Forum: Kultur
Illner-Talk über Verrohung im Internet: "Verstörend viele Männer"
ZDF/Svea Pietschmann

Wer schadet mehr: der Hater im Netz oder der Kaffeedieb? Solche Fragen klärte Maybrit Illner mit ihren Gästen, darunter nur eine Frau. Kurz tendierte der Talk Richtung Krawallstufe 17 - aber Cem Özdemir war ja auch noch da.

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RalfHenrichs 15.11.2019, 07:15
1. Blödsinniger Vergleich

Es geht nicht um Hasspredigen im Netz oder Kaffeediebstahl, was stärker verfolgt wird sondern um Hasspredigen im Netz und Hasspredigen im realen Leben. Und da wäre ich mir nicht sicher. Im ersten Fall können es auch andere mitlesen und zum Anzeigen bringen und über die genaue Wortwahl gibt es keinen Zweifel (man kann sie ja nachlesen). Im zweiten Fall sind vielleicht nur die "Fans" des Hasspredigers anwesend und was der Hassprediger genau gesagt ist, ist unklar (außer es wurde aufgezeichnet). Ausserdem können Hasspredigen im Netz einem auch noch in 10 oder 20 Jahren schaden, Hasspredigen im realen Leben nicht. Auch ist schwer zu beurteilen, wann etwas unter Hass fällt und wann es scharfe, meinetwegen auch pointierte Kritik ist. Vor wenigen Tagen hat sich bei bento eine linke Journalisten gemeldet, die bei twitter wegen angeblicher Hasskommentare gesperrt war, dies aber nicht nachvollziehen konnte und auch keine Begründung erhielt. Es ist also viel schwieriger eine Unterscheidung zu treffen als dies bei einer solchen Runde erscheint. Schlage daher vor man macht es wie im realen Leben: alles ist erlaubt, außer das Gericht verbietet es nach einer Beleidigungsklage. Und ohne Gerichtsurteil wird auf twitter und Facebook nichts mehr gelöscht (maximal gesperrt).

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wolleb 15.11.2019, 07:41
2.

Wenn man ernsthaft über Hetzte diskutiert, darf man niemand von Deutschlands größtem Hetzblatt einladen.

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seppfett 15.11.2019, 07:50
3.

Dass Nuhr der Sprecher der neuen Rechten ist hat er auch gestern wieder bewiesen mit seiner Meinung über Bildung und Behinderung. Ich glaube er will das auch sein. Er gehört zu den rechten Moralaposteln so wie die “Anstalt“ zu den linken Moralaposteln gehört. Ein Zeichen, dass ein breites Meinungsfeld in unseren öffentlichen Sendeanstalten abgedeckt wird.

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cat69 15.11.2019, 08:05
4. Wer braucht so etwas ?

Ich kann mir nicht vorstellen mir so eine Sendung anzusehen, warum. uss der Kram jetzt noch ins sterbende Print übertragen werden ?

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stevens-82 15.11.2019, 08:12
5.

Zitat von wolleb
Wenn man ernsthaft über Hetzte diskutiert, darf man niemand von Deutschlands größtem Hetzblatt einladen.
Ich fand den Lobo auch total daneben.

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im_ernst_56 15.11.2019, 08:15
6.

Nachdem ich die Sendung selbst teilweise gesehen und die Besprechungen in der FAZ-Online und der WELT-Online gelesen habe, stelle ich wieder mal fest, dass, wenn vier das Gleiche gesehen haben, sie eben doch nicht das Gleiche gesehen haben. Konkret geht es um den Disput zwischen Herrn Schuler von der Bildzeitung und Herr Lobo, dem SPON-Kolumnisten, den man der Besprechung bei SPON ganz ausspart (und sich lieber an Dieter Nuhr abarbeitet), der aber im Mittelpunkt der FAZ-Besprechung steht und in der Besprechung bei der WELT immerhin erwähnt wird, "auf Grundschulniveau", womit wohl vor allem Herr Lobo gemeint ist, der sich aus meiner Sicht gestern nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Sein Auftritt bei Maybrit Illner steht übrigens im Mittelpunkt der FAZ-Besprechung. Für die ist er der" Böse", der die Meinungsfreiheit einschränken will. Es wird immer klarer, wo die Fronten der Barrikade verlaufen. Wollen wir wirklich noch miteinander sprechen? Wahrscheinlich eher nicht.

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lukasw 15.11.2019, 08:22
7. Selbstentlarvung

Der meiner Meinung nach wichtigste Punkt wurde nicht angesprochen: Ich erinnere mich daran, dass in früheren Diskussionen Einigkeit über einen kleinsten gemeinsamen Nenner herrschte. Beispiel: Gerechtere Gesellschaft. Diskutiert wurde dann der Weg, wie dieses Ziel zu erreichen ist.
Heute wird dem Mitdiskutanten grundsätzlich ein ehrbares Motiv abgesprochen. Damit erübrigt sich dann der Wettbewerb um die besten Ideen, wie das Ziel erreicht werden kann.
Dabei entlarvt sich der selbsternannte «Linksliberale» Sascha Lobo: Mit unerträglicher Arroganz und Aggressivität überfährt er die Mitdiskutanten, ohne jede Empathie erklärt er seine Position zur einzigen Wahrheit. Um anschliessend das Recht zum Gegenwort zu preisen.
Auch wenn die übrigen Teilnehmer sich nicht von dieser zerstörerischen Aggressivität anstecken liessen, war ein fruchtbarer Diskurs so nicht mehr möglich. Und damit blieb der Erkenntnisgewinn aus der Sendung überschaubar.

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nickellodeon 15.11.2019, 08:27
8.

Zitat von stevens-82
Ich fand den Lobo auch total daneben.
Der war gut....

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rolandfliss 15.11.2019, 08:45
9. Herr Nuhr macht Kabarett...

...das scheint sich niemand klar zu machen. Kabarett lebt vom Übertreiben, Überspitzen. Sachverhalte werden manchmal deutlicher, wenn man sie gedanklich ins Absurde weitertreibt. Genau das macht Nuhr. Der Autor des Artikels wäre gut beraten gewesen, Nuhrs Sendung bis zum Ende angesehen zu haben. Dann hätte er das Fazit mitbekommen und hätte das Gesagte vorher besser einordnen können. Wer die Aussagen eines Kabarettisten als bare Münze nimmt und Satire nicht versteht, sollte sich das nicht ansehen.

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