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Islamdebatte bei "Hart aber fair": Träumen von der Toblerone-Republik

Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.

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Haio Forler 03.12.2009, 11:24
1. .

Zitat von sysop
Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.
"Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so schwer. Im Grunde kennt der fundamentalistische Islam bis heute keine Säkularisierung und keine Aufklärung, kurz: keine strikte Trennung von Staat und Religion, keine Trennung von Gesellschaft und religiösem Glauben, von gläubigem Kollektiv und selbst bestimmtem Individuum. Darum und nur darum geht es immer wieder - nicht um einen Kampf der Religionen wie im finstersten Mittelalter. Im Zentrum des Konflikts stehen allein Freiheit und Menschenrechte für jeden einzelnen, ob Mann oder Frau: die Errungenschaften Europas seit der Französischen Revolution von 1789.

Im Alltag wird diese Diskrepanz zum Beispiel daran deutlich, dass christliche Kreuze in Ämtern und Behörden nach einem höchstrichterlichen europäischen Entscheid abgehängt werden sollen, während muslimische Schüler Gebetsräume in Schulen einklagen und türkische oder arabische Eltern ihren Töchtern verbieten, am Schwimmunterricht teilzunehmen. "


Damit ist nicht alles, aber viel gesagt.

Gibt es Muslime, die die Schweizer Empfindlichkeiten nachvollziehen können? Ich warte ...

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Hovac 03.12.2009, 11:29
2. Geld

Das Thema wird von vielen ausgeschlachtet, der Aufruf sein Geld doch in der von der Finanzkrise verschonten türkischen Bankelandschaft anzulegen spricht eine deutliche Sprache, geht es da um Minarette oder die Gelegenheit mit Stimmungsmache Geld zu verdienen?

Kann vieles an reininterpretation da nicht mehr ernst nehmen.

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KHJ 03.12.2009, 11:30
3. Minarettverbot - Ein gemütlicher Abend

Eigentlich sind wir Deutsche dafür bekannt, dass wenn wir etwas machen, es dann auch gründlich machen. Nur gestern Abend war das anders. Es waren, wie im Artikel geschrieben, fast die selben Schlappnasen in der Bütt gewesen, wie sonst bei solchen Diskussionen auch. Um es kurz und pointiert zu machen

Bärbel Höhn, stellvertretende Chefin der Bundestagsfraktion der GRÜNE war linkspopulistisch bis zum Anschlag mit der Äußerung: „Wir sind für Volksabstimmungen, grundsätzlich und auch bei heiklen Fragen.“ Wer glaubt wird selig?

Michel Friedmann, der TV-Moderator, der seine Sendung nutzt als LINKE-Plattform im Deutschen Fernsehen. Sein "bester" Beitrag war, als er die Schweizer laut und brüllend als laaahme Gesprächteilnehmer darstellte. Absolut entwürdigend!

Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek hat eigentlich gestern das getan was er immer macht bei solchen Sendungen: Er fällt den anderen Gästen ins Wort, er relativiert die Probleme im Islam und hält sich für einen der besten rhetorischen Wortakrobaten in Deutschland.

Wolfgang Bosbach der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags war wohl gestern Abend sehr gut vorbereitet und lieferte dafür auch eindrucksvolle Beweise. u.a. Ibrahim El-Zayat-Ziatat: „Dieses Land ist unser Land…“ gemeint war Deutschland.
Rolle Köppels, Chefredakteur der Weltwoche war der neben Bosbach, derjeninge gewesen der durch sachliche Argumente glänzte. Köppels war auch der einzige gewesen in der Runde, der für das Minarettverbot war.

Frank Plasberg, WDR-Moderator hatte in der Sendung ein guten Auftritt gehabt, als er sich neben Mayzek stellte und ihm die Stange hielt.
Ein gemütlicher Abend ging vorbei, bei einem Likör oder Bierchen.
Hier die neusten Nachreichten:
Islamisten bekennen sich zum Bombenanschlag in Russland
Razzia gegen türkisch-islamischen Organisation Milli Görüs

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Hovac 03.12.2009, 11:31
4. Einbahnstrasse

Zitat von Haio Forler
Damit ist nicht alles, aber viel gesagt. Gibt es Muslime, die die Schweizer Empfindlichkeiten nachvollziehen können? Ich warte ...
Darum geht es nicht, sämtliche Kritik ist eine Einbahnstrasse, nach den Ursachen zu fragen ist wohl zuvielverlangt. Forderungen sind einfacher, oder hat sich irgendein Protestler der Karikaturen Gedanken darum gemacht warum soetwas in Dänemark erlaubt ist und wer dadurch auch immens profitiert?

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Baikal 03.12.2009, 11:32
5. Koran als Anspruchsgrundlage

Zitat von Haio Forler
Damit ist nicht alles, aber viel gesagt. Gibt es Muslime, die die Schweizer Empfindlichkeiten nachvollziehen können? Ich warte ...
Da können Sie lange warten: Um Töchter vom Schwimmunterricht befreien zu können, werden von muslimischer Seite mittlerweilen Musterbriefe verbreitet, in denen mit spitzfindiger Auslegung auf Koranstellen hingewiesen wird. Wenn einem dertigen Ansinnen mit dieser Begründung dann gefolgt wird, haben muslimische Kreise den ersehnten Anlaß den Koran weiterhin als implizite Argumentationsgrundlage zu benutzen.Da gibt es nur Forderung und Angriff, aber keine Ansätze zur Integration.

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kaba06 03.12.2009, 11:32
6. Nicht besonders hilfreich

Zitat von sysop
Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.
Ich frage mich immer, was man denn machen will, wenn die Muslime nun sagen, sie bauen keine Minarette, sondern Türme an der Moschee. Und was macht man, wenn die dann vielleicht genauso aussehen wie Kirchtürme oder z.B. dem maurischen und nicht dem osmanischen Stil folgen - einem Stil, an den ja viele spanische Kirchtürme angelehnt sind.
Das so ein kindischer Satz Eingang in die Verfassung(!) haben soll, halte ich vor diesem Hintergrund doch schlicht für Unsinn. Das sollte man schlicht mit der Bauordnung regeln, würde sowieso so mancher Stadt guttun, wenn da wieder strengere Regeln gelten würden.

Der "politische Islam" braucht auch keine Minarette, dem reichen Hinterhofmoscheen vollkommen aus. Überhaupt kommt man mit solchen Begriffen nicht wirklich weiter, weil "der Islam" eben nicht so existiert, wie z.B. die katholische Kirche. Was wir als "Islam" bezeichnen ist etwa sowas, wie die Summe aller christlichen Kirchen, inklusive Orthodoxie und aller fundamentalistischer Freikirchen. Das "politische Christentum" würde analog also vom mörderischen Abtreibungsgegner bis zum CDA Mitglied reichen....

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Tempest 03.12.2009, 11:33
7. Herr Mohr...

....vielleicht sollten Sie wenigstens beim Schreiben von Kommentaren und Artikeln beide Augen öffnen?!

Dann würden Sie nicht so einseitig-unilaterale Pamphlete verfassen, sondern auch den Namen Ihres...hmmm...Gegners... korrekt Schreiben.

Es heisst "Mazyek", und nicht wie von Ihnen mehrfach behauptet "Mayzek".

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ismirwurscht 03.12.2009, 11:35
8. Titel: siehe Thread-Titel

"Und noch etwas haben die Schweizer hingekriegt: Es war eine der besten "Hart aber Fair"-Sendungen seit langem."

Das fand ich auch. Gerade der islamische Vertreter, wie ja auch in der Sendung darauf hingewiesen wurde, war ja wirklich mal einer, mit dem man 'normal' reden konnte. Seltsam, dass das sonst eigentlich eher nicht so ist.

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spiegel-hai 03.12.2009, 11:36
9. Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

Zitat von sysop
Ist das Minarettverbot ein "leuchtendes Beispiel" für die demokratische Bekämpfung des "politischen Islam"? Ein Schweizer vertrat die These bei Plasbergs Talk - und bekam Recht. Nicht von der Talkrunde, sondern den Zuschauern. Eine Sendung, die zum Lehrstück über den Kulturkampf wurde.
welchen Anspruch stellt man an ein "leuchtendes Beispiel"? Es hat sich mit einem Donnerschlag der geballte Frust der sonst nie angehörten Bevölkerungsmehrheit entladen, damit meine ich nicht nur die Abstimmung als solche sondern auch die sich daraus ergebende Diskussion.

Es führt auch dazu, daß endlich auch einmal über Grenzen und Bedingungen von religiöser Toleranz gesprochen wird, zumal sich mehr und mehr zeigt, daß unsere Vorstellungen von aufgeklärtem "Leben und leben lassen" von denjenigen, die als muslimische Migranten davon profitieren wollen, nicht oder nur begrenzt geteilt wird.

Anders gesagt: wie weit wollen wir gehen und zu welchen Maßnahmen greifen, um uns unsere freiheitliche Kultur samt ihren Errungenschaften zu erhalten?

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