Forum: Kultur
In eigener Sache: Hier ist der Abschlussbericht der Aufklärungskommission zum Fall Re
Maxim Sergienko/ SPIEGEL ONLINE

Im Dezember 2018 machte der SPIEGEL die Fälschungen seines ehemaligen Redakteurs Claas Relotius öffentlich und leitete eine interne Untersuchung ein. Der Bericht über den Betrugsfall liegt jetzt vor.

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Die rote Natter 25.05.2019, 00:22
60. Sie vergessen etwas

Zitat von londonpaule
Den Elefanten im Raum haben Sie leider zu erwaehnen vergessen: Die Relotius Geschichte war in allererster Linie nur deshalb moeglich weil Sie die Geschichten glauben WOLLTEN - aus ideologischer Sicht. Das ist und bleibt das Hauptproblem. Immerhin, ich erkenne sehr dankenswert an dass die neuliche Titelstory ueber die Clans so schonungslos ehrlich war wie man es eigentlich nicht erwarten konnte... offenkundig hat also doch ein Umdenken bei manchen stattgefunden. Gut so
Bild war Vorreiter mit den Clans und irgendwann war der Spiegel gezwungen, auch über das Thema zu berichten, obwohl das so eine liebe Randgruppe ist, über die der Spiegel lieber schützend und vertuschend seine Hand hält.

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Miere 25.05.2019, 00:51
61. Herr Relotius hat geschrieben, was man hören wollte.

Oder lesen halt. Er hat die Geschichten abgeliefert, die man wollte, mit dummen rechtsextremen Amis, tragischen Schicksalen und weiß der Geier was. Da gibt es auch ein Einstellungsproblem, sowas eben unbedingt haben zu wollen, und dafür nicht ganz so genau hinzusehen, und Zweifler abzubügeln. Es liegt auch mit am Schreibstil, nehme ich an. Mich persönlich nervt es unglaublich, wenn jeder Artikel mit irgendwas "menschelndem"/Persönlichen anfangen muss. Jeder Bericht über einen neuen Dinosaurierfund im Spiegel muss damit beginnen, wie der Paläontologe durch den Dreck robbt, oder was für einen Hut er trägt, oder solche Sachen, die absolut nichts zur Sache tun. Dafür geht Platz drauf, wo Fakten stehen könnten, und die Artikelschreiber müssen Energie drauf verwenden, diese Form einzuhalten und sich eine entsprechende Einleitung auszudenken, die was her macht. Herr Relotius hat eben dort angeknüpft und nicht auf den Fakten aufgebaut. Nur logisch.

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mallekalle 25.05.2019, 00:53
62.

Der Spiegel sollte mal in den Spiegel schauen! Die Wahrheit sieht anders aus. Der sogenannte Abschlussbericht ist das Papier nicht wert. Aber sich schön über andere erhöhen und dort dann ganz investigativen Journalismus betreiben. Es werden noch weniger Leser und Abonnenten sein. Verstanden und versprochen.

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gruener00 25.05.2019, 01:05
63. Der eigentliche Grund, warum der Spiegel so bereitwillig auf Relotius

hereingefallen ist, ist, dass dieser schrieb, was seine Chefs von ihm hören wollten. Hätte er die Geschichten so erzählt, wie sie sich zugetragen haben, hätten sie nicht so perfekt ins politisch korrekte Weltbild des Spiegel gepasst und wären akribisch überprüft worden. Daran verschwendet die hochmögende Kommission aber keinen müden Gedanken.

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qewr 25.05.2019, 05:21
64.

Zitat von itajuba
"Der Schutz der Quelle ist das höchste (sic!!!) Gut im Journalismus", sagt der SPIEGEL (Steffen Klausmann und Martin Knobbe). Aha, das ist also objektiver, neutraler und sauberer Journalismus ...
Warum "sic!!!"? Bitte erklären!

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Mesi0013 25.05.2019, 05:31
65. Tia

Zitat von meinerseits
Ich denke, da irren Sie. Der Spiegel erledigt damit eine sehr wichtige demokratische und menschliche Aufgabe. Glauben Sie nicht, man schaue nicht hier her!
Leider können wir nicht die 60er Jahre wiederherstellen, als der Spiegel genau diese Aufgaben vollumfänglich wahrgenommen hat. Die Erosion/der Niedergang hat schon längst begonnen. Man fühlt sich teilweise wie in der Hofberichterstattung. Das Liefern von unkommentierten Fakten zur eigenen, freien Meinungsbildung findet nicht mehr statt. Alleine schon die Themenauswahl der Berichterstattung, wann und wie wird ein Forum geschaltet, die kritische Distanz zur Macht und die kaum wahrnehmbare Kritik an Selbiger sowie Personalauswahl haben mich auf Distanz zum Spiegel gebracht. Als dann der Springer Verlag mit im Boot war dann war für mich endgültig Schluß. Ich informiere mich mittlerweile alternativ, habe ein besseres Meinungsbild und habe die Schweizer Medien sehr schätzen gelernt.

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qewr 25.05.2019, 05:36
66.

Zitat von hdwinkel
Das Thema Kommentarfunktion im Zusammenhang mit Meinungsfreiheit ist schwierig. ''' Imgrunde müssten Forenbeiträge wie redaktionalle Beiträge geprüft werden, nur wer kann das leisten? Vielleicht äußert sich SPON ja selbst mal zu diesem Thema.
Die einzigen Forenbeiträge, die nicht veröffentlicht gehören, müssen grob-beleidigende Inhalte zum Inhalt haben. Alles andere gehört publiziert!

Warum gibt es eigentlich keine Möglichkeit, einem Forenschreiber direkt zu antworten und zu kommentieren?

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RalphHarro 25.05.2019, 06:25
67. Strache bedauert auch.

Weniger wahrscheinlich über das was er gesagt hat, als darüber dass er erwischt wurde.

Mal sehen ob der Spiegel sich wieder zu einem Blatt entwickelt, das nicht versucht das eigene Weltbild de Redaktion zu verkaufen, als die Leser objektiv zu informieren.

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kpkuenkele 25.05.2019, 07:42
68. Nur die halbe Strecke

Die Entschuldigung bei den Lesern ist lobenswert. Was noch fehlt, ist die Entschuldigung bei all jenen, die Claas Relotius mit seinen Berichten beleidigt und herabgewürdigt hat. Es wäre der aus meiner Sicht wichtigere Schritt, da Relotius‘ Artikel ja nicht zufällig die politische Mehrheitsmeinung der Spiegel Redaktion bedient haben. Er hat sich damit das Vertrauen der Kollegen erarbeitet, die in ihrem Kopf schon die gleiche Vorverurteilung vorgenommen haben. Ich denke da etwa an die als hinterwäldlerisch und engstirnig beschriebenen Trump-Wähler in dem Kleinstädtchen im Mittleren Westen. Die Einsicht, dass die eigene Sicht auf die Welt aufgrund vorgefasster Meinungen nicht immer die richtige sein muss, würde helfen, ein solches Fehlverhalten in Zukunft zu vermeiden.

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Mesi0013 25.05.2019, 08:02
69. Tia

Leider können wir nicht die 60er Jahre wiederherstellen, als der Spiegel genau diese Aufgaben vollumfänglich wahrgenommen hat. Die Erosion/der Niedergang hat schon längst begonnen. Man fühlt sich teilweise wie in der Hofberichterstattung. Das Liefern von unkommentierten Fakten zur eigenen, freien Meinungsbildung findet nicht mehr statt. Alleine schon die Themenauswahl der Berichterstattung, wann und wie wird ein Forum geschaltet, die kritische Distanz zur Macht und die kaum wahrnehmbare Kritik an Selbiger sowie Personalauswahl haben mich auf Distanz zum Spiegel gebracht. Als dann der Springer Verlag mit im Boot war dann war für mich endgültig Schluß. Ich informiere mich mittlerweile alternativ, habe ein besseres Meinungsbild und habe die Schweizer Medien sehr schätzen gelernt.

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