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In Büchern versinken: Ich lese wieder
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Ständig lesen wir im Netz, um etwas zu verstehen - und stellen dann fest, doch nichts zu begreifen. Das bringt nur Aufregung. Ein Buch 1.0 aber bringt Ruhe und Gelassenheit.

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im_ernst_56 08.06.2019, 18:13
1. Bücher aus Papier waren niemals wirklich out

Liebe Frau Berg, ich hätte nicht gedacht, dass Sie mir mal aus dem Herzen sprechen. In Hannover gibt es in allen Stadtbezirken öffentliche Bücherschränke, in die die Menschen ihre abgelegten Bücher stellen können. Die sind wie eine Wundertüte. Viel Mist, aber manchmal auch Perlen. Bücher, die man schon vor Jahrzehnten hätte lesen sollen. Zur Zeit lese ich von Reiner Kunze "Die wunderbaren Jahre", ein gnadenloses Buch über ein Land, das es nicht mehr gibt.

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jonath2010 08.06.2019, 18:29
2. 6,2 Millionen Analphabeten

Wie schön, dass die Spon-Autorin ein Buch lesen kann. Rund 6,2 Millionen Menschen in Deutschland können das nicht - wie die Medien vor einigen Wochen berichteten. Auch die diversen Pisa-Studien zeigen, dass immer mehr Jugendliche die Schule mit erschreckend geringen Lesekompetenzen beenden. Sie können einfachste Sätze nicht zusammenhängend lesen und damit ihren Inhalt richtig einordnen. Lesekompetenz ist aber für das spätere Leben eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation. Wo und was sollen diese "funktionalen Analphabeten" mal arbeiten im Hochtechnikland Deutschland? Und wovon sollen sie leben?

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plasson21 08.06.2019, 18:43
3.

Mich inspiriert der Gedanke wieder vermehrt Bücher (und nicht Sachbücher und Zeitschriften oder permanente Online Artikel) zu lesen. Würde mich interessieren, was Frau Berg gerade liest?

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nobody_incognito 08.06.2019, 18:53
4.

Tja, "Im Anfang war das Wort" und keiner kapierte es. Neugier bzw. Wissen resultiert aus einem Problembewusstsein, aber wenn man unsinnige und hoffnungslose Probleme hat, die man nichtmal in der Lage ist zu artikulieren, dann hat man wenig Anlass auf Besserung zu hoffen. An sich sollte jedeR das was er an (Bücher-)Wissen gesammelt hat, komprimiert in sich tragen und bei Bedarf in der Lage sein selbiges anzuwenden bzw. verständlich anderen zu kommunizieren. Wenn man sich anschaut wie viele Bücher gelesen wurden und wie wenig konstruktive Verständigung daraus resultiert, dann kommt man auch nicht umhin darin einen wie auch immer motivierten Zeitvertreib zu sehen, bzw. in Wirklichkeit nur eine Ablenkung/Verdrängung.

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curiosus_ 08.06.2019, 18:55
5. Eine schöne Kolumne

Über ein Verhalten das doch viel menschengerechter zu sein scheint als das, was die letzten Jahre so abgeht. Entschleunigung und Konzentration, nicht Multitasking und 5-Sekunden-Aufmerksamkeit.

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Augustusrex 08.06.2019, 18:58
6. Ja, Frau Berg,

es ist ein Genuss, ein gut geschriebenes Buch zu lesen. Ich habe das nie aufgegeben, obwohl ich selbstverständlich auch das Internet benutze. Aber setzten Sie sich mal in irgend einen Wartebereich, egal wo. Arzt, Amt, Friseur, ganz gleich. Ich finde es immer wieder traurig, wie viele Leute dort sitzen und Löcher in die Luft starren. Einige haben ihre Handys in der Hand, aber viele sitzen einfach da. Wirklich jammerschade.

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Global88 08.06.2019, 19:23
7. Ja, guter Artikel,

freue mich (besser wundere mich) dass ich mich darüber freue...ist doch das Lesen eine so entspannte Sache. Vielleicht freue ich mich über etwas, dass ich erkenne und weiß, dass es nicht verloren geht! War auch lustig die Meldungen über erhöhtes Porto zu lesen. Die Foristen fragten sich, wer heute noch Briefe schreibt, sei doch schon längst passė.
Zum Briefe schreiben musst du dir Zeit nehmen, dich drauf einlassen. Jeder, der von mir mal 'ne Karte, oder auch einen Brief bekommt, freut sich. Jaja, das gibt es noch.

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brooklyner 08.06.2019, 19:35
8.

Ich habe vor einem Jahr endlich einen Ausweis der Leihbücherei geholt. Es ist so viel erfüllender dort zu suchen, anzulesen und am späten Nachmittag einen Stapel Bücher mit nach hause zu nehmen und diese zu lesen, anstatt irgendwelchen Scheiss im Fernsehen zu schauen. Der Ausweis hat fürs Jahr ein paar Euro gekostet, während mir die GEZ 200 Euro im Jahr abknöpft für schlecht produzierten Dreck in Dauerschleife, den sowieso nur noch Altersheimbewohner einschalten. Aber die KEF berät Mal wieder und Jörg Wagner irrlichtert mal wieder auf Radioeins (das einzige ÖR, das ich nutze) über das Thema und fleht die Höhrer um Verständnis an, dass er ja auch was verdienen muss. Jämmerlich.

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ffornacon 08.06.2019, 19:54
9. Danke für diese Kolumne

Ich las "früher" oft und viel - überwiegend Bücher. In Zeiten des Internet, das ich noch als Arpanet kenne und in keiner Weise missen möchte, habe ich jedoch vermehrt den Eindruck, das jeder Alles wissen will, was nicht geht, und dann gefährliches Halbwissen fast zu (s)einer Doktrin stilisiert. Postet man in manchen Foren ein Link über ein Buch zum jeweiligen Thema kommt die "Trollarmee".
Ich habe natürlich auch etwas zum Buch gesucht.
" „GRM. Brainfuck“. Ein Roman wie eine lange Kolumne, aber mit erstaunlicher Wirkkraft." - geklaut aus dem Tsp.
Ich bin gespannt auf dieses Buch.

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