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Intersexualität: Alle gewinnen
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Unverständlich, dass manche Menschen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Intersexualität kritisieren. Es wird doch niemandem etwas weggenommen, wenn es eine Option mehr gibt.

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uwegrossberndt 15.11.2017, 08:23
120. Hört, hört

Zitat von meinung2013
stimmt - zunächst einmal. Wenn es aber nicht mehr Frau und Mann geben soll, nur noch neutrale Formulierungen, dann wird mir jedenfalls etwas genommen. Ich bin gerne Frau und will auch so angesprochen werden und nicht wie irgendein Neutrum. Das ist das Problem in Deutschland inzwischen: vor lauter Minderheitenschutz, allen Minderheiten gerecht zu werden, wird es ungerecht für andere, die noch nicht in der Minderheit sind.
Das unterschreibe ich.
Für jede noch so kleinen Minderheit werden tolle Gesetzen zum Schutz kreiert.
Die "Normalos" die diesen Unfug bezahlen müssen werden dadurch immer mehr diskriminiert.

" ICH bin eine Minderheit, ICH fordere Schutz und Subventionen für MICH"

Ohne jegliche Ironie, Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen

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DerBlicker 15.11.2017, 08:25
121. doch genau das kann man

Zitat von urbanism
bringt es unter dem Strich wirklich mehr Freiheiten und hört die Stigmatisierung wirklich auf. Kann ich durch Gesetze, die Menschen zu einer offenen Denk- und Lebensweise bringen? Ich weiß nicht warum Randgruppen immer im Glauben sind, dass ihnen durch gesetzliche Rechtsprechung ein größere Freiraum geschaffen wird. Denn das Alltagsleben findet nicht im Gerichtssaal statt sondern auf der Strasse und dort haben die Randgruppen mit den selben Vorurteilen zu kämpfen wie vor den Rechtsprechungen. Das Umdenken muss in den Köpfen aller Menschen erfolgen und dies kann nicht durch Gesetze erzwungen werden.
Wenn die Minderheit entsprechende Rechte haben, trauen sich viele Ewiggestrige nicht mehr, zu diskriminieren. Dank dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz traut sich kaum noch jemand, seinem Rassismus im Alltag freien Lauf zu lassen. ich kenne auch keine größere Firma mehr, wo nicht streng gegen Diskriminierer vorgegangen wird. Heute traut sich niemand mehr in einer Firma oder öffentlich unanständige Witze über Ausländer und andere Minderheiten zu machen, und das ist gut. Denn jeder weiß, damit setzt er seinen Job aufs Spiel.

Nur um das gleich klarzustellen, Diskriminierung von Minderheiten hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist zutiefst unanständig.

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fundador 15.11.2017, 08:30
122. Typisch deutsch,

die Einführung eines dritten (und bald vielleicht noch eines vierten, fünften etc.) Geschlechts. Pragmatischer ist das z.B. in Jordanien gelöst: Dort gibt es kein Geschlecht im Pass! Wär das nicht auch was für uns????

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DerBlicker 15.11.2017, 08:31
123. völlig an der Realität vorbei

Zitat von grendel0331
Dieses Recht wurde mitnichten von einem intersexuellen Menschen erkämpft, sondern von einer Kampagne, die sich zum Ziel gesetzt hat, Gesetzesänderungen per Gerichtsurteil zu erzwingen und die darüber hinaus noch wusste, in diesem Fall auf eine gewogene Richterin zu treffen. Das Wort, dass sowas am besten beschreibt, ist "undemokratisch".
Die Entscheidung wurde vom Bundesverfassungsgericht fast einstimmig (7:1) getroffen, da hat keine Richterin irgendetwas entschieden.

Genau dieses Verbreiten von Unwahrheiten aus ideologischen Gründen lässt tief blicken.

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bruno_67 15.11.2017, 08:55
124.

Zitat von spatenheimer
Wie bei dieser Debatte plötzlich jeder ein promovierter Humanbiologe ist.
Dafür braucht man kein Humanbiologe zu sein.

Ich empfehle Ihnen nachdrücklich die Lektüre des Beitrags #41 von Tom77.

Der hat die zugrundeliegende Problematik schön dargelegt - eigentlich für jeden nachvollziehbar, der ideologisch unbelastet ist.

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martin.michaelis 15.11.2017, 08:59
125.

Zitat von tomy1983
...wuerden wir's einfach machen wie die Schweden. Eine Toilette fuer alle. Fertig. Jetzt machen wir das Gegenteil, eine Toilette fuer jeden. Herzlichen Gluechwunsch.
Unisextoiletten funktionieren nur Beil kleinen Toiletten mit niedriger Besucherfrequnez.

Pissoire müssten entfernt oder eingebaut werden. Ds kostet Geld und Platz. Entfernt man die Pissoire sinkt der Durchsatz erheblich.

Im übrigen hatte die Trennung der Toiletten ja auch einen Grund, warum sollte der jetzt plötzlich keine Rolle mehr spielen nur weil es eine kleine Minderheit gibt die damit Probleme hat.

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martin.michaelis 15.11.2017, 09:03
126.

Zitat von sammilch
Genau die gleichen Argumente hat man vor 30 Jahren noch im Osten gefunden, als auf einmal angestellte Frauen eine eigene Toilette bekommen mussten. Und heute ist es normal.
Nur dass Frauen einen erheblichen Teil der Bevölkerung ausmachen wären wie es hier mit einer Marginalminorität zu tun haben. Da ist der Aufwand absolut unverhältnismässig.

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martin.michaelis 15.11.2017, 09:08
127.

Zitat von jan-c137
Wie groß muss eine Minderheit denn sein, damit sie auch die per GG zugesicherten Rechte hat?
Es geht hier nicht um grundgesetzlich zugesicherte Rechte. Welche Rechte sollen das denn sein.

Es gibt hier keine klare Grenze aber der der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist hier die Leitlinie. Und bei 0,1 % der Bevölkerung sind die Folgen unverhältnismässig.

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martin.michaelis 15.11.2017, 09:11
128.

Zitat von finchen0598
hat die Klage von Vanja geprüft und ein Urteil gesprochen. Das ist unsere höchste richterliche Instanz.
Es ist ja nicht das erste Mal dass das Verfassungsgericht Entscheidungen trifft die eigentlich politisch zu entschieden wären. Die Entscheidung ist nicht juristisch sondern letztlich politisch.

Die Frage welcher Minderheit welche spezifischen Rechte zugestanden werden muss demokratisch entschieden werden und nicht von Richtern.

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Kundalimon 15.11.2017, 09:19
129. Verunsicherung

Ganz prinzipiell finde ich das Urteil toll und richtig und lange überfällig.

So weit gehen, völliges Unverständnis für dessen Folgen bei meinen Mitmenschen aufzubringen, wie es die Autorin im Eingang formuliert würde ich aber nicht gehen.

Denn, dass es Menschen im Umgang miteinander verunsichert und vor zusätzliche Erschwernisse stellt, halte ich für durchaus einsichtig.

Hin und wieder ist es schon schwierig Mann und Frau auseinanderzuhalten und die richtige Anrede als höflicher Mensch zu verwenden. Die falsche Auswahl ist einem dann in der Regel unangenehm. (Das kennt sicher jeder, der bspw. häufiger telefoniert, wo also das Gegenüber nicht sichtbar ist. Das Problem gibt es aber auch durchaus hin und wieder bei Sichtkontakt).

Herr und Frau als Anrede allein sind in dem Fall ja nicht mehr ausreichend. Dazu kommt, dass unsere Sprache auch hinsichtlich der Grammatik oder zumindest des Klangs nach wenig dafür geeignet ist, da wir nur zwei geschlechtliche und einen sächlichen Artikel haben. Keiner wird einen Menschen ernsthaft gern als Sache/Ding bezeichnen um diesen Konflikt aufzulösen. (Selbige Problematik gilt für Personalpronomen und Co.)

Der Einwand, dass andere Sprachen (z.B. Englisch) noch weniger Artikel verwenden, ist da auch nicht hilfreich, da die Sprache dadurch auch wieder völlig anders aufgebaut ist. Und selbst dort gibt es wiederum nur geschlechtliche Personalpronomen.

Unsere Sprache ist ein wesentlicher Bestandteil für den Vorgang wie wir unsere Welt denken. Wenn dort ein drittes Geschlecht nicht vorgesehen ist, kann ich schon verstehen, dass Menschen mit einem solchen Probleme haben.

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