mal die Menschlichkeit, aber die Verlierer wegen ihrer Ablehnung und anderen Zielen immer wieder deftigst anzumachen, das erträgt kein normaler Mensch mehr. Die Zahl von 160.000 stimmt sicher auch nicht, zudem ist sie jährlich, wird sich steigern, das sind jedes Jahr mehrere Städte... Weshalb fühlen sich gewisse Leute eigentlich für die Rettung der ganze Welt verantwortlich? Weshalb dürfen es Länder und Bürger nicht wollen, ohne dafür angegangen zu werden? Ich bleibe auch bei meiner Überzeugung, dass die Mehrheit, die sich auf sich selbst beruft, nicht unbedingt die sind, die am weitesten denken.
Europa als "Burg" können Sie vergessen, wenn Milliarden gegen 500 Millionen anrennen. Da sind schon andere Hochkulturen hopps gegangen.
Deshalb ist für jeden, der Kinder und Enkelkinder hat, es eine Notwendigkeit sich für die Rettung der Welt und für die Beseitigung der Fluchtursachen einzusetzen.
Alles ander wäre dumm, ein Schuß ins eigene Bein ...

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zuckerfuchs 05.07.2019, 12:11
121. Martin Schulz...

... sollte sich nach der deprimierenden Nummer mit seiner Kanzlerkandidat doch wohl etwas zurückhalten. Wer so versagt, ist völlig ungeeignet, andere zu kritisieren.

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archi47 05.07.2019, 12:13
122. Deswegen sollte der Brexit

Zitat von Außenbetrachter
Eine schöne Runde mit dem Oberschlaumeier aus Würselen. Das Dilemma war doch klar ersichtlich, denn obwohl kein EU-Parlamentarier in der Runde vertreten war, wollten alle mal die Brüsseler und Strassburger Gefühlswelt erahnen. Dieses anmaßende Gehabe ist es, was den Wähler stutzig machen müßte und doppelt hinterfragen, wieviel Macht das zusammengewürfelte, nach undemokratischen Kriterien aufgestellt EU-Parlament hat. Wieviel Sitze haben die kleinen Länder Luxemburg, Litauen, Lettland etc.? Dort müßte dringend eine Parlamentsreform her, genauso wie es in Deutschland nötig ist. Letzlich ist es aber den Akteuren egal, denn es geht allen um die guten honorierten Posten und demnach ist es den EU-Parlamentariern auch egal, wer an der Spitze steht. Fragt mal in Bulgarien oder Rumänien nach, wer Weber oder Timmermanns kennt. Niemend! Es ist enfach nur lächerlich und wartet mal ab, wie sich Mehrheiten verschieben wenn der Brexit durch ist. Die Visegradstaaten haben unverhältnismäßig viele Sitze und werden alles blockieren, vor allem die Flüchtlingsverteilung! Alles weitere erzähle ich dann meinem Friseur.
der Weckruf sein für ein Europa mehrerer Geschwindigkeiten. Dann können die "Nassauer" und Bremseer im Lissabon-Vertrag bleiben und die Willigen schaffen sich ein Europa, welches ihre Kritikpunkte beseitigt hat ...

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funkstörung 05.07.2019, 12:15
123. geschichtsstunde

Zitat von georg.groeg
Die Fluchtursachen sind teilweise immer noch Folgen der Kolonialzeit der Europäer in Afrika und auch unser Wohlstand resultiert auf einer andauernden Ausbeutung und Benachteiligung Afrikas.
das märchen wird nun schon seit jahr und tag kolportiert.

wahrscheinlich hat das damit zu schaffen das sich kaum jemand wirklich mit der kolonialzeit und dem zustand der kolonien zum zeitpunkt der unabhängigkeit beschäftigt hat.

die meisten kolonien wurden mit einen guten infrastruktur, mit einer funktionierenden administration und mit einem durchdachten bildungssystem in die unabhängigkeit überführt, natürlich gibt es ausnahmen wie dem ehemaligen belgisch-kongo oder das erst nach einem krieg unabhängig gewordenen algerien.

die jungen afrikanischen staaten hat alle die möglichkeit etwas aus ihren unabhängig gewordenen ländern zu machen, natürlich nicht auf europäischem niveau, aber die grundlagen waren vorhanden.

das es in vielen fällen in eine ausufernde korroption- cliquen- und clankleptokratie ausartete dafür kann europa nun wahrlich nichts.

vielleicht sollte man sich auch in bezug auf die fluchtursachen mit der realität vertraut machen, es sind im wesentlichen nicht krieg, unterdrückung und hunger sondern ganz banal die verlockungen einer auch in jeder ecke afrikas über digitale netz zu bestaunenden westlichen glanz- und glitzerwelt, nicht umsonst sind es meist junge risikobereite junge männer die in die boote steigen.

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Menschundrecht 05.07.2019, 12:19
124. Das Land nach vorne bringen*

Zitat von Neandiausdemtal
Große Teile der Entwicklungshilfe dienten dazu sich afrikanische Diktatoren gefügig zu machen und über deren Umweg die Waffenindustrie des Westblocks zu subventionieren. Mit diesen Waffen wurden und werden natürlich mögliche positive Entwicklungen in Afrika unterminiert und gleichzeitig die Ausbeutung der Bodenschätze durch westliche Firmen geschützt. Ein System, dass an Perversität kaum zu überbieten ist...
... ach was 'Perversität', es handelt sich um ein Systemangebot, das unser Land nach vorne bringt und das seiner Fortschrittlichkeit, Wirtschafltichkeit und Effizienz wegen immer wieder gerne angenommen wird, überall auf der Welt.

*Zitat Malu ohne Anführung, weil Beitragstitel

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adal_ 05.07.2019, 12:22
125. Schulz verhöhnt die EU

Zitat von spiegeleix
Schulz sagt: Es sei "ein geschickter Schachzug" Merkels gewesen, "die unpopulärste Ministerin ihrer Regierung - nur noch getoppt von Herrn Scheuer - nach Brüssel zu entsorgen". Was ist das für eine Ausdrucksweise? "Menschen irgendwohin entsorgen" - wo bleibt der Aufschrei der Empörten?
"Entsorgen" ist ein Begriff aus der Abfallwirtschaft und wird gern despektierlich verwendet, wenn mal wieder ein politischer Problembär aus der Bundespolitik nach Brüssel oder sonstwohin weggelobt wird. Interessant, dass ausgerechnet Schulz den Begriff verwendet, denn er impliziert ja, dass er die EU nicht ernst nimmt und die Musik allein in Berlin spielt. :-)

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taglöhner 05.07.2019, 12:22
126. Hackfrüchte und Kräutertee

Zitat von archi47
Wo sehen Sie den denn? Nennen Sie Beispiele? Ich sehe nur Einbahnstraßen, die unserem Kommerz zu dienen haben. Auch bei den Chinesen. Es ist doch kein Handel und kein Technologietransfer, wenn wir deren Küsten leerfischen, ihre Böden aufkaufen. Dann ihnen unsere industriellen Fertigprodukte verkaufen, indem wir ihnen vorher den Kredit dafür geben, ihre Bodenschätze in unsere Wirtschaftskreisläufe einpflegen, ohne deren Teilhabe, und unsere Entwicklungshilfegelder auf Konten afrikanischer Eliten in der Schweiz landen. Auf solche Handelsbeziehungen auf solchen "Technologietransfer" kann Afrika verzichten. Es ist die blanke Egozentrik internationaler Konzerne, die einfach nur nach Afrika hineinwachsen wollen - die wollen doch nicht teilen. Die wollen übernehmen und wir der normale Steuerzahler sind für die Kollateralschäden dieser feudalen "Marktwirtschaft" zuständig ...
Identitär oder?
Von wo aus würden Sie sich Ihr Experiment denn anschauen, wenn es nach Ihnen ginge?

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archi47 05.07.2019, 12:37
127. verstehe Ihren Beitrag nicht

Zitat von taglöhner
Identitär oder? Von wo aus würden Sie sich Ihr Experiment denn anschauen, wenn es nach Ihnen ginge?
Ich denke in logischen Sequenzen, folgend der üblichen Denklehre.
Wollen Sie mich als Irren verorten, weil Sie meine Argumente nicht verstehen?
Oder sind Sie ein Troll?

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haarer.15 05.07.2019, 12:43
128.

Zitat von a.uigedail
Schulz: peinlich. Ziemak: schlagfertig, da ist Potential. Baerbock: Wenn solche Träumereien ("warum holen wir die Flüchtlinge nicht direkt aus Lybien?") von vorgeblichen "Realos" kommen - was kommt dann vom linken Flügel demnächst? Und die Kritik an Europas völlig unsolidarischem Wegschauen beim Flüchtlingselend in Italien war absolut richtig! Und - auch wenn das für einige in der Spon-Redaktion ein rotes Tuch zu sein scheint: Daran ist auch der Journalismus durch Nicht-Berichten und Setzen anderer Schwerpunkte massiv beteiligt gewesen!
Uff - da müssen Sie was ganz anderes gesehen haben. Peinlich eher das Rumeiern des Herrn Ziemiak. Das ist doch genau der, welcher auf das Rezo-Video überhaupt nix zu melden hatte.

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Realist111 05.07.2019, 12:53
129. Auch Sie drücken sich ...

Zitat von georg.groeg
Es ist der falsche Ansatz, auf denen herumzuhacken, die aus existentieller Not heraus ihr Leben riskieren, um ein besseres Leben in Europa zu haben. Diesen Leuten kann man helfen wollen oder sie ertrinken lassen. Offensichtlich gibt es einige, die Ertrinken für eine richtige Alternative halten. Hier von Strategie zu reden, halte ich daher für zynisch. Wie ist das mit den Risikosportlern? - Schifahrern, Snowboardern etc. - Wäre es nicht sinnvoll erstmal vor der eigenen Haustür zu kehren und solche Leute zu zwingen eine Zusatzversicherung abzuschließen, damit die Solidargemeinschaft nicht für gebrochene Arme und Beine aufkommen muss? Diese Sportler bringen sich ohne jegliche Not in Gefahr. Für alle Extremsportarten sollte es eine Pflicht zu einer Zusatzversicherung geben. Wer sich diesen Sport leistet, kann das auch noch bezahlen. Das ist Luxus. Regen Sie sich doch bitte mal darüber auf. Es gibt noch weitere Risiken, die auf Kosten der Allgemeinheit eingegangen werden. Ich wäre auch froh, wenn es keine Flüchtlinge gäbe und die Welt friedlicher wäre. Die Fluchtursachen sind teilweise immer noch Folgen der Kolonialzeit der Europäer in Afrika und auch unser Wohlstand resultiert auf einer andauernden Ausbeutung und Benachteiligung Afrikas. Solange die Fluchtursachen nicht ernsthaft und konsequent behoben werden, so lange besteht für Europa die Pflicht zur Rettung der Bootsflüchtlinge. Aber auch unabhängig von den Ursachen gibt es die rein humane Pflicht. Ob und wie lange die Flüchtenden hier bleiben dürfen, das steht auf einem anderen Blatt und ist zu prüfen.
... um die entscheidende Frage herum.

"Es ist der falsche Ansatz, auf denen herumzuhacken, die aus existentieller Not heraus ihr Leben riskieren, um ein besseres Leben in Europa zu haben. Diesen Leuten kann man helfen wollen oder sie ertrinken lassen."

Wenn Sie "diesen Leuten" helfen wollten, um sie nicht ertrinken zu lassen: Plädieren Sie auch dafür, sie direkt aus ihren afrikanischen Herkunftsstaaten auszufliegen, um sie aus "existenzieller Not" zu befreien und ihnen "ein besseres Leben in Europa" zu ermöglichen oder müssen sich "diese Leute" erst auf dem Mittelmeer befinden, damit Sie sie retten wollen?

Darüber hinaus: Es gibt Vergleiche, die auf beiden Beinen hinken.
Wenn Sie allerdings wollen, dass Skiläufer und Snowboarder innerhalb (!!!) Deutschlands aus der Solidargemeinschaft ausgeschlossen werden, dann suchen Sie sich dafür politische Mehrheiten, denn momentan jedenfalls fallen solche Entscheidungen in diesem Land - meistens - noch nach demokratischen Grundsätzen.

Und dann noch eine Frage:

"Solange die Fluchtursachen nicht ernsthaft und konsequent behoben werden, so lange besteht für Europa die Pflicht zur Rettung der Bootsflüchtlinge."

Da Fluchtursachen auch durch außereuropäische Mächte verursacht wurden und werden, nicht zuletzt in jüngster Zeit durch chinesische "Interessen": Weshalb eigentlich besteht immer ausschließlich für Europa die Pflicht zur Rettung? Hat das rein geografische Gründe, blenden Sie also politische Verantwortlichkeiten anderer völlig aus?

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